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Trek BBS _ Aktuelle Meldungen _ Star Trek Discovery – Folge 6: Lethe

Geschrieben von: Michael Müller 23. Oct 2017, 12:27

Eine Folge mit starken Charakterwentwicklungen...

Mittelpunkt des sechsten Teils ist die Rettung Sareks. Dieser befindet sich auf dem Weg zu den Klingonen, um zu verhandeln. Leider gibt es einen Zwischenfall. Ein Extremist sprengt sich in seiner Nähe quasi in die Luft. Das Raumschiff, mit dem Sarek unterwegs ist, wird stark beschädigt und er selbst ist dem Tod nahe. So nahe, dass dies Burnham spürt, da sie einen Teil seiner Katra in sich trägt. Captain Lorca ist bereit einen Rettungsversuch zu unternehmen. Letzten Endes findet sie ihn auch. Auf ihrem – teils durch Verschmelzung – Weg zu Sarek erfährt sie viel über ihren Ziehvater.

Gleichzeitig bekommt Lorca Besuch von seiner alten Freundin, Admiral Cornwell, an Bord. Lorca und sie kommen sich, nach kurzem Streit, näher und verbringen die Nacht gemeinsam im Bett. Am nächsten Morgen fallen Cornwell Vernarbungen auf Lorcas Rücken auf, die sie zärtlich berührt. Ehe sie es sich versieht, bedroht dieser sie aus Reflex mit einem \"geladenen\" Phaser. Für sie, die auch Psychologin ist, ein klarer Hinweis darauf, dass Lorca in Wirklichkeit nicht für den Stuhl des Captains bereit ist.

Da der gerettete Sarek so geschwächt ist, dass er mit den Klingonen nicht verhandeln kann, macht sich Admiral Cornwell auf den Weg. Es ist jedoch eine Falle. Ihre Begleitung wird getötet. Sie selbst gefangen genommen. Als Lorca dies erfährt, will er sich untypischer Weise nach den Anweisungen der Sternenflotte richten statt sich sofort auf eine Rettungsaktion zu begeben. Das mag daran liegen, dass der Admiral ihm vor ihrem Abflug zu den Klingonen sagte, er müsse vorübergehend zurücktreten, um sich (therapeutisch) behandeln zu lassen und könne dann vielleicht wieder zurück in den „Stuhl des Captains“.

Kritik:

Star Trek ist nicht nur dann am Besten, wenn es Geschehnisse aus der aktuellen Zeit behandelt, sondern auch dann, wenn es um den Menschen und „das menschliche“ selbst geht: Seine Schwächen, die eigentlich Stärken sind, seine Stärken, die eigentlich Schwächen sind.

So wie Michael Burnham erkennt, dass sie nicht nur für Sarek eine Enttäuschung ist, sondern er auch für sie und damit endlich einen Teil ihrer aufgebürdeten Erwartung ablegen kann, eine „gute Vulkanierin“ zu sein, gibt sich Lorca dem Trugschluss hin, der Zweck heilige die Mittel. Er, der er eine Crew verlor, ist bereit alles zu opfern, sogar seine gute Freundin, mit der er gerade noch eine Nacht verbracht hat und die er wohl schon sehr lange kennt, um das Kommando und damit „sein“ Schiff zu behalten. Unter der starken Fassade ist Captain Lorca ein psychisch instabiles Glied. Was Admiral Cornwell schon so lange beobachtet, wird nun auch dem Zuschauer klar: Dieser Captain könnte selbst gefährlich werden! Lorca ist klar, dass nur sie davon weiß und die Kaltblütigkeit, mit der er sie zu opfern bereit ist, ist schon stark bedenklich. Dabei spielt er raffiniert Schicksal, indem er sich bloß akkurat zurückhält!

An Charakterentwicklung bringt Folge 6 viel vorwärts. Ganz allmählich wird die Crew der Discovery zu einer Art Familie, von der man – als Zuschauer – gerne ein Teil sein möchte.

Geschichten dieser Art gab es schon in anderen Star Trek Folgen, aber hier wurde sie innovativ und packend erzählt.

Das es an Bord der Discovery ein Holodeck gibt mag damit erklärt werden, dass es das modernste Schiff der Flotte ist. So wie sich Berman Freiräume schuf, indem er die Voyager in einen weit entfernten, unbekannten Quadranten schickte, schufen sich die Köpfe hinter Discovery Freiheiten, indem die Discovery ein absoluter Prototyp ist und viele „Gimmicks“ hat, die kein anderes Schiff hat.

Schön, dass die Enterprise in dieser Folge erwähnt wurde!

Bei allem hohen Niveau, die die Serie seit Beginn hat, wünschte ich mir mal so einen richtigen Höhepunkt. Mal sehen, was noch so kommt...

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