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Peter Tigmann (pt)25.08.10

"Ein DS9 TV-Film wäre schlau"

Alexander Siddig über DS9 und seinen Film "Cairo Time"

Im folgenden Interview mit StarTrek.com sprach Alexander Siddig über DS9, sein Leben, seinen neuen Film "Cairo Time" und seine Karriere.

Als Alexander Siddig das erste Mal durch die Tore von Paramount Pictures ging, um Dr. Julian Bashir in "Star Trek: Deep Space Nine" zu spielen, war er gerade erst in Amerika angekommen und nannte sich noch Siddig El Fadil. Heute ist er nicht nur älter, sondern auch ein in Hollywood sowie im Ausland respektierter Schauspielveteran, der sich Alexander Siddig nennt. Ein Namen, den er sich während seiner sieben Jahre bei "Deep Space Nine" ausgesucht hat.

Nachdem die dritte "Star Trek"-Serie endete, war Siddig in einer Reihe von Film- und Fersenrollen zu sehen, darunter in "Die Herrschaft des Feuers", "Königreich der Himmel", "Syriana", "24", "Doomsday" und "Kampf der Titanen". In Kürze erscheinen zwei weitere Filme mit ihm. Der angesehene und ohne großes Studio gedrehte "Cario Time", in dem er zusammen mit Patricia Clarkson zu sehen ist und "Miral", ein Drama unter der Regie von Julian Schnabel.

Siddig war zuletzt mit dem Film "Cairo Time" im Kino zu sehen.
StarTrek.com: Als "Deep Space Nine" damals zu Ende ging, waren Sie darüber besorgt, was die Zukunft für Sie persönlich als Nächstes bringen oder aber eben auch nicht bringen könnte?

Alexander Siddig: Ich war hauptsächlich sehr aufgeregt. Ich hatte damals das Gefühl, als hätte ich gerade einen wunderbaren praktischen Kurs im Schauspiel nach dem Ende des eigentlichen Studiums abgeschlossen und hatte mich deshalb bereit gefühlt für alles, was kommen könnte. Ich war ein bisschen besorgt darüber, dass vielleicht gar nichts passieren würde oder dass ich vielleicht einfach zu schlecht bin. Davor habe ich auch heute immer noch ein bisschen Angst. Das ändert sich auch nicht mehr. Sieben Jahre sind eine lange Zeit für einen Schauspieler, um nur eine einzige Sache zu machen.

Einerseits ist es heutzutage ein unglaubliches Privileg einen Job zu haben, bei dem man weiß, dass man ihn auch noch ein Jahr später haben wird. Anderseits sind Schauspieler aber eher Wandertiere, die immer auf der Suche nach dem nächsten Job sind. Wir verkaufen unsere "Ware" auf eine sehr nomadische Art und Weise, ohne zu pompös klingen zu wollen. Ich habe dieses Element vermisst. Ich habe diese Seite, das Zigeunerleben des Schauspielgeschäfts, vermisst und mich darauf gefreut, wieder mehr so zu leben. Ich hatte dann gleich das Glück mit einigen Kinofilmen relativ erfolgreich gewesen zu sein und so ging es dann weiter.

StarTrek.com: Was hat Ihrer Meinung nach am besten an Bashir als Charakter funktioniert und wie sehr stört Sie die Geschichte um die genetischen Verbesserungen noch?

Siddig: Sie wissen wahrscheinlich schon, wie sich meine Antwort anhören wird und mit ein Grund, warum ich in diese Richtung antworte, ist, dass ich mich, wenn ich fair bin, über nichts beschweren kann, was mit Bashir passiert ist. Autoren und Produzenten arbeiten sehr hart und lassen sich immer neue Ideen einfallen. Einige Ideen funktionieren, andere nicht. Nicht mehr, nicht weniger. Das ist es, worauf es hinausläuft. Im Nachhinein würde ich heute sagen, dass die Menschlichkeit von Bashir die Sache war, die ich am meisten an dem Typen gemocht habe. Ich hatte immer das Gefühl, dass er das Urbild eines menschlichen Menschen darstellte, mit allen Fehlern und Problemen.

StarTrek.com: Sie und Nana Visitor (Kira) waren für einige Jahre verheiratet und haben einen Sohn namens Django zusammen. Haben Sie sonst noch mit jemandem von damals Kontakt?

Siddig: Nana ist leider die einzige Person von damals, zu der ich noch Kontakt habe. Ich sehe sie mindestens zweimal im Jahr. Ich hätte liebend gern noch mit mehr Leuten von damals Kontakt, aber wir haben uns alle in verschiedene Richtung zerstreut und arbeiten an unterschiedlichen Projekten. Ich habe Armin [Shimerman] vor ein paar Tagen auf einer Convention gesehen und war sehr froh, ihn wiederzusehen und mit ihm reden zu können. Ich gehe nicht auf viele Conventions, daher war es wirklich sehr schön, ihm einfach mal sagen zu können "Hallo Armin, wie geht es dir?" Ich wünsche mir oft, Andy Robinson öfters zu treffen, der mir ein wirklich sehr guter Freund während meiner Zeit in L.A. war. Ich würde sie alle gerne öfters sehen.

StarTrek.com: Natürlich würden sie alle spätestens dann wiedertreffen, wenn es einen "Deep Space Nine"-Film oder -Serie geben würde. Wie offen wären sie, Dr. Bashir wieder zu spielen?

Siddig als Dr. Julian Bashir
Siddig: "Star Trek" ist mein zu Hause. Da bin ich als Schauspieler aufgewachsen. Ich denke, es wäre schlau, es als TV-Film zu machen. Wenn sie den Mut dazu hätten, wäre es definitiv etwas, worüber ich sehr aufgeregt wäre.

StarTrek.com: Ruba Nadda, die Autorin und Regisseurin von "Cairo Time", hat geschrieben, dass er die Rolle des Tareq mit Ihnen im Hinterkopf geschrieben hat. Wie oft ist Ihnen das schon passiert und ist das eine große Ehre für einen Schauspieler?

Siddig: Das ist jetzt zwei- oder dreimal passiert, was ich absolut verblüffend finde. Bizarrerweise hat Neil Marshall, der Regisseur von "Doomsday", die Rolle des Premierministers, eine verrückte kleine Rolle in einem verrückten kleinen Film, für mich geschrieben. Das war das erste Mal. "Cairo Time" das zweite und Julian Schnabel hat mir erzählt, dass er die Rolle für mich zusammen mit Rula Jebreal in Rulas Drehbuch für "Miral" geschrieben hat. Das ist einfach nur toll. Und mein Charakter in "Cairo Time" ist auch wirklich eine maßgeschneiderte Rolle für mich.

StarTrek.com: In "Cairo Time" geht es um eine verheiratete amerikanische Frau, gespielt von Patricia Clarkson, die in Kairo ankommt und sich dann gleich in Ihren Charakter verliebt, der ein langjähriger Freund ihres Ehemannes ist. Was hat Sie am meisten an diesen beiden Charakteren und ihrer verbotenen Anziehung interessiert?

Siddig: Ich denke, was den Film vor allem ausmacht ist, dass es um pure Ehrlichkeit geht und wenn jemand bereit ist wirklich zuzuhören, wird man sehen, was ich meine. Es gibt keine Täuschung. Es gibt keinen Trick. Wir ziehen keinen Hasen aus dem Hut. Es gibt eine große alte Stadt und im Grunde genommen vier Charaktere. Zwei von ihnen verbringen Zeit miteinander und entwickeln ein gegenseitiges Verständnis füreinander und trotz ihrer wirklich sehr großen Unterschiede sagen sich beide "Ich erkenne dich. Ich sehe dich."

Tatsächlich muss man mehr tun, als nur zuzuhören. Man muss sich auf den Film einlassen. Man muss machen, was ein Publikum früher machen musste, nämlich sich involvieren lassen. Man kann sich nicht einfach zurücklehnen und einen Trip ins Unbekannte nehmen und nichts selber dafür tun. Man muss ein kleines Bisschen arbeiten. Das ist eine Art altmodischer Vertrag, der früher normal und akzeptiert war, wenn Leute sich Theaterstücke oder ältere Filme angeschaut haben. Sie waren langsamer erzählt und man musste ihnen aufmerksam folgen und in sie investieren und das ist auch wirklich eine gesunde Sache.


StarTrek.com: Sprechen Sie kurz darüber wie es war, Gefühle und Lust mit Patricia Clarkson zu entwickeln.

Siddig: Das ist wirklich sehr einfach. Patricia ist so eine göttliche Kreatur. Ich hatte sie vorher nicht gekannt. Ich hatte keinen ihrer bisherigen Filme gesehen. Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ich vielleicht eine Art von Vorstellung gehabt. Ich wusste von ihr, aber ich hatte keine Beziehung zu ihr, bis ich nach Kairo kam und dann direkt und ohne Proben anfing mit ihr zu arbeiten. In ihrem Gesicht ist so viel Intelligenz, das ich in ihren Gesichtszügen und Augen ewig hätte lesen können, auch wenn sie gar nicht gesprochen hat. Wir mussten uns also keine Chemie erzwingen. Die war schon gleich da, zumindest aus meiner Sicht heraus. Ich habe keine Ahnung, wie sie darüber denkt.

StarTrek.com: Wen spielen Sie in "Miral"?

Siddig: Ich spiele einen der wenigen Männer in dem Film. Es ist ein Film über Frauen. Es geht hauptsächlich um drei Frauen und was mit ihnen 1948 und später geschieht, als sich Israel entwickelte und zwei Völker um die Dominanz desselben Territoriums ohne formale Invasion kämpften. Die Geburt dieses Landes war eine sehr sonderbare Situation. Mein Charakter ist das, was die drei Frauen in der Geschichte zusammenhält. Er ist keiner der Hauptakteure. Er ist dafür da, dass alle einen Anker haben und diese drei Frauen jemanden haben, mit dem sie reden können. Er ist der beste Freund der einen, der Vater der anderen und der Onkel der dritten Frau.

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(pt - 25.08.10 - Quelle: StarTrek.com)

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