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Tracy Gilliland (gi), Stefan Hildebrand (sh), Marvin Luchs (ml) Was ist hinter der nächsten Ecke? Scott Bakula über das "Enterprise"-Gefühl Nicht viele Schauspieler haben die Möglichkeit, Star zweier Science-Fiction-Serien zu sein. Ed Gross sprach mit einem, der diese Möglichkeit hatte ... Scott Bakula. Es dürfte schwierig sein, jemanden zu finden, der nicht der Meinung wäre, dass "Star Trek" in den letzten Jahren ein wenig von seinem Glanz verloren hat. Die Zuschauer nahmen den letzten Spielfilm "Der Aufstand" sowie die späteren Staffeln von "Voyager" teilnahmslos auf. Machen wir uns nichts vor: Der Zauber war verloren. Deshalb wurden die Nachrichten über eine fünfte Trek-Serie mit einem kollektiven Stöhnen und Augenrollen aufgenommen. Warum, haben sich viele gefragt, konnte Paramount dem 24. Jahrhundert nicht mal eine Pause gönnen?
"Nicht wirklich", kontert er. "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es mir gefällt. Die Rolle ist großartig und es ist wirklich eine Rückkehr in mehreren Beziehungen zu dem tieferen Sinn von 'Star Trek'. Es gibt einfach eine Menge Gefühle in dieser Serie, dieser Version der Serie, und die Crew hat einen guten Kontakt untereinander, was großartig ist. Sie gibt so eine Art 'Alles ist möglich'-Gefühl, was dem Zuschauer meiner Meinung nach eine Menge Spaß machen wird." In der Beurteilung der Qualitäten, die er "Enterprise" beisteuert, sagt Bakula: "Was ich versuche, ist, Realität in eine Situation hineinzubringen. Soviel Realität, wie ich kann, denn das bedeutet mein Beruf als Schauspieler für mich. Glaubhaftigkeit, Realität, wie auch immer man es nennen will. Wie ich [den Produzenten] Rick und Brannon schon am Anfang gesagt habe: Ich weiß nicht, warum ich soviel Sci-Fi gemacht habe, wie ich gemacht habe. Ein Teil davon ist, denke ich, dass ich es glauben möchte. Wenn die Rolle von mir verlangt, dass ich vor einem 30-Meter-Drachen stehe und ihn im Kampf besiege, dann möchte ich auch glauben können, dass der Drachen wirklich da ist. Wenn ich glaube, dass ich durch die Zeit reisen kann, dann kann das Publikum das auch glauben." Das ist auch der Grund, warum sich er und "Quantum Leap"-Produzent Don Bellisario vehement gegen die Versuche des Networks am Anfang der Serie wehrten, Sam Beckett aufzupeppen. "Sie wollten, dass wir mehr wie Bill Murray sind, besser kann ich es nicht sagen. Ich habe gesagt: 'Wisst ihr was? Wenn ihr das wollt, dann habt ihr den falschen Mann. Ich glaube nicht, dass das Herz der Serie mit mir als modischem, Sprüche klopfendem, pseudo-genialem Zeitreisenden überleben wird. Er hat diese Zeitmaschine gebaut und er hat es eben getan, er hat die Technik und die Macht und das Wissen.' Deshalb bringe ich diesen Teil in die Serie ein. Die Produzenten haben den Charakteren einige nette Hintergrund-Geschichten gegeben. Ich sitze hier auf der Erde fest. Ich habe ein Heim, ich bin in San Francisco aufgewachsen, ich bin so ein Sternenflotten-Rotzlöffel... Ich habe alle diese netten, greifbaren Eigenschaften, mit denen ich den Charakter rüberbringen kann und - hoffentlich - wird das auch so rauskommen und gut ablaufen." Das Faszinierende an der Serie, schätzt Bakula, ist die Tatsache, dass sie von dem ersten Vordringen des Menschen in den Weltraum jenseits des Mondes handelt. Das, so glaubt er, bringt eine andere Art Energie in die Serie, im Vergleich zu ihren Vorgängern. "Alles dreht sich um die Fragen: 'Was ist hinter der nächsten Ecke? Was werden wir entdecken?'", erklärt Bakula. "Es funktioniert nicht nach dem Schema: Tipp' einen neuen Planeten ein und wir finden ihn. Wir bügeln die Falten aus. Das Schiff funktioniert noch nicht perfekt, darum gibt's darüber eine Menge zu lachen. Die erste Mission, die zur klingonischen Heimatwelt führt, ist wie aus dem Ärmel geschüttelt, Entscheidung in letzter Minute und plötzlich sind wir raus und müssen nicht umdrehen und nach Hause fliegen. Deshalb wirkt die Handlung ein wenig improvisiert. Für diese Leute gibt es keine Regeln. Es gibt nur die Sternenflotte, keine Föderation, daher ist es bei uns wie im Wilden Westen. Wir lernen im Laufe der Zeit, wie wir uns benehmen müssen, was noch nie da gewesen ist. Außerdem liegen 150 Jahre nicht allzu weit in der Zukunft, von heute aus gesehen. Ich kann mir vorstellen, und ich glaube, das können wir alle, wie das Leben in 150 Jahren sein wird. Unser Trick ist - und ich glaube, bis jetzt haben wir da ausgezeichnete Arbeit geleistet - dass wir einen großen Wirbel um die Frage 'Wäre es nicht toll, die ersten Pioniere zu sein?' machen. Es ist der richtige Stoff - die Art Energie, einer der ersten da draußen zu sein und manchmal ein bisschen Angst zu haben."
"Die Amerikaner haben unseren Planeten auf viele verschiedene Wege erforscht", erklärt er. "Einige erfolgreich, einige nicht. Wir haben eine lange Geschichte der Erforschung in diesem Land. Sicherlich auch Erfahrungen wie in Vietnam und ähnliche Orte, wo wir versuchten, unsere Ideen und Philosophien anderen Kulturen aufzuzwingen. Wie wir bereits im Pilotfilm erwähnten, wird es die Erde in den nächsten 150 Jahren schaffen, Hunger, Krankheiten und große umweltbedingte Probleme zu lösen und mit diesen Gedanken brechen wir nun zu dieser Reise auf und produzieren hoffentlich eine Serie, die von der Erforschung handelt und die auf einem breiten Verständnis für andere Kulturen basiert, das es in der Vergangenheit unseres Planeten nicht immer gegeben hat; es handelt mehr davon, Erfahrungen zu sammeln und weniger vom Aufstellen von Flaggen. In anderen Worten, Spaß an den Erfahrungen haben, von ihnen zu lernen und nicht zu sagen 'Nun sind wir hier und wir können diese Dinge besser machen als ihr'." "Anscheinend ist es so", fährt er fort, "dass wenn man dort draußen ist, es keine Regeln gibt und dir keine Vorgesetzten über die Schulter gucken. Man muss also reine Gewissensfragen klären und zwischen Gut und Böse unterscheiden können. Man ist nicht notwendigerweise immer für alles verantwortlich, es gibt niemanden, der über deine Entscheidungen wacht. Trotzdem hat man, wenn man mit friedlichen Gedanken und zur Erforschung dort draußen ist, eine große Verantwortung. Sowie eine große Verführung, Dinge zu ändern und geradezubiegen, wie wir es hier auch kennen. Wir haben in dieser Serie die Möglichkeit, noch Fehler zu begehen, den Kopf einzuziehen und zu sagen: 'Oh mein Gott, das war eine schreckliche Idee!' Und die einzigen Leute die die Entscheidungen im Nachhinein verurteilen können, sind wir selbst. Das bringt der Serie diese wundervolle Art von Freiheit und Spielraum. 'Wie werden wir nicht nur mit dieser Umgebung dort draußen, sondern auch mit den Entscheidungen, die wir fällen, umgehen?'" Mit "Enterprise" ist Bakula in einer Position, in der sich nur wenige TV-Schauspieler befinden: Nicht nur die große Wahrscheinlichkeit für die nächsten sieben Jahre beschäftigt zu sein, sondern auch Teil von "Star Trek" zu werden. Das bedeutet ein wenig Unsterblichkeit für ihn selbst. "An diesem Punkt meiner Karriere muss ich sagen", erzählt er, "dass wenn ich etwas gelernt habe, man nichts zählen darf. Wenn man also durch die ersten 13 [Episoden] ist und man immer noch weitermacht, man froh sein soll. Jeder läuft rum und sagt fünf, sechs, sieben, wirft mit diesen Zahlen herum, aber ich bin absolut nicht pessimistisch. Ich mach das nun schon seit einer langen Zeit und deshalb würde ich es eher als mindestens einen Zwei-Jahres-Job ansehen. Und ich sehe es genauso an, wie ich auch alles andere ansehe. Am Ende des Tages warfen sie mir ein Zweistundendrehbuch vor die Nase, dass ich einfach nur dachte 'fantastisch', und einen Charakter, den ich wirklich gerne spielen wollte. Und ich dachte mir, wenn das für eine Weile funktioniert, gibt es auch noch genug Raum, um andere Dinge in Angriff zu nehmen. Außerdem bietet der Charakter große Chancen auf Interaktionen mit anderen Charakteren auf dem Schiff. Deshalb ist es für mich eine Art Geschenk, dass es diesen Job in dieser Stadt gibt. Es gibt nur wenige Chancen wie diese und sie stellt sich als eine Serie heraus, die für eine lange Zeit laufen wird und es ist ein Franchise, das ich liebe. Es scheint ein guter Job zu sein.
Es ist seine Hoffnung, dass "Enterprise" in der Lage ist, mehr des durchschnittlichen Publikums anzusprechen, auch die, die "Star Trek" bisher nicht religiös verfolgt haben. "Es ist einfach ein großartiges Abenteuer im Weltraum. Es gibt sicherlich auch Insiderwitze, die man nur versteht, wenn man 'Star Trek' auch vorher schon gesehen hat, aber es schreckt auch niemanden ab, der es zum ersten Mal sieht. Ich ermutige die Leute wirklich, sich der Serie mal anzusehen. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein könnte, wenn man zum ersten mal reinschaut und dann 35 Jahre nachholen muss. Es könnte sicherlich eine Lebensaufgabe werden..." "Wissen Sie", fügt er mit einem Lachen hinzu, "einer der vielen Wege, über die ich einschätze, wie gut wir sind, ist die Reaktionen von Leuten, die schon für eine lange Zeit dabei sind. Die Leute der Crew, die an jeder Folge von 'Voyager' mitgearbeitet haben - und einige waren sogar schon bei 'The Next Generation' dabei - und einfach nur begeistert sind. Um ehrlich zu sein, war ich etwas nervös, in etwas einzusteigen wo jeder schon seit so langer Zeit ist. Man möchte irgendwo anfangen und alle sollen genauso aufgeregt sein wie man selbst. Ich wusste, die gesamte Cast war so gespannt und aufgeregt, ein Teil davon zu sein. Man möchte, dass alles zusammenpasst und jeder sein Bestes gibt und niemanden, der dagegenspricht. Aber es war einfach fantastisch. Die Designer haben sich selbst übertroffen und jeder hat eine wundervolle Zeit." Was für eine Art Captain ist Archer? Ein typischer Ärmel-hochkrempeln-und-sich-Reinstürzen-Kirk, oder ein Nach-dem-Buch-Sternenflotten-Muster-Captain wie Picard? Es ist offensichtlich etwas, über das Bakula bereits Gedanken gemacht hat. "Für diesen Kerl ist auf jeden Fall noch einiges vorgesehen", betont er. "Wir alle wissen von unserem heutigen Leben, was für eine sensible Sache das Raumfahrtprogramm ist, wie schnell das Geld ausgehen kann. Und oft reitet man auf der Welle der öffentlichen Euphorie. In der Serie haben wir hoffnungslos versucht, diese Quelle anzapfen zu können und ins All hinauszugehen, um zu zeigen, dass wir mit den Vulkaniern mithalten können. Und dann gibt es diese Chance und schließlich schafft es mein Charakter, mit ein wenig Hilfe, sie zu ergreifen. Er fühlt sich einem starken Druck ausgesetzt, einer großen Verpflichtung und einer gewissen Schuld zu seinem Vater und all diese Punkte spielen eine Rolle. Gleichzeitig will er der Erste sein, der sich in die Schlacht stürzt, der Erste, der durch die Tür nach draußen geht und es gibt immer wieder Momente, in denen er daran erinnert werden muss, 'Sie sind der Captain und sie dürfen gewisse Dinge nicht tun.' In ihm steckt eine Art von Energie, Ehrfurcht und ein großer Sinn für Entdeckungen, den Picard in dem Maße bestimmt nicht hatte. Kirk hatte ihn, aber wir sind wieder einmal der Realität viel näher, denn wir erzählen davon, was passiert, wenn wir nicht jede Woche einen neuen Planeten finden, was dazwischen geschieht. Ich hoffe, dass ich aus ihm einen Kerl mache, dessen Emotionen in seinen Ärmeln stecken, aber in seinem Kern ist er nur ein Kind im Süßwarenladen, der den Traum seines Lebens ausleben darf." Weiterführende Links
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