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Florian Battke (fb)23.03.08

George Takei: Von Sulu zu Stern

Ein Gespräch über Takeis frühere und aktuelle Projekte

Mit der Zeitschrift "Metro Weekly" sprach Takei über sein politisches Engangement im Stadtrat von Los Angeles, seinen gesellschaftlichen Einsatz gegen Diskriminierung von Japan-Amerikanern und Homosexuellen, über seine Auftritte in der Howard Stern Show und über den neuen Trek-Kinofilm.

Weiter entfernt als der Mars aber näher als der Jupiter zieht ein großer Felsbrocken seine endlosen Bahnen. Seit Ende 2007 hat dieser Asteroid einen richtigen Namen neben seiner sterilen Bezeichnung aus Buchstaben und Zahlen. Mit etwa fünf Meilen Durchmesser hat 7307 Takei seine Heimat im Himmel, wo noch nie jemand vor ihm gewesen ist.

George Takei
Abseits der Realität liegen die Grenzen unseres Sonnensystems für Hikaru Sulu nicht weiter entfernt als sein eigener Hinterhof. Aber für den Schauspieler George Takei, der hinter Sulu steht, gab es sogar auf der Erde noch einiges zu entdecken.

Obwohl seine Familie und Freunde seit Jahren von seiner Homosexualität wussten - mehr als 20 Jahre lang einen gleichgeschlechtlichen Partner, Brad Altman, zu haben, lässt die Katze irgendwie aus dem Sack - ist Takei 2005 in einem Gespräch mit dem "Frontiers Magazine" in San Francisco an die Öffentlichkeit gegangen.

Das war nur ein kleiner Schritt in Takeis Jahrtausendmarsch. Außer seinem Asteroiden und seinem Coming-out hat Takei auch regelmäßige Auftritte in der Howard Stern Show. Und seht mal hier! Er hat sich auch eine Rolle in der NBC-Serie "Heroes" geschnappt. Er unterstützt mit seinem aufsteigenden Ruf als Schwuler auch die Human Rights Campaign, und hat sein öffentliches Bekenntnis sogar auf Comedy Central zelebriert, als er William Shatner (Captain Kirk) mit unvergesslichen Zeilen niedergemacht hat: "Bill, dein Schauspiel bringt mich zum Würgen. If I could only get my partner to suck that hard, I'd never want to leave my chateau." [Anm. d. Übers: Dafür konnte ich im Deutschen leider keine Übersetzung finden]

Dabei ging es natürlich nur um die Lacher. Takei ist aber mehr als das. Im Gespräch ist er elegant, offen und erfrischend. Seine Biographie ist nicht ohne Tragödie: Takei und seine Familie wurden zu Beginn des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Wohnung in Los Angeles in ein Internierungslager in Arkansas verbracht, wo sie bis zum Ende des Krieges bleiben mussten. Seine Tante und seine neugeborene Cousine starben in Hiroshima. Aber er hat auch einen Patriotismus und eine Menschlichkeit, die ihn mit Martin Luther King jr. marschieren und als Vorsitzenden für das Japanese American National Museum arbeiten ließ.

Takei hat aber auch noch Zeit für mehr Trekin'. Er spielt in einer online veröffentlichen Fan-Serie, die die Geschichte der Classic-Serie fortsetzt. Und er freut sich auf einen neuen Film, der ebenfalls auf der Classic-Serie basiert. Dort werden wir auch Sulu wiedersehen, auch wenn Takei die Rolle nicht mehr spielen wird. Dies wird John Cho ("Harold and Kumar") übernehmen. Mit der Zeitschrift "Metro Weekly" sprach Takei über vergangene wie aktuelle Projekte und den neuen Trek-Kinofilm.

George Takei: "Es ist ein jüngerer Sulu. Er wird in diesem Film sogar heroischen Einsatz zeigen. Wir wissen, dass Sulu leidenschaftlicher Fechter ist, und es wird sehr viel gefochten werden."

Metro Weekly: Erleben wir gerade eine Art Takei-Renaissance?

Takei: Das Zeitalter der Renaissance? Na ja, ich muss sagen, es macht mir Spaß. In unserem Geschäft sagt man, wer grad keinen Job hat, befindet sich zwischen zwei Jobs. Ich bin nicht gerne untätig, deshalb mache ich mir selbst Arbeit. Aktiv zu sein, führt zu weiterer Aktivität. Mir macht alles Spaß, was ich tue. Und in ein paar Tagen werden wir in Baltimore sein. Deshalb rufen Sie mich auch an, oder?

Metro Weekly: Genau.

Takei: Kurz danach geht's nach Orlando auf eine "Star Trek"-Convention. Ich halte mich gern auf Trab.

Metro Weekly: Ist diese Verbindung zur Science-Fiction nicht langsam ein alter Hut für Sie? Stört es Sie, ständig damit in Verbindung gebracht zu werden?

Takei: Ich halte Science-Fiction für das wichtigste Genre. Natürlich habe ich durch "Star Trek" eine starke Verbindung dazu. Wenn man mal drüber nachdenkt, waren alle Technologien im "Star Trek" der 1960er-Jahre noch reine Zukunftsmusik. Wir hatten dieses praktische Gerät, das man am Gürtel tragen konnte, und man musste es nur aufklappen, um mit anderen Leuten zu sprechen. Das war damals wirklich tolle Science-Fiction. Heute ist es in unseren Leben ziemlich nervend. Die Aufgabe der Science-Fiction ist es, Ziele zu setzen für die Erfinder und Entwickler. Ohne Science-Fiction fehlt uns das.

Takei als Sulu in der Classic-Serie
Metro Weekly: Wenn wir schon von Trek sprechen... Sie scheinen immer noch viel zu reisen.

Takei: "Star Trek" hat mir die Gelegenheit gegeben, wenn schon nicht die Galaxis, so doch wenigstens diesen Planeten zu bereisen. Ich war an Orten, von denen ich nie geträumt hätte, und auch an Orten, wo ich nie sein wollte. Ich habe wunderbare Entdeckungen gemacht, wie zum Beispiel Montana. Ich interessiere mich sehr für Architektur, und einige der Gebäude in Helena (Montana) sind wirklich faszinierend.

Ich habe New Orleans entdeckt, und Portland (Maine). Beides Orte, von denen ich nie dachte, dass ich sie besuchen würde. Oder auch verrückte Städte wie Detroit, die ich vermieden hätte, aber dann wegen einer "Star Trek"-Convention doch besuchte. Ich bin ein Stadtmensch und genieße große Städte: Paris, Kyoto, London, New York, Chicago. Aber mich faszinieren auch diese gescheiterten Städte, ich möchte herausfinden, wieso sie als urbane Zivilisationen nicht funktionieren.

Ich war im Board of Directors des Southern California Rapid Transit District und habe viele Konferenzen zum Nahverkehr besucht. Dadurch kam ich zum Beispiel auch nach Spokane (Washington). Ich war dort viele Male im Dienste des Nahverkehrs.

Was das angeht, hatte ich also Glück. Ich reise gerne. Ich mag Geschichte, Städte, und auch die freie Natur.

Metro Weekly: Sie haben auch eine Rolle gespielt, als es darum ging, die U-Bahn nach Los Angeles zu bringen?

Takei: Ich habe mich sehr dafür eingesetzt. Als der Bau begann, dachte ich: "Ich bin ein guter Staatsdiener, aber ich muss auch meine berufliche Karriere weiterführen." Ich bin zu Bürgermeister Bradley gegangen und habe ihm erklärt, dass ein Schauspieler nicht unglaublich beliebt sein muss, aber gehasst zu werden, kann er sich nicht leisten. Und wenn man mit solchen Bauarbeiten den Verkehr behindert und Kunden von Geschäften fernhält...

Ich wollte keine Demonstranten vor meinem Haus haben mit Schildern wie "Sie haben mein Geschäft zerstört" oder "Sie zerstören unser Viertel". Deshalb bin ich nach elf Jahren zurückgetreten. Und wie recht ich damit hatte! Es gab alle Arten von Problemen während des Baus. Niemand wurde verletzt, aber die Sache wurde viel teurer als gedacht.

Metro Weekly: Aber die Investition wird sich lohnen, jetzt da Öl immer teurer wird.

Takei: Für die Mobilität in unserer Stadt ist es unverzichtbar. Und die Menschen merken jetzt, dass Stadtplanung und U-Bahnbau aufeinander abgestimmt sind. Wir haben neue Geschäfts- und Wohngebiete um die Stationen. Man wacht morgens auf, fährt mit dem Aufzug in die U-Bahn und kann dann direkt zur Arbeit ins Zentrum fahren.

Metro Weekly: Sie haben bei der Zukunft die Hand im Spiel.

George Takei: Stimmt. Deshalb finde ich Science-Fiction ein wichtiges Genre. Man gibt Menschen einen Blick darauf, wie unser Leben sein wird.

Metro Weekly: Was den sozialen Teil von Science-Fiction angeht, gibt es da den Kuss zwischen Captain Kirk und Lieutenant Uhura, einer Farbigen. War Ihnen damals klar, wie revolutionär das war? Waren Sie stolz, dabei zu sein?

Die Classic-Folge mit der legendären Kuss-Szene zwischen Kirk und Uhura wurde in den US-Staaten des Südens nicht ausgestrahlt
Takei: Absolut! Ich war damals in der Bürgerrechtsbewegung. Das war ein wirklicher Durchbruch fürs Fernsehen. Die Folge wurde in südlichen Staaten geschnitten. In Mississippi, Alabama und Georgia wurde sie nicht ausgestrahlt.

Metro Weekly: In der Mitte der 1990er-Jahre gab es den Versuch, einen schwules Crewmitglied in "Voyager" oder "Deep Space Nine" zu platzieren.

Takei: Ich erinnere mich an eine Diskussion mit Gene Roddenberry. Er war ein außerordentlicher Mann, ein wirklicher Visionär. Er hat den Schauspielern bei "Star Trek" oft erzählt, dass das Raumschiff Enterprise eine Metapher für das Raumschiff Erde sei. Und die Stärke des Schiffes war seine Diversität, wie die Crew zusammengearbeitet hat. Man sah nicht nur optisch die ethnischen Unterschiede, wir hatten auch einen Russen zur Zeit des Kalten Krieges, als Russen und Amerikaner Todfeinde waren. Roddenberry war der Meinung, dass selbst diese Art von Gegnerschaft überwunden werden kann. Die Ironie ist, dass wir heute eine Internationale Raumstation haben und die ehemaligen Todfeinde Seite an Seite arbeiten.

Gene war wirklich ein aufgeklärter Mensch. Er sagte: "Es ist schwachsinnig, diese Homophobie und all diese Gesetze und Vorurteile anstelle von Gleichheit." Aber ihm war klar, dass er die Botschaft von "Star Trek" nur vermitteln konnte, solange die Serie gesendet wurde. Die Networks in den Vereinigten Staaten sind sehr konservativ. Man darf nicht zu weit gehen.

Metro Weekly: James Doohan (Scotty) wurde auf einer Convention gefragt, ob er es für eine gute Idee halten würde. Seine Antwort war ein kurzes "Nein." Fanden Sie ihn homophob?

Takei: Oh, er war ein toller Kerl. Er war bei uns zum Essen, wir waren bei ihm zum Essen. Er war nicht homophob.

Metro Weekly: Obwohl es keine schwulen Crewmitgleider gab, muss eine Ahnung von Offenheit durchgeschienen haben, denn "Star Trek" hat eine große Zahl schwuler Fans.

Takei: Die Schwulen verstehen Diversität. Wir können alle Teil dieser großen Gesellschaft sein und unseren eigenen Beitrag leisten. Das war Genes Philosophie. Leider ist er gestorben, nachdem "The Next Generation" aufgebaut war. Danach übernahm eine andere Gruppe das Steuer, und die teilten nicht unbedingt Genes humanistische Ansichten. David Gerrold, der das Drehbuch für "Immer die Last mit den Tribbles" geschrieben hatte, schrieb ein "schwules" Drehbuch, das er in "The Next Generation" einbringen wollte. Aber das ließ die Stimmung zu der Zeit nicht zu. Aber nun wird dieses Skript im Fanprojekt "New Voyages" doch verarbeitet!

Metro Weekly: Meinen Sie, dass die Autoren Sulu auch zu einem Vater und Captain gemacht hätten, wenn Sie bereits früher ihr Coming-out gehabt hätten?

Takei: Das ist eine fiese Frage... Sie wussten, dass ich schwul war, aber ich sagte der Presse nichts. Ich kann die Frage nicht beantworten. Ich würde gerne glauben, dass es möglich gewesen wäre. Einige der Leute wussten, dass ich schwul bin, aber sie entwickelten meine Rolle dennoch auf diese Weise. Hätte ich damals der Presse etwas gesagt, ich weiß nicht...

Metro Weekly: Ihr offenes Bekenntnis zur Homosexualität hat Ihnen zumindest wiederholte Auftritte in der Howard Stern Show beschert.

Takei: Sie haben mir einen Streich gespielt. Artie Lange hat mir einen Streich gespielt.

Metro Weekly: Lange hatte Ihnen gegenüber ein humorvolles Coming-out, was aufgezeichnet und gesendet wurde.

Takei: Als Gegenleistung hat er zugestimmt, einen Spot für die Human Rights Campaign aufzuzeichnen und ich werde Artie ordentlich Dampf machen.

Metro Weekly: Wie weit geht Ihre Arbeit bei HRC, abgesehen von dem Werbespot und davon, dass Lange nun jedes Mal 100 Dollar spenden muss, wenn er das Wort Schwuchtel verwendet?

Takei: Das hat er mir versprochen. (lacht) Ich weiß nicht, ob es stimmt. Howard hat vorhergesagt, dass Artie mindestens 20.000 Dollar spenden wird. Ich hoffe nicht! Ich hoffe, er hat seine Zunge unter Kontrolle. Er kann eine wichtige Rolle spielen. Seine Zuschauer sind Leute, die dieses verletzende Wort verwenden und er kann einen wichtigen Beitrag leisten, auch ohne das Geld.

Mein erster Kontakt zum HRC entstand kurz nachdem ich mich der Presse gegenüber zu Arnold Schwarzeneggers Veto des Gesetzes über gleichgeschlechtliche Hochzeiten (2005) geäußert hatte. Ich wollte meinen Kommentar authentisch machen und sprach daher auch über meine Homosexualität. Kurz danach wurde ich von HRC mit der Idee einer Vortragsreise durch Amerika kontaktiert. Ich habe zu vielen Leuten dort im Team Freundschaften aufgebaut. Wenn ich die Gelegenheit habe, ein gutes Wort für die HRC einzulegen, tue ich es. Und als Artie mir diesen Streich spielte, wollte ich dafür eine Gegenleistung.

Der Sulu in "Star Trek XI" wird von John Cho verkörpert
Metro Weekly: Welche anderen Anliegen und Gruppen liegen Ihnen am Herzen?

George Takei: Ich bin seit den 60ern Teil der Bürgerrechtsbewegung. Wir haben auf vielen Kundgebungen gesungen, auf einer davon sprach Dr. Martin Luther King jr. Wir sind mit ihm marschiert. Dadurch wurde ich in der Entschädigungsbewegung japanischstämmiger Amerikaner aktiv. Es geht darum, dass diese Menschen während des Zweiten Weltkrieges verfassungswidrig in Internierungslagern gesammelt wurden, nur weil sie so aussahen wie diejenigen, die Pearl Harbor bombardiert hatten. Es gab keine Anklage, keine ordentlichen Gerichtsverfahren, wir wurden einfach zusammengetrieben. Ich erinnere mich noch an den Tag, als Soldaten mit aufgepflanzten Bajonetten an unsere Haustür kamen, um meine Familie herauszuholen.

Ich war noch ein Kind und verstand nicht, was geschah. Ich erinnere mich, dass meine Eltern aufgeregt diskutierten und meine Mutter oft Tränen in den Augen hatte. Ich hatte jedenfalls Angst, als die Soldaten uns holen kamen. Wir wurden zu den Pferdeställen einer nahe gelegenen Pferderennbahn gebracht, Santa Anita. Meine Eltern waren ein junges Paar mit drei Kindern, sie verloren alles - das Geschäft meines Vaters, das Haus, die Freiheit. Als die Lager fertiggestellt waren, wurden wir mit dem Zug quer durch Amerika in die Sümpfe von Arkansas gefahren. Stacheldrahtzaun, Wachtürme, Maschinengewehre, die auf uns zeigten. Der Euphemismus dafür war damals ein Relocation Center (etwa Umsiedlungszentrum). Eher passend wäre Internierungslager. Aber eigentlich war es ein Konzentrationslager. Die Juden in Deutschland und Polen wurden in Todeslager gebracht. Wir wurden hinter Stacheldrahtzäunen konzentriert, daher der Begriff. Gott sei Dank gewannen wir den Krieg - manchmal überlegt man, was hätte passieren können, wenn die Vereinigten Staaten weniger Erfolg gehabt hätten.

Die Ironie geht weiter: Es gab tausende junger japanisch-amerikanischer Männer, die ihre Familien hinter den Zäunen zurückließen, um für ihr Land zu kämpfen. Sie zeigten, wie amerikanisch sie wirklich waren. Eine japanisch-amerikanische Einheit war Teil der Armee, die das Lager in Dachau befreite.

Metro Weekly: Hat diese Erfahrung Ihr Werteempfinden mehr beeinflusst als alles andere?

Takei: Die Internierung hatte enormen Einfluss, weil ich zusah, wie mein Vater darum kämpfte, wieder auf die Beine zu kommen und welche Mühe er sich gab, die drei Kinder zu erziehen, sie auf gute Universitäten zu schicken. Er war es, der am meisten zu leiden hatte, aber er konnte es in einen größeren idealistischen und philosophischen Kontext stellen.

Er sagte, dass sowohl die Stärken als auch die Schwächen der amerikanischen Demokratie darin liegen, dass es sich um eine wahrhaftige Demokratie des Volkes handelt. Sie kann so großartig sein wie Menschen sein können, aber auch so fehlbar wie sie oft sind. Nach dem Angriff auf Pearl Harbor verfielen die Menschen in eine Hysterie. Die gesamte Regierung reagierte hysterisch.

Metro Weekly: Sehen Sie Parallelen zum heutigen Zustand?

Takei: Absolut. Gleich nach dem 11. September hielten wir eine Wache bei Kerzenlicht vor dem Nationalen japanisch-amerikanischen Museum und luden dazu die Führer der arabisch-amerikanischen Gemeinschaft ein sowie einige ältere Japan-Amerikaner, die sich an die Gefangenschaft hier in Amerika noch erinnern. Sie sprachen von der Wichtigkeit, aus der Vergangenheit zu lernen und so eine Internierung nicht noch einmal geschehen zu lassen. Wir haben zu einem Symposion Führer der arabisch-amerikanischen Bevölkerung, der japanisch-amerikanischen Bevölkerung, Vertreter des Los Angeles County Sheriff's Department und der Human Relations Commission des County eingeladen. Wir haben sogar eine Einladung an das FBI gesandt. Die zögerten.

Metro Weekly: Trotz dieser Wiederholung der Geschichte sehen Sie bestimmt auch Fortschritte, gerade was die Bürgerrechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (GLBT) angeht.

Takei: Ja, da tut sich was. Und ich glaube, ich bin in der Lage, einen Beitrag zu leisten - vielleicht keinen sehr großen - durch meine Auftritte bei Howard Stern. Es gibt viele Schwule und Lesben, die Howard Stern hören, aber der Großteil der Zuhörer sind Menschen, die sich über Gleichberechtigung gar keine Gedanken machen. In der Show zu sein und über meine Beziehung zu Brad zu sprechen zeigt, dass das genauso normal und manchmal langweilig und ärgerlich ist wie heterosexuelle Beziehungen. Die Leute sagen: "Oh, ja."

So kann ich zum Nachdenken über die Gleichberechtigung anregen und darüber, wie unfair, wie ungerecht einige unsere Gesetze sind, die von religiösen Vorstellungen bestimmt sind. Ich glaube an die strikte Trennung von Kirche und Staat, aber so viele unserer Gesetze, die uns alle betreffen, werden von religiösen Vorurteilen beeinflusst und geformt. Wenn in einer "normalen" Ehe ein Partner stirbt, kann der andere die Pension des Verstorbenen weiter beziehen. Das geht bei Brad und mir nicht.

Metro Weekly: Sie sind seit 21 Jahren mit Brad zusammen. Kennen Sie das Geheimnis des Glücks?

Takei: Wir streiten uns auch manchmal - und streiten auch intensiv - aber wir gehen immer mit einem Kuss zu Bett. Wir sind vielleicht noch am Schäumen, aber als Ritual küssen wir uns. Wenn man das tut, passt alles wieder. Wir sehen, wie unwichtig unsere Differenzen eigentlich sind. Was wirklich zählt ist, dass wir uns lieben.

(fb - 09.02.10 - Quelle: MetroWeekly.com)


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