Klaus Kornfeld (kk)
23.02.09
Whoopi online
Ein Interview mit "Stream"-Star Whoopi Goldberg
Während die meisten Fans sie für ihre Comedy-Rollen kennen, ist sie unter "Star Trek"-Fans als Guinan aus TNG bekannt, die sie in fast 30 Episoden verkörpert hat. Seitdem ist der Charakter Guinan nicht mehr in "Star Trek" aufgetaucht. Doch jetzt ist sie in die Science-Fiction-Welt zurückgekehrt, als Hauptrolle und Executive Producer von "Stream", der sechsten und neusten Serie von FEARNet. Sie wurde von der gleichnamigen Seite zum Interview gebeten.
Goldberg behauptete, dass ihr Interesse an dem Science-Fiction-Genre nie verloren ging und sie schon immer ein Comeback machen wollte. Es reizte umso mehr, dafür als Star einer Webserie zu fungieren.
FEARNet: Nach so einer langen Zeit, die Sie dem Science-Fiction-Genre ferngeblieben sind: Was hat Sie dazu bewogen zurückzukehren?
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 Whoopi Goldberg |
Whoopi Goldberg: Science-Fiction hatte mich schon immer interessiert und dadurch hatte ich auch die Rolle in TNG mit viel Glück bekommen. Aber seitdem versuchte ich wieder Rollen zu finden, die mich ansprechen würden. Tom, mein Partner, der unsere Firma
One Ho leitet, hatte einen Freund, der für junge Leute Webepisoden machte. Gerade auch solche Webepisoden, sie dauern eine bis ein paar Minuten, fingen mich dann auch an zu interessieren und ich meinte, wir sollten so etwas auch tun.
Tom kam dann mit einem Projekt und meinte, es wäre genau das, was mich ansprechen würde. Damit hatte er Recht. Aber er stellte gleich fest, dass sie kein Geld dafür hatten. Ich stimmte prompt zu. Auch sagte er, dass es ein ungewöhnliches Projekt sei, aber davon ließ ich mich nicht abschrecken und antwortete einfach, dass es okay sei und dass ich nun einmal so bin, also lass es uns machen! Ich liebte die Idee.
Wir versuchten schon seit Jahren, uns eine Plattform im Internet aufzubauen, und das schien genau das Richtige zu sein. Es war die perfekte Gelegenheit und die gute Story, die über eine Person erzählt, die denkt, dass sie alle schizophren sind und allein in der Welt und es stellt sich dann heraus, dass das nicht alles ist. Auch Zeitreisen und das Erkennen der Vielfalt des Lebens spielen eine Rolle.
FEARNet: In "Stream" reden die Charaktere oft über das "Streaming", eine Art Rückblick in die Vergangenheit und Vorschau in die Zukunft. Hatten Sie jemals solche körperlichen Erlebnisse?
Goldberg: Na klar hatte ich das schon. (lacht) Manchmal sehe ich Dinge, die dann auch wirklich passieren. Ich bekomme diese Geistesblitze von Dingen, aber ich weiß dann noch nicht, was sie bedeuten. Nach einem Jahr oder nach gar fünf Jahren komme ich darauf und denke mir: Oh, mein Gott, das ist es! Ich wusste es! Ich denke, dass viele Leute um mich herum solche Erlebnisse haben, aber nicht offen darüber sprechen. Da könnte man doch als verrückt eingestuft werden, oder? Und genau das ist das Problem von Jodi, der Hauptfigur...
FEARNet: Jodi ist ein sehr introvertierter Charakter. Wie gelang es Ihnen, Ihre Rolle zwischen der erwachsenen Jodi und der jungen Jodi aufzuteilen?
Goldberg: Also, ich würde sagen, als sie jung war, hatte sie viel mehr Feuer und den größeren Wunsch zu kämpfen und alles über die Welt herauszufinden. Nach einiger Zeit verlässt sie das Feuer und die Motivation und sie kehrt in sich. Als Zuschauer weiß man mehr als der Charakter. Man erfährt von ihrem "Leidensweg", aber man weiß auch nicht alles. Nach einiger Zeit erfährt man mehr und kann all die Bausteine zusammensetzen und ein Bild formen. Sie trifft dann Leute, die so sind wie sie, so agieren wie sie. Ich finde, die Story ist sehr real. Du gehst raus und du willst keine Aufmerksamkeit. Dennoch starren dich andere an. Aber wenn man andere Leute findet, die genauso wie du denken, dann fühlt sich das auf einmal nicht mehr komisch an. Du steigerst dein Selbstvertrauen und fängst wieder an, an dich zu glauben.
FEARNet: In dieser Serie spielen große Namen wie William Sadler und Sie mit. Was reizt eine Schauspielerin wie Sie, in solchen Webepisoden mitzuspielen?
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 Die Schauspielerin spielt nach Film und Fernsehen nun im Internet |
Goldberg: Zum einen: Es sind kurze Episoden. Man kann viel machen aus ein paar Minuten. Wenn man einen Job hat, kann man nach der Arbeit nach Hause gehen, sich ausruhen und dann diese paar Minuten drehen. Die kann man praktisch überall drehen und es funktioniert! Es kostet auch nicht viel Geld. Es ist sogar günstig. Es ist immer wieder schön zu zeigen, dass man sein Handwerk beherrscht, auch in solchen kurzen Streifen. Als Star erwarten die Leute von dir, dass du mit deinem großen, teuren Auto in der Gegend herumfährst, dass du dich wie ein Star benimmst. Gerade diese kleinen Projekte geben dir die Möglichkeit, etwas Kleineres zu tun, nicht als
Hollywood-Star dazustehen. Es ist die Flexibilität eines solchen Genres, die mich inspiriert.
FEARNet: Sie hatten schon TV-Rollen, Sie spielten in Filmen mit und jetzt in Online-Episoden. Wo sehen Sie Ihre Karriere in Zukunft?
Goldberg: Das Internet war als Plattform allgegenwärtig. Jetzt nahm ich es aktiv wahr. All die neuen Genres, die neuen Plattformen - ich will es einfach probieren. Ich will sehen, wie es funktioniert, denn über diese Plattformen kommunizieren wir Menschen und das gefällt mir. Das Internet eröffnet sehr viele Möglichkeiten, sich zu präsentieren. Es geht nicht darum, schön zu sein, es geht darum, interessant zu sein und deswegen schauen sich die Leute Webepisoden an.
FEARNet: "Stream" behandelt die Ängste und Alpträume von Jodis Psyche. Was ist Ihre größte Angst?
Goldberg: Fliegen. Ich hasse das Fliegen!
FEARNet: Aber Sie fliegen trotzdem?
Goldberg: Nein, das tue ich nicht! Ich bin seit 15 Jahren nicht geflogen. William Shatner in "Twilight Zone", das bin ich! (lacht)
(kk - 23.02.09 - Quelle: FEARNet.com)
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