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Marvin Luchs (ml)23.09.00

Muss Janeway sterben?

Kate Mulgrew blickt auf die letzten "Voyager"-Folgen

Die Frage, ob Janeway beim Versuch, die Crew nach Hause zu bringen, stirbt, brachte die Gerüchteküche ins Brodeln. Gestern ist nun auf StarTrek.com ein Interview mit Kate Mulgrew erschienen, in welchem die Schauspielerin über ihre Gedanken zum Ende von "Voyager" und auch über Janeways Zukunft spricht.

Kate Mulgrew sorgte letzte Woche für reichlichen Gesprächsstoff, als sie in einer Talkshow auf die Frage, ob Janeway im "Final Chapter" von "Voyager" sterben wird, mit "Mir wurde ausdrücklich verboten, darüber zu sprechen, aber wie Sie sehen, bin ich das größte Plappermaul Hollywoods..." antwortete. Zu Wort kommt dazu auch "Voyagers" Executive Producer Kenneth Biller, welcher erläutert, wie seine persönlichen Gedanken zu Janeways Zukunft aussehen.

Kate Mulgrew
In der Zeit zwischen Mulgrews Kindheit und ihrem heutigen Beruf als Schauspielerin hat sie einen weiten Weg hinter sich gebracht. Sie war das zweitälteste von acht Kindern und wohnte in Dubuque, Iowa. Ihr Vater war ein Straßen- und Brückenbauer, ihre Mutter eine Malerin. Seit sie mit zwölf die Schauspielerei entdeckt hat ("Es rettete mein Leben", sagt sie) war sie so oft sie konnte auf der Bühne. Das brachte sie dann später auch zu der Rolle ihres Lebens: Captain Kathryn Janeway. Und jetzt sieht es so aus, als würde die Rolle in der letzten Staffel von "Star Trek: Voyager" ihr Ende finden.

"Nachdem mich 'Voyager' so weit gebracht hat, wird es schwierig sein, 'Voyager' Lebewohl zu sagen." Aber nicht bevor Captain Kate noch ein paar Aliens in die Knie zwingt und sich der Frage stellt, wie sie die Crew nach Hause bringen soll. Für das Ende von "Voyager" ist vor allem geplant, dass Janeway sich mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen auseinandersetzt, die sie in der Vergangenheit gefällt hat, was unter anderem ja dazu führte, dass die Voyager im Delta-Quadranten strandete.

In den November Sweeps kommt der Zweiteiler "Fleisch und Blut" ("Flesh and Blood"), der Janeway wieder in einen Konflikt mit den Hirogen bringt, denen die Holodeck-Technologie, die Janeway ihnen überlassen hatte, zum Verhängnis wurde und außer Kontrolle geriet. In einer Folge namens "Zersplittert" ("Shattered") reist Chakotay in die Vergangenheit und bekommt die Gelegenheit, Janeway auf der Voyager rumzuführen, bevor sie im Delta-Quadranten strandet.

"Sie wird mit Schlüsselmomenten aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden", sagt "Voyagers" Ausführender Produzent Kenneth Biller, "und einige Punkte in der Zukunft, die geschehen werden, wenn sie der Zeitanomalie nicht entkommen."

Janeway würde für ihre Crew bis zum Äußersten gehen
Ohne einen Hinweis zu geben, ob die Voyager nach Hause, oder zumindest etwas näher kommt, sagte Biller, dass sich Janeways Charakter in der zweiten Hälfte der letzten Staffel kaum ändern wird. "Sie wird sich fragen müssen, wie weit sie gehen will, um ihre Crew nach Hause zu bringen. Sie muss sich der Möglichkeit stellen, dass ihre Mannschaft vielleicht nie nach Hause kommen wird, weil der Zustand der Voyager in der zweiten Hälfte der letzten Staffel immer schlechter wird. Vielleicht wird sie gar nicht mehr in der Lage sein, den Weg zurück in den Alpha-Quadranten zu schaffen."

Mulgrew, die anfangs vor allem eine wissenschaftliche pflichtbewusste Janeway gespielt hat, weiß genau, wie sie sich das Ende ihre heldenhaften Reise vorstellt. Sie möchte ein dramatisches und aufregendes Ende für ihre Rolle. "Janeway ist eine Einzelgängerin", meint Mulgrew über den dominanten Charakter. "Sie ist mutig und kühn bis zum letzten Augenblick. Ohne zu zögern, würde sie sich selbst opfern und mit dem Schiff untergehen." Noch größer ist Janeways Verpflichtung zu ihrer Crew. "Wider ihrer besseren Einsicht, hat sie die acht Personen, die ihr am nächsten stehen, in den letzten Jahren liebgewonnen."

Kate Mulgrew flüchtete zur Schauspielerei so früh wie sie konnte. Mit 17 kehrte sie ihrer Heimat den Rücken zu und zog nach New York. Sie trainierte und lernte an der berühmten und schweren Stella Adler Schule. Der fordernde Stil der Stella Adler brachte sie enorm weiter. Sie verließ die New York University in ihrem Junior-Jahr, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen und bekam unmittelbar danach einen Job als Mary Ryan in der ABC-Soap "Ryan's Hope". Gleichzeitig trat sie als Emily bei der Shakespeare-Festival-Produktion "Unsere kleine Stadt" auf.

Mulgrew war schließlich mit der Rolle von Kate Columbo auch auf NBC zu sehen (in "Mrs. Columbo" war sie ganze 23 Jahre alt) und sammelte viele Erfahrungen im TV-, Show- und Theater-Geschäft. Für ihre Darstellung einer alkoholsüchtigen Moderatorin in "Murphy Brown" bekam sie den Tracey Humanitarian Award.

Nachdem Geneviève Bujold dann erkannte, dass sie keine 18-Stunden-Tage auf lange Zeit aushalten würde, bekam Kate Mulgrew die Rolle der Kathryn Janeway. Kate Mulgrew wusste, dass das genau die Rolle ist, für die sie geboren wurde.

Trotz des nervenaufreibend großen Aufwands von Janeways Charakter ("Meine Stimme, meine Haare, mein Gang, meine Sommersprossen"), sagt Mulgrew, dass sie sich immer wieder auf das frühere Training der Stella Adler stützen konnte. "Mittlerweile ist Janeway so was wie mein zweiter Charakter. Ich kenne ihre Schwächen und Tugenden und weiß, was sie so einzigartig macht."

Der Captain hat schon manches durchgemacht - wird sie das Ende der Serie überleben?
Selbst wenn sie wollte, könnte sie nicht ignorieren, wie viel Einfluss ihr Charakter hatte, nicht nur auf das "Star Trek"-Universum, sondern auf der ganzen Welt. Sie bekommt viele Briefe von Frauen in allen Alters- und Berufsgruppen, die sich für ihre Inspiration bedanken. "Ich bin mir bewusst, dass Janeway nicht einfach nur gut aussehen, sondern eine absolut standfeste Frau sein muss. In der heutigen TV-Kultur hungern viele Frauen, um mit den jungen Mädchen mitzukommen."

Mulgrew bereitet sich schon darauf vor, wenn die große Veränderung kommt, und sie zum letzten Mal die Brücke der U.S.S. Voyager betritt. In Zukunft wird sie erst einmal mehr Zeit mit ihrem neuen Ehemann Tim Hagan verbringen und natürlich mit ihren beiden Kindern, Ian und Alexander. Am 12. Oktober 2000 wird sie eine Rede auf der California Governor's Conference halten mit Stars wie Ann Richards, Shirley MacLaine und Dr. Mae Jemison.

Aber der härteste Teil kommt noch. "Wir haben zusammen gelacht, geweint und kreativ und hart gearbeitet. Wir haben uns eine Art von Intimität geteilt, eine Intimität, die in diesem Business sehr rar ist", sagte Mulgrew mit tiefen Gefühlen für die gesamte Voyager-Crew.

Mulgrew hat viel in Janeway reingesteckt, meint aber auch, dass sie auch etwas von ihrer Rolle zurückbekommen hat: "Disziplin. Ich glaube meine Leidenschaft ist gewachsen. Ich habe durch sie gelernt, wie man mit anderen zusammenarbeitet, manchmal auf einem ziemlich umständlichen Weg. Es war eine gewaltige Reise!"

(ml - 21.02.10 - Quelle: StarTrek.com)

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