Marvin Luchs (ml)
28.09.02
Linda Parks persönliche Reise
Linda Park über Staffel 1 und ihre Zeit vor "Enterprise"
Im Rahmen der "Making Enterprise"-Rubrik der offiziellen "Star Trek"-Website spricht Linda Park alias Hoshi Sato über ihre Rolle in der neuen Serie und über ihre Vergangenheit.
Geboren im koreanischen Seoul, aufgewachsen in San Jose, Kalifornien, kennt Linda Park keine Zeit, in der sie noch keine Schauspielerin war. "Ich stand bereits als kleines Kind auf der Bühne - meine erste Aufführung war im öffentlichen Theater mit 'The Phantom Tollbooth', in der ich die Prinzessin Rhyme spielte. Außerdem habe ich in meiner Jugend auch Musicals und was weiß ich nicht alles mitgemacht. Ich wusste nur, dass ich es tat und dass es mir Spaß machte. Ich habe auch nie in Erwägung gezogen, damit aufzuhören."
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 Linda Park als Kommunikationsoffizier Hoshi Sato |
Wie viele ihrer Cast-Mitglieder bei "Enterprise" schien Linda wie aus dem Nichts gekommen zu sein, als sie in die Crew der neusten "Star Trek"-Serie geholt wurde. "Die Leute sagen immer: 'Du bist erst seit einem Jahr in dem Business und so schnell aufgestiegen.' Aber für mich ist es so, als täte ich es schon immer." Bereits auf der High School war sie eine professionelle Bühnenschauspielerin und bekam in dem Stück "Arcadia" von Tom Stoppard zum ersten Mal eine Gage. "Es war großartig, weil ich in der Tech-Week nicht zur Schule musste", meint sie grinsend. Nach der High School studierte sie vier Jahre lang an der Boston University und bekam dort ihr BFA [Bakkalareus der Kunststudien] und arbeitete weiter für Geld auf der Bühne.
Anders als viele ihrer Freunde musste Linda damals nie einen anderen Job nehmen, um ihre Rechnung bezahlen zu können. Sie band sich nur einmal eine Kellnerschürze um, und auch nur weil sie es wollte. "Ich habe wirklich mal bei Chili's gearbeitet. In einem Sommer kam ich nach Hause zurück, es müsste nach meinem ersten College-Jahr gewesen sein", erinnert sie sich. "Ich musste meine Mutter wirklich überreden, mich arbeiten zu lassen, weil sie der Meinung war, dass ich mich nur auf die Schule und auf das, was ich machen wollte, konzentrieren solle." Sie ist noch heute dankbar für die große Unterstützung, die sie von ihrer Mutter bekam. "Sogar als ich nach L.A zog, sagte sie mir: 'Wenn du Schauspielerin werden willst, dann konzentriere dich auch aufs Schauspielern.' Außerdem half sie mir [finanziell] aus. Glücklicherweise bekam ich sehr schnell Arbeit, aber sie gab mir so lange Unterstützung, bis ich es geschafft hatte, und zwar viel."
Nach ihrem Abschluss verbrachte sie einige Zeit in New York und ging dann in guter Hoffnung nach Hollywood, um zu sehen, ob sie den Sprung von der Bühne vor die Kamera schaffte, egal ob fürs Kino oder fürs Fernsehen. Und als sie ihren ersten Job beim zweiten Vorsprechtermin bekam, zeigte sich, dass sich ihre Hoffnung gelohnt hatte. "Mein erster Vorsprechtermin war für 'Rush Hour 2' und mein zweiter für 'Jurassic Park III'. Und bei 'Jurassic Park III' erlebte ich meinen ersten Tag auf dem Set." Sie schaffte es mit einem Auftritt in "Popular" auch im Fernsehgeschäft Fuß zu fassen und spielte dort zufälligerweise zur selben Zeit mit wie Anthony Montgomery, ihr zukünftiger Kollege bei "Enterprise".
Und dann kam der Anruf für einen Vorsprechtermin für die neue "Star Trek"-Serie. "Als ich zum ersten Mal vorsprach, waren eine Menge anderer asiatischer Schauspielerinnen dabei und sie riefen mich an, um noch mal bei den Produzenten vorzusprechen, und da waren schon weitaus weniger asiatische Schauspielerinnen." Und dann wurde sie ein weiteres Mal für Probeaufnahmen angerufen. In der Regel befinden sich dann nur noch an die drei Kandidaten in der Auswahl ... man kann sich also ihre Überraschung vorstellen, als sie alleine vorspielen musste. "Ich stand ziemlich unter Druck, denn wenn ich es nicht schaffen würde, hieße das nicht, dass jemand Anderes besser sei, sondern dass ich einfach nicht gut war!" Aber sie war gut und nun ist ihr Name praktisch ein Synonym für Hoshi Sato.
Was machte sie zu so einer perfekten Wahl für Hoshi? "Wissen Sie, ich denke, Hoshi hat dieses gewisse Element in sich, sie ist stark, weiß, was sie will und lässt sich von niemandem etwas gefallen, sie hat etwas von einem Hitzkopf. Aber sie ist gleichzeitig auch noch sehr kindlich und verletzlich, und ich glaube, dieser Mix aus hart aber auch verletzlich sein ist etwas, was ich in meiner Jugend oft gefühlt habe. Ich hatte die Schule schnell hinter mich gebracht, war aber sehr ehrgeizig und wollte mich in Los Angeles beweisen. Ich denke, ich kann mich gut in sie hineinversetzen."
Die Tatsache, dass das Anhörungsdrehbuch linguistische Fertigkeiten von ihr verlangte, machte ihr nichts aus. "Es gab da eine Szene mit den Klingonen im Pilotfilm und der Regisseur vom Casting meinte: 'Okay, es kommt wirklich aus der Kehle, als hab keine Angst.' Wenn man vier Jahre lang zur Schauspielschule gegangen ist, geht man durch das ganze Register. Man lernt, wie man aus dem Bauch heraus bis in den Sinus spricht. Meine Vokalpartie ist also recht ausgedehnt." Sie ist öfters über Leute amüsiert, die sie auf die Szene aus dem Pilotfilm ansprechen, in der sie einigen Schülern eine außerirdische Sprache beibringt und dabei seltsame Stimmmodulationen benutzt. "Die Leute fragen immer: 'Wurde das mit dem Computer nachbearbeitet?' Und ich entgegne immer mit: 'Nein, das bin nur ich!'"
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 Park erwartet größere Abenteuerlust für Hoshi Sato |
Nun, nachdem sie bereits ein Jahr "Enterprise" hinter sich hat, freut Linda sich darauf, Hoshi als Charakter wachsen zu sehen. "Wenn man sie in '
Freund oder Feind' betrachtet, da ist sie nicht einmal sicher, ob sie überhaupt auf diese Mission gehört. Sie fühlt sich noch nicht richtig; sie fühlt sich, als wäre sie in der falschen Umgebung - sie ist eine Lehrerin, eine Akademikerin, nicht jemand, der im Weltraum sein und Außerirdischen begegnen müsste. Aber ich finde, gegen Ende der ersten Staffel sieht sie es positiv und ist zuversichtlich, dass Captain Archer damit richtig lag, dass sie die beste Person für den Job sei. Sie ist bereit, einen Großteil ihrer Sorgen und Ängste und ihre Abneigung gegen Vulkanier beiseite zu räumen. Sie meldet sich freiwillig für Außenmissionen und fühlt als ein Teil der Crew und als ein berechtigter Teil der Enterprise."
Während Hoshi also lernt, wie sie mit ihrer Rolle auf einem Raumschiff umgehen soll, wie geht Linda mit ihrer neuen Rolle im "Star Trek"-Fandom um? "Es ist überwältigend. Es ist überwältigend, so viele Menschen zu haben, die dich treffen wollen und so viele, die ein Autogramm von dir haben wollen. Es ist total verrückt für mich", meint sie bescheiden. "Ich finde nämlich nicht, dass ich irgendjemand Besonderes bin - warum sollte man also meine Unterschrift haben wollen?" Aber bei ihren bisherigen Convention-Auftritten haben sie und ihre Kollegen aus der Serie alles gegeben, um sicher zu stellen, dass jeder, der ihre Unterschrift haben will, sie auch bekommt, bis sie sogar fast ihren Flug nach Hause verpasst hatten.
"Man nimmt eine Menge Arbeit auf sich, aber es war ein großes Lob für uns. Das ist etwas, was ich meinen Enkel erzählen kann: Dass ihre Großmutter Teil der 'Star Trek'-Geschichte ist. Das ist schon etwas Besonderes, so etwas sagen zu können."
(ml - 20.08.08 - Quelle: StarTrek.com)
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