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Henning Koonert (hk) DeForest Kelley Leonard "Pille" McCoy Bei seinen Kollegen galt er als echter Gentleman. DeForest Kelley war als "Pille" McCoy im bekannten Dreigestirn der Classic-Serie der Dritte im Bunde. Am 20. Januar 1920 brachte Clara, Frau des Baptistenpredigers Ernest David Kelley, im gemeinsamen Haus in Atlanta, Georgia ihren zweiten Sohn zur Welt. Geburtshelfer des Kleinen war sein Onkel, ein ortsansässiger Arzt. Die Kelleys benannten ihren Sohn nach dem Erfinder Lee De Forest und gaben ihm die Vornamen Jackson DeForest.
DeForest Kelley verdiente sich als Platzanweiser im Theater etwas dazu, und als er genug gespart hatte, besuchte er 1937 seinen Onkel im kalifornischen Long Beach. Zwei Wochen Urlaub hatte er geplant, aber die Sonne, das Surfen und das kalifornische Lebensgefühl gefielen ihm so gut, dass aus den zwei Wochen zunächst ein Jahr wurde und er schließlich seinen Eltern mitteilte, dass er dauerhaft umziehen und sich einen Job suchen werde. Bei seiner Mutter fand der junge Mann Unterstützung, dem Vater gefiel die Idee nicht so sehr. Kelley fing als Putzhilfe an, fand aber schnell eine bessere Stelle als Liftboy in einem strandnahen Hotel. In einem Restaurant wurde er eines Tage von Rohn Hawke angesprochen, der die örtliche Long Beach Theatergruppe leitete und DeForest Kelley für einen Part in einem neuen Stück besetzen wollte. Kelley sprach vor und bekam die Rolle. Abends stand Kelley fortan in verschiedenen Stücken auf der Bühne, während er über Tag den Aufzug im Hotel bediente und als Handlanger für Richfield Oil arbeitete. Während der Aufführungen von "The Innocent Young Man" spielte er 1942 gemeinsam mit einer blonden, hübschen Schauspielerin namens Carolyn Dowling. In einer Szene gab ihr Charakter dem seinen einen Fünf-Dollar-Schein für einen Drink. Dowling benutzte dafür ihr eigenes Geld und Kelley gab ihr die Banknote nach Spielende gewöhnlich zurück. Bei der letzten Vorstellung des Stücks aber "vergaß" Kelley, die fünf Dollar zurückzugeben und rief Carolyn mit diesem Vorwand von der Bar aus an, wohin er sie auf einen Drink einlud. Die beiden kamen sich näher und wurden schließlich ein Paar. Ihre Romanze wurde vom Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, Kelley wurde im März 1943 in die Luftstreitkräfte eingezogen und in New Mexico stationiert, wo Carolyn ihn so oft wie möglich besuchte. Aufgrund seiner Schauspielerfahrung wurde er später nach Culver City versetzt, wo er in einem Trainingsfilm für die Navy mitspielte. Dort beschloss das Paar trotz knapper finanzieller Ausstattung zu heiraten. Sie fanden einen Richter, der Soldaten gebührenfrei verheiratete, ihre Eheringe kaufte Kelley für 25 Cent das Stück und am 7. September 1945 gingen die zwei den Bund der Ehe ein. Im Navy-Film wurde DeForest Kelley von einem Talentspäher der Paramount Filmstudios entdeckt, die den jungen Mann für drei Jahre unter Vertrag nahmen. Seine erste Filmrolle bekam der junge Schauspieler im Kinofilm "Fear in the Night" aus dem Jahr 1947. Der Low-Budget-Film entwickelte sich überraschenderweise zum Kassenknüller und machte Kelley landesweit bekannt. In seinem nächsten Film, der Musikkomödie "Mädchen für Hollywood", spielte er an der Seite der inzwischen legendären Entertainer Bob Hope und Bing Crosby. Eine seiner weiteren frühen Filmrollen spielte er 1948 als Gefängnisflüchtling im Thriller "Rebellion im grauen Haus".
Zwischen 1953 und 1956 war er in neun Folgen von "You Are There" zu sehen, einer Reihe, in der bedeutende Ereignisse der Zeitgeschichte nachgestellt wurden. Ab Ende der 50er-Jahre bis in die 60er hinein war DeForest Kelley einer der bekannteren Western-Darsteller. An diesem Genre gefielen ihm das Schauspiel mit Körpereinsatz und die Dreharbeiten in der Natur, denn Western-Produktionen ließen sich im Gegensatz zu vielen anderen nicht aufs Filmstudio beschränken. Eine seiner ersten Western-Rollen war 1956 als Will Bailey in einer Folge von "Rauchende Colts". Seine Verkörperung von Morgan Earp im Film "Zwei rechnen ab" (1957) wurde als so bemerkenswert empfunden, dass sie ihm gleich drei neue Kinofilm-Angebote einbrachte. In den folgenden neun Jahren spielte Kelley häufig den Schurkenpart in zahlreichen Western für Film und Fernsehen. Darunter waren Rollen in den Klassikern "Der Schatz des Gehenkten" (1958), "Der Mann mit den goldenen Colts" (1959), "Revolver diskutieren nicht" (1965) sowie den beliebten Western-Serien "Bonanza" (vier Folgen, 1961 bis 1966), "Der Mann ohne Namen" (1966) "Im wilden Westen" (4 Folgen, zwischen 1962 und 1966), "Have Gun - Will Travel" (1962) und "Die Leute von der Shiloh Ranch" (zwei Folgen 1963, in einer gemeinsam mit Leonard Nimoy). Da er sich der Gefahr bewusst war, auf einen Rollentyp festgelegt zu werden, spickte Kelley seine Laufbahn auch mit Rollen in anderen Genres, darunter in den Krimiserien "Perry Mason", "Chicago 1930", "Auf der Flucht" und "77-Sunset-Strip", im Drama "Where Love Has Gone" (1964) und in der Komödie "Dreimal nach Mexiko" (1965). 1965 drehte Kelley einen kurzen Auftritt im Pilotfilm "Police Story", den Gene Roddenberry geschrieben hatte. Der Pilot ging jedoch nicht in Serie. Nach dem Ende der Dreharbeiten hierzu erhielt Kelley das Angebot, bei einer neuen, von Roddenberry entwickelten Serie namens "Star Trek" arbeiten. Er sprach sowohl für die Rolle als Spock wie auch für die des Schiffsarztes vor, die er schließlich erhielt. DeForest Kelley war zu dem Zeitpunkt der bekannteste der Darsteller, die die Besatzung der Enterprise verkörpern sollten. Als Doktor McCoy kam er bei den Zuschauern so gut an, dass er ab der zweiten Staffel stärker in den Mittelpunkt rückte und sein Name auch mit denen von William Shatner und Leonard Nimoy im Vorspann zur Serie auftauchte. Mit beiden Kollegen war er eng befreundet. Besonders gern neckte er seine Freunde damit, dass er als Einziger der drei nur einmal geheiratet und sofort die Richtige gefunden hatte. Seine wiederkehrenden Textzeilen wie "Er ist tot, Jim." Und "Ich bin Arzt und kein..." wurden zu Markenzeichen. Seine Lieblingsfolge war "Der Plan der Vianer" ("The Empath").
Als 1973 die Abenteuer der Enterprise-Crew in Zeichentrickform fortgeführt wurden, lieh DeForest Kelley dem Schiffsarzt die Stimme. Besonders viel Spaß hatte er an der Arbeit aber nicht, da die Schauspieler ihre Zeilen getrennt aufnahmen und sich kaum einmal begegneten. Ab 1979 war Kelley auch als McCoy in den ersten sechs "Star Trek"-Filmen zu sehen. 1987 gab er mit einem Auftritt als Admiral Leonard McCoy, inzwischen im Ruhestand, im Pilotfilm zur zweiten "Star Trek"-Serie den Staffelstab an die "Next Generation" weiter. Den Schiffsarzt der Enterprise sprach Kelley dazu in den Trek-Computerspielen "25th Anniversary" und "Judgment Rites". Im Dezember 1991 erhielt er seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Die letzte Rolle von DeForest Kelley war eine Sprechrolle. 1998 konnte man ihn als Viking 1 im Disney-Zeichentrickfilm "Der tapfere kleine Toaster fliegt zum Mars" hören. Im selben Jahr diagnostizierte man bei ihm ein Magenkarzinom. Kurz vor seinem Tod wurde der Schauspieler für seine zahlreichen Westernrollen mit dem Goldenen Cowboystiefel ausgezeichnet. Am 11. Juni 1999 erlag DeForest Kelley in Woodland Hills in Los Angeles seinem Krebsleiden. Seine Asche wurde über dem Pazifik verstreut. Er hinterließ seine Frau Carolyn, die im Oktober 2004 verstarb. DeForest Kelley ist der einzige Hauptdarsteller der Classic-Serie, der keine Autobiographie geschrieben hat. 2001 erschien die Biographie "DeForest Kelley: A Harvest of Memories" von Kristine M. Smith, 2005 kam eine von Terry Lee Rioux geschriebene zweite Biographie mit dem Titel "From Sawdust to Stardust" in den Handel. Episoden mit DeForest Kelley Classic-Serie DeForest Kelley gehörte in allen drei Staffeln der Serie zur Stammbesetzung und war in 76 der 79 Folgen zu sehen. Zeichentrickserie DeForest Kelley lieh Doktor McCoy in allen 22 Folgen der Serie seine Stimme. Kinofilme
The Next Generation
(hk - 23.06.09) Weiterführende Links
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