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Nina Ruzicka (ru), Raphael Kallensee (rk)21.12.00

"Ich bin stolz darauf. Sehr stolz!"

Nana Visitor über sieben Jahre "Deep Space Nine"

Nana Visitor, bekannt als Major Kira Nerys aus "Star Trek: Deep Space Nine", spricht über ihre alte Rolle, die sie sehr vermisst sowie über ihre derzeitigen Projekte. Unter anderem hat sie am PC-Spiel "The Fallen" mitgewirkt.

Viele "Star Trek"-Schauspieler versuchen oft, Veränderungen in die Charaktere zu bringen, die sie spielen; Ideen für Storys beizusteuern und bei Episoden Regie zu führen. Wie auch immer, Nana Visitor ist froh darüber, dass sie nicht diesen Weg geht. "Ich bin strikt Schauspieler", erklärt sie. "Meine Kameraden bei der Serie wollten Regie führen und bei den Schreibarbeiten mitmachen und sie taten das. Ein paar der Schauspieler haben Bücher geschrieben, die auf ihren 'Star Trek'-Charakteren basieren, aber ich habe mich immer als Schauspieler gesehen und wenn ich mich bemüht habe mitzuwirken, hat mich das dazu gebracht, über den Tisch der Schriftsteller zu schreien! Aber jenseits dem, nein, ich habe niemals daran gedacht, einmal dort mitzuwirken."

Kira-Darstellerin Nana Visitor
Das bedeutet nicht, dass sie keine Gedanken zum Schicksal von Kira nach dem Ende von "Deep Space Nine" geäußert hat. "Sie wurde definitiv gefördert und bekam das Kommando über die Defiant, das ist sicher", sagt sie fest überzeugt. "Die Defiant fliegt los - sie sitzt im Kommandosessel. Solche Sachen sind sehr wichtig für mich und sie waren es auch, während wir die Serie gedreht haben. Jetzt, wo sie die Station kommandiert, kann ich mir vorstellen, dass sie mehr und mehr in politische Dinge auf Bajor verwickelt wird und, obwohl ich nicht glaube, dass das wirklich jemals passiert, ich würde gern sehen, dass sie zur Sternenflotte geht."

Bajor wurde in der Serie nicht von der Föderation als Mitglied akzeptiert und Kiras Einsatz als Starfleet-Offizier im "Final Chapter" war eine vollkommen ehrenamtliche Sache. Warum sollte es also gut sein, dass Kira Sternenflotten-Mitglied wird? "Weil ich gern sehen würde, was passiert, wenn sie die Waffen niederlegt und Bajor in dieses Universum bringt", sagt Nana. "Das war das ganze Versprechen der Serie, dass Starfleet gegen diese Leute kämpft, die nicht nach diesen Regeln leben und man sehen kann, was passiert. Jetzt würde ich einen Schritt weiter gehen und würde sie in die ganze Situation hineinbringen und sehen, wie sie dagegen kämpft. Es scheint so, als hätte niemand damit ein Problem, nach der ersten Direktive zu leben. Ich würde gern jemanden sehen, der mit der Direktive kämpft, so wie Kira das tun würde."

Sieben Jahre mit einer hauptsächlich männlichen Autoren-Staffel zusammenzuarbeiten, könnte Probleme aufgeworfen haben, vor allem bei weiblichen Charakteren wie Kira. "Ich fand, hier und da befanden sich ein paar Lücken in ihren frauenspezifischen Reaktionen. Kira hatte ein Baby, es war Keikos Kind, das sie hatte und sie musste es abgeben. Sie haben geschrieben, 'Okay, schön, es ist vorbei, auf Wiedersehen.' Es ist unwichtig, wessen Baby du in dir trägst, Frauen wissen, dass die Hormone einen so beeinflussen, dass es ein sehr, sehr schwieriger Prozess ist, egal, was. Es würde gewissermaßen sehr schwer sein und genau das hätte die Situation sehr interessant und komplex machen können. Ich war niemals zu schüchtern, um meine Meinung zu sagen und die Schriftsteller waren niemals zu schüchtern, um Vorschläge abzulehnen. Ich fühlte, dass ich, wenn ich darum gekämpft hätte, 75 Prozent der Zeit meinen Weg gegangen wäre und ich dachte, das ist sehr gut. Das ist einfach die Verantwortung, die man als Schauspieler sowie als Schriftsteller hat."

Allerdings lobt Nana sehr das Skript ihrer Lieblingsepisode, "Der undurchschaubare Marritza" ("Duet") aus der ersten Staffel. In der Episode erschien Gul Darhe'el, ein Cardassianischer Kriegsverbrecher, und Kira musste von Grund auf erforschen, warum der Mann nicht der war, als der er sich ausgab. Die Episode wird auch von den Fans sehr respektiert. "Es war ein sehr früher Zeitpunkt in der Serie. Man versuchte, Geld zu sparen, da man alles Geld für Spezialeffekte anderer Episoden ausgegeben hatte", erklärt sie. "Also hatten sie die Idee mit zwei Leuten, die in einer Zelle sind. Es ist meine Lieblingsepisode, weil sie wunderbar und wichtig ist, besonders, weil sie von Rassismus und insbesondere Kiras Rassismus handelt. Es war die Episode, die mich am stärksten zum Nachdenken gebracht hat. Als Schauspieler muss ich sehr stark darüber nachdenken, wie diese Frau einzuordnen ist. Deshalb ist dies meine Lieblingsepisode."

Visitor als Kira Nerys
Wenn wir darüber reden, was sie am meisten von ihrer Arbeit bei "Deep Space Nine" vermisst, kommen ihre Antworten sehr schnell. "Das ist einfach: ich vermisse es, Teil eines Stammes zu sein. Und wir waren ein großer Stamm! Wenn der ganze reguläre Cast zusammen war, war es wie ein Alptraum für den Regisseur, denn wir waren ein gewaltiges Pack und einfach unkontrollierbar. Wenn man eine Gruppe von Leuten zusammentut, die ähnlich denken und eine Menge gemeinsam erlebt haben, ist das so kraftvoll und befriedigend, das vermisse ich am meisten."

Was sie am wenigsten vermisst, ist ebenso einfach. "Die Arbeitsstunden. Während den sieben Jahren, in denen wir die Serie gedreht haben, hatte ein Arbeitstag 16 bis 28 Stunden und man hatte kein [Privat-]Leben. Diese Tatsache erlaubt es den Gedanken, in das Universum einzutauchen, das man spielt. Ich erinnere mich, auf dem Promenadendeck gewesen zu sein und ich habe gedacht, 'Es beginnt, sich wie mein wirkliches Zuhause anzufühlen.' So wenig zu schlafen und so wenig Privatleben zu haben, kann einen dahin bringen. Es war schwer, sehr schwer. Und der Entzug von Schlaf war ebenso hart. Es ist etwas, das viele Leute sich nicht richtig vorstellen können; man versucht, gute Arbeit zu leisten und manchmal gibt es dann Situationen, in denen man total erschöpft ist und das Gehirn sich wie Gelee anfühlt."

Ein Teil der anstrengenden Stunden auf dem Set war die Zeit während dem Anlegen des Make-ups, in der sie ihre bajoranische Nase angelegt und entfernt bekam und das jeden Tag. "Es dauerte zwei Stunden am Morgen und 20 Minuten, um sie abends wieder zu entfernen", sagt sie. "Es war interessant für mich, weil ich gedacht hatte, sie haben einen Spezialkleber, mit dem man auch Prothesen anklebt, der sich leicht entfernen lässt, aber den ganzen Tag lang klebt. Oh, oh, sie benutzen einfach Kleber! Ich meine, praktisch Holzkleber, deshalb dauerte es jedes Mal 20 Minuten, bis sie am Ende des Tages dieses verdammte Ding abbekommen hatten."

Die Haupt-Zielgruppe von "Star Trek" sind junge Männer, dennoch fühlt Nana nicht, dass sie deshalb Männer aus einer anderen Perspektive sieht. "Ich denke nicht, dass es mich dazu gebracht hat, Männer aus einem anderen Blickwinkel zu sehen, aber vielleicht finden Männer einen Weg, Frauen durch die Serie aus einem besonderen Blickwinkel zu sehen. Ich denke, dass ich eine wirklich großartige Gelegenheit mit Kira bekam, eine Kreatur zu sein, die nicht der gewöhnlichen Geschlechterrolle folgt. Ich mag es sehr", sagt sie, "wenn ein zehnjähriger Junge zu mir kommt und sagt, 'Du bist ein Held, ein großer Held für mich.'

Die Schauspielerin sähe ihren Charakter gern als Mitglied der Sternenflotte.
Ich bin nicht sicher, wie viele Jahre das her ist, aber es war ein besonderes Erlebnis für mich. Wir wussten nicht genau, was wir taten, das appellierte an mich. Ich ging nicht an Kira heran, indem ich gesagt habe, 'Okay, ich muss an die 18 bis 49 Jahre alte Person herangehen.' Ich versuchte wirklich, das zum Ausdruck zu bringen, was ich persönlich von dieser Person dachte und das scheint viele Leute zu beeindrucken."

Nana bot ihre stimmlichen Talente im Computerspiel "The Fallen" dar, in welchem man die Rolle von Major Kira übernehmen kann, die auf der Suche nach den roten Drehkörpern ist. Obwohl es keine TV-Episode ist, ist es die erste DS9-Produktion, die nach dem Ende der Serie stattgefunden hat. Aber brachte das Spiel alte Erinnerungen zurück? "Das ist eine sehr gute Frage. Ja, das tat es. Und Kira ist nur ein Herzschlag weit von mir entfernt. Ich kann mich sehr gut an sie erinnern und sie ist mit mir zurückgekehrt. Man weiß nicht genau, ob es so etwas geben wird, aber ich würde gern eine Wiedergeburt von ihr spielen."

Sie ist auch sehr zufrieden mit der positiven Resonanz auf das Spiel. "Ich bin aufgeregt! Ich bin aufgeregt, weil ich denke, dass einige Leute 'Deep Space Nine' gemieden haben. Cast-Mitglieder und ich ebenso haben gesagt, dass die Serie erst später entdeckt werden wird, dass sie erst später an ihr hängen werden. Ich denke, das ist wahr. Ich denke, die Leute finden die Serie gerade mit diesem Spiel, es ist genau zur richtigen Zeit. Ich bin aufgeregt, weil ich denke, dass es 'Deep Space Nine' wiederbelebt."

Sie bot ihre Stimme an, um das Spiel realistischer zu machen. "Es ist lustig, wenn ich bemerke, dass es für viele Leute normal ist, meine Stimme zu hören. Mein Aussehen verändert sich, aber meine Stimme wird immer erkannt, als etwas, das hinter Major Kira steckt, auch, wenn ich anders aussehe." Nana wurde sehr respektiert, weil sie an dem Projekt mitarbeiten konnte, auch, wenn es ein sehr forderndes Projekt war. "Ich bin zufrieden damit, dass sie sich genügend damit abgaben, um mich mit einzubringen, das ist toll. Es schien so, als ob das sehr schnell gehen würde und als ob es notwendig sei. Die Jungs verbanden es auf eine anziehende Weise mit dem Spiel. Es hat sehr viel Spaß gemacht und man hat mir vorher gezeigt, wie es nachher aussehen wird. Das Aussehen ist erstaunlich", sagt sie froh. "Es war jederzeit interessant. 'Jetzt stirbst du, indem du von einer Klippe fällst.' 'Jetzt ertrinkst du.'", lacht sie.

"Die Defiant zu kommandieren, war mir immer wichtig."
"Es war herausfordernder, als man sich vorstellt, weil man mit Erlebnissen umgehen muss, die sich um Leben und Tod drehen sowie tiefe Krisen und das innerhalb weniger Stunden. Das ist mehr, als man sich vorstellen kann, andauernd zu sterben und andauernd in einer Krise zu stecken."

Neben Nana haben auch eine Anzahl weiterer DS9-Stars ihre Stimmen für das Spiel zur Verfügung gestellt, so zum Beispiel René Auberjonois (Odo), Terry Farrell (Jadzia Dax) und Michael Dorn (Worf). War es unheimlich, die Stimmen all ihrer Schauspielkollegen zu hören? "Es gibt viele Dinge, die unheimlich sind. Ich distanziere mich, indem ich mich innerlich einfach davon abkapsle. Als ich zum Beispiel zum ersten Mal die Puppe von Kira in der Hand hielt – oder besser, die Action-Figur, wie diese kleinen Abbilder von einem selbst ja heißen. Man denkt sich natürlich 'Wow, jetzt gibt es eine Plastikfigur mit meinem Gesicht drauf!' Irgendwann geht das in den Alltag über. Ja, schon klar, das sind die Stimmen meiner Kollegen vom Set. Ich bin Teil des Spiels, und ich kann mich selbst diesen Korridor entlanglaufen und auf irgendeine fürchterliche Art und Weise draufgehen lassen! Es wird alles ganz normal!"

Nana gesteht, dass sie keine aktive Computerspielerin ist, und dass sie "The Fallen" nicht oft gespielt hat. "Ich bin keine Spielerin – in keiner Hinsicht. Aber ich hab das Spiel ausprobiert, und natürlich macht es mir großen Spaß, Kira alle möglichen Dinge tun zu lassen. Es ist wirklich spaßig. Ich kann mir schon vorstellen, mich da mal hinzusetzen und mich ernsthaft mit dem Spiel zu befassen – ja, das kann ich mir schon vorstellen."

Nach ihrer Erfahrung mit "The Fallen", würde sie nochmal an einem Computerspiel mitarbeiten? "Das hinge vom Spiel ab", gesteht Nana aufrichtig. "Ich muss zugeben, die Gewalt in manchen dieser Spiele schreckt mich ab, und in so etwas möchte ich nicht involviert sein. Sobald man weiß, dass es mit 'Star Trek' zu tun hat, ist klar, dass es sowas wie eine ethische Struktur gibt, allein durch den Namen. In dem Fall bin ich gerne dabei. Sicher, auch hier kann man töten und dieses und jenes anstellen, aber es ist nicht dieselbe Art von Gewalt, wie ich sie in anderen Spielen gesehen habe."

Nanas Kinder, der vierjährige Django (der Sohn mit ihrem Ehemann und DS9-Co-Star Alexander Siddig) und der achtjährige Buster (aus ihrer früheren Ehe) werden "The Fallen" jedenfalls nicht spielen, und das hat nichts mit der Gewalt in dem Spiel zu tun. "Ich glaube nicht, dass ich meine Jungs das spielen lasse, denn es würde wohl zu einem 'Auf wie viele Arten können wir Mom sterben lassen'-Spiel werden! Das hat wirklich was Abartiges an sich!", sagt sie lachend.

Als Mutter zweiter junger Kinder macht die Schauspielerin sich Sorgen um Gewalt in Computerspielen.
Da in den Medien immer wieder von der Gewalt in Computerspielen berichtet wird, ist man als Elternteil besorgt. Nana hat, wie jede Mutter, ihre eigenen Ansichten darüber. "Kann man wirklich abstreiten, dass Gewalt ein Teil des Lebens ist, wenn sich die Menschen gegenseitig so behandeln, wie sie es tun? Gibt es unverantwortliche Gewaltdarstellungen? Ja, das finde ich schon. Kann das die Leute aufhetzen? Ja, das denke ich auch. Ich weiß, dass viele Leute so sprechen, aber es ist tatsächlich meine persönliche Meinung. Ich finde, es gibt wirklich unverantwortliche Leute, die offensichtlich ständig nur nach großem Profit aus sind. Wie geschmacklos können wir noch werden, wie weit können wir noch über die Grenzen hinausgehen? Dann kommen sie mit einem Konzept daher, das überhaupt keine Struktur besitzt, noch sonstigen Sinn und Inhalt. Das ist eine Art von Pornographie, dann kommt noch die Gewalt hinzu, und das ist der Punkt, wo es meiner Meinung nach gefährlich wird."

Wenn ein Spiel produziert würde, nicht über das DS9-Franchise, sonder speziell über Kira, weiß Nana, was sie darin gern sehen würde. "Die Tatsache, dass ich Kinder habe, spielt da natürlich mit. Ich würde mir ein geistig anspruchsvolles Spiel wünschen, eine Art Test. Ich bin überzeugt, dass die Spiele so gestaltet werden, auf der Basis was die Leute gerne tun! Es wäre toll, wenn es wie "Ultima Online" wäre, so eine Art eigenes Universum, wo man sein Holz fällen muss, sich eine Blockhütte baut, und dann werden einem die Schlüssel gestohlen. Wie es wäre, wenn man wirklich während einer Besatzung leben müsste - das wäre ein guter Ansatzpunkt für mich. Dasselbe durchmachen wie [Kira], als Cardassia Bajor besetzt hatte, wie das Leben wohl wäre, das Elend, die Flucht vor dem Feind und das alles. Das wäre wohl sehr interessant", meint sie nachdenklich.

Nana und Sid haben nun zwar das anstrengende Filmen für DS9 hinter sich, das Leben kommt für die vielbeschäftigte Showbiz-Familie jedoch nicht zur Ruhe. "Tatsächlich finde ich jetzt nicht viel mehr Zeit für meine Familie als vorher. Ich spiele in einem Musical in New Haven mit, das möglicherweise auch an den Broadway kommen wird, es heißt "Golden Boy". Zurzeit singe ich mir also in einem kleinen Theater die Seele aus dem Leib. Es liegt ungefähr zwei Stunden von New York City entfernt. Ja, und die Jungs gehen zur Schule. So läuft das, ich bin mal hier, mal da, und sie sind mal hier, mal da. Was soll ich sagen- ihre Mom ist eben Schauspielerin!"

Nanas hübsche Singstimme ist für uns auch kein Geheimnis mehr, haben wir sie doch das Lied "Fever" in der 6.-Staffel-Folge "Auf seine Art" singen hören. "Ich klinge sehr rauchig", beurteilt sie ihren Gesang.

Nana hat eine Traumrolle am Theater, jedoch passt sie nicht ins Rollenbild. Nana, ungeeignet für eine Rolle, werden Sie jetzt denken? Es gibt einen triftigen Grund, wie sie uns gerne erzählt. "Ich habe eine Bühnenrolle, die ich gerne spielen möchte, und was ich daran ganz besonders mag, ist, dass ich noch zu jung bin, um sie darzustellen! In 20 Jahren würde ich gerne Mama Rose in 'Gypsy' spielen! Ich habe Angela Lansbury darin gesehen, als ich mit ihr zusammenarbeitete. Ich stand jeden Abend auf der Hinterbühne und habe ihr beim Spielen zugesehen, sie war so wundervoll! Eines Tages möchte ich gerne meine eigene Interpretation davon geben!"

Auf DS9 ist sie stolz und vermisst ihre Kollegen
Zurück zu "Deep Space Nine": Es war eine glückliche Fügung des Schicksals, dass Nana Visitor überhaupt in der Serie mitspielte. Ursprünglich sollte ihre Rolle die der Ro Laren von TNG sein, jedoch lehnte die Schauspielerin Michelle Forbes den Part ab. Also erfanden die Drehbuchautoren einen neuen Charakter, der Kira Nerys werden sollte. Außer in einem "Star Trek"-Roman ["Der Zorn der Propheten" von David Freeman-Greenberger, siehe dazu auch sind Kira und Ro einander nie begegnet. Wenn sie gegeneinander kämpfen würden, weiß Nana nicht, wer der Sieger werden würde. "Ich wurde schon nach Xena befragt, und in dem Fall ist es völlig klar, wer gewinnen würde. Aber gegen Ro Laren – ich muss gestehen, diesen Kampf würde ich gerne sehen! Die beiden sind ungefähr gleich stark, man müsste wohl abwarten, wer am Schluss noch auf den Beinen steht."

Das Trek-Franchise läuft in der Zwischenzeit mit einem neuen Film und einer neuen Serie weiter. Es ist ein gewaltiges Franchise, doch Nana fühlt sich davon nicht betroffen. "Es wird mit der Zeit einfach normal, so bizarr es auch ist. In der Show, die ich gerade mache, gibt es einige Schauspieler, die mir sagen: 'Oh, ich bin abends mit deiner Stimme in den Ohren eingeschlafen' oder 'Oh, ich bin mitten in der Nacht aufgewacht, um deine Stimme zu hören', und das erscheint mir eher wie ein Albtraum! Das wird einfach zur Gewohnheit. Ich war, wie viele Jahre auch immer, dabei, und es war ein Teil von mir. Das scheint mir normal."

Das Franchise wächst und gedeiht, doch die Frage, die sich viele Leute stellen ist, ob DS9 wohl den Sprung auf die Leinwand schafft. "Ich denke, es würde ein großartiger Film", meint sie zustimmend, "weil wir eine Repertoire-Truppe waren. Wir waren Schauspieler, fast alle kamen vom Theater, und wir hatten alle was drauf. Wir könnten auch in einem Film gut rauskommen."

Dennoch ist sie nicht optimistisch, was die Chancen dafür betrifft. "Der Punkt ist, ob ich daran glaube, dass ein DS9-Kinofilm gedreht wird. Nein, ich glaube es nicht. Vielleicht dockt mal jemand auf dem Weg zu einer Schlacht oder so an Deep Space Nine an, und ich komme dann und serviere ihm einen Raktajino, aber das ist auch schon alles."

Nun, obwohl kein Kinofilm in Sicht ist, läuft DS9 weiter mittels eines Computerspiels, Comicheften und einer fortführenden Taschenbuchserie, die nächstes Jahr in den Handel kommt. Nana ist froh, dass die Serie weiterlebt. "Ich denke, es ist ein beeindruckendes Phänomen, eins, das ich nicht erwartet hatte", erklärt sie erfreut. "Das Leben dieser Show geht weiter und weiter, und ich finde es fantastisch. Ich wüsste nicht, was wohl eher mein Beitrag zu dieser Serie sein sollte, als der, dass die Leute noch Jahre danach mit ihr mitleben. Das ist sehr befriedigend. Es war kein Job, zu dem man schon mit der Einstellung hingeht 'Oh Gott, ich muss mir das jetzt für die nächsten paar verdammten Jahre ansehen!' Ich bin stolz darauf. Sehr stolz sogar!"

(ru, rk - 09.08.10 - Quelle: Jason.con.ca)

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