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Florian Battke (fb) Wil Wheaton: Einfach ein Geek Über das Leben vor, als und nach Wesley Es gibt TV-Charaktere, die derart verhasst sind, dass man schon seltsam sein muss, wenn man nicht auf ihnen herumhackt. Einer, der davon ein Lied singen kann, ist Wil Wheaton, der Wesley Crusher in "Star Trek: The Next Generation" gespielt hat. Er hat sich die Zeit genommen, um TheForce.net über sein Leben nach "Star Trek" und seine Hassliebe zu "Star Wars" zu erzählen, und auch darüber, warum die Leute langsam beginnen, anders über ihn zu denken. Studien zeigen, dass es den Menschen schwerfällt, Schauspieler und die von ihnen verkörperten Charaktere voneinander zu trennen. Man braucht natürlich keinen Universitätsabschluss, um das zu wissen. Es reicht schon, wenn man "Galaxy Quest" anschaut und den Schmerz auf Alan Rickmans Gesicht sieht, wenn die Fans ihm zurufen: "Bei Grapthars Hammer, du wirst gerächt werden!" Dann weiß man, was Schmerz ist.
Dann gibt es auch noch Charaktere, die bei allen Zuschauern derart verhasst sind, dass man schon seltsam sein muss, wenn man nicht auf ihnen herumhackt. Einer, der davon ein Lied singen kann, ist Wil Wheaton, der den häufig in den Schmutz gezogenen Wesley Crusher in "Star Trek: The Next Generation" gespielt hat. Fans von "Star Wars" haben eine besondere Freude daran, ihn zu beschimpfen. Aber wie viel wissen wir wirklich über den Mann? Ein Blick auf seine eigene Website WilWheaton.net bringt Lesevergnügen, da Wil regelmäßig Neues in seinem Blog veröffentlicht. Seine FAQ und die Geschichten aus der Vergangenheit zeigen, dass der Mann hinter dem Charakter von vielen zu früh verurteilt wurde. Und bald werden wir ihn noch besser kennen lernen. Der 30-Jährige wird im kommenden Monat sein erstes Buch, eine Autobiographie, veröffentlichen. Der Schauspieler und Autor hat sich Zeit genommen, um TheForce.net über sein Leben nach "Star Trek" und seine Hassliebe zu "Star Wars" zu erzählen, und auch darüber, warum die Leute langsam beginnen, anders über ihn zu denken. Frage: Sie nennen sich selbst einen Internet-Geek. Sind Sie eine Nachteule? Wil Wheaton: Das war ich, bin es allerdings nicht mehr, wegen der Kinder. Wenn meine Frau nicht in der Stadt ist und ich alleine im Haus bin, dann falle ich in solche alten Gewohnheiten zurück, besonders wenn ich schreibe. Am besten schreibe ich sehr spät abends und sehr früh am Morgen. Frage: Einer der letzten Einträge in Ihrem Blog handelt von Ihrer Begegnung mit einer Gifteiche. Wheaton: Oh ja, da leide ich noch ziemlich drunter. (lacht) Es ist echt schlimm. Ich hab sie beim Geocaching berührt. Frage: Geocaching? Wheaton: Das ist eine Art weltweite Schatzsuche. Man braucht nur einen GPS-Empfänger. Auf der Geocaching Website kann man nach Orten in der Nähe suchen, wo andere Leute diese Geocaches versteckt haben. Meistens ist es eine Plastikbox oder ein Filmdöschen mit kleinen Schätzen oder Spielzeugen drin. Wenn man etwas wegnimmt, lässt man etwas anderes zurück, unterschreibt im Logbuch und schreibt schließlich noch auf der Website über den eigenen Erfolg bei der Suche (oder auch den Misserfolg, was bei mir häufiger vorkommt). Frage: Also ist die Reise das Ziel? Wheaton: Für mich schon. Es macht mir nichts aus, wenn ich den Cache nicht finde. Wenn ich meine Kinder mitnehme, möchte ich ihn finden, weil es dann für sie spannender ist. Aber für mich selbst geht es mehr um die Suche. Es ist eine wunderbare Metapher. So viele Orte in meiner unmittelbaren Umgebung hätte ich nie entdeckt, wenn ich dort nicht einen Geocache gesucht hätte. Ich habe mein ganzes Leben in Pasadena gelebt und die San Gabriel Mountains sind einen Steinwurf von meinem Haus entfernt. Solche Dinge hält man einfach für selbstverständlich. Was die Gifteiche betrifft... Ich bin kein Vollidiot, ich weiß, wie eine Gifteiche aussieht. Ich bin in den Wäldern hier aufgewachsen. Aber wenn ich einen Geocache suche, bin ich so auf die Koordinaten und die Hinweise konzentriert, dass ich meine Umgebung nicht so genau beachte, was wohl noch schlimmer ist als wenn man nicht weiß, wie eine Gifteiche aussieht. Denn dann könnte ich einfach auf meine Unwissenheit verweisen, aber so ist es einfach Achtlosigkeit. Wenigstens habe ich noch keine Klapperschlangen gefunden. Frage: Der Artikel im Blog hat viele Leute dazu gebracht, ihre Hausmittelchen gegen den Juckreiz vorzustellen... Wheaton: Das ist echt lieb. Es ist einer der unerwarteten Vorteile, wenn man eine Website hat. Ich kann von diesem Wissensschatz im Internet profitieren. Die Menschen sind bereit, ihre Geschichten und Erfahrungen mitzuteilen, und da es ein öffentliches Forum ist, können alle von dem geteilten Wissen profitieren. Das halte ich für die ursprüngliche Idee des Internet. Frage: Lassen Sie uns mal ins Jahr 1985-86 zurückgehen. "Star Trek: The Next Generation" war nur ein Glitzern in Roddenberrys Auge. Der Name Wesley Crusher klingt für normale Menschen nach einem schlechten Boxer. Zu diesem Zeitpunkt, waren Sie da Science-Fiction-Fan? Wheaton: Oh, meine Antwort könnte leicht einen heiligen Krieg auslösen. Ich war ein Fan von "Star Wars". Ein absoluter Riesen-Riesen-Riesen-Fan, der jedes "Star Wars"-Spielzeug besaß. Ich weiß, dass manche Puristen "Star Wars" als "Science Fantasy" oder "Weltraumoper" bezeichnen. Was mich betraf, gab es dort coole Raumschiffe und Waffen, deshalb war es für mich Science-Fiction. Es hat mich wirklich gefesselt. Ich besaß alle Actionfiguren, ich habe die Originalfilme öfter gesehen, als ich sagen kann. Ich war in einem Alter, in dem ich "Die Ewoks" wirklich cool fand. Als "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" in die Kinos kam, war ich gerade elf Jahre alt. Davor kann ich mich an einen Besuch in der Topanga Plaza Mall erinnern, etwa eine halbe Meile von unserem damaligen Haus entfernt. Ich war fünf und stand ewig an, um Darth Vader zu treffen und sein Autogramm zu bekommen. Und natürlich war es ein Typ im Kostüm, aber durch die Augen eines Fünfjährigen war es perfekt. Meine Mutter hat ein Foto gemacht und hat es mir kürzlich gegeben. Heute ist es alt und verblichen, aber es zeigt mich mit Darth Vader. (Pause) Es ist fantastisch. (lacht) Aber ich mochte auch die erste "Star Trek"-Serie. Ich erinnere mich daran, wie ich mit Freunden "Star Trek" gespielt habe. Ich wollte immer Spock sein. Ein wirklicher Hardcore-Fan bin ich erst bei "The Next Generation" geworden, weil ich da einer Riesenmenge Science-Fiction ausgesetzt war. Ich ging auf Conventions, traf Autoren, andere Fans und sah viele Dinge, die ich sonst nie gesehen hätte. Den Punkt ohne Wiederkehr zur Normalität habe ich dann beim Lesen von "Ringworld" endgültig überschritten.
Wheaton: Na ja ... ich hasse "Episode I". Und zwar so sehr, dass ich "Episode II" nicht einmal sehen will. (Pause) Ist das nicht schrecklich? Frage: Es mag viele Leute geben, die Ihnen bei "Episode I" zustimmen würden, aber "Episode II" sehen viele als einen Schritt in die richtige Richtung. Haben Sie den zweiten Film wirklich nicht ein einziges Mal angeschaut? Wheaton: Nein. Ich habe die Werbung gesehen und den Kampf von Yoda. Der Grund, warum ich "Episode I" hasse und "Episode II" nicht anschauen will ist folgender: "Episode I" ist einfach ein schlechter Film. Er hat zwar ein paar interessante Sachen, ist aber insgesamt eine riesige Enttäuschung. Mein kleiner Bruder hat mit mir zwölf Stunden in der Schlange gesessen und "Magic: The Gathering" gespielt, um in die erste Vorstellung an Mitternacht zu kommen. Frage: Hat Sie da jemand erkannt und zur Rede gestellt? Wheaton: Nein. Wenn ich ausgehe, werde ich viel seltener erkannt, als viele glauben. Niemand hat mich erkannt. Meine Frau hat erst später herausgefunden, dass ich dort war und macht sich jetzt über mich lustig. Während wir gewartet haben, gab es dort ein greifbares Gefühl der Vorfreude. Alle waren wie elektrisiert. Ich erinnere mich an die große Anspannung. Wir hatten die Special Editions angeschaut und waren bereit für den neuen Film. Wir gingen also rein, die Musik fängt an, wir schreien vor Freude während der Einleitungstext vorbeizieht, alle spielen verrückt, und der Film beginnt. Nach etwa einer halben Stunde fällt auf, dass der Film sich nicht entwickelt. Diese Charaktere sind mir egal, es interessiert mich nicht. Dann die Sache mit Jar-Jar Binks, die einfach unentschuldbar ist. Alle meine Freunde stimmen mir da zu. Muss man "Episode II" gesehen haben, um den ersten Film würdigen zu können? Das halte ich für Unsinn. Jeder Film sollte für sich selbst stehen können. Man muss nicht "Die zwei Türme" sehen, um "Die Gefährten" als tollen Film zu erkennen. Es ist unentschuldbar für mich, dass so viel Geld und Zeit und die Begeisterung von Millionen Fans für George Lucas nur gereicht haben, um einen unterirdischen Film zu drehen, den man erst mit einem anderen Film zusammen akzeptieren kann. Deshalb weigere ich mich, "Episode II" anzuschauen. Meine Freunde wollen mich umstimmen, damit ich "Episode I" nicht mehr für so schlecht halte. "Nicht mehr so schlecht? Es ist ein beschissener 'Star Wars'-Film, der sollte perfekt sein! Er sollte atemberaubend sein!" Es sollte wie bei "Die Gefährten" ein Film sein, den man immer und immer wieder sehen will. Ich will niemanden beleidigen, der den Film gemocht hat. Es gibt bestimmt Leute, denen er gefallen hat, und ich werde bestimmt böse Kommentare für meine Meinung zu hören bekommen, aber so empfinde ich es nun einmal. Frage: Würden Sie sich dennoch als "Star Wars"-Fan bezeichnen? Wheaton: Absolut! Wenn ich kein Fan wäre, wäre mir das alles egal. Wenn ich "Star Wars" nicht so lieben würde, und es nicht so ein wichtiger Teil meiner persönlichen Entwicklung gewesen wäre, wäre es mir egal. Die Special Edition kam kürzlich im Fernsehen, und ich habe etwa zu der Zeit eingeschaltet, als Luke die ermordeten Jawas findet. Ich habe alles stehen gelassen und den Film bis zum Ende angeschaut. Und ich habe gemerkt, dass ich jede Zeile Text auswendig konnte. (großes Gelächter) Frage: Sie leben beiderseits des "Grenzzauns" zwischen "Star Wars" und "Star Trek". Wünschen Sie nicht manchmal, dass beide Seiten sich einfach vertragen könnten? Wheaton: Ich hatte wirklich Glück. Ich war nie anwesend, wenn es zum Streit zwischen "Star Wars"- und "Star Trek"-Fans kam. Ich finde solche Fanstreitigkeiten sind das Dümmste überhaupt. Das ist so dumm. Im Inneren sind wir alle Geeks. Wir waren alle die Außenseiter, die es in der Schule schwer hatten, und die meisten von uns sind inzwischen weiter und haben gut bezahlte Jobs. Nur weil einer "Star Wars" mag und ein anderer "Star Trek", sollten sie sich nicht streiten, welches besser ist. Sie sind einfach unterschiedlich, das ist alles. Ich war mal zwischen Fans der Föderation und Fans der Klingonen. Das sind die Leute, die alles viel, viel, viel zu ernst nehmen. Immer wieder findet man Leute, die den Streit [zwischen Wars und Trek] humorvoll austragen und sich einfach nur darüber lustig machen, und so was macht dann Spaß. Aber manchmal trifft man auf Leute, die viel zu weit gehen. Frage: Zum Beispiel Leute, die die klingonische Sprache lernen? Wheaton: Äh ... ja. (lacht) Gestern hat jemand gefragt, was verrückter ist: Klingonisch oder Elfisch sprechen zu können. Keine Ahnung. Ich habe mit Freuden die "Herr der Ringe"-DVD angeschaut und wir haben darüber gelacht, dass manche Fans sich aufregen, weil die elfischen Dialoge untertitelt sind. Frage: Es gibt eine Vorstadtlegende, dass Sie einmal zu einer Convention gefahren sind, weil andere Schauspieler (Jonathan Frakes und Marina Sirtis) Sie angerufen haben, um zu sagen, dass böse über Sie, Wil Wheaton, gelästert würde. Die Legende sagt, dass Sie sich vor Ort sehr gut verteidigt haben. Wheaton: Das sind einige Ereignisse, die der Geschichte nahe kommen und in ihr kombiniert sind. Wow. Ich bin eine Legende! Später werde ich euch erzählen, wie ich die Großen Seen mit meinem großen blauen Ochsen geschaffen habe. (beide lachen)
Patrick Stewart war auf der Convention und rief mich an, da ich in der Nähe wohnte. Er sagte: "Du solltest herkommen und für dich selbst sprechen." Und das tat ich. Ich stand etwa 15 Minuten hinten im Raum und hörte den Leuten zu, wie sie auf meine Person schimpften, was wirklich dumm war. Ich meine, wo ist da die Logik? Welche Art Vollidiot gibt einem Vierzehnjährigen die Schuld an einer Rolle, die von Erwachsenen für Erwachsene geschrieben wurde? Es ist unglaublich dumm. Es ist etwas anderes, wenn der Schauspieler reich und mächtig ist und die Autoren beeinflussen kann. Aber, hallo?! Vierzehnjähriger? Die Autoren hätten mich nicht angehört, was meine Standposition auf dem Set anging, geschweige denn meine Rolle. Also ging ich schließlich nach vorne, und auf meinem Weg wurde ich tatsächlich von einigen Leuten ausgebuht. Als ich meinen Teil gesagt hatte, applaudierten die Menschen. Der andere Teil der Legende war eine Convention, auf der ich nicht war. Marina und Jonathan erlebten, wie jemand mich wirklich beschimpfte, und Marina wurde richtig böse und wies diesen Menschen zurecht. Frage: In "Nemesis" haben Sie die alte Crew wiedergesehen. War das ein wirklich nostalgisches Erlebnis oder hat sich seit damals alles verändert? Wheaton: Beides stimmt - eine gute Frage. Ich habe auf meiner Website nicht viel darüber geschrieben, weil ich die Erfahrung für mich behalten wollte. Ich weiß nicht warum. Es gibt Dinge, die muss ich sofort der Welt mitteilen, andere Dinge sind nur für mich bestimmt. Wieder auf das Set zu gehen, war eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens, und ich muss ein wenig weiter ausholen, damit man es versteht. Nachdem ich einige Jahre von "Star Trek" weg war, hasste ich es wirklich. "Star Trek" kam mir wie ein riesiger Schatten vor, der auf alles fiel, was ich tat. Ich meinte, ich würde mich nie davon lösen können. 2001 war ich auf einer großen Convention in Las Vegas und ging auch zur "Star Trek Experience". Sie hatten einige der Sets aus "The Next Generation" vollständig nachgebaut. So akkurat, dass ich das Gefühl hatte heimzukommen. Ich gehe oft zu Paramount zurück. Wenn ich dort herumlaufe, entsteht eine nostalgische Stimmung, aber gleichzeitig hat sich auch sehr viel verändert. Bei der "Star Trek Experience" hat sich überhaupt nichts verändert. Ich erinnerte mich, wie sehr ich die Serie mochte. Damals sagten meine Freunde, dass ich "Star Trek" niemals entkommen würde, und ich erkannte, dass schon der Versuch dumm wäre. Ich musste einen Weg finden, mich darauf einzulassen, anstatt wegzulaufen. Ich erkannte auch, dass ich nicht "Star Trek" hasste, sondern ich hasste mein eigenes Verhalten, nachdem ich die Serie verlassen hatte. Ich war ein dummer, arroganter, großmäuliger, unbeherrschter und ungebildeter Achtzehnjähriger, der sich für den Klügsten hielt und sich wie ein Idiot benahm. Jetzt kann ich meine Website nutzen, um mich öffentlich bei den Menschen, die ich damals kannte, zu entschuldigen und um die damalige Zeit positiv zu beleuchten. Kurz nach diesen Gedanken wurde ich gebeten, bei "Star Trek Weakest Link" (amerikanische Version von "Der Schwächste fliegt"; Anmerkung d. Redaktion) mitzumachen. Frage: Worum genau ging es da? Es heißt, Sie hätten sich dort sehr seltsam und unreif benommen. Wheaton: Das war ein großer Witz. Mein Ziel war es, Anne Robinson zu nerven und zu sehen, ob ich sie zum Lachen bringen könnte. Ich habe es geschafft, aber das wurde natürlich im Fernsehen nicht gezeigt. Sie ist im normalen Leben eine wirklich nette Person. Ich hatte dort viel Spaß. Viele Leute haben den Witz verstanden, aber manche eben nicht. NBC hat es schlimmer gemacht, indem sie es so darstellten, als ob Roxanne wirklich sauer auf mich war, was nicht stimmte. Es war alles ein Witz. Aber es hatte ein paar unerwartete Folgen. Aufgrund dieses Auftritts hat LeVar Burton mir eine Rolle in "Nemesis" verschafft. Ich hätte nicht aufgeregter sein können. Wie gesagt, es war, als wäre ich nach Hause gekommen. Nicht viele Leute bekommen die Chance, ihre Teenager-Zeit noch mal "richtig" zu durchleben. Die meisten Teenager sind Deppen: Das ist Teil des Teenager-Seins. Man merkt das erst mit 30. Indem ich wieder auf das Set trat, konnte ich zu diesem Teil meines Lebens, mit dem ich sehr unzufrieden war, zurückkehren, und ihn noch einmal richtig erleben, genießen, akzeptieren und jeden Moment davon genießen. Es waren nur zwei Tage, aber ich hatte viel Spaß. Es war wunderbar, mit diesen Menschen, die ich wirklich mag zusammen zu sein - und gleichzeitig erwachsen zu sein und mit ihnen auf gleicher Augenhöhe zu sprechen. Jonathan Frakes sagte: "Wir sind alle nur älter und fetter geworden, du bist groß geworden." Frage: Als man Ihnen mitteilte, dass die Szenen geschnitten worden sind, machte das nicht viel aus? Wheaton: Nein, überhaupt nicht. Es war mir völlig egal. Die Szenen waren sehr kurz: Es war nichts, worauf ich den Fortgang meiner Karriere gebaut hätte. Es wurden auch keine offen Fragen bezüglich Wesleys Rolle beantwortet. Ich war einfach nur da. Und ob ich nun im Film erscheine oder nicht, ändert nichts an der tollen Zeit, die ich beim Dreh hatte.
Ich kenne die genaue Anzahl nicht, aber die Wesley-Hasser stehen nun einer viel größeren Zahl von Leuten gegenüber, denen es egal ist, und solchen, die meine Website gelesen haben und dabei erkannten, dass es eine echte Person hinter der Rolle gibt, die nicht so ist wie im Fernsehen. Das ist der größte Nutzen meiner Seite. Ich bin von einem unglücklichen Schauspieler in Schwierigkeiten zu einem glücklichen, immer noch kämpfenden Autor geworden. Ich konnte die Dämonen austreiben, die ich in jüngeren Jahren hatte. "Star Trek" war damals mein Leben und es war wirklich schwer, all diesen Hass zu ertragen von Leuten, die ich nicht kannte. Ich nahm es persönlich, und oft war es auch persönlich gemeint. Es hat mir wirklich die Freude an meiner Leistung verdorben, all dieser Ärger und die Grausamkeit. Jetzt schauen sich die Leute die Sache noch einmal an und erkennen, wer ich bin. Ich bin über das meiste hinweg. Ich bekomme Mails von Menschen, die sich für ihr früheres Verhalten entschuldigen, obwohl ich sie überhaupt nicht kenne! Frage: Patrick [Stewart] soll einmal gesagt haben, dass er nicht noch einmal für "Star Trek" unterschreiben würde, jetzt da er den zeitlichen Aufwand einschätzen kann. Würden Sie noch einmal unterschreiben, jetzt da sie die Reaktionen der Fans erlebt haben? Wheaton: (Tiefes Seufzen, Pause) Wenn ich gewusst hätte, dass "Star Trek" so groß rauskommen würde und meine Karriere so sehr beeinflussen würde, hätte ich es dann getan? Ja. Ich finde kein gutes Argument dagegen. Ich war sehr schlecht beraten, als ich die Serie verließ. Und ich ging nicht gerade in Freundschaft. Ich war überzeugt, dass ich zu einem völligen Verlierer werden würde, wenn ich "Star Trek" nicht verließe. Ich war sicher, dass ich nie wieder etwas anderes würde tun können. Ich weiß nicht, warum ich da so sicher war. Frage: Hatte das auch etwas mit dem Konflikt bei der Besetzung von "The Next Generation" und dem Film von Milos Foreman zu tun (Mehr dazu auf Wil Wheatons Homepage)? Wheaton: Das spielte eine große Rolle. Es regte mich wirklich auf, auch heute noch. Aber es gibt auch Leute, die bei "Star Trek" mitspielten und später großartige Arbeit abgeliefert haben, weil bei ihnen "Star Trek" eine Zeile im Lebenslauf ist, nicht der gesamte Lebenslauf. Es ist mir nie eingefallen, dass es auch für mich so sein könnte. Wenn ein Darsteller wirklich auf einen bestimmten Typ zugeschnitten ist und nur noch mit diesem Typ aus "Star Trek" identifiziert wird, sagt das etwas über den Schauspieler, nicht über "Star Trek". Wenn man Teil eines kulturellen Phänomens ist, ist es leicht, sich einfach zurückzulehnen und nicht mehr zu arbeiten, einfach für immer "dieser Typ" zu sein. Das wollte ich nicht zulassen. Hätte ich besseren Rat bekommen, wären die Dinge anders gelaufen, ich wäre geblieben. Sehr interessant ist dann wiederum, dass ich durch mein Bleiben die Schwierigkeiten, die ich hatte, nicht gehabt hätte und dadurch heute nicht der zufriedene und glückliche Mensch wäre, der ich bin. Frage: Für die letzte Frage bereiten wir die Bühne für Wesley Crusher und Jar-Jar Binks. Was passiert? Wheaton: Das haben mich schon andere gefragt und ich habe eine lustige Antwort geschrieben. Mal sehen, ob ich sie finden kann. (sucht einige Minuten im Internet) Na ja, da ist sie nicht. Ich versuche mich mal zu erinnern. Wenn man sich den langweilig gekleideten Fähnrich ehrenhalber der ersten und zweiten Staffel mit seiner quietschigen Stimme vorstellt, der manchmal nervt ... gegen Jar-Jar, der ständig nervt und nie etwas Produktives tut... Ich war nur einmal mit Jar-Jar zufrieden, als er seine Zunge geschockt hat. Das fand ich fantastisch. Ich weiß, dass manche Leute dasselbe von Wesleys Verletzung auf dem Planeten der Q empfinden: "Ja! Endlich!" Aber Wesley wurde schließlich irgendwie cool. Als er Kadett Crusher wurde, zurückkam und sich mit Robin Lefler zusammen war, da war er cool. Jar-Jar wird nie cool sein. Niemals. Daher gewinnt Wesley diesen Vergleich, egal was passiert. Ich glaube, Wesley wendet seine magischen Kräfte des Reisenden an, um sich in die Zeit vor Jar-Jars Erschaffung zu begeben. Er erscheint im Jahr 1998, findet George Lucas auf der Skywalker Ranch, der mit seinen Taschentuchschachteln in einem hermetisch abgeschlossenen Raum lebt, wie Howard Hughes. Und wenn er die Idee mit Jar-Jar bekommt, taucht Wesley auf, berührt ihn an der Stirn und sagt: "Nein, tun Sie das nicht." So wird Jar-Jar nie geschaffen und Wesley rettet uns alle ... schon wieder. (fb - 03.11.08 - Quelle: TheForce.net) |
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