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Peter Tigmann (pt), Sebastian Kowald (sk) Das Ende vor Augen Kate Mulgrew schaut auf zurück auf sieben Jahre "Voyager" Sie ist im Moment die wohl gefragteste Person im "Star Trek"-Universum: Kate Mulgrew, die in den letzten sieben Jahren Captain Kathryn Janeway bei "Star Trek: Voyager" verkörperte. Talk-Show-Auftritte, Interviews mit den verschiedensten US-Magazinen, und Verpflichtungen bei den Partys zum Ende von "Voyager" hat sie seit dem Abschluss der Dreharbeiten zu bewältigen. Das neuste Interview mit Kate Mulgrew haben die US-Reporter Gregory L. Norris und Laura A. Van Vleet vom "Battlestar Galactica Fan Club" geführt. Folgend die komplette deutsche Fassung dieses interessanten Interviews. Battlestar Galactica Fan Club: War das Betreten der Brücke des Raumschiffs Voyager als Captain Kathryn Janeway immer so, wie Sie es sich erhofft haben?
Ich habe versucht, sie mit einer Menschlichkeit zu verkörpern, die in den meisten Captains vorhanden ist. Aber ich denke, das Wichtigste für mich ist, dass ich die Voyager mit einer Janeway verlasse, die - jenseits ihrer Liebe zur Sternenflotte und jenseits ihres "Mit dem Schiff untergehen"-Leitsatzes - in ihrer tiefen Liebe zu diesen acht Personen gewachsen ist und dies auch über Gespräche hinaus. Sie wird deswegen niemals mehr dieselbe sein. Ich denke, sie hat alles bekommen, auch dank dem Verhältnis zwischen den Autoren und mir, die alle sehr respektvoll sind, sehr kreativ und sehr vertrauenswürdig. Das ist eine ideale Situation für eine Schauspielerin. BGFC: Die letzte Staffel von "Voyager" geht bald zu Ende, und die Dreharbeiten sind bereits abgeschlossen - was fühlen Sie? Oder können Sie in Ihren Charakter schlüpfen und uns sagen, was Captain Janeway fühlt? Mulgrew: Sie können sich bestimmt die gemischten Gefühle vorstellen, die mit dem Ende verbunden sind. Ich denke, die von Janeway laufen parallel zu meinen eigenen. Dies ist eine überwältigende und auch herzzerreißende Situation für Janeway. Immerhin hat sie die letzten sieben Jahre mit diesen Leuten und ihrem geliebten Schiff verbracht. Sie hat ihre eigene Einsamkeit, das, was sie gebraucht hätte und auch einige Kämpfe, die in ihrem Inneren getobt haben, beiseitegeschoben, um letzten Endes diese Crew wirklich zu lieben. Es gibt in diesen Beziehungen eine Art von Intimität, welche unter normalen Umständen nicht möglich gewesen wäre. Sie waren alle zusammen in einem Boot und alle halfen Janeway, gaben ihr mit ihren Herzen Kraft. Sie war es gewöhnt, von diesen Menschen Kraft gespendet zu bekommen und deshalb war es sehr schwer und beunruhigend für sie, "Auf Wiedersehen" zu sagen. BGFC: Und für uns, die Fans, ebenfalls.
BGFC: Die Voyager hat sehr viele beliebte Charaktere - Roxann Dawsons B'Elanna, Robert Picardos holographischen Doktor. Trotzdem geht ein Großteil der Popularität der Serie unter den Fans von ihrer Präsenz aus, ihrem Führungsstil, wenn Sie so wollen. Mulgrew: Nun, ich wurde ausgewählt, um sie anzuführen. Ich war anfangs nicht sicher, wie ich das tun sollte. Aber ich denke, was Sie und die Fans gesehen und verstanden haben, ist vor allem dem zu verdanken, dass ich jede Minute von den Dingen, die ich getan habe, geliebt habe. Die Kamera lügt nicht, wenn es darum geht. Ich habe es wirklich genossen, diese Frau zu kreieren, von der ich jetzt weiß, dass sie kein Teil mehr von mir ist, die ich bewundere und liebe - das machte es wie gesagt nicht gerade einfach, ihr "Auf Wiedersehen" zu sagen. BGFC: Die meisten Leute werden wohl sehr überrascht sein, wenn sie erfahren, dass Sie die meisten Ihrer Stunts selber machen. In der Episode "Unimatrix Zero, Teil I" haben Sie zum Beispiel selber ein klingonisches Bath'Leth geschwungen, in einem Zweikampf mit einem Borg. Haben Sie viel trainiert, um diese Szenen so realistisch zu machen? Mulgrew: Nein, nicht so sehr. Ich habe mein Training in der Schauspielschule gemacht. Ich habe einen sehr flexiblen und robusten Körper, deshalb habe ich keine Angst, diese Stunts zu machen. Das Publikum weiß immer, wann ein Stuntdoubel die Stunts macht oder du selbst, deshalb sieht es immer besser aus, wenn man Schauspieler hat, die auch diesen Teil der Arbeit machen. Es ist herausfordernd und ein großer Spaß.
Mulgrew: Das Schwierigste war zu verstehen, dass der Captain in einer weiteren Disziplin bestehen muss, was die anderen nicht machen müssen, was einen als Schauspielerin beschränkt, aber auch gleichzeitig unglaublich herausfordert. Janeway kann sich den Luxus nicht leisten, Emotionen zu zeigen, was die anderen dürfen. Deshalb war es die ultimative Herausforderung - wie kann ich das rüberbringen, ohne die Linie zu überschreiten? Wie kann ich gleichzeitig mein Kommando und meine Menschlichkeit zeigen, und wie mache ich mich zugänglich für unausgesprochene Autorität. Das war die immer wiederkehrende Herausforderung, von der ich denke, dass sich ihr jeder Captain stellen muss. Aber zugleich war es auch sehr lohnend. Ich finde Schauspieler, die sich über eine großartige Rolle beschweren, ziemlich ärgerlich. Ich bin sehr zufrieden damit, diese Rolle bekommen zu haben. Es gab nicht viel, worüber ich mich hätte beschweren können. Ich war in der Lage, jeden Tag an einem Charakter zu arbeiten, den ich lieben gelernt habe, der nicht nur als ein Vorbild dient, sondern auch als Charakter mit großer Substanz und Tugendenden, und einigen Fehlern. Es war meine Entscheidung, mich die letzten sieben Jahre jeden Tag hundertprozentig einzusetzen. BGFC: Sie sind eine treue Unterstützerin des Incarnation Children's Center (ICC), der einzigen Zufluchtsmöglichkeit für HIV/AIDS-infizierte Kinder und Babys in New York City. Könnten Sie uns das ICC mal kurz beschreiben und erzählen, warum Sie so leidenschaftlich darin involviert sind? Mulgrew: Es gibt keinen Zweifel daran, dass meine beste Freundin, Nancy Addison-Altman, dafür verantwortlich ist, dass ich da mitmache [Mulgrew und Addison-Altmann haben beide ihr Karriere bei der ABC-Soap "Ryan's Hope" begonnen]. Vor fünf Jahren schleppte mich Nancy zum ICC in Washington und erzählte mir, dass ich diese Kinder mögen würde, wie sie es tut und das war dann auch so. Ich denke, der Name, den ich dieser Organisation geben würde, ist "Einfühlungsvermögen". Diese Kinder sterben an AIDS und das ist die einzige Einrichtung in New York, die sich intensiv um sie sorgt. Sie haben herausgefunden, dass diese Kinder durch Fürsorge viel länger leben und viel glücklicher sind. Deshalb unterstütze ich das ICC - weil ich meine guten Freunde liebe und die Gutmütigkeit anderer Leute respektiere.
Mulgrew: Das geht 28 Jahre zurück. Freundschaft ist wie Liebe. Es ist eine Frage des Glücks. Du kannst die ganze Welt absuchen. Du kannst das edelste Herz haben. Du selbst kannst ein charismatischer, wunderbarer Mensch sein, aber das heißt immer noch nicht, dass du den richtigen [Freund] findest. Ich denke, es ist wie mit allem anderen auch. Es ist ein mysteriöses Element im Leben und deshalb denke ich, dass Gott dafür verantwortlich ist. Für mich ist es auf jeden Fall mysteriös - beides, die Ehe mit einem wundervollen Mann [1999 heiratete Mulgrew den Politiker Tim Hagan aus Ohio] und meine Freundschaften, so wie die zu Nancy, welche eine der ältesten ist. Sie hat mir gezeigt, wie tief ich in mich hineinblicken kann und ich liebe sie mehr als jede andere Person, mit der ich nicht mein Blut teile. BGFC: Welches sind Ihre Hoffnungen für die Zukunft des ICCs? Mulgrew: Ich bin der Ansicht, dass sich unsere Kultur zunehmend nur noch widerwillig um die Armen kümmert. Die Wohltätigkeitsveranstaltungen, welche wir durchführen, haben sich zum Ziel gesetzt, Geld zu sammeln für neue Betten in den medizinischen Einrichtungen, um Krankenpflege und Kinderärzte zu unterstützen und eine Menge Leben zu retten. Das ist meine Hoffnung. BGFC: Und was sind Ihre eigenen Hoffnungen für die Zukunft von Kate Mulgrew? Mulgrew: Ich würde mich gerne auf meine Ehe konzentrieren und meinem Ehemann Zeit geben, sein eigenes Leben neu zu ordnen. Er hat so viele Opfer gebracht in den letzten Jahren für unsere Ehe und meinen total verrückten Zeitplan, so dass ich ihn nach dem Ende von "Voyager" nun unterstützen sollte. Und ich beabsichtige dies zu tun. Sie wissen ja schon, dass er ein wunderbarer Mann ist. Er ist ein Staatsbeamter und ein wichtiger Politiker in Ohio. Und ich möchte es ihm ermöglichen, sein Leben zu überdenken und ihn entscheiden lassen, was er in der nächsten Zeit machen möchte - und das alles mit meiner uneingeschränkten Unterstützung. BGFC: Was werden Sie am meisten vermissen nach dem Ende der Abenteuer des Raumschiffs Voyager? Mulgrew: Die Leute. Wirklich die Leute. Ich werde meine Freunde vermissen. Ich werde das Gefühl der geteilten Geheimnisse vermissen, die Sensibilität, mit diesen Leuten durch jede Situation gegangen zu sein, und zu wissen, dass sehr vieles davon eine einmalige Erfahrung war in meinen Leben. Und ich denke, dass ich dieses Gefühl der Vollendung vermissen werde - ich meine, einige von diesen Dingen waren wirklich schwierig für mich.
Mulgrew: Nein, mehr die Müdigkeit. Nach einer gewissen Anzahl von Stunden hat man einfach nicht mehr die Kraft, genauso zu spielen wie man es eigentlich möchte. Es ist eine Qual, sich nach zwölf bis 13 Stunden noch aufrecht zu halten. Es ist wie ein Faustschlag unter diesen Umständen. Das war schwierig. Einiges von dem Technobabble war schwierig, nicht nur zu verstehen, sondern auch damit umzugehen und es rüberzubringen. Ich habe oft gedacht, dass einige der zwischenmenschlichen Beziehungen zu kurz gekommen sind. Sie wissen schon, ich war ein wenig besorgt darüber. Ich hätte mir gewünscht, dass B'Elanna und Janeway eine tiefere Freundschaft gehabt hätten, eine, die besser erforscht worden wäre. Das Gleiche gilt für den Charakter des Tom Paris. BGFC: Sie spielen so großartig mit Robert Picardo zusammen. Mulgrew: Er ist ein Vollblutschauspieler. Wenn man daran denkt, was sie mit seinem Charakter gemacht haben, welcher, wie ich denke, anfänglich so klein war - es wurde ihm ein verblüffendes und pulsierendes Leben gegeben, oder nicht? Wir sind sehr gute Freunde. Die finale Staffel ist viel zu schnell vorbei gewesen, wie das bei Abschieden immer so ist. Es ist das Ende eines Teils meines Lebens gewesen, welcher mein Leben neu definiert hat. In vielen Dingen hat "Voyager" mein Leben erfüllter gemacht, sicherlich reicher aufgrund dieser Leute, die ich so mag, und außerdem wegen allem, was wir zusammen durchgemacht haben. Ich hätte mir so etwas nie erträumt, diese Erfahrung als eine Schauspielerin mit so einem Charakter. Ich denke nicht, dass das noch vielen anderen passiert. Und ich werde Janeway sehr stark vermissen. Ich bin keine Schauspielerin, die einen Charakter einfach so aufgeben kann. Ich denke, Janeway wird für eine sehr lange Zeit in meinem Herzen bleiben... (pt, sk - 21.02.10 - Quelle: Battlestar Galactica Fan Club) Weiterführende Links
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