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Alexandra Rimpler (re) Billingsley und das Ende der Welt Der Schauspieler über "Star Trek XI", "True Blood" und "2012" John Billingsley, Dr. Phlox in "Star Trek: Enterprise", war danach in Alan Balls beliebter Serie "True Blood" zu sehen und spielte in der siebten Staffel von "24". Außerdem widmete er sich der Kinoleinwand als Professor West in Roland Emmerichs Hit "2012". Moviehole traf den Schauspieler zum Interview. Frage: Zunächst einmal: Wie hat Ihnen der neue "Star Trek"-Film gefallen?
Ich persönlich wäre dafür, in Trek-Ville für alle Zeitreisegeschichten ein Stopp zu verhängen: Ich habe die Nase gestrichen voll davon, dass die Charaktere sich selbst oder ihre lange verstorbenen Mütter et cetera, et cetera, treffen. Nun ja, falls J.J. Abrams dies lesen sollte: Nimm' es nicht persönlich, J.J., alles vergeben und vergessen, und denkst du nicht, dass du demnächst mal einen Denobulaner zu dem Mix hinzufügen könntest? Frage: Ha. Nun, sicherlich vermissen Sie "Enterprise", aber im Moment sehen wir Sie bei "True Blood". Ihnen mangelt es anscheinend nie an Arbeit, oder kommt uns das nur so vor? Billingsley: Nun ja, wenn Sie das vor ein paar Monaten gesagt hätten, hätte ich Ihnen vielleicht (gemäßigt) zugestimmt, aber im Moment bin ich tatsächlich komplett von allem ausgeschlossen, es gab kein einziges Vorsprechen, geschweige denn ein Engagement. Unsere Industrie befindet sich in einem echten Umbruch: Die großen Gesellschaften, denen die Film- und Fernsehstudios gehören, haben massive Kosteneinsparungen angeordnet, was zum einen zur Folge hat, dass weniger Filme gedreht werden. Und die Finanzierung für Independent-Filme ist komplett ausgetrocknet. Beim Fernsehen hat der Mangel an Werbung dazu geführt, dass bei vielen Serien die Budgets drastisch zusammengestrichen wurden - das hat zum Beispiel zur Folge, dass die Besetzungen kleiner werden. Dies folgt nun auf acht Jahre Reality-TV in den Programmen, dass die Gelegenheiten für Schauspieler nach manchen Berechnungen um 20 bis 30 Prozent reduziert hat. All diese Faktoren, verbunden mit der allgemeinen Unsicherheit über die Zukunft der Tantiemen - denn die Sendungen werden zum Teil über das Internet verfügbar, DVD-Verkäufe gehen stark zurück und so weiter - haben namhafte Schauspieler dazu gebracht, ihre Ansprüche herunterzuschrauben und Engagements anzunehmen, die sie noch vor einigen Jahren nie in Erwägung gezogen hätten. Alles in allem bedeutet das, dass alle, die auf der Karriereleiter stehen, in ziemlich heftiger Weise ein paar Stufen hinunter geschubst werden - im besten Fall - oder sogar ganz von der Leiter fallen, wenn sie nicht die finanziellen Mittel haben, um ihre Karriere weiter voranzutreiben. Frage: Das habe ich schon von vielen Schauspielern gehört - es wird immer härter da draußen.
Wir werden sehen, ob sich die Lage im Laufe der nächsten sechs Monate ändern wird - in der Zwischenzeit besuchen wir ein paar Conventions mehr als bisher, was sicher Spaß machen wird (unter anderem in Neuseeland im Frühjahr und in Australien im Herbst, das ist jedenfalls der aktuelle Stand). Außerdem arbeiten wir zusammen mit einem Freund an einem Filmprojekt, das wir hoffentlich im Frühjahr zur Vollendung bringen werden - eine schwarze Komödie über ein Ehepaar im mittleren Alter, das eine Pension für Möchtegern-Selbstmörder betreibt. Das heißt, falls wir die Geldmittel auftreiben können... Kumpel, hast du vielleicht zehn Riesen übrig...? Frage: Das wollte ich Sie auch gerade fragen, John. Sprechen wir jetzt also mal über Filme, die von Leuten gemacht werden, die das Geld zu Verfügung hatten ... "2012". Wie haben Sie die Rolle bekommen? Ist Emmerich ein heimlicher "Enterprise"-Fan? Billingsley: Nein, "Star Trek" hatte damit nichts zu tun. Die Casting-Directors, April Webster und Scott David, haben mich schon immer sehr unterstützt. Sie haben arrangiert, dass ich vor Roland und seinem Team vorsprechen konnte. Keiner der Stars nahm an diesem Casting teil, was häufiger der Fall ist. Manchmal sind die Rollen bereits mit namhaften Schauspielern besetzt, aber während verschiedener Phasen des Prozesses lassen sie andere Schauspieler für diese Rollen vorsprechen, weil die großen Stars plötzlich nicht mehr verfügbar sind. Ich habe Oliver Platts Rolle gelesen, und es hat ihnen gefallen, also haben sie mich danach für die Rolle vorsprechen lassen, die ich dann letztendlich bekommen habe. Frage: Mussten Sie eigentlich hauptsächlich vor einem grünen Bildschirm schauspielern? Und wenn ja, wie schwierig ist das? Billingsley: Ja, zum Teil mussten wir vor dem grünen Schirm spielen, womit ich aber schon vertraut war. Allerdings war das ein 175-Millionen-Dollar-Film, die Sets waren unglaublich und sehr detailliert, und man bekam ein sehr ausgeprägtes Gefühl für die gesamte Regiearbeit durch die Hunderte von Komparsen, das detaillierte künstlerische Design et cetera, et cetera. Schwieriger war es tatsächlich, das technische Blabla - die tektonischen Platten und was nicht alles - mit den erforderlichen Emotionen zu füllen. Ich habe den Film nicht gesehen, weil Filme, in denen es hauptsächlich um Spezialeffekte geht, ehrlich gesagt nicht so mein Ding sind.
Billingsley: Ich habe den Film nicht gesehen. Daher kann ich Ihnen das nicht wirklich sagen. Ich habe allerdings in einer Szene einen kleinen Streich gespielt, während Thandie (Newton) und Chewitel (Ejiofor) über ihre relativ unspektakulären romantischen Vergangenheiten sprechen - auf einem Transportflugzeug, das uns von Ort X zu Ort Y bringen soll - und falls die Verantwortlichen oder die für die DVD-Extras zuständigen Leute den Schalk im Nacken haben, nehmen sie diesem Clip vielleicht mit rein. Es gab an dem Tag damals großes Gelächter, aber ich weiß nicht, ob ich euch schon so viel verraten sollte... Frage: Lieber nicht ... es würde sofort bei Twitter zu lesen sein. Öffnet Ihnen ein solcher Film nun viele Türen? Immerhin haben Sie darin eine ziemlich große Rolle! Billingsley: Nun, das bezweifle ich. Die Filmindustrie ist wirklich so stark im Umbruch, und da stehen noch so viele große Namen vor mir in der Schlange, die miteinander um Rollen konkurrieren, über die sie noch vor einigen Jahren die Nase gerümpft hätten... Zumal der Film, obwohl er sicher ein Kinoerfolg ist, stark kritisiert wird. Insofern bin ich nicht sicher, ob dem ein so guter Geruch anhaftet. Meine Agenten behaupten alle das Gegenteil, aber es ist ja auch ihre Aufgabe, das massive Verstreuen von Feenstaub zu betreiben und zu fördern... Ich bin Realist, vielleicht sogar ein Zyniker. Ich hatte "Möglichkeiten" in der Vergangenheit - "Oooh, dies wird dir Türen öffnen!" - und nichts ist hindurch gekommen. Es ist furchtbar schwierig, Zugkraft zu entwickeln, wenn du ein pummeliger, Brille tragender 50-jähriger Charakterdarsteller bist. Frage: Das ist hart. (lacht) Glauben Sie an diesen "Weltuntergang im Jahr 2012"-Kram? Billingsley: Nein, aber ich glaube tatsächlich, dass die globale Erderwärmung echt ist, und dass wir vermutlich einen Tag zu spät dran sind und einen Dollar zu wenig übrig haben, und zwar in Bezug auf einige verdammt angsteinflößende Möglichkeiten, denen Einhalt geboten werden müsste - massive Überflutungen = massive Verwerfungen = Krankheit, Verzweiflung, Tod und Zorn = politischer Umbruch und Krieg. Außerdem glaube ich an das "Ende des Öls" - darüber sind schon viele Bücher geschrieben worden. Je nachdem, welchen Standpunkt Sie vertreten - ob wir eher früher oder eher später dazu gezwungen sein werden, uns alternativen Methoden der Energieerzeugung zuzuwenden - falls das überhaupt möglich ist, sollte ich wohl hinzufügen - könnten uns einige ziemlich schwierige Jahre bevorstehen...
Traurig ist, dass ich in einem Land lebe, in dem troglodytische Republikaner glauben, dass man sich in alte Zeiten zurückwünschen kann - sagen wir, ins 19. Jahrhundert - wenn man sich nur sehr stark konzentriert. Ich fürchte, dass deren "Wir wissen von nichts"-Verschleppungstaktik - wenn man bedenkt, dass die USA eine weltweite Führungsrolle beim Umweltschutz einnehmen - die Zukunft ziemlich erbärmlich machen wird. Im Grunde haben sie das schon, wenn man sich die Perfidie der finanziellen Deregulierung ansieht. Herzlichen Dank, lieber Präsident Reagan, Phil Graham, Newt Gingrich et cetera - natürlich sind die Demokraten auch nicht aus dem Schneider, die waren doch seit vielen, vielen Jahren nichts als willensschwache und feige Vertreter der Oberschicht - seufz. Sehen Sie, was Sie da angefangen haben... Frage: Womit beschäftigen Sie sich als Nächstes ... abgesehen davon, dass Sie über die Politiker herfallen? Billingsley: Im Moment heißt das: Was lese ich als Nächstes. Ich habe gerade "Klein Dorrit" von Charles Dickens beendet, außerdem Michael Chabons ersten Roman "Die Geheimnisse von Pittsburgh" - kann ich leider nicht empfehlen, obwohl seine späteren Werke fabelhaft sind - "The Great Rehearsal", ein großartiges Buch von Carl Van Doren aus dem Jahr 1948 über die Entstehung der amerikanischen Verfassung im Jahre 1787 und "Der Vorleser" von Bernhard Schlink, ein wunderbares Buch und in vielerlei Hinsicht viel bewegender als der Film. Im Moment bin ich gerade zur Hälfte fertig mit "Confederates in the Attic" von Tony Horwitz, ein großartiges, lustiges und auch etwas erschreckendes Buch über eine Bewegung in den USA, die den "Bürgerkrieg in unseren Erinnerungen am Leben erhalten will". Danach mache ich dann weiter mit "A Civil Action" von Jonathan Harr, "Pudd'nhead Wilson" von Mark Twain und einem frühen Roman von Anne Tyler, "A Slipping-Down Life". Wir engagieren uns außerdem für das Aids Service Center, Bonnie werkelt im Garten herum, wir lieben unsere Katzen, gehen mit Freunden zum Essen und führen ein ziemlich ruhiges und beschauliches Leben. Abgesehen natürlich von den Wochenenden, an denen ich mich mit meiner Motorradgang auf den Weg mache... Der letzte Teil war ein Scherz! Ausführliche Interviewübersetzungen wie diese finden Sie jedes Wochenende in unserem Newsletter "TrekZone Weekend". Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen. (re - 06.02.10 - Quelle: Moviehole.net) Weiterführende Links
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