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Tracy Gilliland (gi), Stephan Mark (sm) Phlox ist mehr als nur der Clown John Billingsley ergründet die Tiefen seiner Rolle Die offizielle Homepage von John Billingsley hat ein Interview des Schauspielers mit "Star Trek: The Magazine" veröffentlicht. Es hat eine Weile gedauert, bis wir etwas über den Arzt an Bord der Enterprise erfahren durften, aber John Billingsley hatte bereits ein paar Ideen. "Ich habe eine Hintergrundgeschichte für ihn, aber um ehrlich zu sein, muss ich diese Hintergrundgeschichte jedesmal ein wenig verändern, wenn ich neue Informationshäppchen bekomme! Ich habe schon aufgehört darüber zu sprechen, wie ich ihn und seine Spezies verstehe, weil ich schon das Gefühl habe, dass [die Drehbuchautoren] mir immer genau widersprechen. Aber ich denke, dass sich bereits eine bestimmte Richtung abzeichnet, und ich glaube, dass dieser Kerl eine Besonderheit und Individualität an den Tag legt, die ihn als einzigartig auszeichnen, und das ist bedeutsam. Zurückgezogene Spezies
Der Erste von Vielen Neben Johns Interesse, die Hintergrundgeschichte seines Charakters zu spinnen, ist die Crew der Enterprise in der befreienden Position, nicht in das existierende "Star Trek"-Universum hineinpassen zu müssen. "Das Schöne an unserer Serie, ist, dass sie uns Folgendes gesagt haben: 'Bitte macht euch keine Sorgen um die Hintergrundgeschichte; die Sache ist nämlich die, dass ihr die Hintergrundgeschichte seid!'" Aber obwohl er die anderen Serien nicht aufarbeiten musste, versucht John, die Lücken zu füllen. "Ich war natürlich ein wenig vertraut mit "Star Trek"; Ich hatte als Kind die Classic-Serie gesehen - ich bin wohl so um die sechs oder sieben gewesen als die Serie seine Premiere gefeiert hat, und ich habe es geliebt - und ich habe als Teenager die Wiederholungen gesehen. Ich hatte auch "The Next Generation" gesehen, aber als "Deep Space Nine" seine Premiere feierte, fand ich die Hintergrundgeschichte so kompliziert, dass man sich am Kopf kratzen musste, wenn man zwischendurch eine Woche lang nicht geguckt hatte. Also bin ich irgendwie vom Wagen gefallen und habe den Anschluss nicht wieder gekriegt, aber zum Glück hat Paramount eine Videokassettensammlung! Ich bin noch nicht mit der gesamten Mythologie vertraut. Es hat ein paar Monate konzentriertes Gucken gekostet, aber ich glaube, dass ich jetzt zumindest alle Charaktere kenne." Wir haben Dr. Phlox bisher meist mit sehr guter Laune erlebt und obwohl John seinen Optimismus und gelegentlichen Humor willkommen heißt, wäre er sehr daran interessiert, dass der Doktor keine zu komische Figur würde. Er ist sich auch bewusst, dass manche Leute eine Ähnlichkeit zwischen seinem Charakter und Neelix in "Star Trek: Voyager" bemerkt haben. "Ich hatte Leute über diesen Neelix reden hören und ich wusste gar nicht, was sie meinten, aber jetzt, wo ich die Serie gesehen habe, fange ich an zu verstehen, dass sie darüber geredet haben, ob mein Charakter als Comedy-Anteil herhalten muss. Ich glaube, dass Ethan Phillips wunderbare Dinge mit seinem Charakter gemacht hat und ich wollte damit nicht sagen, dass ich glaube, Neelix wäre nur wegen der Comedy benutzt worden, aber es schien manchmal so, als wären sie in die Falle gegangen, sich darauf auszuruhen und ihn nur dafür zu benutzen, und ich möchte nicht, dass mir das passiert. Intelligenter Humor "Ich mag es, dass der Humor von Phlox eher von seiner Intelligenz und seiner Neugierde herruht, als von einer tumben Naivität. Eines der schwierigen Sachen bei einer solchen Figur, die einer Art Fisch außerhalb des Wassers ist, ist, dass dieser Umstand alleine schon für Humor sorgt. Aber diese Figur ist im Geringsten ein Wichtigtuer; er ist ein Genie. Der Humor kommt davon, dass er schlagfertig ist und einen wundervollen Geist hat.
John erkennt, dass die anderen Schauspieler auch ihre komödiantischen Momente hatten und er sagt, dass die erste Staffel von "Enterprise" eine Rückkehr zur gelockerten Aussicht ist, die ein populärer Aspekt der Original-Serie gewesen ist. "Ich glaube, dass es ihnen gelungen ist, jedem einen interessanten und spezifischen Humor zu geben. Aber eines der schwierigsten Dinge im Fernsehen ist es, etwas genau beizubehalten, weil mit jeder Episode neue Drehbuchautoren kommen, die alle ihren eigenen Humor haben. Dem eigenen Humor einer bestimmten Figur treu zu bleiben ist eines der schwierigsten Dinge für die Autoren. Jemandem fällt ein witziger Gag ein und sie sagen 'Lasst uns das in so-und-sos Mund legen!' und das verfälscht eine ehrliche Charakterisierung. Man muss die einzigartige Weltanschauungsweise einer Figur begreifen und es dementsprechend schreiben. Aber im Großen und Ganzen hat die Serie den Humor beim Erforschen wiedereingeführt; es ist halt nicht so, dass sie immer genau wissen, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben und sie treffen auch nicht immer zu die richtigen Entscheidungen. "Ich glaube auch, dass dieser Weg deswegen eingeschlagen wurde, um Leute anzusprechen, die nie besonders enthusiastisch in Sachen "Star Trek" gewesen sind, weil sie glaubten, sie müssten 35 Jahre "Star Trek"-Geschichte kennen, um Anschluss zu finden. Und sie erkennen, dass die Original-Serie eine Art Dreiecks-Beziehung hatte im Mittelpunkt der Serie, zwischen Kirk, Spock und McCoy, und sie versuchen das zu kopieren mit dem Captain (Archer), T'Pol und Trip, und das haben sie erfolgreich hinbekommen." Obwohl diese Dreisamkeit der Mittelpunkt ist, werden auch Phlox und die anderen Figuren langsam lebendig; "Lieber Doktor" war ein willkommender Auftrieb für John und hat einige interessante Einsichten in die denobulanische Welt ermöglicht, mit der Entdeckung, dass Phlox selbst drei Ehefrauen hat und die Andeutungen, dass denobulanisches Umwerben und die Paarung außerordentliche Prozeduren darstellen. "Es war toll, diese Episode zu haben. Es war bisher die einzige, die mich überhaupt ins Spiel gebracht hat und die meiste Zeit, obwohl ich viel Spaß habe und die Leute einfach fantastisch sind, wird meine Figur in den Episoden kaum behandelt. Aber in dieser Serie hat der Arzt von vornherein mehr Tiefe bekommen und ich war sehr glücklich darüber, dass sie sich in diese Richtung bewegen. Es ist unmöglich, das Interesse für diese Figur beizubehalten, wenn er lediglich ein Kerl ist, der immer nur lustig drauf ist. "Ich fand es sehr hilfreich, für sieben konzentrierte Tage die Kleidung zu tragen und so zu reden und zu gehen wir Phlox. Seitdem habe ich nicht die Gelegenheit bekommen, sehr viel mehr zu machen und es nicht so, als fühle ich keine Verbindung zu ihm, aber die meisten Szenen, die ich bisher gemacht habe, waren sehr kurz und nicht besonders gehaltvoll. Also ist es schwierig zu sagen, dass momentan Dinge passieren, die es mir erlauben, ihn weiter kennenzulernen. Aber ich muss Letzteres ein wenig mäßigen, denn so ist es nun mal und die Serie wird definitiv durch die drei Hauptcharaktere vorangetrieben." John wurde nicht viel über der Rolle offenbart, bevor er sie annahm. "Das Einzige was ich über Phlox wusste, war, dass er irgendeine besondere außerirdische Aussprache haben sollte, was einem zu überlegen gibt. Was zum Teufel ist das?! Es war offensichtlich von den Textseiten, die sie mir gaben - man bekommt nicht das gesamte Drehbuch; nur die Szenen, mit denen man vorsprechen soll - dass er ein ziemlich heiterer und spontaner Kerl ist, also ist das genau das, was ich herüberbringen wollte. Dann hatte ich es mit dem Akzent versucht. Ich hatte angenommen, er sei ein Genie und dass er sicher schnell Sprachen lernen würde und dass er die Sprache sicher mit Dialekt-Kassetten erlernt hatte, die zu einer sehr ordentlichen, mittel-atlantischen Aussprache geführt hätten. Also habe ich es sehr hochklassig klingen lassen - und meine Stimme kann so klingen, also war es nicht allzu schwierig - und dann habe ich periodisch bestimmte Sätze mit einem Vogelkreischen beendet. Ich hatte mir es so gedacht, dass er auf seinem Heimatplaneten wie ein Vogel klingen würde!" Schmerzloses Vorsprechen
Die Sicherheit einer so langlebigen TV-Serie war eine verlockende Aussicht für John, auch wenn das bedeutet, dass er in den nächsten paar Jahren nicht mehr in der Lage sein wird, nebenbei viel zu machen. "Ich hatte deswegen ein wenig Bedenken, aber ich war viele Jahre Theaterschauspieler und obwohl man sich auch damit seinen Lebensunterhalt verdienen kann, ist es nicht sehr sicher. Als ich dann hier runterkam, fand ich die Idee sehr verlockend, dass ich damit aus allen finanziellen Unsicherheiten herauskommen würde. Ich mag die Serie, ich liebe die Leute und ich denke, dass meine Rolle großartig ist. Aber selbst wenn es nicht so gewesen wäre, hätte ich die Aussicht für sieben Jahre abgesichert zu sein und so alles tun zu können, was ich wollte, und zwar viele Wünsche erfüllen und nicht nur die Grundbedürfnisse, nicht ablehnen können." Geringe Arbeitsbelastung Da Phlox nicht gerade der Hauptbestandteil der Serie ist, bleibt John auch etwas Freizeit zwischen den Dreharbeiten. "Ich machte mir etwas Sorgen wegen der Arbeitsbelastung. Ich hatte an einer der kurzlebigen Serie 'The Others' mitgewirkt und obwohl ich nicht ständig zum Einsatz kam, war der Drehplan sehr stressig und darum erwartete ich, dass es bei dieser Serie noch stressiger würde. Es ist ironisch, dass es sich das Problem als das Gegenteil erwiesen hat, nämlich was anzufangen mit der ganzen Freizeit. Das hatte ich nicht erwartet." "Jeder auf dem Set beneidet mich. Ich schneie rein, dreh meinen kurzen Beitrag und kann dann nach Hause gehen. Das ist nicht sehr beschwerlich. Zurzeit mache ich einige Episoden bei 'NYPD Blue' und dort war man so freundlich genug, den Drehplan nach mir anzupassen. Allgemein gesagt ist es wirklich nicht einfach, etwas anderes zu machen, wenn man an eine Serie gebunden ist, aber ich bin gerade dabei rauszufinden, was es denn für Hobbys gibt!" Problemlose Prothesen Sogar das Make-up hat sich nicht als zu beschwerlich erwiesen. "Ich muss zwei Stunden früher als die anderen da sein, meine Vorbereitungszeit für das Make-up beginnt zwei Stunden vor den eigentlichen Proben. Wenn ich das täglich machen muss, dann kann der Tag schon mal lang werden, aber das Make-up an sich ist kein wirkliches Problem. Ich habe keine Hautirritationen und weil ich selbst Kontaktlinsenträger bin, machen mir auch die Phlox-Linsen keine Umstände. Und das Make-up bedeckt nicht meine Nase oder meinen Mund und es ist keine Ganzkopfmaske, so dass ich atmen kann. Es gibt auch ein ganz kleines Haarstück, das mein eigenes Haar besser betont. Es ist eigentlich so einfach, wie es nur sein kann." John sah einige Schauspielerkollegen in weitaus unangenehmeren Prothesen während der Arbeiten an der Folge "Raumpiraten", als vier Ferengi das Schiff übernehmen. "Ich beneide sie wirklich nicht. Das war eine wirklich ein umständliches Make-up, mit dem sie es zu tun hatten." Nächstes Jahr, so freut sich John, werden wir mehr über Phlox herausfinden und er wird etwas mehr mit den anderen Charakteren interagieren. "Ich würde es gerne sehen, wenn wir ein besseres Verständnis dafür erhalten würden, wie Phlox von der Tatsache beeinflusst wird, dass er von seiner eigenen Rasse getrennt ist und warum das überhaupt so ist. Damit würde ein besseres Verständnis für die Dreidimensionalität der Figur geschaffen und würde auch eine Vertiefung der Beziehungen ermöglichen. Im Moment, so denke ich, ist meine Figur eigentlich eine Art Mentor für einige der Figuren, aber dieser Aspekt wurde nie tiefergehend erforscht, es gab nur eine Handvoll Beispiele mit Hoshi und T'Pol, glaube ich. Ich würde es sehr schätzen, mehr über die Streitgespräche die den Captain und mich betreffen, sehen zu können, so wie das in der Episode 'Lieber Doktor' angedeutet wurde. Keine Spannungen, aber eine Darstellung darüber, wie unsere Ansichten zu Missionen in einigen Aspekten verschieden sein können. Vielleicht könnte man ihre Beziehung etwas komplizierter gestalten." "Auch habe ich manchmal das Gefühl, dass die anderen Charaktere so eine Art 'Ist er nicht süß?'-Gefühl für mich haben. Und in einem gewissen Ausmaß kann man dem nur entgegenwirken, indem man ein besseres Gespür dafür erhält, für was der Junge wirklich kämpft. Und das muss auch mit meiner Hintergrundgeschichte zusammenhängen. Ich denke mal, es fällt einem schwieriger über die Hintergrundgeschichte eines außerirdischen Charakters zu reden, weil dadurch auch ein besseres Allgemeinverständnis erforderlich wird, aber solange man das nicht macht, ist die Figur eigentlich nichtssagend und das macht es auch schwerer, Beziehungen mit den anderen Figur zu führen." Eine sinnliche Seite
Wie Hoshi ihm das auch gesagt hat, wäre es gut für die Figur des Phlox wenn er öfters aus der Krankenstation rauskommen würde. John stimmt dem zu: "Es wäre einfach wunderbar, wenn er auch mal auf die Planetenoberfläche mitkommen dürfte. Ich denke, er hat sehr viel zu bieten in Sachen 'Hey, wir treffen zum ersten Mal eine andere Spezies und wir sollten überlegen, was wir aus dem ersten Kontakt machen.' Ich denke, er hat mehr zu bieten, als man ihm eingestehen will." John ist auch sehr darauf erpicht, die Beziehung zu Crewman Cutler zu vertiefen. "Es würde mich glücklich machen, wenn das weitergehen würde, wenn Kellie [Waymire, die Schauspielerin] zur Verfügung stehen würde. Ich halte sie für eine ausgezeichnete Schauspielerin und es macht viel Spaß, mit ihr zu arbeiten. Und ich würde auch gerne sehen, wie meine Frau Bonita alle meine drei denobulanischen Ehefrauen spielen würde. Alle Frauen auf Denobula sollten wie Bonnie aussehen, dann könnte sie die ganze weibliche Bevölkerung dieser Rasse spielen!" John war auch begierig darauf, seine Ansichten über seinen Charakter mit dem Ausführenden Produzenten Brannon Braga zu diskutieren. "Es mag sein, dass es in der ersten Staffel besser ist, wenn man sich einfach zurücklehnt und der Entwicklung freien Lauf lässt, aber ich habe Brannon trotzdem neulich gefragt, ob ich mit ihm mal reden könne und einige Ideen vorstellen darf. Ich werde aber nicht - wie ich das schon in anderen Fällen gesehen habe - versuchen, denen meinen Willen aufzuzwingen. Ich weiß nicht, ob das, was ich vorhabe, auch diesen Leuten attraktiv erscheint. Aber ich bring zumindest eine neue Perspektive und neue Ansichten an den Tisch, so werde ich das sicher durchziehen." Eine befriedigende Arbeit "Wenn es dann heißt: 'Nein danke, wir haben da unsere eigenen Pläne.', dann geht das für mich absolut in Ordnung. Als Schauspieler würde ich natürlich gern mehr machen, aber auch wenn es sich nicht besser entwickelt, so habe ich immer noch ein Traumleben. Ich habe die Chance erhalten, mit etwas Geld zu verdienen, das ich gerne mache und ich habe ein wunderbares Privatleben. Was auch immer ich spielen muss, ich werde es mit einem Lächeln tun, denn ich habe zu viele Jahre in einem Kleintheater geschuftet, wo man seinen Umkleideraum mit anderen und einer kaputten Toilette teilen muss, um jetzt wegen irgendetwas verstimmt zu sein." (gi, sm - 20.08.08 - Quelle: JohnBillingsley.net) Weiterführende Links
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