Florian Battke (fb)
10.01.01
Frakes hält die Zeit an
Aktuelle Projekte & Hoffnungen für "Star Trek X"
Die Februar-Ausgabe des offiziellen "Star Trek"-Magazins enthält ein Interview mit Jonathan Frakes, in dem er über seine Regie-Arbeit zu "Clockstoppers" und einige andere Dinge sprach. "Clockstoppers" ist der erste Nicht-"Star Trek"-Film, bei dem Frakes Regie führt.
"'Clockstoppers' ist von Paramount und Nickelodeon. Es ist ein sehr ironisches Rezept; Gale Hurd, berühmt durch 'Terminator' und 'Aliens - Die Rückkehr', Julia Pistor durch 'Rugrats' und ich selbst von der Enterprise machen diesen Film, der eine Mischung aus 'Zurück in die Zukunft', 'Ferris Bueller' und 'WarGames - Kriegsspiele' darstellt. Es ist ein Actionfilm für die ganze Familie, mit Science-Fiction-Elementen, geschrieben von diesen wundervollen neuen Autoren, Dave Stem und Dave Weiss, hauptsächlich an realen Orten und in einigen wenigen Studios gedreht. Wir sind gerade bei den Vorbereitungen und beginnen am 8. Januar mit den Aufnahmen. Das Drehbuch wird gerade fertiggestellt und das Casting findet am Donnerstag statt; es ist so aufregend, einmal außerhalb von 'Star Trek' zu arbeiten."
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Riker-Darsteller Jonathan Frakes |
"In der Tradition von 'Star Trek', reist der junge Held durch die Zeit. Er findet eine Erfindung seines Vaters, die ihn so stark beschleunigt, dass alle Dinge um ihn herum immer langsamer abzulaufen scheinen; er lebt sozusagen in der Hyper-Zeit."
Sobald Frakes mit diesem Film fertig ist, kommt hoffentlich schon der nächste: "Steve war hier", aber in der Zwischenzeit ist Hollywood mit einem Streik der Schauspieler konfrontiert. "Es sieht aus, als würde es diesen Streik bald geben. Was das angeht, bin ich sehr optimistisch - aber ich bin in der Minderheit. Ich werde bei Columbia sein und Dean Devlin, der Mann von 'Independence Day' wird der Produzent sein."
Eine Enttäuschung war, dass die Science-Fiction-Komödie "Star Patrol", bei deren Pilotfilm Jonathan Regie führte, nicht angenommen wurde. "Ich war enttäuscht. Ich war nicht überrascht, da man fühlen konnte, dass es schon während der Dreharbeiten abwärts ging; wir waren sehr daran interessiert, aber dann merkte man, wie das Studio das Interesse verlor. Es war also kein besonders großer Schock, aber traurig war es trotzdem. Es war eine großartige Idee: Eine Art 'Galaxy Quest' im halbstündigen Format."
Inzwischen ist Jonathan sehr stolz auf "Roswell", die Serie, bei der er ausführender Produzent ist. Sie geht nun in die zweite Staffel. "Star Trek"-Autor und Produzent Ronald D. Moore hat sich dieses Jahr dem Team angeschlossen, worüber sich Jonathan sehr freut. "'Roswell' ist in Höchstform. Ich denke, dass dies sicherlich auch Ron Moores Verdienst als neues Mitglied des Autorenstabs ist. Er schrieb die Folgen zwei und fünf und er ist mit Jason Katims stellvertretender Produzent, er bearbeitet also alles, was geplant wird. Außerdem arbeitet er am Handlungsbogen der Staffel."
"Die Marschbefehle von WB besagten, dass diese Serie mehr Science-Fiction benötigt, und diese Idee passt zu Ron Moore wie die Hand in den Handschuh! Jason ist mit dem Angst/Beziehungsteil in 'Roswell' und mit den meisten Geschichten sehr zufrieden, und Ron, der darin auch sehr gut ist, fährt auf Mythologie ab. Er kreierte einen großen Teil der klingonischen Mythologie und da diese Aliens in unserer Serie eine Mythologie benötigen, ist Ron der Richtige. Es geht mehr in die Richtung 'Woher kamen wir und wohin gehen wir?'"
"Gedacht war es als paranormale Alien-Serie, die nur zufällig High-School-Kinder enthielt, und ich dachte, sie brachten den Science-Fiction-Aspekt ein, damit man die Serie nicht mit allen anderen High-School-Serien in einen Topf wirft. Ich glaube sie wollten - und wir auch - einen 'Akte X'-Einschlag; es gibt ein Thriller-Element, ein Mystery-Element und außerdem ist es sehr sexy - diese Kids verlieben sich ineinander. Aber ich weiß, dass wir den Humor nicht verlieren sollten, wie es bei 'Star Trek' immer der Fall war, wir waren immer so verzweifelt, die lustigen Momente zu halten, denn es waren so wenige und der Abstand zwischen ihnen war so groß!"
Wegen seines Filmprojekts wird Jonathan nicht viel bei dieser "Roswell"-Staffel mitarbeiten können. "Ich habe mich wegen 'Clockstoppers' aus der Regie der Serie zurückgezogen, aber ich sehe sowohl die Drehbücher als auch die Szenen und ich mache zu Beginn und am Ende jeder Episode Notizen. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit, um Regie zu führen. Ich bin gerne dabei und beobachte diese Kids, da sie jede Woche besser werden. Ich vermisse das."
"Star Trek" und "Roswell" sind verschiedene Serien; bedeutet dies neue Anforderungen an den Regisseur? "Oh, die Regeln sind ein wenig anders. Die Macht der Aliens sind etwas anders als die der Enterprise, die Schauspieler sind ein wenig grüner als Patrick [Stewart] oder Brent [Spiner], und die Abkürzungen sind noch nicht so eingeschliffen wie nach 13 Jahren mit Freunden zusammen. Aber ich bin auf 'The White Room', die letzte Folge, die ich im Jahr 2000 gemacht habe, sehr stolz. Es ist nicht so verschieden. Man versucht, die Geschichte interessant zu erzählen, und dabei spielt der Name der Serie keine Rolle."
Jonathan fühlt auch, wie TV- und Filmregie näher zusammenrücken. "Ich glaube sie werden sich immer ähnlicher, abgesehen vom unterschiedlichen Format. Aber bei beiden möchte man die Kamera bewegen, das Geschehen im Bild haben, Übergänge sollen weich und effektvoll gestaltet sein. Ich denke, dass es kaum einen Unterschied gibt, es wechseln so viele hin und her.
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In "Star Trek XI" möchte Frakes am liebsten nicht nur als Riker zu sehen sein, sondern auch wieder Regie führen |
Jonathan ist auch auf der anderen Seite der Kamera erschienen, zum Beispiel in einer Folge von "
Hinterm Mond gleich links", Anfang 2000, zusammen mit seiner Frau
Genie Francis und als Gastauftritt in "Roswell", wo er sich selbst spielt, außerdem ist er in der dritten Staffel der Serie "
X-Factor: Das Unfassbare" von
Fox TV der Gastgeber. "Es wurden gerade 13 neue Folgen angefordert. Ich weiß nicht, wann ich da reinschneien werde, aber ich werde vor dem Jahresende noch einige machen; wenn wir mit den Aufnahmen fertig sind, mache ich noch ein paar. Ich liebe diesen Beruf; es ist so ein Unterschied zu meinem normalen Leben, dass ich mich wirklich darauf freue." Er trat auch noch einmal in "
The Lot" auf, wo er den Chef eines Filmstudios spielt.
Weitere Projekte für Jonathans Produktionsfirma Goepp Circle sind auf dem Weg. "Wir haben eine Fernsehshow für Kinder, 'Zooth's Magic', die wir mit Icon und Alliance produzieren. Es hat etwas von Harry Potter an sich; es ist die Geschichte von Zauberlehrlingen. Ich hoffe, dass jetzt, da ich mit Nickelodeon zusammenarbeite, sie auch daran interessiert sein werden."
Eine weitere Idee, eine Biographie von Jack London, war eine Herausforderung. "Es war ein schwerer Verkauf! Tom Cruise hatte etwas in Entwicklung, wo er Jack London spielte, und konnte damit keinen Anklang finden...! Wir schienen auf Mauern zu zu rennen, die er vielleicht schon getroffen hatte." Es gab auch ein Projekt, welches Jonathan "Frankenstein 2000" nannte. "Oh, das lebt noch immer! Für das USA Network vielleicht. Geschrieben von Rob Hedden, der ironischerweise den ersten Entwurf für 'Clockstoppers' schrieb. 'Frankenstein 2000' und eine Serie von ihm, 'Mystic', versuchen wir gerade zu verkaufen."
Die meisten Ideen kommen von Menschen, die auf Jonathans Firma zukommen. "Die Hauptarbeit im Vorfeld wird von meiner Partnerin Lisa Olin gemacht. Sie filtert sie, und hört alle an. Da kommen die verschiedensten Typen. Manche machen keinen Sinn für uns, andere sind wirklich toll." Frakes zieht es jedoch vor, auf dem Set zu sein. "Ich bin froh, dass ich nicht von der Entwicklung lebe. Ich finde es viel schöner zu drehen, als etwas zu verkaufen. Verkauf ist nicht mein Feld. Ich bin lieber unten in der Fabrik!"
Die Gelegenheit, Werbefilme zu drehen, liegt wegen des Schauspielerstreiks auf Eis. "Ich hatte eine Werbung, die ich nicht machen konnte. Aber ich hoffe, es kommt noch dazu. Ich mag das Zeitelement bei diesen Produktionen und der Job dauert nur ein paar Wochen. Das ist irgendwie befriedigend. Was ich am Fernsehen mag, sind Anfang, Mitte und Ende."
Was sonst noch? "Ich glaube das war's. Gott weiß, es klingt nach viel! Es sind nicht genug Stunden in einem Tag, wenn man Kinder und einen Beruf hat." Aber - wie die Fans - wartet Jonathan auf den nächsten "Star Trek"-Film. Er wiederholt, dass er gerne einen "großen" Film hätte. "Für 'Star Trek X' und den ersten 'Star Trek'-Film des Jahrtausends müssen wir etwas Großartiges machen. So viel Spaß der kleinere, romantische 'Aufstand' auch war, wir brauchen einen riesigen Action-Abenteuer-Film."
Und wir können ein früheres Internetgerücht zur Ruhe legen: "Ich habe nie gesagt, dass ich nicht auch Regie führen würde! Ich hoffe natürlich darauf." Er würde also gerne noch einen dritten "Star Trek"-Film machen? "Auf jeden Fall! Ich wäre stolz!"
(fb - 18.08.09)
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