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Michael Müller (mm)23.09.07

TZN-Interview mit Filip Krejcik

Der Veranstalter der "Evening with..."-Abende im Gespräch

Filip Krejcik von FKM Events im niederbayerischen Deggendorf organisiert seit einigen Jahren Abende mit Trek- und Science-Fiction-Stars für Fans aus dem deutschsprachigen Raum. Zu den bisherigen Gaststars der "Evening with..." zählten Marina Sirtis, Max Grodénchik, Lolita Fatjo, Casey Biggs und Dominic Keating, die Anlässe mit Robert Picardo und Anthony Montgomery folgen in den nächsten beiden Monaten.

2006 musste FKM Events die geplante "Stargate"-Convention Pegasus absagen. Das TrekZone Network sprach mit Filip Krejcik über die aktuelle deutsche Trek-Fandom-Lage, über die sich seit Jahren häufenden Con-Absagen sowie die dahinter steckenden Probleme und wie FKM Events es schaffte, dass die angemeldeten Pegasus-Teilnehmer ohne finanziellen Verlust zurückblieben.

TrekZone Network: Filip, wie groß war die Motivation nach der Pegasus-Absage, neue Trek- oder andere Science-Fiction-Anlässe im deutschen Raum zu planen?

Filip Krejcik: Zugegeben, die Absage der Pegasus war für uns alle ein harter Schlag. Jeder vom Hauptteam hat bis zur Absage hunderte von Arbeitsstunden in Planung und Vorbereitungen gesteckt. Im Endeffekt stand aber das gesamte Team auch hinter der Entscheidung - die im Übrigen unserer Meinung nach die einzige vernünftige und professionelle Entscheidung war.

Bis auf eine Person, die sich leider kommentarlos aus dem Team verabschiedet hat, war die Motivation im Team ungebrochen. Uns allen war im Vorfeld klar, dass eine Absage möglich ist, aber deswegen sind weder der Spaß an der ganzen Sache noch die Begeisterung je verloren gegangen.

Die Motivation ist nach wie vor hoch - denn ob man nun hinter den Kulissen an so einem Event mitwirkt oder ihn als regulärer Teilnehmer genießt: Es ist einfach ein besonderes Erlebnis und macht jede Menge Spaß, gerade in einem kleinen, gemütlichen und familiären Rahmen wie bei unseren Evenings.

TZN: Laut Aussagen von mehreren angemeldeten Pegasus-Besuchern ist die Rückerstattung der Ticketgelder an die Teilnehmer nach der Absage der Con ohne Komplikationen und äußerst schnell erfolgt. Das stellt im Vergleich zu anderen deutschen Con-Absagen in den letzten Jahren eine Ausnahme dar. Wie war das möglich - ist FKM Events jetzt überschuldet?

Krejcik: Zunächst einmal: Wenn man eine Veranstaltung korrekt umsetzen will, geht man mit einigen Reserven an die ganze Sache dran. Es ist zu keinem Zeitpunkt garantiert, dass die Planungen so, wie man es sich vorgenommen hat, auch hundertprozentig aufgehen, und es können immer mal unerwartete zusätzliche Ausgaben anfallen oder eben auch eine Absage notwendig werden. Wir haben also ein gewisses finanzielles Polster gehabt, private wie geschäftliche Reserven, mit denen wir arbeiten konnten.

Der nächste wichtige Punkt ist die Berücksichtigung und Einhaltung von Stornofristen. Die Absage der Pegasus fand zirka zehn Wochen vor dem geplanten Termin statt, sobald intern feststand, dass das Risiko zu groß ist, noch länger zu warten. Die Stadthalle Deggendorf zum Beispiel hat ein gestaffeltes Stornokosten-System - zum Zeitpunkt der Absage waren 40 Prozent der Raummiete zu zahlen. Kurz darauf wären die Kosten sehr stark nach oben gegangen. Acht Wochen vor Termin hätte darüber hinaus eine Stornierung des Hotelkontingentes zu 80-prozentigen Stornogebühren der gebuchten Zimmer geführt. Spätestens zu dem Zeitpunkt muss man die Notbremse ziehen, wenn man sieht, dass die Dinge nicht so laufen, wie man es sich vorgestellt hat.

Wir haben somit einerseits die Kosten auf unserer Seite möglichst niedrig gehalten, und andererseits versucht, dies auch auf Seite der Fans zu tun (denn durch eine rechtzeitige Absage minimiert sich der Schaden, der beispielsweise durch nicht stornierbare Flugtickets entsteht). Sehr am Herzen lag mir da zum Beispiel der Fall einer lieben Teilnehmerin aus Italien, die nach anfänglich panischer Angst dann erfreut festgestellt hat, dass sie für ihren Billigflug auf gerade mal zwei Euro Ticketkosten sitzen bleibt (Flugsteuern und so weiter werden ja bei Nichtnutzung immer erstattet), und sich dann sehr darüber gefreut hat, dass wir ihr hier bei dem Ticketstorno mit entsprechenden Informationen geholfen haben (auch hier wird Kundenservice bei uns sehr ernst genommen, selbst wenn es nicht unsere eigentliche Zuständigkeit betrifft).

TZN: Einen finanziellen Schaden für FKM Events gab's aber wohl trotzdem?

Krejcik: Natürlich sind für uns trotzdem Kosten entstanden - wir hatten Vorlaufkosten für Werbung, Technik, Telefonate, Dekomaterial und so weiter, mit ein großer Batzen war auch die nicht erstattbare Anzahlung auf die Gage unseres Hauptgastes. Alles in allem liegt der Verlust bei etwas über 7000 Euro netto. Man kann also zum Beispiel sagen, dass die Pegasus der Grund ist, warum ich immer noch mit meinem 15 Jahre alten Auto in der Gegend herumfahre (denn die Summe hätte eine hübsche Anzahlung ergeben...). (lacht)

Dank der vorhandenen Reserven war diese Summe aber zu bewältigen, und man muss auch berücksichtigen, dass eine spätere Absage oder gar ein Stattfinden der Con trotz der Situation zu einem mittleren fünfstelligen Schuldenbetrag geführt hätte - ein ziemliches Desaster, das so gut wie sicher in einer kompletten Insolvenz geendet hätte (es sind in der Vergangenheit schon oft genug ganze Existenzen durch schlecht geplante/durchgeführte Cons ruiniert worden).

FKM-Gast Marina Sirtis
Anders gesehen kann man den Verlust jedoch auch als Investition in die Zukunft betrachten: Wir wollten den Fans, unseren Kunden, durch die professionelle und vor allem schnelle und unkomplizierte Abwicklung zeigen, dass auf uns immer Verlass ist und wir auch eine Absage entsprechend gut lösen und umsetzen können und vor allem vertrauensvoll mit den Kundengeldern umgehen. Die ganze Situation war schließlich auch so schon schlimm genug (die Fans hatten sich immerhin genauso wie wir auf die Con gefreut).

Auch wenn wir von vereinzelten Teilnehmern mittlerweile gehört haben, dass wir deswegen nicht mehr der Veranstalter ihres Vertrauens sind, wir hätten die Con trotz allem durchziehen sollen - das können wir dann leider auch nicht ändern. Es wird sicher jeder verstehen, dass man nur, damit andere zwei Tage Spaß haben können, nicht seine gesamte Existenz aufs Spiel setzen kann...

TZN: Ist neben dem Trek- auch das "Stargate"-Fandom am Schrumpfen, oder wie erklärt ihr euch die mangelnde Anzahl an Anmeldungen für die Pegasus?

Krejcik: Ich denke einerseits nicht, dass das "Stargate"-Fandom sehr stark geschrumpft ist, da es immer noch aktuelle Episoden liefert und sehr viele Fans von den Serien begeistert sind. Ich denke, dass bei manchen Fans eher das Interesse an Cons und Events allgemein sehr stark zurückgegangen ist, oder einfach die individuellen Lebensumstände, vor allem finanzieller Art, die Teilnahme an solchen Events nicht mehr oder nicht mehr in dem Umfang zulassen, wie man es gerne würde.

Hinzu kommt, dass viele Fans gar nichts mit Cons und Fan-Events anfangen können, weil sie sich schlichtweg nicht vorstellen können, was daran so toll oder interessant sein soll. Schau ich mir die Einschaltquoten von "Stargate" im deutschen Fernsehen an, die teilweise im Millionenbereich liegen, so frage ich mich schon manchmal: "Warum haben wir da nicht ein paar hundert Leute motivieren können?" Wir haben es schon ein paar mal erlebt - bei unseren Events genauso wie bei anderen Cons, auf denen wir mit Fans ins Gespräch gekommen sind -, dass Leute gesagt haben, "Ich war noch nie auf einer Con, weil ich immer dachte, das wäre furchtbar langweilig. Jetzt bin ich so begeistert, dass ich mich sofort fürs nächste Mal angemeldet habe".

Ich denke, dass es wichtig ist, dass auch die Fans untereinander das Fandom am Leben erhalten. Sicherlich ist es in der heutigen Zeit so, dass man immer mehr zum Konsumenten wird und immer weniger Leute aktiv etwas auf die Beine stellen. Wir versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten mit unseren Events hier einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass sich dies in Zukunft ändert.

Ein anderer Grund für die mangelnden Anmeldungen bei der Pegasus ist sicherlich auch unser Standort. Hier haben wir schon etliche Male Schriftwechsel und Gespräche mit einigen Leuten gehabt, die meinen, wir wären am "A... der Welt".

Gut, sicher, Deggendorf ist bestimmt nicht der Mittelpunkt Deutschlands. Allerdings versuchen wir stets, allen Beteiligten auch klarzumachen, warum wir gerade nicht in München, Frankfurt oder Bonn aktiv sind. Unabhängig von der Tatsache, dass ich in Deggendorf wohne: Man vergleiche die Kosten für die Raummiete im nh-Parkhotel Deggendorf (160 Euro) mit denen eines ähnlich großen Raumes, beispielsweise vom Maritim Bonn (800 Euro plus 180 Euro Bereitstellungskosten). Man vergleiche aber auch die Kosten für die Teilnehmer für ein Hotelzimmer (ab 55 Euro pro ganzem Doppelzimmer im nh Deggendorf) mit denen einer Großstadt (zum Beispiel das nh Köln - ab 129 Euro - oder Maritim Bonn zum FedCon-Sonderpreis für 198 Euro).

Es ist ja so, dass sowieso immer nur eine kleine Anzahl Teilnehmer direkt im unmittelbaren Umfeld wohnt. Alle anderen müssen zwangsweise eine weitere Anreise auf sich nehmen. Für unsere bereits für die aktuellen Evenings angemeldeten Teilnehmer aus Berlin, Kassel oder Hamburg ist es beispielsweise völlig egal, ob sie in Nürnberg dann in Richtung München oder in Richtung Deggendorf abbiegen. Der Weg ist der gleiche, nur die Kosten sind in Deggendorf wesentlich niedriger.

In Zeiten, in denen niemand wirklich Geld zu verschenken hat, ist es daher wichtig, die gesamte Angelegenheit günstig zu gestalten - für alle Beteiligten. Gerade bei unseren Evenings mit ihren zirka 60 Teilnehmern kann sich jeder ausrechnen, wie viel Budget eigentlich überhaupt zur Verfügung steht.

TZN: Wie groß ist die Chance, dass sich für die in diesem Jahr geplanten Abende in Deggendorf mit Robert Picardo und Anthony Montgomery überhaupt genügend Besucher anmelden?

Krejcik: Also zunächst einmal sei gesagt, dass die Chance sehr hoch ist. Wir haben bereits eine sehr große Anzahl überzeugter Stammkunden (Gruß nach Plauen, Bamberg, Regensburg und München an dieser Stelle), die bei jedem Evening dabei sind. Außerdem ist eine Teilnehmerzahl von 50 bis 70 Personen wesentlich einfacher zu erreichen, und die ganze Sache ist ja logischerweise auch wesentlich günstiger als eine ganze Con, da es mit dem Eintritt für den Abend sowie zumeist einer einzigen Nacht im Hotel getan ist. Die Anmeldungen laufen schon jetzt sehr gut, daher machen wir uns diesbezüglich auch keine weiteren Sorgen.

TZN: Ist die Rückerstattung der Ticketgelder an die Besucher auch bei diesen beiden Anlässen gewährleistet, falls die Abende wider Erwarten nicht stattfinden könnten?

Krejcik: Wie schon erwähnt ist das Budget bei den Evenings ungemein kleiner und dadurch auch überschaubarer als bei einer ganzen Con. Sollten uns zum Beispiel zehn Teilnehmer zum Break Even fehlen, dann reden wir hier von zirka 250 Euro Netto-Fehlbetrag - eine Summe, die wir mit den bereits wieder vorhandenen Reserven sehr leicht bewältigen können.

Robert Picardo war im Herbst 2007 zu Gast beim FKM Evening
Unabhängig davon droht hier aufgrund der oben beschriebenen Anmeldungssituation eh keine Absage mangels Teilnehmer. Die einzigen Gründe, die zu einer Absage führen könnten, wären beispielsweise berufliche Engagements der Schauspieler (wie bei Dominic Keating im letzten Jahr geschehen - hier wurde der Evening einfach um sechs Wochen verschoben), oder gesundheitliche Probleme (was wir einfach mal nicht hoffen wollen).

Aber ja, die Rückerstattung der Eintrittsgelder ist auch in diesen Fällen uneingeschränkt gewährleistet.

TZN: Wie wählt ihr eure Stargäste aus? War der Hauptgrund für die Verpflichtung Robert Picardos, dass er nicht nur in "Voyager", sondern zuletzt auch in "Stargate" und in dessen Ableger "Atlantis" mitgespielt und zahlreiche Gastauftritte in weiteren Genre-Serien wie "The 4400" absolviert hat?

Krejcik: Aufgrund des kleinen Budgets sind wir bei den Evenings zumeist auf Kooperationen und Sharings mit anderen europäischen Veranstaltern angewiesen. Sowohl bei Robert Picardo als auch bei Anthony Montgomery teilen wir uns die Kosten mit dem italienischen "Star Trek"-Fanclub STIC beziehungsweise dem Sci-Fi-Store Ultimo Avamposto in Bologna. Dies schränkt natürlich unsere Auswahlmöglichkeit ein, da wir mit dem arbeiten müssen, was gerade möglich ist.

Darüber hinaus achten wir natürlich auch darauf, dass die Schauspieler möglichst interessant genug sind, vor allem im Sinne der Reichweite bei den Fans (auch kleine Nebendarsteller sind interessant, manchmal sogar wesentlich interessanter als Hauptdarsteller, nur "ziehen" sie eben nicht ganz so sehr...).

Als weiterer wesentlicher Aspekt sind auch bereits bestehende Kontakte zu Schauspielern und deren Agenten zu berücksichtigen. Es ist beispielsweise ungemein schwerer, mit neuen "Top-Acts" zu arbeiten, deren Agenten möglichst viel Geld aus der Sache schlagen möchten und somit nicht für kreative Möglichkeiten zu gewinnen sind. Diese Schauspieler scheiden dann für die Evenings leider fürs Erste aus.

Sicher, wenn unser Kundenstamm eines Tages größer geworden ist, kann man auch darüber nachdenken. Aber primär ist die Entscheidungsgrundlage momentan noch gebunden an die Möglichkeiten, sich Schauspieler mit anderen Veranstaltern in Europa zu teilen.

Dass Bob Picardo nun zusätzlich eine sehr lange Filmografie aufweisen kann und auch für das "Stargate"-Fandom interessant ist, ist natürlich ein kleines Plus am Rande...

TZN: Filip, große finanzielle Gewinne werden für FKM Events bei den Trek-Abenden wohl nicht herausspringen. Ist es tatsächlich "nur" euer Ziel, die deutschen Trek-Fans glücklich zu machen, oder verfolgt ihr nicht doch noch ein, zwei andere Ziele?

Krejcik: Na ja, ich will nicht lügen: Sicher wäre es schön, wenn ich eines Tages mal meinen neuen Passat mit diesen Evenings finanzieren könnte. (lacht) Aber ich mache mir da keine Illusionen: Wir sind froh, wenn die Evenings bei "Plusminus Null" enden. Wenn doch mal ein kleiner Betrag übrig bleibt, so gleicht dieser im Zweifelsfalle dann einen kleinen Verlust beim nächsten Event aus oder dient dafür, um hier und da mal noch etwas mehr Technik zu kaufen, oder zum Beispiel einen schönen Stoff-Hintergrund für die Fotosessions und so weiter.

Selbst die großen Veranstalter können nicht mit großen Gewinnen rechnen. Im Prinzip ist die ganze Sache daher eine kreativ-interessante Art und Weise, unser Hobby auszuleben, und mal was Schönes, Ungewöhnliches zu erleben. Und dabei eben das Fandom am Leben zu erhalten.

TZN: Wie kam es zur Gründung von FKM Events?

Krejcik: Das hat sich eigentlich über die Jahre hinweg so ergeben. Es entstanden persönliche Kontakte zu Schauspielern und Agenten, man hat bei einigen Veranstaltungen mitgearbeitet (auch im beruflichen Leben), zunächst im kleinen, dann auch in größerem Umfang, und irgendwann kommt dann der Punkt, an dem man überlegt, einfach selber eine Veranstaltung zu probieren.

Man braucht ein fähiges und zuverlässiges Team, redet daher mit Leuten, die man mit der Zeit kennen gelernt hat und denen man vertraut beziehungsweise die für einzelne Bereiche besonders gut geeignet sind, gibt dem Ganzen dann noch einen geschäftlich soliden Rahmen und schon war FKM Events da. Im Grunde genommen gibt es nicht einmal einen genauen Gründungszeitpunkt. Ich müsste mal nachschauen, wann ich die Domain damals registriert habe...

TZN: Wie sieht die geplante Entwicklung von FKM Events in den nächsten Jahren aus? Wird es nach Picardo im Oktober und Montgomery im November weitere Trek-Events geben?

Krejcik: Sicherlich werden wir unseren Wurzeln treu bleiben und immer wieder einen Event im "Star Trek"-Sektor veranstalten. Im Grunde genommen stehen und fallen unsere Events mit dem Zuspruch und dem Interesse der Teilnehmer, unserer Kunden. Sind die Evenings erfolgreich, wagen wir uns wieder an weitere. Und vielleicht auch an andere Serien/Fandoms und andere Event-Konzepte. Stehen wir natürlich umgekehrt irgendwann mal nur noch mit zehn Teilnehmern da, dann werden wir es uns ordentlich überlegen, ob es noch Sinn macht, Geld aus dem Fenster zu schmeißen und im Privatleben ständig zurückzustecken (Stichwort: Neues Auto - dann lieber dafür). (lacht)

Im Moment gibt es keine hundertprozentig konkreten Pläne für weitere Events, wir arbeiten aber im Hintergrund immer an Möglichkeiten und sind einfach mal gespannt, was sich diesbezüglich ergibt. Primär konzentrieren wir uns aber zunächst auf die beiden bevorstehenden Evenings, damit diese gut und erfolgreich über die Bühne gehen und jeder Teilnehmer mit einer guten Ladung toller Erlebnisse und Erinnerungen nach Hause gehen kann. Danach sehen wir weiter.

Casey Biggs: "Nebendarsteller sind manchmal interessanter als Hauptdarsteller"
TZN: Was sagst du zur allgemeinen deutschen Trek-Event- und -Fandom-Lage? Die Galileo 7 gibt's mittlerweile auch nicht mehr...

Krejcik: Nun, gerade in Deutschland ist die Lage aufgrund der bereits angesprochenen finanziellen Situation von einigen Fans sehr angespannt. Viele Alt-Fans verlieren zudem einfach mit der Zeit das Interesse oder verlagern ihre Interessen (das kann auch ganz unspektakulär einfach mit neuen beruflichen und familiären Entwicklungen zusammenhängen). Neu-Fans müssen erst gewonnen werden, was natürlich dadurch, dass "Star Trek" momentan eher ruhig vor sich hin lebt, eher schwer ist.

Zur Situation bei der Galileo 7 kann und will ich jetzt nicht viel sagen, da mir einfach die Einblicke in die Abläufe und Interna im Hintergrund fehlen. Jeder Veranstalter fährt nun mal sein eigenes Konzept. Sicherlich tun mir jedoch all die Fans Leid, die aufgrund der Situation jetzt einen finanziellen Schaden genommen haben.

Prinzipiell kann ich aber aufgrund des Feedbacks von unseren Teilnehmern auch sagen, dass viele mittlerweile die kleineren und gemütlicheren Events den großen Veranstaltungen vorziehen.

TZN: Wie lautet deine Meinung zur Trek-Zukunft, insbesondere zum kommenden elften Kinofilm?

Krejcik: Damit befasse ich mich im Moment ehrlich gesagt nicht so wirklich, da ich mich beim Anschauen des Filmes im Kino lieber überraschen möchte. Ich meide daher so gut es geht eventuelle Spoiler - wobei ich als großer "Heroes"-Fan sagen muss, dass ich begeistert bin über die Besetzung des jungen Spock. Zachary Quinto ist ein toller Schauspieler.

TZN: Wie könnte oder sollte es deiner Meinung nach unmittelbar nach dem elften Kinofilm mit Trek weitergehen? Werden Filme in zweijährigen oder noch längeren Abständen nicht dazu führen, dass sich das Trek-Fandom langsam aber sicher auflöst?

Krejcik: Also meine persönliche Meinung ist, dass dem Franchise mal Zeit zur Regeneration gegeben werden müsste. Ob nun neue Filme oder gar eine neue Serie die Situation verbessern oder verschlechtern werden, kann ich absolut nicht einschätzen.

TZN: In Prag fand am 22. September die CzechTrek 2 Convention mit Marina Sirtis statt. FKM Events hat offensichtlich nicht nur eine tschechische Website aufgebaut, sondern hatte auch bei Sirtis' Verpflichtung die Hand im Spiel. Wittert ihr in Tschechien größeres Potenzial unter den Trek-Fans als im deutschsprachigen Raum?

Krejcik: Ganz sicher nicht. Das gesamte tschechische Fandom umfasst gerade mal etwa 300 Personen, aufgeteilt auf drei Fanclubs - und wie für Osteuropa typisch, sind die finanziellen Möglichkeiten hier noch stärker eingeschränkt als in Deutschland.

Wir arbeiten seit 2000 mit den tschechischen Fanclubs zusammen, wenn es darum geht, Schauspieler für kleine Events (ganz im Stile unserer Evenings) zu verpflichten. Wir haben die Kontakte, und aufgrund dessen gelingt es uns, den Schauspielern sozusagen einen Kurzurlaub in Prag, einer der schönsten Städte Europas, zu vermitteln, als Rahmenprogramm um einen Event herum. Viele Amerikaner sind begeistert von Prag an sich und lassen es sich nicht unbedingt zweimal sagen. Sehr hilfreich ist natürlich auch die Tatsache, dass ich aufgrund meiner Abstammung Tschechisch perfekt verstehe und fließend spreche.

Auch hier gilt natürlich, die Möglichkeiten von Kooperationen zu nutzen, die sich gerade anbieten. Einen Schauspieler aus Übersee extra für eine Veranstaltung in Prag einzufliegen - das lässt sich einfach nicht finanzieren. So werden hier die Nachmittage oder Abende mit den Schauspielern auch eher kurzfristig anberaumt, je nach Verfügbarkeit und Interesse der einzelnen Gäste.

Die Conventions und Events in der Tschechei basieren ansonsten eher auf Fan-Beiträgen und Fan-organisiertem Programm wie Vorträgen, Diskussionen, Spielen, Filmvorführungen und so weiter. Die CzechTrek Convention ist im nunmehr zweiten Jahr eine Kooperation der drei tschechischen Fanclubs, die einmal im Jahr einen etwas größeren Event (eben mit zirka 200 bis 250 Teilnehmern) ermöglicht. Dass Marina Sirtis zu dem Zeitpunkt gerade verfügbar ist und wir - erneut mit Italien - sharen konnten, hat es nun ermöglicht, dass CzechTrek und Besuch eines Schauspielers auf den gleichen Termin fallen.

Ich persönlich sehe Prag einerseits als kleines Incentive für die Schauspieler, die somit etwas Besonderes erleben, und in dessen Rahmen ich den Kontakt zu den einzelnen Leuten ausbauen und vertiefen kann. Bisweilen entstehen daraus auch richtig gute Freundschaften, die mittlerweile über den "Star Trek"- beziehungsweise Event-Sektor hinausgehen. Andererseits und unabhängig davon genieße auch ich es, ein- bis zweimal im Jahr einen Kurzurlaub in Prag zu machen. Die Kosten hierfür trage ich jedoch selber, der einzige "Gewinn" ist somit das Erlebnis, mit einem Schauspieler ein paar schöne Tage mit Sightseeing und netten persönlichen Momenten zu verbringen...

Die Domain FKM-Events.cz ist übrigens keine von uns aufgebaute Website, sondern lediglich eine Weiterleitung, die auf den jeweils aktuellen Event gelegt wird. Das Ganze bekommt dadurch einfach einen einheitlichen Charakter respektive auch einen Wiedererkennungseffekt.

TZN: Du bist auch Mitglied des Trekdinners München. Findet der monatliche Trek-Stammtisch nach wie vor statt, oder inwiefern macht sich auch da die sinkende Trek-Popularität bemerkbar?

Auch Dominic Keating unterhielt bereits die FKM-Gäste im bayrischen Deggendorf
Krejcik: Ich bin Mitglied im TD München, ja, bin aber leider nur unregelmäßig mit dabei, sodass ich zu den Teilnehmerzahlen leider so genau nichts sagen kann. Das Trekdinner findet aber nach wie vor einmal im Monat statt, und gelegentlich gibt es auch Sonderveranstaltungen, beispielsweise eine Weihnachtsfeier, Grillen im Sommer, oder auch gemeinsame Aktivitäten mit den Partner-Trekdinnern.

TZN: Kannst du Fans, die noch nicht Mitglied eines Trekdinners sind, eine Mitgliedschaft derzeit empfehlen, und was können sich Nichtmitglieder genau darunter vorstellen?

Krejcik: Also prinzipiell sind solche Mitgliedschaften ja kostenfrei. Man geht hin, verbringt einen gemütlichen Abend miteinander und kann gemeinsam über sein Hobby reden, Infos austauschen, oder auch über ganz alltägliche Dinge des Lebens quatschen. Wie auf Cons, so sind auch schon auf Trekdinnern etliche Freundschaften entstanden, die weit über das reine Fansein hinausgehen. Teilweise Freundschaften fürs Leben.

Vor diesem Hintergrund kann ich eigentlich jedem empfehlen, an Fan- und Fandom-Aktivitäten teilzunehmen. Einfach, weil man neue Leute kennenlernt und neue Freundschaften schließen kann. Und das ist ja etwas, das für Fans jeden Alters, in jeder Zeit, sehr wichtig und wertvoll ist.

TZN: Eine persönliche Frage zum Schluss: Du stammst ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen, ist das richtig? Was hat dich ins niederbayerische Deggendorf verschlagen?

Krejcik: Fast richtig. Ich bin etwas über 14 Jahre lang in NRW aufgewachsen. Geboren bin ich in Karlsbad (Tschechei), aber in Anbetracht dessen, dass ich mit gerade mal zweieinhalb Jahren in Deutschland angekommen bin, kann man den Teil meines Lebens eigentlich als reine Papiersache betrachten.

Der Umzug nach Deggendorf war bedingt durch eine berufliche Veränderung bei meinen Eltern. Bereits nach sechs Wochen hab ich mich hier wohler und mehr zu Hause gefühlt als die ganze Zeit in NRW. Seit dem Auszug aus dem Elternhaus bin ich nun Wahl-Deggendorfer, da ich diese Stadt mit all ihren Vorzügen, dem tollen Klima, der schönen Landschaft und allen weiteren Aspekten (...don't get me started... (lacht)) einfach wunderschön finde und mich hier wirklich wohl fühle.

Eine Tatsache, die bislang übrigens jeder, der mich mal hier besucht hat, nachvollziehen konnte, auch wenn man es von einer Kleinstadt wie Deggendorf vielleicht nicht erwarten mag...

TZN: Besten Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg mit euren Events!

Krejcik: Vielen Dank!

(mm - 13.11.10)

Weiterführende Links

  • FKM Events
    Offizielle Website von FKM Events mit aktuellen Infos zu Veranstaltungen.


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