Yann-Patrick Schlame (ys)
13.07.00
Alexander Siddig
Julian Subatoi Bashir
Alexander Siddig verkörperte Julian Bashir, den Doktor der Station, der als Grünschnabel begann und später als genetisch verbesserter Mensch geoutet wurde.
Siddig El Tahir El Fadil El Siddig El Abderahman El Mohammed Ahmed El Abdel Karim El Mahdi (Rufname: Sid) wurde am 21. November 1965 im Sudan geboren. Siddigs Onkel väterlicherseits war zum Zeitpunkt seiner Geburt Premierminister des Sudan. Das Land war in den 60ern eine sehr unruhige Region, sodass sich seine Mutter, eine gebürtige Britin, zur Rückkehr nach England entschloss. Sid folgte ihr nach sechs Monaten und verbrachte seine gesamte Jugend in England, wo er wegen der westlichen Gebräuche der Einfachheit wegen Siddig El Fadil genannt wurde ("El" bedeutet "Sohn von", Fadil ist Siddigs Großvater). In den Sudan kehrte Siddig bisher nur einmal, zu seinem 17. Geburtstag, zurück.
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 Alexander Siddig |
Die Lieblingsfächer des heranwachsenden Siddig am
St. Lawrence College waren Englisch und Kunst, mit Naturwissenschaften konnte er nichts anfangen. Auf dem
University College London erlernte er zunächst Geographie und Anthropologie, ersteres fand er aber viel zu schwierig und letzteres viel zu leicht. Daher brach er nach einem Jahr das Studium ab und nahm Gelegenheitsjobs wahr, unter anderem als Versicherungsvertreter, Herrenbekleidungsverkäufer und Kellner.
Motiviert durch die Karriere seines Onkels (welcher kein geringerer als Malcolm McDowell ist), ging Siddig später an die London Academy of Music and Dramatic Arts (LAMDA). Nach seinem Abschluss spielte er in verschiedenen Bühnenstücken, machte ein wenig Kinderfernsehen, und versuchte sich zugleich in einem kleinen Londoner Theater als Regisseur, was er nach anderthalb Jahren einstellte, da es sich um einen unbezahlten Job handelte und es um seine Finanzen nicht zum Besten stand.
Zu dieser Zeit, Anfang der 90er, bewarb er sich für eine Rolle im Film "Lawrence after Arabia". An Stelle einer Nebenrolle als Lakai oder Gefolgsmann bekam er an der Seite von Hauptdarsteller Ralph Fiennes die Rolle des Emir Feisal. Anschließend drehte er eine sechsteilige Mini-Serie mit Namen "Big Battalions" und plante, danach wieder zum Theater zurückzukehren. Doch Ende 1991 sah Rick Berman "Lawrence after Arabia" und wollte Siddig für die Rolle als Captain Sisko haben. Da Siddig jedoch zu jung dafür war, wurde ihm stattdessen die Rolle des Doktors geboten, welche bis dahin einen spanischen Charakter mit Namen Julian Amoros vorsah. Die Rolle wurde auf Siddig zugeschnitten, und so kam DS9 zu seinem Doktor - übrigens gab es nie andere Kandidaten für die Rolle, die Siddig von 1993 bis 1999 verkörperte.
Mit der vierten Staffel von DS9 änderte Siddig seinen Namen in "Alexander Siddig". Dieser neue Künstlername sei für seine angelsächsischen Kollegen halt einfacher auszusprechen, so Siddig damals. "Alexander" habe er "einfach so" gewählt, hinter dem Namen steckt keine tiefere Bedeutung. Im selben Jahr, 1996, wurde sein Sohn Django El Tahir El Siddig geboren, den er mit seiner Kollegin Nana Visitor hat. 1997 heirateten die beiden.
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Siddig als Julian Bashir |
Siddigs Hobbys sind unter anderem das Sammeln guter Weine und Karten-/Rollenspiele wie "
Magic" und "Galactic Empires". Er mag deutsche Oper und Songs von
Prince und hat seit kurzem seine Leidenschaft fürs Heimwerken entdeckt. Siddigs Verhältnis zu seiner Mutter, seinem Stiefvater und seinem 16 Jahre jüngeren Halbbruder Thomas ist sehr gut, seine in England wohnenden Verwandten besuchten ihn regelmäßig, während er in den USA lebte.
Kurz nach dem Ende von "Deep Space Nine" nahm Siddig seine Rolle als Bashir noch einmal für das Computerspiel "The Fallen" auf. Noch während seiner DS9-Zeit hatte er bereits einem Reporter im Computerspiel "Titanic Explorer" die Stimme geliehen.
Nach sieben Jahren Serie konzentrierte Siddig sich Anfang des neuen Jahrtausends zunächst vor allem auf Filmrollen. Häufig verkörperte er Araber. So sah man ihn 2000 in "Vertical Limit" und 2002 in "Die Herrschaft des Feuers". Der Schauspieler lebte inzwischen wieder vor allem in Großbritannien, was dazu beitrug, dass er und seine Kollegin Nana Visitor sich auseinanderlebten. Ihre Ehe wurde 2001 geschieden.
2003 kehrte Siddig mit einem Gastauftritt in der britischen Serie "Spooks - Im Visier des MI5" ins Fernsehen zurück. 2004 spielte er im Fernsehfilm "The Hamburg Cell" den Terroristen Khalid Scheich Mohammed. 2005 war Siddig gleich zweimal im Kino zu sehen: in "Königreich der Himmel" und im hochgelobten Film "Syriana". Seine Rolle als reformorientierter arabischer Prinz Nasir Al-Subaai brachte dem Künstler viel Kritikerlob ein. Im gleichen Jahr spielte Siddig von Januar bis April am Londoner West End im Theaterstück "Whose Life Is It Anyway?" an der Seite von Kim Cattrall. Die gemeinsame Arbeit führte zu einer kurzen Beziehung.
Es folgten ein Gastauftritt in der britischen Detektivserie "Agatha Christie: Poirot" (2005) und die Titelrolle im Fernsehfilm "Hannibal – Der Alptraum Roms" im Jahr 2006. Noch im gleichen Jahr spielte er den Engel Gabriel in "Es begab sich aber zu der Zeit ..." und sprach einen Charakter in der Zeichentrickserie "Family Guy".
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 Mit der plötzlichen genetischen Aufwertung seines Charakters war Siddig lange Zeit nicht einverstanden. |
Die Rolle, für die Siddig nach "Deep Space Nine" wohl am bekanntesten ist, ergatterte der Schauspieler 2007, als er in sieben Folgen der sechsten "
24"-Staffel den Ex-Terroristen Hamri Al-Assad verkörperte. Siddig spielte danach im Kriegsepos "
Die letzte Legion" und im französischen Drama "
Un homme perdu", bevor er 2008 als Ministerpräsident John Hatcher im futuristischen Actionthriller "
Doomsday – Tag der Rache" vor der Kamera stand – gemeinsam mit seinem Onkel Malcolm McDowell. Noch im gleichen Jahr spielte Siddig im Kurzfilm "
The Boundary" und in der britischen Serie "
Merlin – Die neuen Abenteuer" mit.
2009 sah man ihn erneut in Film und Fernsehen: Neben Auftritten in den Filmen "Espion(s)" und "Cairo Time" sprach Siddig erneut einen Charakter in "Family Guy" und spielte in zwei Folgen der britischen Serie "Waking the Dead" einen Psychiater. Zu Siddigs jüngsten Projekten gehören seine Rolle als Hermes in "Kampf der Titanen", der 2010 in die Kinos kam und ein zweifacher Gastauftritt in der Serie "Strike Back".
Im April 2010 wurde bekannt, dass Siddig zur Besetzung der Science-Fiction-Serie "Primeval" stoßen wird. Hier spielt er Phillip Burton, einen charismatischen Forscher, der das Anomalienforschungszentrum leitet. Sein nächster Film, "Miral", kommt im November 2010 in die Kinos. Der Film porträtiert die Erlebnisse einer palästinensischen Familie, während 1948 der jüdische Staat im vormaligen britischen Protektorat Palästina ausgerufen wird.
Episoden mit Alexander Siddig
The Next Generation
- 6.16 "Der Moment der Erkenntnis, Teil 1"
Deep Space Nine
Alexander Siddig gehörte für alle sieben Staffeln der Serie zur Stammbesetzung. Er war in allen Folgen mit Ausnahme von "Das Paradiesexperiment", "Der Blutschwur, "Die Wahl des Kai" aus Staffel 2 und "Für die Uniform" aus Staffel 5 zu sehen.
Regisseur Siddig El Fadil
Deep Space Nine
- 5.18 "Kriegsgeschäfte
- 6.23 "Die Beraterin"
(ys - 21.08.10)
Weiterführende Links