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Alexandra Rimpler (re)28.07.08

Das einzige Mädchen an Bord

Zoe Saldana spricht über "Star Trek XI"

io9 traf sich mit Zoe Saldana, die in J.J. Abrams' "Star Trek XI" Uhura spielt, zum Interview. Obwohl sie nicht zu viel über ihre Arbeit an "Star Trek XI" enthüllen konnte, gab sie doch einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Außerdem ging sie auch auf ihre Rolle in James Camerons "Avatar" ein.

Das Interview enthält einen leichten Spoiler zur generellen Prämisse von "Star Trek XI".

io9: Waren Sie schon vor dem Film ein "Star Trek"-Fan?

Zoe Saldana: Ich habe einige Episoden gesehen. Ich folgte J.J. [Abrams'] Rat. Er sagte: "Wenn ich euch allen einen Rat geben könnte, würde ich euch raten, 'Star Trek' nicht anzuschauen. Informiert euch nur über das Gesamtkonzept von 'Star Trek', wenn ihr nicht bereits ein Trekkie oder ein Fan seid. Ich möchte nicht, dass ihr dadurch in dem beeinflusst werdet, was ihr selbst aus der Rolle macht, die ihr darstellen werdet." Ich denke, das war sehr ermutigend. Und dann traf ich Nichelle Nichols, die mir praktisch den gleichen Rat gab. Daher fand ich, dass ich mich auf die bedeutenden Eigenschaften von Uhura konzentrieren sollte.

io9: Welche der Episoden, die Sie gesehen haben, war Ihre Lieblingsepisode?

Saldana: Auf jeden Fall die Episode mit Abraham Lincoln ["Seit es Menschen gibt" ("The Savage Curtain")] und die Episode, in der Kirk und Uhura sich küssen ["Platos Stiefkinder" ("Platos Stepchildren")], wegen der Bedeutung, die dieser Kuss damals hatte.

Die Kuss-Szene machte "Platos Stiefkinder" zu einer von Saldanas Lieblingsfolgen
Ich sprach mit Nichelle [Nichols (Uhura)] darüber. Sie sprach darüber, wie lieb ihr diese Arbeit war und dass sie keine Ahnung hatten, wie groß die Sache werden würde. Rückwirkend betrachtet hatten sie keine Vorstellung, dass daraus das werden würde, was es heute ist. Sie waren nur Schauspieler, die eine Serie drehten, die ihnen etwas Geld in die Taschen brachte. Sie arbeiteten als Schauspieler und waren sehr dankbar, das tun zu können. Sie sagte auch noch, dass man als Schauspieler immer seiner Zeit voraus sein muss, daher war es für sie keine große Sache. Sie waren sich bewusst, wie die Welt war, aber sie wussten nicht, dass es eine solche Aufmerksamkeit erregen würde.

io9: Wie haben Sie Ihren Charakter entwickelt? Haben Sie irgendetwas aus dem Skript gezogen?

Saldana: Ich habe mir Bilder angesehen, mit Nichelle Nichols gesprochen, viel mit J.J. gesprochen. Nachdem ich Zach Quinto und Chris Pine getroffen habe, habe ich mit ihnen gesprochen. Das hat einiges geändert. Aus verschiedenen Gründen haben Zachs Spock und Chris' Kirk zu meiner Uhura geführt. Die Gespräche und das Wissen über "Star Trek" zu teilen, war sehr gut. Und ich sah all die äußerlichen Dinge, die an ihr wichtig waren und die die Fans haben wollten. Es war eine Mischung aus allem.

io9: Wo Sie gerade darüber sprechen, was die Fans wollen – was ist mit Nichelles Stimme? Sie ist legendär, haben Sie daran gearbeitet, sie nachzubilden?

Saldana: Die eine Sache, die ich sagen kann ist, dass ich tief im Herzen weiß, dass die Fans nicht enttäuscht sein werden. Wenn sie "Star Trek" sehen, werden sie all die Charaktere sehen, die sie so lieben. Der Plot ist so geschaffen worden, dass er nicht die ganze Legende aufs Spiel setzen wird. Wenn ich wirklich die Stimme imitiert habe, denke ich, dass J.J. und Nichelle das aus mir herausgeholt haben, ohne mir das Gefühl zu geben, die Schuhe von jemand anderem zu tragen. Möglicherweise habe ich es hin und wieder getan.

io9: Haben Sie sich mit Chris und Zach vorzeitig getroffen, um bereits im Vorfeld eine Beziehung aufzubauen, weil der Film ja davon handelt, wie sich alle getroffen und zueinander gefunden haben?

Saldana: Alles ging unheimlich schnell, so dass wir nicht viel Zeit hatten. Außerdem drehte ich "Avatar" und beides überschnitt sich sozusagen. Aber als wir mit der Arbeit begannen, stimmte die Chemie zwischen uns zwangsläufig. Es war ein großartiges Set. Chris und Zach hätten nicht besser gecastet werden können. Ich kann Ihnen nicht sagen, ob ich den echten Zach oder den echten Chris je getroffen habe, weil sie so mit ihren Rollen verwachsen waren.

"Star Trek XI"-Promo-Poster mit Saldana als Uhura
io9: Haben Sie das Gefühl, dass von den Fans und den Medien ein gewisser Druck ausgeht?

Saldana: Ich schätze, dass das vielleicht der Grund war, warum J.J. nicht wollte, dass wir uns jede einzelne Episode anschauen und so ausführlich nachforschen. Er wusste, dass es einen Punkt geben könnte, an dem die Verantwortung uns durcheinanderbringen und unter Druck setzen würde. Er wollte es leicht und locker behalten. Er sagte immer: "Vertraut mir nur. Vertraut mir, es wird großartig werden."

io9: Wie sieht es mit den Gerüchten aus, die Miniröcke in diesem neuen "Star Trek" seien noch kürzer als in der Serie? Ist es so? War es schwierig, in so einem Mini zu arbeiten?

Saldana: Ich warte immer noch auf den Telefonanruf von den Paramount-Produzenten, in dem es heißt "Wissen Sie was, Zoe? Dieser Rock war nicht kurz genug." Nachdem ich die Serie gesehen habe ... diese Röcke waren verdammt kurz. Wenn man sie noch kürzer gemacht hätte, hätte man nur noch ein T-Shirt gehabt. Ich denke, sie werden damit zufrieden sein. Aber das Witzige ist, ich glaube nicht, dass wir weit genug gegangen sind.

io9: Welcher Schauspieler hat die größte Wandlung durchgemacht?

Saldana: Ich glaube, das haben wir alle. Manchmal hätte ich gesagt, es war Zachary, wenn er sich in Spock verwandelte. Aber dann kam Chris Pine morgens auf das Set marschiert mit seiner total übertriebenen Frisur und machte den Kirk-Gang nach. Wir alle haben uns in diese Charaktere verwandelt.

io9: Wie war es mit all diesen früheren Mannschaftsmitgliedern wie zum Beispiel Leonard Nimoy zu arbeiten?

Saldana: Umwerfend. Leonard ist der klassischste Schauspieler, den ich je getroffen habe. Er hat so eine Anmut und seine Energie und seine Vorgehensweise sind unglaublich. Nach all diesen Jahren zog er einfach seine Spock-Schuhe an und verwandelte sich in Spock. Als sein Charakter auftauchte, pustete er damit alle anderen einfach weg. Als ich hörte, Nichelle sei am Set, wäre ich fast gestorben. Ich bin sicher, für Zach war es das Gleiche. Man vertraut dir diesen Edelstein an und du musst darauf aufpassen und sicherstellen, dass du ihn heil wieder ablieferst, weil er schon lange vor dir erschaffen wurde. Und er wird auch danach noch da sein, also musst du ihn abliefern. Diese Verantwortung war ein bisschen demütigend.

io9: Erzählen Sie mir davon, wie es ist, eine der wenigen Frauen auf der Enterprise zu sein.

Saldana: Ich fand es Ehrfurcht gebietend. Auf der Enterprise zu sein mit all diesen Jungs, das sagt doch schon alles. Sie ist eine Frau, sie hat einen hohen Rang und sie kriegt ihre Sachen geregelt. Es geht nicht darum und ging nie darum, dass sie weiblich ist. Es war richtig Klasse. Ich fand es toll, das einzige Mädchen an Bord zu sein.

Promo-Poster zu James Camerons "Avatar"
io9: Wie haben Sie sich auf Ihre Rolle in "Avatar" vorbereitet? Ich hörte, Ihre Rolle ist sehr intensiv.

Zoe Saldana: Ich habe Kampfkunst trainiert, Bogenschießen, Reiten, alles. Ich hatte ein intensives halbjährliches Training für "Avatar" und habe jede Minute davon genossen. Ich habe nonstop trainiert. Wir wollten nämlich von klein auf beginnen. Jim schrieb diese phantastische Geschichte aus dem Nichts. Sie hat eine phantastische Message. Und die Technologie, die er nutzt, ist so sehr ihrer Zeit voraus, deshalb dauerte der Dreh so lange. Es wird auch noch lange dauern, bis der Film herauskommt, aber es wird das Warten wert sein. Es war eine der schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.

io9: Wie haben Sie sich auf diese neue Technologie vorbereitet?

Saldana: Es geht darum, dem Regisseur zu vertrauen. Ich glaube, dass durch die Auswahl der Technologie klar wurde, dass James Cameron der größte Perfektionist in diesem Business ist. Ich war besorgt und zuerst hatten wir endlose Besprechungen. Aber dann sagte er, ich solle einfach herausfinden, wie ich es am besten hinbekomme und das tat ich. Wir drehten dies in Motion Capture und man muss diese Welt in der Vorstellung erschaffen. Er wollte nicht, dass es aussah, als würde ich vor einer grünen Wand spielen und ich wollte das auch nicht. So arbeitete ich mit dem, was ich hatte und ich verliebte mich so sehr in die Geschichte und die Charaktere, dass mir alles ganz real vorkam.

io9: Was können Sie uns über Ihre Rolle erzählen? Es klingt, als sei sie tough.

Saldana: Wenn man bedenkt, für welche Arten von Charakteren James Cameron bekannt ist, ist es das beeindruckendste Power-Girl, das ich je gespielt habe. Es ist verdammt cool.

io9: Gibt es viel Krieg und Schlägereien?

Saldana: Darauf werde ich nicht eingehen. Die Geschichte ist sehr düster, aber es ist eine Geschichte, die sich jeder ansehen kann.

io9: Warum sollten die Leute sich "Avatar" anschauen?

Saldana: Weil Herr Cameron niemals damit aufhört, Spannung zu erzeugen. Er geht immer bis an die Grenze. Ich denke, dass "Avatar" für einen großen Wandel in der Filmgeschichte steht. Mit Motion Capture ist es nicht mehr wie in der Bluebox. Es ist tiefer, es ist "Beowulf" und "Polarexpress". Aber der Unterschied zwischen diesen Filmen und "Avatar" ist, dass diese Filme das Ziel haben, wie ein Cartoon auszusehen. Im Gegensatz dazu will "Avatar" echt aussehen. Ich habe bisher lediglich drei Minuten des Films gesehen und ich kann es nicht in Worte fassen. Ich kann es mit nichts anderem vergleichen, was ich je gesehen habe, weil ich etwas Derartiges noch nie gesehen habe. Es wird so gigantisch sein wie die Einführung des Ton- oder Farbfilms.

io9: Was glauben Sie, wann wir die ersten Trailer für "Avatar" zu sehen bekommen?

Saldana: Ich würde sagen, vielleicht am Ende dieses Jahres, aber ich kann das nicht beeinflussen, also vielleicht auch erst Anfang nächsten Jahres.

io9: Was hat Sie in den drei Minuten, die Sie gesehen haben, am meisten beeindruckt?

Saldana: Ich denke, Jim und was er geschafft hat. Er hat mit Peter Jacksons Firma Weta in Neuseeland gearbeitet und ich war dort unten und hatte die Ehre, all diese Leute kennenzulernen, die für Weta arbeiten. Ich war total von den Socken. So ist Jim. Er gibt sich mit nichts als dem Besten zufrieden. Und diese drei Minuten waren großartig, sie waren wunderbar.

io9: Haben Sie gesehen, wie Sie in "Avatar" aussehen?

Saldana: Ja, habe ich und alles, was ich dazu sagen kann, ist: "Oh mein Gott, ich war so beeindruckt."

(re - 09.10.08)

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