Uwe Webel (uw)
10.02.08
Cowboy und McCoy
Karl Urban über "Comanche Moon" und "Star Trek"
Karl Urban tritt in "Star Trek XI" in die Fußstapfen von DeForest Kelley als Dr. McCoy. In diesem Interview mit IGN TV geht er auf seine letzten Schauspielengagements ein und spricht darüber, wie es ist, den "neuen" McCoy zu spielen.
IGN TV: Können Sie etwas über den Inhalt von "Comanche Moon" verraten und an welcher Stelle seines Lebens Woodrow Call ist?
Karl Urban: Das ist offensichtlich der Vorgänger zu "Lonesome Dove". Es wird die Geschichte von Gus und Woodrow erzählt und wie sie Captains der Texas Rangers werden. Und es beschreibt ihren Kampf mit den Comanche und ihre unsterbliche Verpflichtung, die Siedler des Westens zu beschützen.
IGN TV: Sowohl das Buch als auch die Mini-Serie "Lonesome Dove" waren in den USA große Hits. Waren sie in Neuseeland auch so bekannt?
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 Karl Urban: Der neue Dr. McCoy |
Urban: Oh, absolut. Das war ein Mini-Serien-Event. Ich erinnere mich daran, es gesehen zu haben. Das kam so nach der Zeit von "Roots" und einer Menge von diesen Fernseh-Events, die beliebt waren. "Lonesome Dove" war Kult. Das war beliebt bei einer ganzen Bandbreite der Gesellschaft, mit ihren streitlustigen Charakteren und ihren Kämpfen. Ich glaube, es hat eine andauernde Beliebtheit für das, was es über Freundschaft und Kameradschaft und Loyalität aussagt. Und das waren die Elemente, die mich gereizt haben, das Projekt anzunehmen. Die Tatsache, dass diese Jungs da rausgeritten sind, um die Grenzen zu beschützen. Und das mit sehr wenigen Möglichkeiten, und sie mussten sich aufeinander verlassen und sich den Rücken decken. Das fand ich überzeugend anziehend.
IGN TV: War es aufregend, einschüchternd oder vielleicht etwas von beidem, in die Fußstapfen eines Charakters zu treten, der schon von Tommy Lee Jones und James Garner gespielt wurde?
Urban: Aufregend, ja, auf jeden Fall. Einschüchternd, nein. Ich habe definitiv eine Verpflichtung gefühlt, dem Charakter gerecht zu werden, den McMurty geschrieben hat. Ich war ein großer Fan von McMurtys Werken und bin einfach in seine Welt und deren Charaktere eingetaucht. Und ich habe alles gelesen, was ich konnte und hatte eine Menge Spaß dabei, das jetzt zu machen. Sie haben da eine fantastische Besetzung zusammengebracht. Ich halte Steve Zahn als Gus absolut für brillant. Er schafft es, seinen Charakter mit einer Art Essenz des Geistes und Körpersprache zu erfüllen, die Duvall seinem Charakter einverleibt hat. Und zusätzlich bringt er etwas Neues mit dazu. Er leistet wirklich fantastische Arbeit dabei.
IGN TV: Wie war es, mit Val Kilmer zusammenzuarbeiten?
Urban: Großartig! Ich mag Val sehr. Er ist ein Spaßvogel. Es ist lustig, ihn am Set zu haben. Er ist ziemlich witzig und unterhaltsam und bei diesem Projekt ist er brüllend komisch.
IGN TV: Die Beziehung Ihres Charakters zu Maggie [gespielt von Elizabeth Banks] scheint ziemlich kompliziert zu sein.
Urban: Ja, kompliziert. (lacht) Call ist mit Maggie in einer Beziehung und sie ist eine Prostituierte. Und sie wird schwanger, und sein Hauptproblem ist, ob er das erkennbar Richtige für diese Gesellschaft tun sollte, sie also heiraten, oder nicht. Das ist sein Dilemma, weil, wie kann er sicher sein, dass das Kind von ihm ist? Sie ist eine Hure. Das ist eine ziemlich irritierende Situation für ihn. Ich denke, er fühlt sich genötigt, ehrenhaft und verständnisvoll zu sein, aber da ist ein Teil von ihm, der emotional dichtgemacht hat. Sicher wegen der Realität, dass er es nicht verarbeiten kann, was sie tut.
IGN TV: Bevor Sie mit der Arbeit an "Comanche Moon" angefangen haben, haben Sie da die "Lonesome Dove"-Mini-Serie und die Auftritte der anderen noch mal angeschaut, um sich inspirieren zu lassen? Oder haben Sie das ganz beiseite geschoben?
Urban: Wir haben "Lonesome Dove" geguckt, aber ich habe das nicht endlos studiert. Ich glaube, es ist wirklich wichtig, keine Kopie dessen abzugeben, was andere Schauspieler aus der Rolle gemacht haben. Wissen Sie, physisch wollte ich, dass der Charakter aussieht, wie eine jüngere Version von dem, was Tommy Lee gespielt hat. Aber darüber hinaus habe ich mich nur an das Skript gehalten.
IGN TV: Ich kann mir vorstellen, dass es eine Menge Spaß gemacht hat, einen Cowboy zu spielen. So vom Gedanken eines kleinen Jungens her.
Urban: Oh, absolut, absolut! Ich habe es absolut genossen, in der Wüste von New Mexico herumzureiten, mit Pistolen zu schießen und Cowboy zu spielen. Das hat eine Menge Spaß gemacht.
IGN TV: Sie gehen von einem Kult-Charakter zum nächsten mit Ihrer Rolle in "Star Trek". Wie kam es dazu?
Urban: Na ja, das war eine, die ich selber haben wollte und ich hatte Glück, dass sie mir angeboten wurde.
IGN TV: Sie sind physisch offensichtlich ein anderer Typ als DeForest Kelley. Wie gehen Sie an die Rolle heran?
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 "Keine Kopie, aber der Essenz treu bleiben." |
Urban: Auch hier kommt es wieder auf das Skript an und darauf, J.J.s Anweisungen zu folgen. Zusammen mit der großartigen Besetzung zu arbeiten, die er zusammengebracht hat. Und dem Geist der Charaktere treu zu bleiben, die in den späten 60ern geschaffen wurden. Es ist wieder das, nicht einfach eine Kopie zu erstellen, sondern die Essenz dessen zu nehmen, was DeForest gemacht hat, das zu ehren und etwas Neues beizusteuern.
IGN TV: Es ist ähnlich meiner "Comanche Moon"-Frage, aber ich frage mich, ob Sie die alten Folgen wieder angesehen haben, bevor Sie Ihre Arbeit am Film aufnahmen?
Urban: Na ja, ich gucke "Star Trek", seit ich, oha, sieben Jahre alt war. Also kannte ich die Originalserie und die Charaktere sehr gut. Ich musste nichts Neues machen und die alten Folgen noch mal ansehen. Ich gucke sie jetzt seit 20 Jahren! (lacht)
IGN TV: Die Frage können Sie wahrscheinlich nicht beantworten, aber freuen Sie sich darauf "Verdammt, Jim, ich bin Arzt..." zu sagen?
Urban: Oh, da müssen Sie abwarten! (lacht)
IGN TV: McCoy hat sich im Gegensatz zu Kirk und Spock eher zurückgehalten, aber Sie haben schon ein paar ziemlich physische Rollen gespielt. Sollten wir uns jetzt auf McCoy als harten Hund vorbereiten?
Urban: Ich kann keine Geheimnis preisgeben. Ich würde gern alles erzählen, aber ich darf einfach nicht. Aber ich möchte sagen, dass sich das ganze Projekt sehr eng an die Originalserie hält und ich glaube, dass J.J. eine frische und sehr aufregende Herangehensweise gefunden hat und er ein unglaublich talentierter Visionär ist. Ich glaube, dass er das Franchise auf eine wirklich gesunde, positive und aufregende Art und Weise wiederbelebt. Ich denke, dass die Trekker und langjährigen Fans ihren Gefallen daran finden werden. Weil es wirklich das ehrt, wonach wir alle verrückt sind, auf eine gute Art.
IGN TV: Wie war es, mit den anderen Schauspielern zusammenzuarbeiten?
Urban: J.J. hat eine unglaubliche Truppe zusammengebracht. Alle sind wirklich großartig. Es ist sehr aufregend, ein Teil davon zu sein.
IGN TV: Ich bin mit Chris Pine zusammen zur Schule gegangen und war besonders begeistert, ihn als Kirk zu sehen.
Urban: Er ist sehr gut. Er ist sehr gut. Es freut mich, dass wir jemanden von seinem Kaliber und seinen Fähigkeiten als Kirk dabei haben. Er ist außergewöhnlich talentiert und lustig. Ich glaube, er hat eine große Zukunft vor sich.
IGN TV: In den letzten Jahren waren Sie Teil einiger sehr bemerkenswerter Serien, von "Herr der Ringe" bis zu "Bourne" und jetzt mit der "Lonesome Dove"-Serie und "Star Trek". Das ist sicher eine aufregende Zeit, oder?
Urban: Ja, absolut! Ich meine, ich hatte das nicht so geplant. Ich nehme einfach nur die Chancen wahr, die sich zeigen. Offensichtlich musste ich mich um einige dieser Projekte selber bemühen. Ich glaube einfach nur daran, gezielt vorzugehen und meine Arbeit zu machen und ich fühle mich glücklich, in dieser Position zu sein. Außerdem reiße ich mir dabei den Arsch auf! (lacht)
(uw - 31.10.08)