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Peter Tigmann (pt) "Wir sind wirklich Pioniere" Scott Bakula über die Stimmung beim "Enterprise"-Start Der Darsteller von Captain Jonathan Archer aus "Enterprise" blickt im Interview auf den Start der fünften Trek-Serie zurück, erklärt zum ersten Mal, wieso Captain Archer schlussendlich nun Jonathan zum Vornamen hat und nicht wie ursprünglich geplant Jackson, und erzählt von seinen Hoffnungen, dass alles, was in "Enterprise" geschieht, schon bald Realität wird. Am Mittwoch, den 26. September hat Scott Bakula den großen Stuhl in der heiß erwarteten Serie "Enterprise" übernommen. Schon gut bekannt im Science-Fiction-Genre durch seine liebenswerte Rolle als Sam Beckett in der Kult-Serie "Zurück in die Vergangenheit" war er die einzige Wahl für "Enterprise"-Erschaffer Rick Berman, um den Captain der NX-01 zu verkörpern. Bakula folgt damit einer langen Reihe erfolgreicher Darsteller, die das Kommando über ein Raumschiff hatten. Kürzlich sprach er mit TrekGalaxy.com über seine neue Rolle als Captain Jonathan Archer, seine Gedanken zu den nächsten sieben Jahren "Star Trek" und über das Geschichte schreiben, mit jedem neuen Lichtjahr. TrekGalaxy: Mister Bakula, schön, mit Ihnen zu sprechen! Wir genießen Ihre Arbeit schon seit vielen Jahren. Willkommen auf dem Sitz des Captains! Scott Bakula: Vielen, vielen Dank. Welch ein schöner Empfang! Bevor wir anfangen und Sie mir Fragen stellen, möchte ich Sie noch etwas fragen, schließlich kennen Sie sich ja mit "Star Trek" aus: Viele Leute haben gefragt "Warum haben die sich so beeilt mit 'Enterprise'?" Denken Sie, es ist zu früh - brauchen die "Star Trek"-Fans ein Jahr Pause nach dem Ende von "Voyager"? Was denken Sie darüber?
Bakula: Danke. (seufzt erleichtert) Dadurch fühle ich mich schon viel besser. Ich wollte nur, dass wir uns da richtig verstehen. TrekGalaxy: Sind Sie sich bewusst, wie wichtig der Erfolg von "Enterprise" für das gesamte Trek-Franchise ist? Bakula: Ich denke, dass jede dieser fünf Serien sehr wichtig war. Ich war niemals der Meinung, dass das Trek-Franchise in Schwierigkeiten war. Sie hatten so viel Erfolg über die Jahre und sie fangen jetzt an, den nächsten Film zu drehen. Ich weiß aber, dass das Studio hohe Erwartungen in "Enterprise" setzt. Die Serie ist ja auch schon seit zwei Jahren in Arbeit. Sie haben ein Vermögen für den Pilotfilm ausgegeben. Das Ziel ist immer erfolgreich zu sein, wenn man etwas wie das hier macht. Und erfolgreich sein, heißt für mich, dass die Leute kommen und uns ansehen. Das heißt, dass wir natürlich versuchen, am Mittwoch- und am Sonntag-Abend ein größeres Publikum zu bekommen und auch ein neues Publikum. Und hier hoffe ich, dass das etwas ist, was ich in die Serie mitbringen kann - einige neue Zuschauer zu "Star Trek". Ich glaube, diese neue Serie am Beginn des "Star Trek"-Universums starten zu lassen, wird es einigen Leuten leichter machen einzuschalten. Sie brauchen nicht die letzten sieben oder 14 Jahre "Star Trek" gesehen zu haben, um "Enterprise" zu genießen. Das ist eine große Botschaft, die wir hier versuchen hervorzuheben. TrekGalaxy: Was hat Sie herausgefordert, als Sie die Rolle des Jonathan Archer annahmen? Bakula: Einerseits war es die Idee, dass wir hoffentlich eine Zeitlang laufen werden und andererseits natürlich das Wissen, dass die "Star Trek"-Fans und meine Anhänger aus der Vergangenheit sehr ähnlich sind, was die Details der Serien angeht. Das hat mir einen leichteren Zugang zu dem Ganzen verschafft. Ich hatte ungefähr eine Ahnung von dem, was mich erwarten würde, schon bevor es angefangen hat. Oftmals startet ein Schauspieler mit etwas Neuem, von dem er nicht weiß, wie das Projekt aufgenommen wird. Bei "Enterprise" haben wir ein gutes Gefühl dafür, wo die Serie landen wird. Deshalb hatten wir schon vor Serienstart dieses Gefühl, bereit zu sein, weil einige Leute sicherlich einschalten werden. Und das hat wiederum alles etwas wichtiger gemacht, weil man das Gefühl hat, schon von Anfang an genau beobachtet zu werden. Mit den früheren "Star Trek"-Captains verglichen zu werden, wirft sicherlich ein etwas ungewöhnlicheres Licht darauf, wie man an die Rolle herangeht - es ist, als würde man Hamlet als 875. Person spielen. "Star Trek" hat ganz sicher eine beispiellose Geschichte und das auch im Fernsehen. Es ist aufregend, aber es gibt da auch diese Verantwortung, die damit einhergeht. TrekGalaxy: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet - körperlich, mental und gegebenenfalls auch spirituell? Bakula: Ich habe mich auf diese Rolle nicht anders vorbereitet als auch auf alle anderen. Ich neige dazu, auf eine sehr metaphysische Weise an meine Arbeit heranzugehen und herauszufinden, was sich richtig anfühlt. Ich bin nie ganz sicher, wie sich ein Charakter anfühlt, bevor ich ihn wirklich gespielt habe. Jetzt, wo ich den Charakter einige Zeit verkörpert und auf seine eigenen Füße gestellt habe, neige ich dazu, offener für verschiedene Dinge zu sein, soweit es mir möglich ist. So kann ich so viel wie möglich von der Atmosphäre mitnehmen, die wir in das Machen des Charakters investieren. Mir ist es immer sehr wichtig, nicht mit vorgefassten Meinungen an etwas heranzugehen. Ich weiß natürlich, was sie für die Rolle wollen und ich hoffe, ich kann das auch zeigen. TrekGalaxy: Was macht Jonathan Archer einzigartig auf dem Sitz des Captains?
Ich denke, wenn man etwas über eine lange Zeit hin macht, will man Charaktere spielen, die Fehler haben und etwas unberechenbar sind, einfach alles, was emotional interessant ist. Er hat eine Geschichte, er hat auf der Erde gelebt, und er hat auch Schwächen. Diese Dinge können die Autoren weiter erforschen und so den Charakter während der ganzen Serie frisch halten und ihn vorantreiben. TrekGalaxy: Wie sieht Captain Archers Tag auf der Enterprise aus? Wie unterscheidet er sich von den Situationen von Captain Kirk oder Captain Janeway? Bakula: Ich weiß noch nicht genau, was das erste Jahr an Geschichten bringen wird, wir sind jetzt wirklich Pioniere. Wir sind die Erforscher des Wilden Westens, was sie auch von Anfang an herausstellen wollen. Aber eine Grundidee ist es, dass wir noch Probleme mit der Enterprise haben. Es arbeitet noch nicht alles perfekt auf dem Schiff, deshalb haben wir viele Probleme. Daher sind wir auch einige Male frustriert. Archer ist ein Starfleet-Typ. Er ist in diesem System aufgewachsen und hatte sein ganzes Leben den Traum, dort hinauszugehen, den Weltraum zu erforschen, Dinge zu entdecken und Kontakt mit außerirdischen Kulturen herzustellen. Aber es läuft nicht so, wie er es sich vorgestellt hat. Zurzeit treffen wir nicht jede Woche, wie auf Stichwort, einen wundervollen neuen Planeten. In der Episode, die wir gerade drehen, fliegen sie zum Beispiel ohne eine Ahnung davon zu haben, wohin es genau hingeht. Es gibt immer etwas Unerwartetes. Ich denke, das wird ein großer Spaß für die Zuschauer, weil es keine Routine gibt bei dem, was wir versuchen - es ist alles neu. So gibt es sehr viel Aufregung und Spannung und manchmal auch Enttäuschung, aber es macht großen Spaß, das zu spielen. Wieder denke ich, dass die Serie sich hier von den vorherigen unterscheidet. TrekGalaxy: Was können Sie uns über die neue Crew erzählen? Hat sich schon herausgestellt, wer der Clown der Gruppe ist? Bakula: Um ehrlich zu sein, sie sind alle Clowns. (lacht) Nein, wirklich, es ist eine wundervolle Gruppe und wir hatten einen wirklich guten Start ohne irgendwelche größeren Rückschläge. Es ist einfach ein Vergnügen zu sehen, wie aufgeregt alle sind, das hier zu machen. Niemand spielt so, als wünschte er sich, nicht hier zu sein. Sie sind alle aufgeregt, ein Teil von "Enterprise" zu sein und alle sind jederzeit bereit, den anderen voll zu unterstützen. Es ist eine sehr natürliche Gruppe. Es gibt viel Gelächter und auch Witze, die auf die Kosten von anderen gehen. Aber es ist alles in Ordnung und jeder hat Spaß dabei. Wir sind auch noch dabei, uns gegenseitig genauer kennenzulernen. Alle sind nett und freundlich und auch verschieden. Aber alle sind sehr talentiert und froh darüber, in der Serie mitzumachen. Und das ist auch genau das, was man braucht, wenn man eine so lange Zeit zusammenarbeiten will. Man braucht Leute, die wirklich bereit dafür sind. TrekGalaxy: Können Sie uns irgendwelche lustigen oder interessanten Geschichten vom "Enterprise"-Set erzählen? Bakula: Wir haben jeden Tag soviel Spaß - ich meine, wir lachen die ganze Zeit. Aber es gibt wirklich eine Sache. Wir fürchten uns davor, obwohl es eigentlich sehr lustig ist - Dominic [Keating, Malcom Reed] und ich saßen letzte Wochen in einem Shuttle. Unsere Charaktere waren inmitten eines großen elektrischen Sturms mit Regen und Blitzen und wir mussten uns schütteln und zittern. Wir haben uns nur gegenseitig angesehen und gesagt "Ich hoffe nicht, dass das, was wir hier machen, uns beide wie komplette Idioten aussehen lässt." Der Regisseur kam auf uns zu und meinte, wir sollten nicht besorgt sein, unser Schütteln wäre genau richtig für die Kamera. Aber nachdem man sich selbst erst mal ein paar Stunden lang durchgeschüttelt hat, fängt man an, sich wirklich blöd zu fühlen. Und ich muss sagen, ich hoffe, sie lassen uns gut aussehen, weil wenn man solche Dinge macht, ist man ihnen völlig ausgeliefert. Natürlich wissen die Leute hier bei "Star Trek", was sie tun, deshalb haben wir ihnen einfach mal vertraut. Aber wir haben viel darüber gelacht, wie doof es eigentlich ist, sich herumzuwerfen und zu schütteln und das dann auch noch in verschiedenen Versionen. Das war gerade erst unsere fünfte Stunde und wir kannten schon acht verschiedenen Arten von Turbulenzen. Wir kannten schon den Unterschied zwischen einem Ruck, einem Schütteln und einem Erzittern. Wir müssen manchmal schon mit seltsamen Dingen umgehen, manchmal sagt einfach einer "Du schüttelst dich nicht so wie ich - würdest du dich bitte so wie ich schütteln?" TrekGalaxy: Wir haben gehört, dass Jolene Blalock der beste "Shaker" (Schüttler) auf dem Schiff ist. Ist das wahr? Bakula: Ich bin mir sicher, dass sie euch das erzählt hat und ich denke mal, dass das auch stimmt. (lacht)
Bakula: Oh, Dominic. Er mag es, ihr beim Schütteln zuzusehen. Darum geht es hier nur. Ich kann euch erzählen, dass wir bei "Enterprise" unsere guten Tage fürs Schütteln und unsere schlechten Tage fürs Erzittern haben. TrekGalaxy: Captain Archers ursprünglicher Vorname sollte Jackson sein. Können Sie uns erzählen, warum er in Jonathan geändert wurde? Bakula: Es war eine normale Sache, so etwas passiert oft während der genaueren Entwicklung. Wenn die Produzenten erkennen, dass es im Land jemand gibt, der Jackson Archer heißt, können sie den Namen nicht benutzen. Aber wenn es 20 oder mehr Leute gibt, die Jonathan Archer oder so ähnlich heißen, kann man den Namen benutzen. Es ist so langweilig, wie es einfach ist. TrekGalaxy: Sie werden als ein "schauspielender Schauspieler" beschrieben - Sie springen von einem Genre in ein anderes, was Ihnen sehr leicht zu fallen scheint. Sie spielen alles, von Rollen in Sportfilmen über einen schwulen Mann in "American Beauty" und jetzt einen Sternenflotten-Captain in "Star Trek". Was fühlen Sie dabei? Bakula: Es ist der Spaß. Schauspielern ist etwas, was ich schon immer machen wollte. Ich komme vom Theater - Sie wissen ja, man sagt im Theater immer, dass man alles spielen kann. Hollywood lässt einen das nicht sehr oft tun, aber ich hatte wirklich sehr viel Glück. Ich konnte mich zwischen verschiedenen Genres hin und her bewegen und auch durch verschiedene Medien. Ich konnte verschiedene Dinge - ob Science-Fiction, Horror, Comedy und sogar schwere dramatische Sachen - spielen. Ich lebe den Traum aller Schauspieler. TrekGalaxy: Sie haben schon viel Erfahrungen im Science-Fiction-Genre, sei es nun in der FOX-Miniserie "The Invaders" oder natürlich in "Zurück in die Vergangenheit". Wie weit hat sich Ihre Meinung über Science-Fiction geändert, seit Sie den großen Stuhl auf der Enterprise-Brücke übernommen haben? Bakula: Science-Fiction ist ein großer Teil meines Lebens. Ich habe es als Kind geliebt. Ich habe es geliebt, Science-Fiction zu lesen und zu sehen. Es ist schon irgendwie ironisch, dass ich soviel Science-Fiction-Sachen mache. Wenn man einmal etwas gemacht hat, kommt man scheinbar immer wieder darauf zurück. Ich hatte schon immer eine sehr aktive Fantasie und es gibt nichts, was ich mir mehr wünsche, als dass die Dinge, die in "Enterprise" geschehen, tatsächlich wahr werden. Diese "Star Trek"-Serie spielt nur 150 Jahre in der Zukunft. Ein großer Teil von mir möchte glauben, dass es uns irgendwann möglich sein wird, das zu erleben, was in der Serie passiert. Ich weiß nicht, ob die Resultate dieselben sein werden und Leute im Weltraum fliegen werden und auf viele wunderbare Dinge treffen werden. Ich bin mir nicht sicher. Ich möchte es aber gerne glauben und meine Gefühle darüber sind, seit "Enterprise" gestartet ist, wieder erneuert worden und ich spüre auch neue Aufregung dafür, allein schon über die unglaublichen Möglichkeiten. Das ist es, was an dem Franchise schon immer so anziehend war, seine Hoffnungen und die nahe Realität. TrekGalaxy: Sie haben sich den Fans von "Zurück in die Vergangenheit" immer sehr leicht zugänglich gemacht. Was denken Sie, wie wird die gewaltige "Star Trek"-Fan-Gemeinde ihre Darstellung von Captain Archer aufnehmen? Bakula: Jeder hier spricht über die Fans. Ich kenne auch Personen von den früheren "Star Trek"-Serien. Ich habe eine großartige Beziehung zu meinen Fans aus der Vergangenheit. Und das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich erwarte, dass man sehr ehrlich ist. Ich denke nicht, dass die "Star Trek"-Fans und die "Zurück in die Vergangenheit"-Anhänger weltweit sehr verschieden sind - außer natürlich, dass es mehr Trek-Fans gibt, da das Franchise schon bedeutend länger existiert. Deshalb bin ich sehr gespannt und neugierig auf die Fans. Zur selben Zeit versuche ich meine ganze Energie darauf zu lenken, den neuen Teil im Franchise so erfolgreich und großartig wie möglich zu machen. TrekGalaxy: Was möchten Sie den Leuten noch über Scott Bakula oder Jonathan Archer sagen? Bakula: Ich möchte nichts über den Charakter sagen, da wir so viele Überraschungen wie möglich erzeugen wollen - wenn es überhaupt möglich ist, irgend jemanden noch irgendwie zu überraschen in dieser Zeit der rasenden Informationsverbreitung. Ich möchte so viele Dinge wie möglich unbekannt lassen, so dass die Fans Gelegenheit haben, alles so zu erforschen, wie wir es tun. (pt - 20.08.08 - Quelle: TrekGalaxy) Weiterführende Links
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