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Florian Battke (fb) Koenigs Kampf für Grundrechte Ein neuer Film des Chekov-Darsteller wirft Fragen auf Im Interview mit dem Blog Soul of Star Trek sprach der "Star Trek"-Schauspieler über seinen neuen Film "InAlienable", seinen Charakter Chekov in der Classic-Serie, in Fanproduktionen und in "Star Trek XI" sowie über die politische Situation in Burma. Teil 1 - "InAlienable" Beklagt sich der Hauptdarsteller dieses Films über die kleinen Monster in seinem Haus, dann meint er das ernst. Dieser Film hat seine Wurzeln in einem Klassiker der Fünfzigerjahre, "Der Blob". Aber Walter Koenig hat damit mehr im Sinn, ganz in der Tradition von "Star Trek", zum Beispiel die Frage, welche Rechte ein Alien hat. "InAlienable" erzählt eine faszinierende "Was wäre wenn"-Geschichte, die aktuelle menschliche und politische Themen behandelt, von denen einige derzeit sogar vom Obersten Gerichtshof der USA geprüft werden. Koenig spielt selbst eine Rolle in dem Film und ist gleichzeitig ausführender Produzent. Sky Conway ist einer der Produzenten. Marina Sirtis, Gary Graham, Alan Ruck, Tim Russ, J.G. Hertzler und Richard Herd spielen in "InAlienable", außerdem Richard Hatch ("Battlestar Galactica") in der Hauptrolle sowie Courtney Peldon ("Boston Public"), Jay Acovone ("Stargate SG-1"), Patricia Tallman ("Babylon 5", Beverly-Crusher-Double in "The Next Generation"), Eric Avari ("The Quest: Das Geheimnis der Königskammer"), der junge Jett Patrick und Walters Frau Judy Levitt sowie sein Sohn Andrew und seine Tochter Danielle Koenig.
Walter Koenig: Es geht um einen Wissenschaftler, der Frau und Sohn in einem Unfall verloren hat, für den er sich selbst verantwortlich macht. Acht Jahre später merkt er, dass er Wirt für einen Parasiten ist. Seine Gefühle gegenüber diesem Alien in seinem Körper machen eine Entwicklung durch - von einer wissenschaftlichen Objektivität zu einem Gefühl der Abscheu, als er erfährt, dass der Parasit seine DNA trägt und eine Art Monster ist. Er fühlt sich verflucht als Strafe für den Tod seiner Frau und seines Kindes. Aber am Ende gebiert er quasi das Monster und baut eine Beziehung zu ihm auf. Die Regierung will die beiden trennen und im dritten Akt des Films kommt es zu einer Anhörung über das Sorgerecht. Frage: Im Trailer sticht eine Zeile besonders hervor. Der Verteidiger sagt dabei: "Even aliens have inalienable rights." ("Sogar Aliens haben unveräußerliche Rechte.") Koenig: Das war der wichtigste Gedanke hinter der Geschichte: Was macht einen Alien aus? Im Besonderen, wenn er auf diesem Planeten geboren ist, und sollte er nicht dieselben Rechte haben wie jeder andere? Das ist auch die Grundlage für die Sorgerechtsanhörung. Frage: Die Besetzung ist beeindruckend. Koenig: Ich bin dankbar, dass wir so eine talentierte Gruppe hatten. Wir haben nicht viel Geld für den Film ausgegeben - weit weniger als eine Million Dollar - und ich hatte Spitzentalente. Richard Hatch ist wirklich brillant in der Hauptrolle. Courtney Peldon ist eine wunderbare weibliche Hauptrolle. Marina Sirtis ist fantastisch, sie ist die Anwältin der Regierung und dabei so mächtig. Eric Avary, der den Verteidiger Howard Ellis spielt, bringt seiner Rolle eine humorvolle Note. Es ist eine sehr spannende Geschichte mit vielen tiefen Emotionen - da hat er wirklich eine wunderbare Balance geschaffen. Ich habe das Drehbuch vor sieben Jahren geschrieben. Schauspieler sind sehr von sich eingenommen und können sich nicht vorstellen, etwas anderes als die Hauptrolle zu spielen, deshalb sah ich mich selbst in der Hauptrolle. Nach einigen Jahren wurde mir klar, dass ich nicht infrage kam, aber Richard hat es genau so gemacht, wie ich es getan hätte. Auf der anderen Seite habe ich die Rolle des Howard Ellis für eine andere Art Mensch geschrieben, jemanden, der eher wie Ethan Phillips [Neelix in "Star Trek: Voyager"] ist. Ethan war nicht verfügbar. Eric las die Rolle, sie gefiel ihm und wir boten ihm die Rolle an, weil er ein guter Schauspieler ist. Er machte daraus etwas anderes, als wir erwartet hatten - eine angenehme Überraschung. Ich wollte etwas Humor haben, und er war wunderbar. Frage: Und Robert Dyke ist der Regisseur. Koenig: Ja. 1989 machte er mit Bruce Campbell und mir den Film "Moontrap", der auf Videokassette sehr erfolgreich war, obwohl er nie im Kino kam. Es war ein Science-Fiction-Film, aber ganz anders als meiner. Ich kannte also seine Arbeit, er war begeistert vom Drehbuch, wir konnten uns leisten, ihn zu bezahlen, und er hat seine Sache gut gemacht. Frage: Woher kam die Geschichte? Koenig: Ich habe sie vor langer Zeit geschrieben, ich weiß gar nicht mehr, wie es anfing. Ich erinnere mich noch, dass ich einige Freunde eingeladen hatte, um die World Series anzuschauen. Unter ihnen waren Sky Conway und Tony Franke - er spielte Steve McQueens Freund in der Originalversion von "Der Blob". Sky war aufgeregt, weil das einer seiner liebsten Science-Fiction-Filme war. Ich glaube er schlug vor, dass wir gemeinsam so etwas machen könnten. Ich hatte nicht geplant, eine Geschichte zu schreiben und ein Projekt anzufangen, aber ich sammelte einige Ideen und schrieb einen groben Abriss. Sky war begeistert und ich begann, das Drehbuch zu schreiben. Frage: Sie testen einen neuen Distributionsweg: Pay-per-View im Internet. Koenig: Inzwischen wird allen klar, dass das Internet sich für sowas eignet. Unser Film wird zunächst im Internet verbreitet. Es gibt später noch weitere Optionen, zum Beispiel stehen wir in Kontakt mit dem Sci Fi Network. DVDs für In- und Ausland sind auch ins Auge gefasst. Und wenn wir den Film auf einigen Festivals zeigen können, öffnen sich noch weitere Möglichkeiten. Während ich auf die Produktion des Drehbuchs wartete, entschloss ich mich, es auch als Roman zu verarbeiten. Letztes Wochenende war ich in New York und traf eine junge, enthusiastische Agentin, mit der ich ein Abkommen getroffen habe. Sie hat schon einige Verlage im Auge, und dann sehen wir weiter. Teil 2 - Chekov Pavel Chekov hatte einen seltsamen Monat hinter sich. Ein neuer Schauspieler wird ihn im J.J.-Abrams-Film vor Paramounts Kameras verkörpern, während ein anderer junger Chekov in der Webserie "New Voyages" plötzlich altert: In der Folge "To Serve All My Days", die diesen Monat in überarbeiteter Fassung herauskommt, ist es dann aber wiederum Walter Koenig, der den gealterten Chekov spielt. In "Star Trek: Of Gods and Men" spielt er Pavel, der noch eine andere Transformation durchmacht. Science-Fiction-Charaktere müssen sich an plötzliche Veränderungen gewöhnen, aber wie steht es um ihre Schauspieler? Wie kommt Walter Koenig damit zurecht? Frage: Die unvermeidliche Frage: Was halten Sie von dem neuen "Star Trek"-Film? Koenig: Der Film wird toll, da bin ich sicher. Sehr kreative Leute arbeiten daran.
Koenig: Anton Yelchin, der junge Mann, der Chekov spielen wird, ist 19 Jahre alt. Ich stelle keine Besitzansprüche auf den 19-jährigen Chekov, das wäre lächerlich. Wenn sie einen 71-jährigen Schauspieler suchen und mich dabei übergehen würden, das wäre vielleicht etwas anderes. Ich hoffe, dass er sich die Rolle zueigen macht. Keiner von uns kann als die definitive, endgültige Darstellungsform eines Originalcharakters bezeichnet werden - na ja, vielleicht Leonard als Spock. Es gibt tausend Schauspieler, die diese Rollen spielen könnten und ihre eigene Art einbringen würden. Da wäre genauso wahr. Ich wurde ein paar Mal gefragt, was ich diesem jungen Mann sagen würde. Ich würde ihm raten, sich selbst auf die Suche zu machen und sich die Rolle zueigen zu machen. Wenn man versucht, jemanden zu imitieren, ist es nie etwas eigenes, und in der Folge ist es nie so wahr, wie es sein sollte. Es kommt nicht aus einem selbst. Also sage ich, mach es zu deinem Eigenen und ich bin sicher, es wird gut werden. Frage: Es ist interessant, dass das passiert, nachdem Sie kürzlich zwei Gelegenheiten hatten, Chekov zu spielen und mehr mit dem Charakter zu tun hatten als je zuvor. Spielt das auch eine Rolle dabei, wie es sich anfühlt, die Verantwortung weiterzugeben? Koenig: Das tut es sicher. Es macht mir die Sache einfacher. Ich bin dankbar, dass ich Chekov noch einmal spielen durfte, besonders in "To Serve All My Days". Als das Team von "New Voyages" auf mich zukam, bestand ich darauf, dass die Geschichte mir als Schauspieler einen Abschluss bringen sollte. Chekov war immer eine Rolle, die nur verwendet wurde, um die Geschichte in Gang zu halten, es ging nie um sein Inneres. Aber diese Geschichte handelt von Introspektion, es geht um Chekovs Gefühle für sein Leben, seine Vergangenheit und seine Zukunft. Ich war wirklich froh um diese Gelegenheit. Mit den Jahren wurde ich frustriert, weil ich als Schauspieler in "Star Trek" so wenig gefordert wurde. Beim Dreh von "Star Trek VI" war ich wirklich unglücklich, weil das unser letzter Film war - zumindest dachten wir das - und der Film uns Nebendarsteller mal etwas genauer zeigen sollte. Und das tat er einfach nicht. Daher war es schön, "To Serve All My Days" zu drehen, auch wenn niemand den Film anschaut. Ich fühlte, dass ich mir etwas Integrität bewahrt hatte. Ich konnte meine Rolle menschlicher machen und ihr mehr Tiefe geben. Frage: Wie wurde diese Geschichte entwickelt? Koenig: Ein Freund aus England, der an der ersten "New Voyages"-Folge gearbeitet hatte, brachte mich mit dem Team in Verbindung. Ich sprach mit ihm und schlug ihnen eine Fortsetzung von "Wie schnell die Zeit vergeht" ("The Deadly Years") vor, da ich in dieser Geschichte nicht alterte. Was, wenn ich doch altern würde? Ich fand das perfekt. Ich traf mich mit Dorothy Fontana und stellte ihr die Idee vor, welche Schritte man durchlebt, wenn man mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert wird, bevor man sie schließlich akzeptiert. Sie schrieb ein Drehbuch und zwar ein sehr gutes. Frage: Und dann spielten Sie den Chekov noch einmal in "Of Gods and Men". Koenig: Ich hatte anfangs keine große Lust auf das Projekt. Ich willigte nur ein, weil Sky Conway ein enger Freund ist. Als wir mit der Arbeit anfingen, eigentlich erst als ich das Set betrat, wurde mir klar, dass es um einen Charakter mit großen Konflikten und enormer Leidenschaft ging - wieder etwas, das Chekov nie zeigen durfte. Eine starke Persönlichkeit, die für jeden Schauspieler sehr interessant wäre, egal ob sie nun Chekov hieß oder anders. Es wurde eine wunderbare Herausforderung für mich und es hat mir viel Spaß gemacht. Teil 3 - Burma und die Zukunft Walters Website zeigt Fotos und Tagebuchnotizen von seinem Besuch bei Menschen, die vor Vergewaltigung, Unterdrückung, Krankheit, Zerstörung und Chaos aus Burma geflohen sind. Er beschreibt wie "ein Land mit einigen der großartigsten natürlichen Ressourcen der Welt" unter dem aktuellen Militärregime "immer tiefer absinkt: wirtschaftlich, was die Bildung angeht, politisch, menschlich... In den letzten vier Jahrzehnten sind die Militärausgaben auf 30 bis 50 Prozent der Gesamtausgaben gestiegen - und das in einem Land, das keine äußeren Feinde hat. Das Gesundheitssystem macht derzeit drei Prozent des Haushalts aus, und acht Prozent gehen in die Bildung. Heute sind Burmas Exportgüter hauptsächlich Heroin und HIV. Die Regierung versucht, Widerspruch durch die systematische Zerstörung der Infrastruktur zu unterdrücken." Die Unterdrückung umfasst auch Vergewaltigungen und das Legen von Landminen an den Landesgrenzen. Koenig beschreibt hier, wie Burma in die Nachrichten kam und was seit seinem Besuch in der Region passiert ist.
Koenig: Zu einem gewissen Grad habe ich das getan. Ich weiß, dass die Weltöffentlichkeit nach ihrem anfänglichen Interesse nun wieder gleichgültig geworden ist. Das ist ein Problem, besonders in den Vereinigten Staaten. Wenn es nicht um Paris Hilton geht, interessieren sich die Medien nicht wirklich für eine Sache. Das Regime in Burma hat sich selbst in den Fuß geschossen, als es die Benzinpreise um 500 Prozent erhöht hat. Das war der Auslöser für die Demonstrationen und brachte die Mönche und Studenten auf die Straßen. Als das geschah, begannen sie auf die Protestierenden zu schießen, Leute zu töten und zu verhaften. Und dann taten sie, was sie schon früher getan hatten: Sie unterdrückten die Bevölkerung auf grausame Weise. Die Demonstrationen und die Reaktion der Regierung ließen die Weltbevölkerung zumindest für einen Moment aufhorchen. Das Ziel meines Besuchs war es nicht nur, die Welt auf das Problem aufmerksam zu machen, sondern auch, durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Druck auszuüben, mittels einer Resolution, die das Verhalten der Militärregierung als Bedrohung des Friedens verurteilen sollte. Die fünf ständigen Mitglieder hätten dazu einstimmig zustimmen müssen. Bis dahin hatte sich China dagegen gewehrt. Sie hatten Interesse daran, dass Burma bleibt wie es ist, darunter Bodenschätze, Gas, und der Landweg zum Meer. Aber China möchte gut aussehen, wenn die Olympischen Spiele nach Peking kommen, und die Resolution konnte ohne chinesische Unterstützung nicht verabschiedet werden. Dort wurden Fortschritte gemacht. Die Resolution wurde verabschiedet, aber der Druck muss weiterhin aufrecht erhalten werden. Ich hoffe, Burma bekommt dieselbe Aufmerksamkeit wie Darfur. Aber es gibt noch mehr zu tun: Die Vereinigten Staaten investieren nicht mehr in Burma und importieren keine Güter mehr aus dem Land. Das ist gut. Leider gehört dem amerikanischen Unternehmen Chevron ein Viertel des französischen Ölgeschäfts, und über diesen Umweg machen sie immer noch Gewinne mit burmesischem Öl. Es bleibt also viel zu tun. Die Regierung in Burma ist sehr gleichgültig gegenüber anderen Ländern. Sie muss finanziell getroffen werden, wenn man sie beeinflussen will. Frage: Was bringt die Zukunft? Koenig: Ich wünschte, ich könnte das mit Sicherheit sagen. Im März wird es in Austin, Texas, einen Film geben - einen kleinen Film, wie ich sie auf den Filmfestivals bewundere. Kleiner Film, kleines Team, Menschen, die sich kennen, keine schwere Geschichte. Wir haben uns auf Bedingungen geeinigt, es ist nur noch die Frage, ob sie alles Notwendige am ersten Drehtag beisammen haben. Man kann sich auf so was nicht verlassen, ehe man nicht das erste "Action!" gehört hat - und auch dann ist man nicht sicher bis zum Ende. Daher möchte ich noch nicht im Detail darüber sprechen, aber ich habe Hoffnung. Frage: Ist der Autorenstreik ein Problem? Koenig: Auch das, ja. Als Mitglied der Autorengewerkschaft hoffe ich, dass der Streik bald zu Ende geht und wir wieder an die Arbeit gehen können. Frage: Der Streik scheint relevant zu sein für zukünftige Projekte, die wie "InAlienable" im Internet veröffentlicht werden. Es geht darum, wie gut die Autoren bezahlt werden. Koenig: Allerdings! 1980 haben sie aufgegeben, weil die Produzenten keine Ahnung hatten, wie sich der Videomarkt entwickeln würde. Deshalb wurde ein extrem geringer Anteil am Profit akzeptiert. Die Produzenten versuchen nun den gleichen Trick noch einmal. Sie haben keine Ahnung, was das Internet bringen wird. Ich glaube, in diesem Fall sollten wir alle das gleiche Risiko eingehen: Gebt den Autoren einen angemessenen Anteil am Profit, und wenn es keinen Profit gibt, leiden alle darunter. Das Problem ist vermutlich komplizierter, ich vereinfache es vielleicht zu sehr. Ich hoffe aber, dass sie sich nicht unterkriegen lassen! (fb - 09.02.10 - Quelle: SoulofStarTrek.Blogspot.com) Weiterführende Links
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