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Marvin Luchs (ml)14.07.01

Der erste Captain sein...

Scott Bakula über seine Rolle als Captain Archer

"Entertainment Tonight", das allabendliche Magazin von UPN, hatte die Gelegenheit, sich ausführlich mit dem Captain der neuen "Star Trek"-Serie zu unterhalten. Scott Bakula spricht unter anderem über das Technobabble von "Enterprise", über die Ähnlichkeiten des Schiffsinneren mit einem U-Boot, die neuen alten Raumanzüge oder auch über das Feedback der Fans zu seiner Verpflichtung als Hauptdarsteller der neuen Serie. Folgend das komplette Interview.

Entertainment Tonight: Sie übernehmen also das Kommando der Enterprise.

Scott Bakula: Ja, ich bin der erste Captain auf dem ersten Raumschiff, das in die unbekannten Weiten des Weltalls vorstößt.

Entertainment Tonight: Das müssen Sie uns erklären, da gab es doch schon einige vor Ihnen.

Bakula: Das stimmt. "Enterprise" spielt 150 Jahre in der Zukunft, von uns aus gesehen, also 2151, und 100 Jahre vor Kirk und Spock. Deshalb sind wir also die Ersten. Wir haben gerade erst herausbekommen, wie man das Antriebssystem benutzt und gehen nun zum ersten Mal auf Warpgeschwindigkeit.

Entertainment Tonight: Es gibt noch kein "Beam mich hoch, Scotty!", oder?

Scott Bakula als Captain Jonathan Archer
Bakula: Nein, das wird es nicht für mich geben, das glaube ich nicht. Es wird einige Überraschungen geben. Weil wir vor Kirk und Spock sind, wird es einige Hinweise zu Dingen geben, die man bereits vorher in der anderen Serie gesehen hat. Das wird unheimlich witzig werden und es wird einige Dinge geben, die nur Leute verstehen, die auch die anderen Serien gesehen haben, aber wir sind da immer noch am Überlegen. Man wird etwas sehen und denken: "Oh, sie tun das jetzt zum ersten Mal überhaupt, das erste Mal, dass ihnen so etwas überhaupt eingefallen ist." Es wird Situationen geben, die ziemlich witzig werden, aber nicht nur für Insider, auch für die neuen Fans.

Entertainment Tonight: Sind Sie ein Neuling in Sachen "Star Trek", oder haben Sie es früher auch schon gesehen?

Bakula: Ich habe es schon als Kind immer geguckt.

Entertainment Tonight: Wie lange ist das her? 30 Jahre, oder 35?

Bakula: Yeah, Kirk und Spock, das waren die 60er. Es ist eine ziemlich lange Zeit, und dann gibt es seit 21 Jahren die neuen Serien, seit "The Next Generation" angefangen hat.

Entertainment Tonight: Was denken Sie über dieses Erbe? Es ruht viel auf Ihren Schultern, oder?

Bakula: Sie riefen mich an und fragten: "Wollen Sie der erste Captain sein?". Ich weiß nicht, ob ich ja gesagt hätte, wenn sie gefragt hätten "Wollen Sie der nächste Captain sein, der...", in welchem Jahrhundert nach "Voyager" es auch immer gewesen wäre. Ich weiß nicht, ob ich das getan hätte, aber der aller erste Captain zu sein, schlägt einfach alles. Und das Script ist einfach fantastisch. Es ist anderen "Star Trek"-Drehbüchern und Pilotfilmen sehr unähnlich.

Entertainment Tonight: Die Serien vor Ihnen gingen alle drei immer über sieben Jahre. Werden Sie es so lange aushalten?

Bakula: Wissen Sie was, ich bin ziemlich abergläubisch, ich zähle nie etwas. Jeder sagt, "Oh, wie wirst du dich nach den sieben Jahren wohl fühlen?" und dann antworte ich immer "Nun, lasst uns mal den Pilotfilm machen und dann sehen wir, wie es mit den folgenden 13 Episoden aussieht und dann schauen wir weiter."

Entertainment Tonight: Es gibt viel Technobabble in Serien wie dieser. Glauben Sie, dass Sie damit klarkommen? Können Sie mir einige Beispiele nennen?

Bakula: Was sagte ich heute noch, als ich mich so schrecklich versprochen habe? (lacht) Es ist grauenhaft, du sagst Dinge wie "30 Millionen Kilometer pro Sekunde", denkst aber gar nicht drüber nach, was das eigentlich bedeutet. Das ist unsere Geschwindigkeit, und das muss man sich erst einmal klar machen. Wenn du es vier oder fünf Mal sagst, hat es gar keine Bedeutung mehr für dich. Heute hatten wir Probleme mit "untere Hüllenpanzerung" und "Luftschleuse" [Anmerkung des Übersetzers: "untere Hüllenpanzerung" und "Luftschleuse" heißen im Englischen "ventral plating" und "venting ports"]. Da sind wir heute drüber gestolpert. Sie wissen natürlich den Unterschied.

Entertainment Tonight: Nun, Sie sind nun mal Anfänger auf dem Gebiet. Wir von "Entertainment Tonight" reden andauernd über untere Hüllenpanzerungen. Deshalb, Neuling, kann ich verstehen, warum Sie diesen Fehler gemacht haben.

Bakula: Danke, Sie sind sehr rücksichtsvoll. (lacht)

Chefingenieur Tucker und Captain Archer
Entertainment Tonight: Wenn man sich hier so umguckt, sieht es alles viel fortschrittlicher aus als in den 60ern, obwohl Sie davor spielen.

Bakula: Es ist ziemlich kompliziert, da wir schon heute sehr viele Technologien besitzen. Aber wir mussten auch zurücksehen, wie es damals aussah. Deshalb wirkt das Ganze hier mehr wie ein U-Boot der heutigen Zeit und es gibt viele Ähnlichkeiten bei den verschiedenen Stationen. Das im Hinterkopf zu behalten und gleichzeitig es so aussehen zu lassen, dass es vor Kirk spielt, ist sehr schwer.

Entertainment Tonight: Werden Sie einen Raumanzug tragen?

Bakula: Wir haben wirklich coole Raumanzüge - eine Art Overalls, aber mit Taschen. Jonathan Frakes (William T. Riker) kam letztens vorbei und war den Tränen nahe: "Wir hätten alles für Taschen getan! Sogar mit Reißverschluss?" Wir haben all diese Sachen und sie sind verdammt bequem. Aber es sind keine Gymnastikanzüge. Das ist ein weiterer Ansatz der Produzenten, es mehr wie heute aussehen zu lassen, jedoch gleichzeitig auch leicht futuristisch.

Entertainment Tonight: Haben Sie einige der früheren Captains angerufen? Haben Sie mit Mr. Shatner (Kirk) oder jemand Anderem geredet?

Bakula: Nein, sie haben alle mich angerufen.

Entertainment Tonight: Und was haben sie Ihnen mit auf den Weg gegeben?

Bakula: Nun, da ich ja der erste Captain bin, versuchen sie mich etwas zurechtzuweisen.

Entertainment Tonight: Zerstör bloß nicht das Schiff!

Bakula: Genau, "... oder wir werden nie existieren!" (lacht)

Entertainment Tonight: Das geht zu sehr in Richtung "Zurück in die Vergangenheit" ("Quantum Leap").

Bakula: Yeah, ich fühle mich, als wäre ich da vorher gewesen. (lacht)

Entertainment Tonight: Das Erbe dieser ganzen "Star Trek"-Serien - erzählen Sie mir davon.

Bakula: Nun, das geht nun schon über drei Jahrzehnte, und geht zu den frühen Anfängen zurück. Das heißt, ich habe eine enge Beziehung zu der ersten "Star Trek"-Serie. Ein Teil davon zu sein und die Saga fortzuführen ist sehr faszinierend für mich. Wir haben all diese neuen Technologien, die teilweise noch in der Entwicklung sind, und zeigen sie aus einem völlig anderen Licht.

Zum Scherzen aufgelegt: Scott Bakula
Entertainment Tonight: Da wartet eine völlig neue Fan-Gemeinde auf sie. Es gibt wirklich viele engagierte Fans, die diese Serie sehen.

Bakula: Ja, es gibt sie auf der ganzen Welt. Wie viele meiner Fans von "Zurück in die Vergangenheit" und viele sind dieselben. Aber "Star Trek" hat wirklich verdammt viele treue Anhänger.

Entertainment Tonight: Haben Sie schon Feedback betreffend Ihrer Entscheidung, zu "Star Trek" zu stoßen?

Bakula: Bisher habe ich nur gute Dinge gehört, aber man hört oft nicht die schlechten Dinge. (lacht) Nur wenn ich Leute treffe oder sehe - ich reise ein bisschen rum, und dann sagen sie: "Wir sind so aufgeregt, dass Sie der neue Captain werden!" Es ist wirklich cool.

Entertainment Tonight: Ihr Mission ist...

Bakula: Die friedliche Erforschung des Weltalls. Ich habe eine Zeile im Pilotfilm, die das schön ausdrückt. Wie man sich vorstellen kann, werden einige Probleme auf uns zukommen und in einer Szene sag ich zu meinem Chefingenieur: "Ich hoffe, das ist das letzte Mal, dass jemand auf uns schießt."

Entertainment Tonight: Vorahnungen?

Bakula: Wir gehen dort raus, um das Weltall friedlich zu erforschen.

Entertainment Tonight: Und dabei räumen Sie den Abfall beiseite?

Bakula: Exakt.

(ml - 20.08.08)

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