Marvin Luchs (ml)
25.09.00
Auberjonois vermisst DS9
Ein Rückblick auf die Zeit als lebendes Gelee
Christoph von Guaita vom "Offiziellen 'Star Trek' Magazin" hatte die Gelegenheit, ein Kurzinterview mit René Auberjonois zu führen, dem Darsteller des Odo aus "Star Trek: Deep Space Nine". In dem Interview geht es vor allem um Auberjonois' Gedanken zum Ende von DS9 und über den Fernsehfilm "Geppetto".
Das Interview mit René Auberjonios wurde mit freundlicher Genehmigung der Miracle Images Verlags GmbH aus der aktuellen Ausgabe des "Offiziellen 'Star Trek' Magazins" Nr. 11 entnommen. Erweitere Informationen zum Magazin gibt es auf der Miracle Images Homepage.
Sieben Jahre trat er als Gestaltwandler Odo im "Star Trek"-Spin-off "Star Trek: Deep Space Nine" auf, der zu einer der beliebtesten Figuren im ganzen "Star Trek"-Universum gehört. Nachdem die Serie im letzten Jahr zu Ende ging und Odo zu seinem Volk, den Wechselbälgern, zurückgekehrt ist, widmet sich René Auberjonois nun neuen Aufgaben und wirft im Interview einen Blick auf seine Zeit als lebendes Gelee zurück.
Star Trek Magazin: Waren Sie mit dem Ausgang von "Star Trek: Deep Space Nine" zufrieden?
 |
Liebespaar: Odo und Kira |
René Auberjonios: Ja, ich fand, es war ein gutes Ende. Insbesondere, was meinen Charakter betrifft. In Bezug auf ihn war es das einzig richtige Ende und es war unvermeidlich, denke ich.
Star Trek Magazin: Armin Shimerman erwähnte letztes Jahr, dass er sehr unzufrieden über die fehlende Entwicklung der Beziehung zwischen Quark und Odo war. Wie sehen Sie das?
Auberjonios: Ich glaube nicht, dass Armin wirklich unzufrieden mit dem Verhältnis zwischen Quark und Odo war. Er hatte wohl nur das Gefühl, der Beziehung sei nicht genügend Zeit gewidmet worden und hätte sich gewünscht, dass sie vollständiger entwickelt worden wäre. Aber in einer Ensemble-Serie entwickeln die Autoren eben Interesse für bestimmte Geschichten. Und in diesem Fall waren sie wohl mehr daran interessiert, über Odo und Kira als über Odo und Quark zu schreiben. Ira Behr, der sehr viele der Drehbücher schrieb, hatte zum Beispiel auch großes Interesse an der Beziehung zwischen Dr. Bashir und O'Brien und konzentrierte sich sehr darauf.
Star Trek Magazin: Wenn wir schon von Odo und Kira sprechen: Wie hat Ihnen eigentlich die Episode "Auf seine Art" gefallen?
Auberjonios: Es war recht schwierig, diese Folge zu drehen. Nana Visitor und ich sind sehr gute Freunde, aber wir sind mit Sicherheit kein Liebespaar! Manchmal ist es schwieriger, eine Liebesszene mit jemandem zu spielen, mit dem man befreundet ist, als mit einem Fremden. Bei jemandem, den man nicht kennt, steht einfach keine Verbindung. Andererseits war es wunderbar, mit James Darren zu spielen und auch mit Nana hat es sehr großen Spaß gemacht, Schließlich ist sie eine großartige Schauspielerin und eine unglaublich attraktive Frau.
Star Trek Magazin: Zu einem ganz anderen Thema: Ihre Maske ist im Lauf der Zeit immer besser geworden...
Auberjonios: Das stimmt. Aber zuerst muss man einmal erwähnen, was für großartige Arbeit die Make-up-Crew mit meiner Maske geleistet hat. Sie ist vielleicht nicht so spektakulär, wie die von manch anderem Charakter, aber dafür ist sie um einiges schwieriger anzubringen. Das Problem bestand darin, dass Odo eben gerade nicht so viele Auswuchtungen, Beulen, Rillen oder ähnliches im Gesicht hatte, womit man die Nähte und Ansatzpunkte hätte verstecken können. Deswegen musste hier immer sehr exakt gearbeitet werden. Aber es stimmt: Zu Beginn der Serie sieht man ab und zu noch, dass die Maske nicht ganz so perfekt geraten ist, aber mit der Zeit wurde sie immer besser.
 |
René Auberjonois |
Star Trek Magazin: Hatten Sie eigentlich nie Angst, Ihre Haut könnte durch die Maske Schaden nehmen?
Auberjonios: Nein, die Gefahr bestand bei mir nicht. Ich verkörpere ohnehin eher den Typus des etwas ledrigen Schauspielers, deswegen musste ich mir da wirklich nie Sorgen machen...
Star Trek Magazin: Was können Sie zu Ihrer Rolle im kürzlich abgedrehten Fernsehfilm "Geppetto" erzählen?
Auberjonios: Ich habe für diesen Film mit Brent Spiner zusammengearbeitet. Es hat großen Spaß gemacht. Meine Rolle ist die des Professor Bonraggazzo. Er ist ein leicht verrückter Erfinder, dessen neustes Werk eine riesige Maschine ist, die perfekte Kinder hervorbringt. Als Geppetto auf der Suche nach Pinocchio bei ihm vorbeikommt, bietet der Professor ihm an, ein neues Kind zu erschaffen, was Geppetto allerdings dankend ablehnt.
Star Trek Magazin: Noch einmal zurück zu "Star Trek: Deep Space Nine". Werden Sie die Serie vermissen?
Auberjonios: Mit Sicherheit! Es waren sieben wundervolle Jahre und ich werde sowohl die Serie als auch meine Kollegen sehr vermissen. Aber als es vorbei war, habe ich mich trotz aller Trauer auch darauf gefreut, etwas Neues zu machen. Ich bin eben Schauspieler und es ist mein Beruf, immer neue Rollen zu verkörpern. Und das ist schließlich auch das Schöne an diesem Beruf.
(ml - 19.11.10 - Quelle: "Offizielles 'Star Trek' Magazin")
Weiterführende Links