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Alexandra Rimpler (re)13.06.11

Koenigs Trek-Erinnerungen

Ein Blick zurück auf Classic- und Zeichentrick-Serie

Der Chekov-Darsteller berichtete in einem ausführlichen Interview mit StarTrek.com von seinem schönsten Trek-Moment, erläuterte die von ihm verfasste Zeichentrick-Folge und reagierte auf den neuen Chekov.

"Wildwest im Weltraum" und der perfekte "Star Trek"-Moment

Walter Koenig beantwortete in einem Telefoninterview mit StarTrek.com 45 Minuten lang Fragen, die von den Fans eingereicht worden waren. Wie einige vielleicht wissen, verstarb im letzten Jahr sein Sohn, Andrew Koenig, der ebenfalls Schauspieler war und eine Gastrolle in "Deep Space Nine" hatte. Koenig bedankte sich für die Anteilnahme, bat aber höflich darum, keine Fragen zu diesem Thema beantworten zu müssen. Andere Fragen beantwortete er allerdings offen, höflich und bisweilen auch sarkastisch.

StarTrek.com: Als damals "Star Trek" startete, gab es großen Argwohn Russen gegenüber. Haben Sie deshalb je negative Erlebnisse mit Fans gehabt oder war den Leuten klar, dass Chekov eine Rolle war und Sie der Schauspieler?

Russe im All: Walter Koenig
Walter Koenig: Es gab keine negativen Erlebnisse. Ich erinnere mich, dass jemand von irgendwo aus Idaho eine Beschwerde geschrieben hatte, nicht an mich, sondern an das Studio. Darin stand etwas wie: "Warum bitteschön habt Ihr in dieser schlimmen Zeit einen Russen in der Serie?" Die Post, die ich bekam, war allerdings meistens von Leuten zwischen 8 und 14 Jahren. Die waren noch nicht so politisch gebildet und es interessierte sie nicht so sehr. Außerdem war der Charakter so harmlos. Die chauvinistischen Bemerkungen wie "erfunden in Russland" waren immer nur ein Gag und jeder wusste das. Denke ich jedenfalls.

StarTrek.com: Haben Sie in der guten alten Zeit irgendwelche Reaktionen von Russen erhalten?

Koenig: Keine, denn "Star Trek" wurde in der Sowjetunion nicht ausgestrahlt. Diese ganze Promotion-Geschichte, die sie machten, dass die "Prawda" sich darüber beklagen würde, dass keine Russen bei "Star Trek" dabei wären, war genau das: Promotion der PR-Abteilung von NBC. Sie wollten wirklich jemanden, der die gleichen Fans ansprach, die auch die Monkees mochten. Deshalb fügten sie diese Rolle hinzu.

StarTrek.com: Warum hatten Sie nicht mehr Liebesgeschichten? Warum bekam Sulu all die Mädels?

Koenig: Nein, nein, nein, nein. Das stimmt nicht. Das stimmt überhaupt nicht. Sulu bekam überhaupt keine Mädels. Warum ich nicht mehr davon bekam? Ich denke, es gab drei oder vier gute Gelegenheiten: "Wildwest im Weltraum", "Die Reise nach Eden" und "Die Stunde der Erkenntnis". Seltsam, dass mir die so schnell einfallen. (lacht) Aber in allen anderen Fällen gab es nur einen, der Liebesgeschichten hatte und das war Herr Shatner. Durch die Natur meiner Rolle und den Charakter der Serie waren meine Gelegenheiten da eher begrenzt.

StarTrek.com: Welche "Star Trek"-Episode, in der Chekov eine Hauptrolle spielt, halten Sie für die beste?

Einer von Koenigs Favoriten: "Wildwest im Weltraum"
Koenig: Ich weiß nicht, ich weiß nicht ... Vielleicht diejenige, die ich am liebsten gemacht habe und die ich damals für meine beste Episode hielt. Es war "Wildwest im Weltraum". Es war in interessantes Konzept, das uns von den wirtschaftlichen Zwängen vorgegeben wurde. Unser Budget war sehr gering und sie hatten nicht die erforderlichen Mittel, um eine vollständige Wildwest-Stadt aufzubauen, also taten sie es in einer abstrakten Art, was dem ganzen meiner Meinung nach Klasse und Stil gegeben hat. Ich denke, das war eine wirklich gute Entscheidung und es funktionierte richtig gut.

StarTrek.com: Was würde uns aus Ihrer Zeit bei "Star Trek" überraschen? Etwas, das vielleicht nicht allgemein bekannt ist?

Koenig: Ich bin nicht sicher. Ich habe meine Autobiographie geschrieben und ich habe zugegeben, dass ich so einen Haarfärbe-Kram benutzt habe, um den kahlen Fleck zu verdecken. Das sollte also inzwischen für niemanden mehr eine Neuigkeit sein. Und ich trage mein Toupet nicht mehr ... nirgendwo. Ansonsten weiß jeder, dass es ab und an Streit auf dem Set gab, meist ging es dabei um Bill [Shatner] und Leonard [Nimoy] und das Management.

Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keinen Kleinkrieg. Die Nebendarsteller hatten noch keine große Abneigung gegen Bill. Das kam erst später, aber nicht während der Fernsehserie. Ich würde sagen, vielleicht wissen die Leute eine Sache nicht, die etwas Positives ist, und zwar, dass Bill sehr witzig war. Er machte den Dreh leicht und wir haben viel gelacht. Trotz dessen, was hinter verschlossenen Türen geschah, kam es einem wie eine sehr angenehme Umgebung vor.

StarTrek.com: Wie ist heute Ihre Beziehung zu [William] Shatner?

Koenig: Nun, ich war bei "Raw Nerve". Ich war bei seiner Interview-Show. Sie wird am 1. März [in den USA - in Deutschland am 22. Juni 2011 auf dem Pay-TV-Sender The Biography Channel, Red.] ausgestrahlt und ich würde dringend empfehlen einzuschalten. Alles war ziemlich spontan, quasi aus der Hüfte geschossen. Keiner wurde wütend, aber wir hatten eine sehr ehrliche, offene Unterhaltung.

Der perfekte Moment: "Star Trek IV"
StarTrek.com: Was war für Sie der perfekte Moment am Set der Classic-Serie oder den "Star Trek"-Filmen?

Koenig: Im Allgemeinen und auch im Speziellen war es "Star Trek IV". Ich hatte wirklich eine unglaubliche Zeit bei "Star Trek IV". Ich fühlte mich wie ein echtes Mitglied der Crew und ich lieferte in einigen speziellen Szenen über Chekov wirklich eine konkrete, brauchbare Leistung ab. Ich liebte sie. Ich liebte die improvisierte Szene, die wir machten, als wir nach den "Nuklearwaffen" suchten. Aber ich liebte auch die Befragungsszene beim FBI. Das waren spezielle Momente, bei denen keine anderen Mitglieder der Hauptbesetzung dabei waren und die mir die Chance gaben, mehr im Mittelpunkt der Situation zu stehen.

StarTrek.com: Was glauben Sie, wie oft in Ihrem Leben Sie schon gefragt worden sind, warum Khan Chekov in "Star Trek II" erkannte, obwohl Sie in der Folge "Der schlafende Tiger" nicht dabei waren?

Koenig: Oh, schon das eine oder andere Mal.

StarTrek.com: Wenn Sie eine Gastrolle bei irgendeiner anderen Trek-Serie hätten spielen können, bei welcher Serie wären Sie gern dabei gewesen, und hätten Sie dann lieber Chekov oder eine völlig andere Rolle gespielt?

Koenig: Ich habe mich mit den Leuten von "The Next Generation" getroffen. Zuerst habe ich Brannon Braga gesehen. Ich erinnere mich nicht mehr, ob sie mich eingeladen hatten oder ob ich vorschlug, dass wir uns zusammensetzen sollten und darüber sprechen, dass ich einen Gastauftritt machen könnte. Danach wollten sie, dass ich das gesamte Produktionsteam treffe. Wir diskutierten darüber, wie dieser Auftritt zustande kommen könnte, denn es gab Einschränkungen, wie zu Beispiel keine Zeitreise. Dann wurde das Treffen abgebrochen, mittendrin.

Das Ende ihrer letzten Staffel rückte näher und sie planten auch schon das Finale. Daher wurde das Treffen abrupt verschoben und dann abgesagt, weil Rick Berman sagte, er bräuchte den kompletten Autorenstab sofort bei sich. Ich hatte eine Idee für eine Geschichte. Als ich erfuhr, dass Worf tatsächlich russische Großeltern hatte, entwarf ich eine Hintergrundgeschichte, in der Worf auf Chekov traf. Ich kann mich nicht mehr ganz genau erinnern, aber Worf war auf dem Schiff, er wird mit irgendetwas infiziert und erlebt Visionen, Halluzinationen und so konnte ich Chekov in die Geschichte einführen.

Erlebnisse auf Babylon 5 und mit einem anderen Chekov

Im ersten Teil der Fragerunde mit Walter Koenig sprach der Schauspieler über seine Tage als Chekov und beantwortete einige Fragen von StarTrek.com-Lesern. Im zweiten Teil beantwortet er Fragen über andere Aspekte seiner Karriere, er spricht darüber, wie es war, das Chekov-Zepter an Anton Yelchin weiterzugeben und bringt uns auf den neusten Stand, was seine aktuellen Projekte angeht.

StarTrek.com: Sie waren großartig als Chekov, aber ich mochte Sie auch als Bester in "Babylon 5". Haben Sie eine Vorliebe bei diesen beiden Charakteren?

Koenig: Ja. Und auch wenn es den "Star Trek"-Fans wie ein Sakrileg vorkommen muss, war Bester die aufregendere Möglichkeit für mich. Es war eine deutlich vielseitigere Rolle. Es war ein gut entwickelter Charakter und es machte großen Spaß, ihn zu spielen. Interessanterweise sagte einer der Schauspieler bei "Babylon 5", dass ich mit dem Charakter zu weit gehen würde und dass ich diese Entwicklung zurückdrehen soll. Ich tat es nicht und ich bin froh darüber, dass ich es nicht getan habe. Ich habe das Gefühl, dem Charakter einen Stempel aufgedrückt zu haben und dass ich ihn mir angeeignet habe, was mir eine Menge Spaß gemacht hat.

Ich war ein bisschen experimentierfreudiger und habe Dinge ausprobiert. Es war eine unglaubliche Erfahrung und ich erinnere mich gern an meine Zeit bei "Babylon 5". Darüber hinaus werde ich aber auch immer "Star Trek" äußerst dankbar sein, denn ohne "Star Trek" hätte es in meiner Zukunft sicherlich kein "Babylon 5" gegeben. Außerdem hat "Star Trek" mich 45 Jahre lang immer irgendwie begleitet. Und das hat schon etwas.

Walter Koenig
StarTrek.com: Auf welche anderen Rollen in Ihrer Karriere sind Sie besonders stolz?

Koenig: Mir gefiel die Theaterarbeit sehr. Einiges davon war sehr substantiell. Mark Lenard und ich spielten in einem Stück namens "The Boys in Autumn", das unglaublich war. Wir spielten Tom Sawyer und Huckleberry Finn und es war eine Möglichkeit, geradezu Kapriolen auf der Bühne zu machen. Es war ein Zwei-Mann-Stück und das war sehr interessant. Ich war in einem Stück namens "The White House Murder Case", eine schwarze Komödie und mein Charakter beginnt während des Stücks auseinanderzufallen - wortwörtlich - bis er am Ende dasitzt und seine Genitalien in der Hand hat und nichts mehr am Körper trägt.

Eine andere Aufführung, an der ich in der guten alten Zeit beteiligt war, hieß "Night Must Fall" und ich spielte einen psychopathischen Hotelpagen, der den Leuten die Köpfe abschnitt. Es war ein echtes Melodram und es wurde mit Albert Finney und Robert Montgomery bereits zu verschiedenen Zeiten verfilmt. Dann habe ich noch bei einer Produktion von "Antonius und Cleopatra" für die Britannica Library mitgemacht, die als Film aufgenommen wurde. Mit dabei waren auch Lynn Redgrave und Timothy Dalton und John Carradine und es war aufregend, mit diesen Typen zu arbeiten und diese unsterblichen Worte zu sprechen.

StarTrek.com: Wie fanden Sie es, den Chekov-artigen Charakter zu spielen, den Sie im Fan-Film "Of Gods and Men" verkörperten?

Koenig: Es war eine viel bessere Erfahrung als ich erwartet hatte. Anfangs dachte ich, dass ich nur Doug Conway einen Gefallen tue. Aber als ich das Drehbuch bekam und den ungewöhnlichen Chekov-Charakter sah, den ich spielen sollte und er wirklich voller Leidenschaft und Energie und Wut war, wurde die Rolle für mich viel ansprechender. Es war eine Herausforderung und die Performance war recht erfolgreich. Ich habe es absolut genossen, das zu tun.

StarTrek.com: Wie empfanden Sie Anton Yelchins Darstellung des Chekov in "Star Trek XI"? Wir wissen nämlich, dass Sie ihn getroffen und mit ihm gesprochen haben. Welchen Rat haben Sie ihm für den Film gegeben?

Der neue Chekov, Anton Yelchin
Koenig: Ich habe ihm nur gesagt, dass er es auf seine Weise machen und sich nicht um die Geschichte scheren soll, dass da nichts ist, was unantastbar ist. Ich sagte ihm, er sei ein anderer Schauspieler mit einer anderen Perspektive und dass er die Rolle so spielen soll, als hätte er sie erfunden. Und ich denke, das tat er. Er ist ein unglaublicher junger Mann und ein talentierter Schauspieler. Bereits vor "Star Trek" hatte er einen Lebenslauf, den ich auch gern gehabt hätte. Er hat schon an der Seite von Anthony Hopkins gespielt. Er spielte die Hauptrolle in einem anderen Film ["Charlie Bartlett"]. Er hat eine große Karriere vor sich. Ich habe kürzlich seine Eltern getroffen und auch sie scheinen sehr, sehr nett zu sein.

StarTrek.com: Wie seltsam war es, [in "Star Trek XI"] jemand anderen in Ihrer alten Rolle zu sehen?

Koenig: Ich hätte erwartet, dass es viel seltsamer sei, als es tatsächlich war. Ich bin, ehrlich gesagt, etwas besorgt hineingegangen. Ich wusste nicht genau, wie ich mit der Situation umgehen würde, ob ich neidisch oder eingeschüchtert reagieren würde, wenn ich jemand anderen die Rolle spielen sähe. Ich hätte genauso gut eingeschüchtert reagieren können, wie ich mich auch neurotisch hätte fühlen können, daher wusste ich nicht, welche Gefühle auf mich zukommen würden.

Aber als ich mich hingesetzt hatte und anfing zu gucken und mich entspannte, konnte ich die sehr gute Leistung in einem Film würdigen. Ich habe nahezu sofort aufgehört, mich mit Anton zu vergleichen. Er war 19 und ich war 73. Ich hätte also diese Rolle nie spielen können. Daher dachte ich: Lehn dich einfach zurück und genieß es. Ich war tatsächlich richtig stolz auf Anton. Ich merkte, wie ich mit ihm mitfieberte. Die Momente, die er hatte, waren lustig, ich habe gelacht, und die Momente, in denen andere Eigenschaften des Charakters hervortraten, habe ich auch deutlich geschätzt und beklatscht.

StarTrek.com: Woran arbeiten Sie gerade?

Koenig: Ich habe einen Vertrag für einige Graphic Novels bei einer Firma namens Bluewater unterschrieben. Zuerst machen wir ein Paket von drei Comic-Büchern über einen Charakter namens Raver, die ich in den 90ern gemacht habe. Dazu kommt eine vierte, neue Geschichte. So kommen wir dann auf die erforderlichen 95 bis 100 Seiten. Ich habe diese vierte Geschichte bereits umrissen. Die andere heißt "Things to Come" und handelt von Vampiren nach der Apokalypse und der Tatsache, dass sie die einzige intelligente Spezies sind. Es ist eine sehr beschauliche Geschichte, in der wir versuchen zu ergründen, warum sie da sind, wer sie sind und was ihre Rolle im Universum ist. Sind sie das Endergebnis oder ein Brückenschlag zu etwas Anderem?

Eigentlich hatte ich es als Entwurf für ein Drehbuch geschrieben, aber dann entschied ich mich, nicht den langen Weg über Agenten und Produzenten zu wählen, sondern das Drehbuch direkt in Form einer Graphic Novel umzusetzen. Natürlich habe ich in meinem Hinterkopf immer noch den Gedanken, daraus ein Drehbuch und einen Film zu machen, aber es als vierteiliges Comic-Buch umzusetzen, ist auch ein Abenteuer und sehr spannend. Ich freue mich jeden Tag auf die Arbeit daran, wenn ich mich an meinen Schreibtisch setze. Wenn es weiter fortgeschritten ist, werde ich meine offizielle Homepage und Facebook und alles andere updaten, so dass die Fans wissen, wie es um das Projekt steht.

"Star Trek"-Zeichentrick und Koenigs Folge "Das Superhirn"

Walter Koenig mag den "Star Trek"-Fans am besten als Chekov in Erinnerung sein, den er jahrelang in der Classic-Serie und anderen "Star Trek"-Ablegern spielte, aber er hat außerdem ein Making-of-Buch über "Star Trek: Der Film", eine Autobiographie und eine Folge der "Star Trek"-Zeichentrickserie mit dem Titel "Das Superhirn" ("The Infinite Vulcan") geschrieben. Die Episode dreht sich um einen geklonten Riesen, Keniclius Five, der Spock klont, um einen intergalaktischen Friedensstifter zu erschaffen. Die Erschaffung des Riesen-Spock tötet beinahe den echten Spock.

Im letzten Teil des Interviews blickt StarTrek.com mit dem immer aufrichtigen Koenig auf die Zeichentrickserie zurück und spricht mit ihm über seine Erinnerungen an "Das Superhirn".

StarTrek.com: Es ist eine geradezu legendäre Geschichte, dass die Macher der Zeichentrickserie es sich nicht leisten konnten, jeden der Originalbesetzung zu engagieren, um die Synchronisation zu machen, und Chekov war als letzter dazu gekommen und dadurch als erster wieder raus. Wie konnten Sie trotzdem eine Zeichentrick-Episode schreiben?

Die Zeichentrickserie fand ohne Chekov statt.
Koenig: Das ergab sich eher indirekt. Ich hatte an einem Roman gearbeitet, oder es war ein Drehbuch, ich weiß es nicht mehr genau. Es war die Zeit der Schreibmaschinen und ohne Rechtschreibprüfung. (lacht) Ich fragte [Gene Roddenberrys Assistentin] Susan Sackett, ob sie es für mich tippen könne und sagte, dass ich diese Arbeit auch bezahlen würde. Sie las es und erzählte Gene davon und erzählte ihm auch, dass ich qualitativ hochwertig schreiben könne. Er las es und fragte mich dann, ob ich Interesse hätte, eine Episode für die Zeichentrickserie zu machen.

StarTrek.com: Woher bekamen Sie Ihre Ideen? Was wollten Sie damit rüberbringen?

Koenig: Die bekam ich aus den Zeitungen. Klonen war zu dieser Zeit ein großes Thema, über das viel spekuliert wurde. Ich weiß, dass es eine neue Welle des Interesses am Klonen innerhalb der letzten acht oder zehn Jahre gibt. Aber auch damals, in den frühen 70er-Jahren, gab es viele Diskussionen darüber. Ich dachte "Was würde passieren, wenn ich ...?" und übernahm das Thema.

StarTrek.com: Was ging schief, nachdem Sie Ihren ersten Entwurf des Drehbuchs abgaben? Das ist keine der lustigen Trek-Geschichten, die Sie sonst zu erzählen haben ...

Koenig: Nun, das Ganze war ein bisschen unangenehm für mich. Zuerst mal habe ich etwa zehn Entwürfe geschrieben. Ich hätte nie gedacht, dass ich zehn Entwürfe fertig bekomme. Es war ein fast unerträglicher Prozess. Gene sagte jedes Mal: "Lass uns sprechendes Gemüse verwenden. Es ist Animation. Lass uns das tun." Ich musste ständig Anpassungen machen, um dem Medium, in dem wir arbeiteten, gerecht zu werden. Das war nicht sehr angenehm. Außerdem war ich nicht gerade begeistert, nicht zur Besetzung zu gehören. Ich bin vielleicht ein bisschen paranoid und das sage ich nicht, weil es gut klingt. Ich sage das mit großem Ernst. Und ich fühlte mich wirklich geschmäht, weil ich nicht daran teilnehmen durfte.

Freude für die Co-Stars Nichelle Nichols und George Takei
Ich bewundere Leonard Nimoys Haltung während dieser ganzen Sache, nicht was mich betrifft, sondern was George [Takei] und Nichelle [Nichols] betrifft, weil er sich hinstellte und sagte, dass er die Zeichentrickserie nicht machen würde, wenn sie nicht auch einbezogen würden. Schließlich seien auch sie Teil der ursprünglichen Serie gewesen und würden helfen, es zu einem Erfolg zu machen. Es ergab Sinn, dass er mich nicht einbezog, denn ich war kein Teil der ursprünglichen Serie. Aber immer noch fühlte ich mich ein wenig hereingelegt, denn als ich fragte, ob ich für den Part des Keniclius vorsprechen könne, sagten sie "Ja" - aber das war nur ein Lippenbekenntnis. Ich kam und sprach vor und sie hatten nie vor, mich einzustellen. Und das regte mich auf.

Die Krönung des Ganzen war dann aber, dass ich nicht erfuhr, dass ich nicht Teil der Zeichentrickserie sein würde, bis ich bei einer Convention in Los Angeles war. Dorothy Fontana hatte gerade gesprochen. Sie war eine Produzentin/Drehbuchautorin der Serie und sie erzählte den Fans, dass ich in dieser Serie nicht mitspielen würde. Ich selbst wusste das zu dem Zeitpunkt (noch) nicht. Dann kamen die Fans heraus und sahen mich und das erste, was sie fragten, war: "Wie fühlt es sich für Sie an, nicht dabei zu sein?" Darauf war ich nicht vorbereitet. Das kam wie aus heiterem Himmel, ich war total erstaunt darüber. Etwas später an diesem Tag hatte ich ein Panel mit Gene und versuchte, das Thema zur Sprache zu bringen. Er winkte ab und sagte: "Nun, so ist das Leben nun einmal." Das Ganze war nicht wirklich angenehm.

StarTrek.com: Was denken Sie über das fertige Produkt?

Koenig: Ich habe einige der Folgen gesehen und fand es ganz okay. Offenbar waren die Autoren besser als die Animation und das brachte die Serie in eine sehr ungünstige Position, denn Erwachsene, die die Handlung schätzten, mussten sich mit der primitiven Animation herumschlagen und die Kinder, die die Animation mochten, konnten die Geschichten nicht so gut verstehen wie die Erwachsenen.

Koenig schrieb die Folge "Das Superhirn".
Was meine Episode angeht, die fand ich ganz in Ordnung. In den folgenden Jahren hörte ich alles Mögliche, die einen sagten, es sei die schlechteste Folge der Serie, andere fanden, es sei die beste. Also habe ich wirklich keine Vorstellung, wo sie steht. Ich finde, es ist eine interessante Folge und sie ist sicherlich ein bisschen anders.

StarTrek.com: In der Folge gibt es ein kleines Easter Egg. Die Pflanze heißt nämlich "Retlaw". Dürfen wir annehmen, dass das Ihre Idee war?

Koenig: Es war meine Idee. Wissen Sie, in den 40ern gab es einen Comic, der hieß "Planet Comics", und die Aliens darin sprachen rückwärts. Ich wollte eher pfiffig sein als wirklich klug, als ich das tat. Als ich meine Episode ("The Stranger") der Serie "Land of the Lost" schrieb, gab es einen Charakter namens Enik, der ursprünglich Eneg geheißen hatte. (Er hat es sogar in den 2009er Kinofilm von Will Ferrell geschafft.) Das ist G-e-n-e rückwärts gelesen, und stand für Gene Roddenberry. Aber [der "Land of the Lost"-Story-Editor] David Gerrold sah es und sagte "Nein, das können wir nicht machen." Aber immer, wenn ich die Chance dazu bekomme, setze ich meine kleine Signatur, indem ich einen Charakternamen verwende, der der Name einer Person rückwärts gesprochen ist.

StarTrek.com: Bevor wir Sie entlassen, geben Sie uns doch bitte ein Update der Dinge, die sie tun.

Koenig: Ich habe den "Raver"-Comic fertiggestellt und arbeite an der zweiten Ausgabe von "Things to Come". Der Zeichner und der Kolorist arbeiten gerade an der ersten Ausgabe. Ich begleite "Star Trek III" und IV im Pantages Theater in Los Angeles am 28. März und ich werde im Zusammenhang mit der Graphic Novel am 9. April im Golden Apple [ebenfalls in Los Angeles] sein. Und meine Folge von Bill Shatners "Raw Nerve" läuft am 14. März [in den USA. In Deutschland wird diese Folge am 22. Juni 2011 auf dem Pay-TV-Sender The Biography Channel ausgestrahlt, Red.].

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(re - 13.06.11 - Quelle: StarTrek.com)

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