Susanne Grahn (gra)
07.09.10
Tom Hardy: Nach Shinzon
"Nemesis"-Schauspieler zurück im Kino
In einem neuen Interview, erschienen auf StarTrek.com, spricht Tom Hardy über "Star Trek: Nemesis" und seine neuen Filme "Inception" und "Mad Max: Fury Road".
Tom Hardy erlebt gerade einen Höhenflug, wie ihn alle Schauspieler im Leben erfahren möchten. Der 32 Jahre alte Brite erhielt internationale Anerkennung für die Hauptrolle in dem 2009 erschienenen Drama "Bronson", er spielt mit herausragenden Schauspielern im aktuellen Blockbuster "Inception" und hat das Kampfkunst-/Familiendrama "Warrior" im Kasten. In dieser Woche unterschrieb er für den Film "This Means War", in dem er zusammen mit "Star Trek"-Darsteller Chris Pine vor der Kamera stehen wird. Außerdem wird er die Rolle des Mad Max in einer Neufassung dieses Franchises mit dem Titel "Fury Road" spielen. Hardy hat einen Bezug zu "Star Trek", seit er in "Star Trek: Nemesis" als rachsüchtiger Picard-Klon Shinzon die Enterprise und ihre Crew bedrohte. StarTrek.com hatte vor Kurzem die Gelegenheit zu einem exklusiven Gespräch mit Hardy, in welchem er nicht nur über "Inception" und "Fury Road" sprach, sondern sich auch an seinen Besuch im "Star Trek"-Universum erinnerte.
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Tom Hardy |
StarTrek.com: Lassen Sie uns mit "Inception" beginnen. Im Film spielen Sie den Fälscher Eames. Hat Autor und Regisseur Chris Nolan Sie zunächst angerufen und die Story mit Ihnen besprochen, oder bekamen Sie zuerst das Drehbuch zu lesen?
Tom Hardy: Zu dieser Zeit drehte ich gerade "Warrior" in Pittsburgh. Ich war noch dabei zu trainieren, eine Woche später sollten die Dreharbeiten beginnen. Ich bekam einen Anruf von den Jungs aus meiner Agentur, sie sagten: "Chris Nolan würde dich wahnsinnig gerne treffen. Wenn du kannst, wollen Sie dich für ein Gespräch ausfliegen." Also traf ich Chris und wir unterhielten uns. Wir hatten ein sehr ehrliches und offenes Gespräch über das Leben, haben uns dabei ein genaues Bild von dem anderen gemacht und uns über die Arbeit unterhalten. Am Ende sagte er: "Ich mache diesen Film und hoffe, dass er dich interessiert. Ich glaube, du wärst darin großartig, aber ich weiß nicht, ob es für dich terminlich geht." Ich sagte: "Kann ich das Drehbuch bekommen?", und er antwortete: "Im Moment nicht. Aber wenn die Termine passen, wäre es großartig, wenn du es lesen würdest." Schließlich klappte die Terminplanung, und er schickte mir das Drehbuch. Ich las es und war total verblüfft.
StarTrek.com: Dieser Film ist wirklich bewusstseinsverändernd. Wie viel mussten Sie von der gesamten Geschichte verstehen, um Eames spielen zu können?
Hardy: Der Beginn des Films, der erstmalige Download von Informationen, ist Teil dieses gewaltigen, genialen Meisterstücks aus Handlungskonstruktion, vielschichtigen Charakteren und menschlichen Handlungen aus Hingabe und Liebe. Es ist eine Liebesgeschichte und eine erweiterte Actionstory. Es gibt die Vorstellung von Träumen und wie sie funktionieren und wie man in das Unterbewusstsein eindringen kann. Sobald ich das alles "heruntergeladen" hatte - und dazu waren wiederholtes Lesen und ziemlich viele Gespräche mit Chris notwendig - ging das Rennen los. Danach wurde es ein sehr intimer und angenehmer Dreh und ein einfach zu spielender Charakter.
StarTrek.com: Nolan war sehr sparsam mit Special Effects und hat so gut wie alles selbst vor der Kamera inszeniert. Was war der außergewöhnlichste Stunt, den Sie absolvieren mussten?
Hardy: Das Verrückteste war, dass ich mich zusammen mit meinem Freund Peanut aus der Bronx am Abhang eines Berges wiederfand und Skifahren lernen musste. Keiner von uns hatte je versucht, mit nichts als zwei Brettern unter den Füßen einen Abhang hinunterzusausen, geschweige denn, dass wir Experten im Extrem-Skifahren gewesen wären. Also musste ich Skifahren lernen und hatte dafür nur ein paar Tage Zeit. Dann, am Ende des Drehs, war ich mit Chris und dem Team alleine, um noch ein paar Stuntszenen zu drehen. Wir waren wieder am Abhang des Berges, und ich fuhr Ski, erledigte die Feinde, jagte Dinge in die Luft und kämpfte. Ich hatte Spaß an diesem Jungszeug, und ich hatte das Set eine Woche lang für mich allein.
StarTrek.com: Viele Leute sind begeistert davon, dass Sie Mad Max spielen werden. Alle gehen davon aus, dass mit "Fury Road" ein neues Franchise gestartet werden soll. Sehen Sie das auch so, oder halten Sie "Fury Road" nur für ein einmaliges Projekt?
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 Hardy als Shinzon in "Star Trek: Nemesis" |
Hardy: Im Moment möchte ich nur die Erwartungen erfüllen und denke noch nicht darüber hinaus. Mir ist klar, dass ich vermutlich einige Fans verlieren werde. Es wäre dumm, sich nicht darüber im Klaren zu sein, dass es da draußen Mel Gibson/"Mad Max"-Fans gibt. Ich würde sie wahnsinnig gerne von mir überzeugen, und wenn mir das nicht gelingt, respektiere ich natürlich ihre Verbundenheit mit Mel und den ursprünglichen "Mad Max"-Filmen. Alles, was ich dazu sagen kann, ist: ich werde frisch und mit vollem Einsatz an diesen Film herangehen. Es ist auch eine emotionale, eine menschliche Geschichte. Es ist nicht nur Action. Also werde ich mich auf den tagtäglichen Prozess konzentrieren (und mir keine Gedanken über den Gibson-Faktor oder die Möglichkeit eines Franchise machen).
StarTrek.com: Noch einmal zurück zu "Star Trek: Nemesis": Was hat dieser Film für Sie bedeutet?
Hardy: Es war großartig, weil ich durch das Drehen eines großen Studiofilms auf einer großen Tonbühne in Amerika so viel gelernt habe. Die Arbeitsweise unterscheidet sich sehr stark von der in England, vor allem wegen der ausgedehnten Entfaltungsmöglichkeiten und der Fähigkeit, ein enorm breites Publikum zu erreichen. Außerdem ist das "Star Trek"-Franchise so groß und so wichtig für die Fans. Ich habe viel über das Arbeiten unter Zeitdruck gelernt, über das Arbeiten in Amerika und mit berühmten Leuten. Es war so wichtig und notwendig, dass ich auf diese Erfahrungen zurückgreifen konnte, als ich einen Film wie "Inception" drehte.
StarTrek.com: Manche Fans mögen "Nemesis" wirklich, andere nicht. Was war Ihre Meinung zu diesem Film?
Hardy: Mir gefiel "Nemesis". Ich hatte unheimlich viel Spaß daran. Ich war fest davon überzeugt, dass "Nemesis" sich würdig in die Reihe der "Star Trek"-Filme einreiht. Ich bin sehr stolz darauf.
StarTrek.com: Haben Sie noch ein paar Shinzon-Actionfiguren?
Hardy: Natürlich. Ich habe ein paar Figuren in einer Schachtel, und immer wenn mein dreijähriger Sohn eine findet, ruft er: "Daddy!" und versucht, sie kaputtzumachen. Ich versuche, wenigstens eine zu retten, damit er sie bekommen kann, wenn er älter ist und sie an seine Kinder weitergeben kann.
StarTrek.com: Es hat den Anschein, dass Ihre Karriere im Moment richtig durchstartet, was viele schon während der Zeit von "Nemesis" erwartet hatten. Wie fühlen Sie sich angesichts dieser Situation?
Hardy: Wie Sie richtig gesagt haben, hatte ich bereits mit so einer Situation zu tun, und ich habe gelernt, dass Karrieren sich wellenförmig bewegen. Es kann einem besser oder schlechter gehen. Man kann zu sehr im Rampenlicht stehen. Es gibt so viele verschiedene Variablen. Aber ich habe wirklich immer gearbeitet, und heute weiß ich, dass meine Familie und meine Arbeit das Wichtigste für mich sind.
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(gra - 07.09.10 - Quelle: StarTrek.com)
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