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Alexander Wenzel (wa)30.03.08

Shakespeare und Science-Fiction

Patrick Stewart über sein aktuelles Bühnenstück

Von Shakespeare zu Science-Fiction und wieder zurück: Patrick Stewart im Interview mit BBC London über "Macbeth", über das Wiederaufleben seiner Liebesbeziehung mit der Londoner Bühne und über Trekkies im Publikum.

Patrick Stewart steht hinter den Kulissen im Gielgud Theater, sinnend über sein Sci-Fi-Etikett und die regelmäßige Anwesenheit von Trekkies im Publikum, wenn er die Bühne betritt. "Sie kommen hier an und Jean-Luc Picard ist nirgendwo zu sehen. Stattdessen geht etwas anderes vor sich..."

Patrick Stewart
"Ich treffe diese Leute hinterher, ich bekomme von ihnen Briefe und sehe sie am Bühneneingang", sagt er, während seine wohlklingende Stimme lebhafter wird. "Und sie sagen: 'Ich habe noch nie zuvor etwas von Shakespeare angesehen, ich dachte nicht, dass ich das verstehen würde, aber es war wundervoll und ich kann es gar nicht abwarten wiederzukommen.'"

"Wissen Sie", er erhebt die Stimme, "wir gewinnen neues Publikum für Shakespeare hier im West End." Der 67-jährige Schauspieler hat allen Grund, aufgeregt und auch ein wenig zufrieden zu sein. Vor seinem Hollywood-Abstecher für "Star Trek: The Next Generation" und dessen Leinwand-Ablegern sprach er als erster Schauspieler eine Zeile auf der Bühne des Barbican Theaters in der Titelrolle von "Heinrich IV".

Das war damals, 1981. Nun lässt er seine Liebesbeziehung mit der Londoner Bühne wiederaufleben und arbeitet auf regulärer Basis mit der RSC [Royal Shakespeare Company] zusammen, meistert "Antonius und Cleopatra", "Der Sturm", und nun eine den Puls beschleunigende Version von "Macbeth" im modernen Gewand.

Rupert Goolds Inszenierung, zuerst gezeigt im Chichester Festival Theatre, wird nun vor ausverkauftem Haus in der Shaftesbury Avenue aufgeführt. Während Stewart dies der BBC London erzählt, wiegt er sein berühmtes haarloses Haupt.

"Die Handlung wurde in den Kalten Krieg versetzt, spielt irgendwo in Osteuropa während der späten 40er- und frühen 50er-Jahre. Glaubhaft wird das durch Textreferenzen [bei 'Macbeth'] über Spione in den Häusern der Menschen, über Folter und das Herrschen durch Furcht." Shakespeares bekannte Tragödie wurde aus diesem Grund im Stil der Sowjet-Ära verändert, komplett mit Militäruniformen und Bildmaterial von Truppenaufmärschen auf dem Roten Platz. Und doch gibt es Dinge, die sich nicht ändern. So will es der Aberglaube, dass man das Stück nicht beim Namen nennen darf, solange man innerhalb des Theaters ist, aus Furcht, damit Unglück über die Inszenierung zu bringen. Könnte der Fluch des schottischen Stücks jedoch bereits zugeschlagen haben, in diesem frühem Stadium seiner Spielzeit am Gielgud?

"Ich bestellte ein Bad für mein Haus und nachdem ich fünf Monate darauf gewartet hatte, wurde es geliefert - und war kaputt. Ich mache das Stück dafür verantwortlich!", poltert Stewart vergnügt. "Was tun wir also? Wir leben und atmen es jeden Tag und drücken uns weiterhin die Daumen. Was immer geschehen mag, kann nicht schlimmer sein als mein beschädigtes Bad."

(wa - 02.11.08 - Quelle: BBC.co.uk)


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