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Peter Tigmann (pt)27.05.11

Spocks Beinahe-Braut

Arlene Martel über ihren Auftritt als T'Pring

In einem Interview mit StarTrek.com spricht die Schauspielerin Arlene Martel über ihre Erfahrungen während der Dreharbeiten zur "Star Trek"-Episode "Weltraumfieber". Martel spielte in dieser Episode die Rolle der T'Pring.

"Weltraumfieber" stellte eine wichtige Episode der Classic-Serie da: Walter Koenig war das erste Mal als Chekov zu sehen, DeForest Kellys Name wurde zum ersten Mal während des Vorspanns genannt und Spock sagte zum ersten Mal "Leben Sie lange und in Frieden". Es war außerdem die erste und einzige Episode der Classic-Serie, die auf Vulkan spielte und Spock in den Fängen des Pon farr zeigte.

Martel arbeitet immer noch in der Entertainment-Branche. Sie schauspielert und schreibt Drehbücher. Sie genießt auch weiterhin ihre Verbindung zum "Star Trek"-Universum und besucht manchmal Conventions, wie zuletzt die FedCon XX in Düsseldorf. Sie war auch im Fan-Film "Star Trek: Of Gods and Man" in einer sehr kleinen Rolle zu sehen.

Arlene Martel auf der FedCon XX
StarTrek.com: Lassen Sie uns zuerst über "Star Trek" reden. Sie hatten ursprünglich für eine Rolle in "Die Spitze des Eisbergs" vorgesprochen. Stimmt das?

Arlene Martel: Ja, aber ich konnte diese Rolle nicht spielen, da ich dafür Kontaktlinsen hätte tragen müssen. Meine Augen sind sehr empfindlich, deshalb hatte ich gesagt: "Nein, das geht nicht." Sie antworteten mir: "In Ordnung, wir haben da noch eine andere Rolle, die interessant sein könnte." Das war eine Rolle in der Episode "Das Spukschloss im Weltall". Ich ging für diese Episode zum Vorsprechen und sie haben sich währenddessen zugeflüstert: "Ok, lasst sie uns lieber für diese Rolle aufheben." Ich hatte keine Ahnung, über was sie da redeten und wusste nicht, dass es um "Weltraumfieber" ging. Als es dann an der Zeit war, habe ich für diese Episode vorgesprochen und das war es dann auch. Es waren acht Leute im Raum, die Entscheidungen treffen konnten, darunter Gene Roddenberry, Herb Solow und Robert Justman. Sie haben mir die Rolle gegeben.

StarTrek.com: T'Pring war diese exotische, sehr schlaue und extrem logische Vulkanierin. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie als Schauspielerin zu dem Charakter gefunden und sie gespielt haben?

Martel: Einer der Gründe, warum es so viel Spaß gemacht hatte, diese Rolle zu spielen, war, dass ich wusste, dass ich eine Exotin in mir hatte. Ich wusste nicht, dass ich eine fehlerfreie logische Exotin in mir hatte, da ich mich sonst immer sehr auf meine Emotionen verlasse, wenn ich einen Charakter spiele und auch immer für sehr emotionale Frauenrollen engagiert wurde. Ich habe Frauen gespielt, die andere Akzente und andere Abstammungen haben. Diese Frau war sehr kultiviert, sehr weit entwickelt. Sie hat auf Kleinigkeiten bestanden und bekommen, was sie wollte und das nicht, weil sie kalkulierend und manipulierend war, sondern weil sie sehr schlau war.

Sie wusste, was sie wollte und war sich der Tatsache bewusst, dass sie es nicht über diese Paarungspflicht im siebten Jahr bekommen würde. Deshalb hat sie ihre Zukunft in ihre eigenen Hände genommen. Ich denke, sie war eine der ersten wirklich machtvollen Feministinnen, die der Science-Fiction-Welt entsprungen sind und ich war sehr überrascht, dass sie sie nicht noch mal zurückgebracht haben. Einen so ikonischen Charakter einfach so loszulassen, hatte keinen Sinn für mich gemacht.

StarTrek.com: Haben Sie noch Erinnerungen an die Dreharbeiten?

Martel in den 60er-Jahren als T'Pring
Martel: Die Dreharbeiten selbst waren teilweise schreiend komisch. William Shatners Hang dazu, seine Texte mit seinem ganz eigenen, etwas schlüpfrigen Humor aufzusagen, hat immer wieder Lachanfälle bei mir ausgelöst, was dem Regisseur natürlich gar nicht gefallen hat. Joseph Pevney sagte zu uns: "Muss ich wirklich rüberkommen und euch zwei auseinander holen? Macht eine Pause. Kommt wieder und hört auf zu lachen." Ich bin normalerweise sehr konzentriert. Aber Bill Shatner hat es immer wieder geschafft, durch meine Konzentration zu brechen, sodass ich nicht mehr mit dem Lachen aufhören konnte. Vor allem immer dann, wenn T'Pau versuchte, ein vulkanisches Wort zu sagen. Er hat das Wort so lange verdreht, bis etwas sehr, sehr Schmutziges daraus geworden war. Das hat für viele Lacher gesorgt.

Leonard Nimoy hingegen war sehr isoliert und auf sich konzentriert, wahrscheinlich um auch in den Drehpausen seinen Charakter nicht abzulegen. Leonard und ich haben noch zweimal zusammengearbeitet. Bevor wir bei "Star Trek" zu sehen waren, hatten wir beide Auftritte in der Episode "The Hunted" der Serie "The Rebel". Nach "Star Trek" habe ich in einer Episode von "Kobra, übernehmen Sie" mitgespielt, in der Nimoy einer der Hauptdarsteller war. Wenn Sie die Episode von "The Rebel" mit der "Star Trek"-Folge vergleichen würden, würde niemand darauf kommen, dass das dieselben zwei Schauspieler sind.

StarTrek.com: Viele Fans halten "Weltraumfieber" für eine der besten und wichtigsten Episoden der Classic-Serie. Wie hat sich die Episode Ihrer Meinung nach bis heute gehalten und wie zufrieden sind Sie mit Ihrer schauspielerischen Leistung? Was bedeutet es für Sie, in so einer wichtigen Episode dabei gewesen zu sein?

Martel: Die Episode hat sich gut gehalten. Hätte sie das nicht, käme sie nicht mehr so oft in den Wiederholungen. Ich habe sie gerade wieder vor ein paar Wochen gesehen. Sie wird fast schon öfters wiederholt als andere Episoden. Sie scheint vor allem wegen der Paarungsgeschichte so populär zu sein. Einen Vulkanier in der Hitze seiner Sexualität zu sehen, ist eine sehr interessante Sache. Wenn die Geschichte gut ist, ist es immer interessant, einen Charakter in solch einer Situation zu sehen, aber gerade jemanden zu sehen, der gewöhnlich so zurückhaltend agiert, hat die Vorstellungskraft der Zuschauer wohl besonders angesprochen.

Ich denke, das ist das faszinierende an der Episode. Und zu sehen, wie diese Frau damit umgeht und die Entscheidungen trifft, die sie trifft. Ich bin mit meiner schauspielerischen Leistung auch zufrieden. Ich hatte nicht viel Text, aber ich war sehr viel zu sehen und meine Präsenz war zu fühlen. Ich verstehe, warum sie mich für diese Episode engagiert haben. Wie schon erwähnt, war ich nur sehr überrascht darüber, dass sie mich nicht noch mal zurückgeholt haben. Ich bin eigentlich sehr gut an einem Set zu haben, sehr lustig und mit viel gutem Willen.

StarTrek.com: Ich weiß nicht genau, wie ich das ausdrücken soll, aber Ihnen ist doch bewusst, dass T'Pring über die Jahre hinweg vielen männlichen Fans durch ihre eigene Version von Pon farr geholfen hat. Sie wissen, dass T'Pring ein großes Sex-Symbol war?

"Weltraumfieber" gehört noch heute zu den beliebtesten Trek-Folgen.
Martel: Viele Männer haben zu mir gesagt: "Wissen Sie, wie viele meiner erotischen Fantasien durch das Sehen von dieser Art von Frau stimuliert wurden?" Sie erzählten mir, dass sie normalerweise immer an das lustige, kleine, lachende Blondchen denken und das im Vergleich dazu eine Frau wie T'Pring mal eine richtige Herausforderung ist. Männer sagen mir: "Als ich in meiner Jungend war, hatte ich Fantasien über Sie." Das ist wirklich nett zu hören. Ich bin froh, dass sie das überlebt haben und viel wichtiger, dass auch ich das überlebt habe!

StarTrek.com: Sie sind seit den 50er-Jahren als Schauspielerin tätig. Abgesehen von "Star Trek", auf welche Ihrer über 100 anderen Rollen sind Sie am stolzesten?

Martel: Keiner scheint zu wissen, dass ich Consuelo in "Demon with a Glass Hand" gespielt habe. Die Episode hatte Harlan Ellison damals für "Outer Limits" geschrieben. Sie hatte einige Preise gewonnen. Wenn die Leute hören, dass ich Consuelo gespielt habe, sagen sie immer: "Oh, das waren Sie?" Sie war so eine emotionale Frau. Das genaue Gegenteil von T'Pring. Mein Gesicht wird von Publizisten nie mit dieser Rolle in Verbindung gebracht, deshalb ist es für viele Menschen eine große Überraschung.

Ich war auch in zwei Episoden von Rod Serlings "The Twilight Zone" zu sehen. Eine der Episoden hieß "Twenty-Two". Das sind die drei Serien, für die ich am bekanntesten bin. "Star Trek", "Outer Limits" und "The Twilight Zone". Aber wenn die Leute sich die Webseite IMDb.com ansehen, werden sie erkennen, dass ich an fast 150 Serien gearbeitet habe. Ich habe in "Rauchende Colts", "Columbo", "Verliebt in eine Hexe", "Ein Käfig voller Helden" und anderen Serien mitgespielt. Aber keiner wusste, dass es dieselbe Schauspielerin ist.

StarTrek.com: An was arbeiten Sie momentan?

Martel: Ich habe einen TV-Pilotfilm gedreht, in dem ich als eine der Hauptdarstellerinnen engagiert wurde. Er heißt "A Matter of Family". Ich spiele die Mutter einer Mafia-Familie. Die Rolle war exzellent. Der Pilot hatte ein exzellentes Drehbuch und aufregende neue Darsteller. Ich hoffe, dass er zur Serie bestellt wird. Ich würde es lieben, in einer Serie mitzuspielen und einen Charakter wirklich zu entwickeln.

Ich habe in einer Episode von "Brothers & Sisters" mitgespielt. Die Rolle war das genaue Gegenteil von der in "A Matter of Family". Ich habe eine sehr elegante Frau aus Pasadena gespielt. Sie war die Großmutter eines Kindes, das in einer Theatervorführung mitgespielt hat, in der die Bühne zusammengefallen ist. Einer der Produzenten war mit meiner Arbeit vertraut und hatte mich für die Rolle vorgeschlagen. Ich hoffe, dass sie mich wieder in dieser Rolle zurückbringen.

Ich arbeite jetzt gerade an einem Buch. Es ist eine Liebesgeschichte. Ich arbeite mit einem wundervollen Co-Autor namens Jeff Minniti zusammen. Wir arbeiten über eine große Distanz hinweg zusammen an dem Buch, was ich so vorher noch nie gemacht habe. Ich arbeite auch an meinen Memoiren. Und ich habe ein Drehbuch fertiggestellt. Ich habe jetzt drei Oscar-Gewinner, die daran mitarbeiten wollen: Louise Flechter [Kai Winn aus DS9], Maximilian Schell und Kameramann Vittorio Storaro. Ich fühle mich sehr geehrt, dass sie sich alle zu dem Drehbuch hingezogen fühlen. Ich suche jetzt nach Geldern, um das Projekt zu realisieren und habe das Gefühl, dass es funktionieren wird. Ich war also nicht gerade unterbeschäftigt.

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(pt - 27.05.11 - Quelle: StarTrek.com)


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