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Henning Koonert (hk) Im TZN-Interview: "In Purgatory's Shadow" Was steckt hinter dem deutschen Dominion-Fanzine? Drei Vorta arbeiten in Hannover an der besseren Verständigung zwischen dem Dominion und der Föderation. Hinter dieser Mission verbirgt sich ein Fanzine, das "Deep Space Nine" lebendig halten möchte. Das TrekZone Network sprach mit der Redaktion über das Fanzine und das Dominion, das deutsche Fandom und die Zukunft von "Star Trek". TrekZone Network: Hallo liebe "In Purgatory's Shadow"-Redakteure. Euer erstes Heft habt ihr im Dezember 2001 herausgebracht. Damals lief ja noch "Voyager" im deutschen Fernsehen, "Enterprise" war gerade in den USA neu gestartet und ein weiterer Kinofilm mit der TNG-Crew stand bevor. Ein ganz anderes Umfeld also als heute. Wenn ihr mal zurückschaut, wie würdet ihr das Fandom in Deutschland zur damaligen Zeit beschreiben und hat es sich eurer Meinung nach seither verändert?
Katja Lemke (Leywan): Ende 2001 war das "Star Trek"-Fandom aktiver als heute; es gab ja auch noch Neues zu sehen. "Deep Space Nine" war den Leuten aktuell im Gedächtnis, da die letzte Staffel erst ein Jahr zuvor, 2000, im deutschen Fernsehen gelaufen war. Heute ist das "Star Trek"-Fandom, zumindest in Deutschland, nach unserem Empfinden geschrumpft, wahrscheinlich, weil "Enterprise" nicht so populär war und es ansonsten nichts Neues mehr gab. Auch DS9 wird ja hierzulande leider einfach nicht mehr wiederholt. Die Begeisterung für "Star Trek" und auch die Aktivität dahingehend, wie sie noch vor ein paar Jahren vorhanden war, ist heute relativ zurückgegangen. Christina Liermann (Lienera): Zur Zeit von TNG, DS9 und "Voyager" gab es sehr viel Literatur, viel Merchandise und mehr Cons im Jahr, da hat "Star Trek" geboomt, und es hatte viele Fans. Heute sind es leider weniger geworden. Heute gibt es nur noch die FedCon. "Enterprise" hat zwar auch seine Fans, war aber kein so großer Erfolg. Der letzte Kinofilm war ebenfalls nicht so toll. Seit kein "Star Trek" mehr im Fernsehen läuft, ist das Fandom ziemlich zusammengeschrumpft. TZN: Haben diese Veränderungen auch Auswirkungen auf euer Fanzine gehabt? Thorsten Othmer: Je länger "Deep Space Nine" nicht mehr im Free-TV lief, desto mehr Leute sprangen ab. Katja Lemke: Uns kam eindeutig zugute, dass wir mit unserem Fanzine angefangen haben, als DS9 unlängst auf Sat.1 mit der aktuellen letzten Staffel gelaufen war. Die Serie war in den Köpfen der Fans noch frisch. Etliche Fans haben seitdem das IPS gelesen. Heute ist es so, dass inzwischen etliche dieser Fans das Interesse an "Star Trek" verloren haben, wahrscheinlich auch dadurch bedingt, dass es keinen neuen Input mehr gibt. Sie haben sich anderen Interessen zugewandt. Christina Liermann: Ja, es hat Auswirkungen, es gibt immer weniger Leser und damit auch weniger, die etwas zum Heft beitragen, so dass wir viel selbst dazu beitragen müssen. Viele haben leider absolut kein Interesse mehr an "Star Trek". TZN: An wen richtet sich euer Fanzine? Wer wird darin etwas Interessantes entdecken können? Thorsten Othmer: An "Star Trek"-Fans allgemein, aber DS9-Fans im Besonderen. Jedoch wollten wir all jenen etwas bieten, die sich für das Dominion interessieren. Wir stellten nämlich fest, dass es sehr viel Material zum Beispiel zu den Vulkaniern, Klingonen, Borg, und in letzter Zeit auch vermehrt zu den Romulanern, gab. Aber eben nicht zum Dominion, seiner Struktur, Geschichte, seinen Völkern, obwohl es eine so große Rolle im "Star Trek"-Universum spielt. Katja Lemke: Unser Fanzine richtet sich an Fans von "Deep Space Nine", des Dominion und auch der Cardassianer und natürlich an all die Leute, die gerne Printmedien lesen, es sich also lieber mit einem Buch oder Fanzine im Lieblingssessel gemütlich machen, anstatt sich Artikel und Kurzgeschichten aus dem Internet zu suchen und diese am Monitor zu lesen. Wir haben im Lauf der Zeit festgestellt, dass es mehr Dominion-Fans gibt, als wir anfangs dachten! Unser Fanzine richtet sich außerdem an Fans, die sich über das Dominion austauschen und sich mit anderen darüber unterhalten wollen - dafür bietet das IPS eine Plattform. Teilweise findet in den Heften ein reger Austausch unserer Leser untereinander statt. Christina Liermann: An DS9-Fans, allgemein an "Star Trek"-Fans, an SF-Fans, weil die DS9-Schauspieler ja auch in anderen SF-Serien und Filmen mitspielen, an die Leute, die sich für einzelne Charaktere interessieren, wie zum Beispiel für Jeffrey Combs, die vielleicht sogar über seine Horrorfilme DS9 und unser Heft entdecken. TZN: In eurem Heft steht nicht die Föderation, sondern einer ihrer ehemals schlimmsten Feinde im Mittelpunkt. Was fasziniert euch am Dominion?
Katja Lemke: Am Dominion fasziniert uns, dass es einer der vielschichtigsten und gefährlichsten Gegner ist, den die Föderation je hatte, und dass man eigentlich nur wenig darüber weiß. Es bleibt also viel Spielraum für die eigene Fantasie. Außerdem finden wir die einzelnen Rassen (Gründer, Vorta und Jem'Hadar) interessant und die Hierarchie des Dominion. Es sind eigentlich viele Aspekte, vor allem das Geheimnisvolle, Unbekannte, das uns fasziniert. So viel wie man über die Klingonen, Romulaner und Borg weiß, so wenig erfuhr man über das Dominion, und das macht es für uns - und unsere Leser - interessant. Außerdem bin ich Weyoun-Fan... Christina Liermann: Es ist interessant, nicht so geleckt, es gibt die verschiedensten, interessanten Charaktere wie zum Beispiel Weyoun in seinen Inkarnationen. Übrigens, durch unser Interesse am Dominion haben wir gleichgesinnte Freunde gefunden! TZN: Warum macht ihr euch eigentlich die Mühe, ein Fanzine zusammenzustellen? Was motiviert euch, was treibt euch da um? Thorsten Othmer: Wir wollten dem Internet mal wieder ein Printmedium entgegensetzen. Katja Lemke: Wir interessieren uns alle drei für das Dominion, da es unserer Meinung nach einer der interessantesten Gegner im "Star Trek"-Universum ist, und da es dazu eigentlich kaum Material gab, Artikel oder dergleichen, kamen wir auf die Idee, inspiriert durch ein bis 2001 existierendes Dominion-Fanzine, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Ich persönlich bin sehr kreativ, zeichne gerne und schreibe Fanfiction, also war ein eigenes Fanzine genau das Richtige, um mich dahingehend zu betätigen... Christina Liermann: Es macht Spaß, weil man Ideen für Artikel entwickeln und Rätsel zusammenstellen, über die Schauspieler schreiben und Interviews führen kann, sie näher kennenlernen kann und vieles mehr. Was treibt uns an? Andere Fans glücklich zu machen, zu sehen, was man erreichen kann. Die Erinnerungen an die Interviews, die Fotos und Autogramme davon, das fertige Produkt in den Händen zu halten. TZN: Wie seid ihr auf den Namen "In Purgatory's Shadow" gekommen? Es gibt ja noch eine ganze Reihe an anderen DS9-Folgentiteln... Lemke, Liermann & Othmer: Bis 2001 gab es ein Dominion-Fanzine mit dem Namen "By Inferno's Light". Das ist der Titel des zweiten Teils einer DS9-Doppelfolge aus der 5. Staffel. Wir haben dieses damalige Fanzine gerne gelesen und als es eingestellt wurde, uns überlegt, ob wir nicht ein eigenes Dominion-Fanzine herausbringen könnten. Da war es für uns nur logisch, den Namen des ersten Teils der Doppelfolge zu nehmen, der da lautete "In Purgatory's Shadow". TZN: Könnt ihr mir etwas über eure Vorta-Alter-Egos erzählen? In welcher Form tauchen die im Heft auf? Lemke, Liermann & Othmer: Wir fanden die Idee witzig, das Fanzine von den Vorta herausgeben zu lassen, also sozusagen vom Dominion selber. Schließlich repräsentieren die Vorta das Dominion nach außen hin. Daher haben wir uns jeder ein eigenes Vorta-Alter-Ego ausgedacht. Unsere Vorta schreiben abwechselnd das Vor- und Nachwort, kommentieren auch schon mal Leserbriefe und bringen eigene Artikel aus ihrer Sicht ein. Allerdings stehen wir dem Dominion durchaus kritisch gegenüber und befürworten nicht das, was es getan hat, und unsere Meinung drücken wir ab und zu durch unsere Vorta-Alter-Egos auch aus. TZN: Wie viele Leute haben im Lauf der Zeit am IPS mitgearbeitet oder etwas dazu beigetragen? Lemke, Liermann & Othmer: Wir hatten von Anfang an einen Kreis von Stammlesern, der sich noch vergrößerte, von denen viele etwas zu den Heften beigetragen haben. Dieser Stammleserkreis belief sich auf etwa 20 Leute. Dazu kamen immer mal wieder Leser, die sporadisch dabei waren oder einfach nur die Hefte bestellt haben, ohne dass wir danach etwas von ihnen gehört hätten. Von unserem ersten IPS haben wir bis heute über 40 Exemplare verkauft. TZN: Was würdet ihr als das Highlight aus sieben Jahren Arbeit an IPS beschreiben? Lemke, Liermann & Othmer: Unsere persönlichen Highlights waren die Interviews, die wir auf Cons mit Jeffrey Combs, Casey Biggs, Marc Alaimo und René Auberjonois geführt haben. Das waren für uns unvergessliche Momente! TZN: Seit 2001 ist in jedem Jahr ein weiteres Heft erschienen, mit Ausnahme von 2007. Warum gab es im letzten Jahr keines? Lemke, Liermann & Othmer: Die Resonanz auf unser Heft hatte in den letzten drei, vier Jahren doch nachgelassen, wahrscheinlich im Zuge dessen, dass das Interesse vieler an "Star Trek" nachgelassen hat, weil es nichts Neues mehr gab und DS9 schon ein paar Jahre her war und einfach nicht mehr wiederholt wird. Daher war unsere Motivation zwischendurch doch etwas gesunken, so dass wir einfach ein Jahr pausiert haben.
Lemke, Liermann & Othmer: Das IPS erscheint im DIN-A4-Format mit Farbcover, Plastikspiralbindung und umfasst zwischen 52 und 58 Seiten. TZN: Was erwartet uns in der siebten Ausgabe von "In Purgatory's Shadow?" Lemke, Liermann & Othmer: Es wird auf jeden Fall wieder ein interessantes und vielseitiges Heft! Es gibt drei Kurzgeschichten, mehrere interessante Sachartikel, eine Cartoon-Reihe und etliche tolle Zeichnungen, außerdem noch vieles mehr. Für kurzweilige Unterhaltung ist also wieder gesorgt... TZN: Wenn jemand euer Fanzine haben möchte, was muss man dafür tun? Thorsten Othmer: Unsere ständigen Leser kennen natürlich unsere Adresse, ansonsten kann man uns über unsere Website erreichen. Weiterhin machen wir seit Jahren auf Trek-Cons Werbung für uns, durch Flyer, Abreißzettel und Probeexemplare. Katja Lemke: Am besten mal auf unserer Website vorbeischauen - dort stehen alle Informationen zu unseren Heften und zum Dominion, und man erfährt auch, wie und wo man es bestellen kann. Die Kontaktadressen stehen im Impressum. TZN: Habt ihr das Geschehen um den kommenden Kinofilm verfolgt? Was haltet ihr von dem, was bisher dazu bekannt ist? Thorsten Othmer: Der Trailer sieht vielversprechend aus, und um neue Fans zu bekommen, ist es meiner Meinung nach durchaus legitim, wenn "Star Trek" einer Frischzellenkur unterzogen wird, wie auch "Batman" und "James Bond". Katja Lemke: Ich verfolge das Geschehen um den neuen Kinofilm am Rande und freue mich, dass es nun doch wieder etwas Neues zu "Star Trek" geben wird, auch wenn dieser Film wieder wie "Enterprise" in der Vergangenheit spielen wird. Auch wenn ich persönlich lieber einen Film sehen würde, der an die Ereignisse von DS9 anschließt - Da gibt es noch so viel zu erzählen! - und der im 24. Jahrhundert spielt, finde ich die Idee der Geschichte des jungen Kirk und des jungen Spock durchaus interessant und bin gespannt, was J.J. Abrams daraus macht. Christina Liermann: Ein bisschen habe ich es verfolgt, um mir die Vorfreude auf den Film nicht zu nehmen. TZN: Wie existiert "Star Trek" eurer Meinung nach in 50 Jahren noch? Thorsten Othmer: Hoffentlich so, wie heute zum Beispiel "Raumpatrouille". Also selbst wenn es irgendwann keine neuen Filme/Serien mehr geben wird, werden die echten Fans, und nicht die, für die etwas nur interessant ist, wenn es gerade neu ist, dem "Star Trek"-Universum stets die Treue halten. Katja Lemke: Ich vermute mal, dass "Star Trek" auch in 50 Jahren noch präsent sein wird, schließlich existiert es schon seit über 40 Jahren, und ein Fandom, das einen solchen Kultstatus über so lange Zeit hinweg genießt, wird auch in 50 Jahren noch Fans haben. Vielleicht wird es keine neuen Filme und Serien mehr geben, aber ich glaube doch, dass "Star Trek" auch in 50 Jahren noch ein Begriff sein wird. Ähnlich wie "Der Herr der Ringe" von Tolkien, der nun auch schon seit über 50 Jahren unverändert populär ist. TZN: Gibt es noch etwas, das ihr zum Schluss gern loswerden möchtet? Thorsten Othmer: "Star Trek" sollte Hobby sein, keine Religion. Katja Lemke: Wir möchten mit unserem Fanzine "Deep Space Nine" lebendig halten und würden uns freuen, wenn uns andere Fans dabei unterstützen würden! Christina Liermann: Wir verkleiden uns auf Cons als Vorta (Katja, Christina) und Cardassianer (Thorsten)... TZN: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit der kommenden Ausgabe von "In Purgatory's Shadow"! (hk - 06.06.09) Weiterführende Links
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