Henning Koonert (hk)
10.07.08
TZN-Interview mit Jürgen Kaiser
Der Mann hinter dem Fanfilm "Der Zeitspiegel"
Trek-Fans aus Deutschland haben ihre eigene "Enterprise"-Fortsetzung gedreht. Das Besondere: Der halbstündige Film wurde mit Actionfiguren in Stop-Motion-Technik gefilmt. Das TrekZone Network sprach mit dem Kopf der Gruppe, Jürgen Kaiser.
TrekZone Network: Wie ist die Idee entstanden, einen halbstündigen Film komplett mit Actionfiguren zu drehen?
 |
Brückenszene aus "Der Zeitspiegel" |
Jürgen Kaiser: Als bekannt wurde, dass "Star Trek: Enterprise" mit Ende der 4. Staffel eingestellt wird, hatte ich die Idee, einen Fanfilm zu drehen. Die große Frage war nur: Wie soll ich diesen Film drehen? Ich wollte etwas Neues machen, etwas, das es so noch nicht gab. Realfilme oder solche mit Lego gibt es schon - und das nicht gerade wenig. Irgendwann bin ich dann im Internet auf die neuen "Star Trek"-Figuren von "Enterprise" gestoßen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich beschlossen, einen Fanfilm mit Actionfiguren zu drehen.
TZN: Wie lange hat die Produktion genau gedauert und wie viele Leute haben daran mitgewirkt?
Kaiser: Die Produktionszeit beträgt 33 Monate. Ich habe ein Jahr und zwei Monate allein an diesem Projekt gearbeitet. Als ich aber merkte, dass das Projekt immer mehr Interesse weckte und bekannter wurde, habe ich mich entschlossen, die 3D-Animationen in professionelle Hände zu legen. Und so machte Valentin Gagarin die 3D-Animationen, wie auch die Lichteffekte von Thomas Zeug sind. Die Musik hat Marc Teichert gemacht und sich damit selbst übertroffen.
Trotzdem machte ich im Großen und Ganzen alles alleine: Regie, Drehbuch, Produzent, Schnitt, Bau der Requisiten, Erstellung von 2D-Animationen, Vertonung und das Sprechen der Figur Archer. Außerdem haben als Sprecher mitgewirkt: Thomas Zeug, Meelah Adams, Valentin Gagarin, Frank P. Schlicht, Rainer Grüning, Olaf Buntemeyer, Robert Amper (bekannt als Captain Norad aus den "Raumschiff Highlander"-Fanfilmen) und Beate Glaub. Insgesamt waren es neun Leute.
TZN: In der Geschichte tauchen neben ein paar Überraschungsgästen (oder -figuren) alle "Enterprise"-Hauptcharaktere bis auf Hoshi Sato und Phlox auf. Warum fehlen die beiden?
Kaiser: Hoshi und Phlox fehlen, weil es keine Figuren mit Uniformen von ihnen gab. So musste ich leider diese Charaktere herausschreiben.
TZN: Habt ihr die im Film gezeigten Sets käuflich erworben oder selbst zusammengebaut? Die sind wirklich sehr gelungen!
 |
Die Hauptfiguren - im wahrsten Sinne des Wortes |
Kaiser: Ja, die Kulissen wurden alle von mir gebaut. Allein die Brücke der NX-01 hatte eine Bauzeit von fünf Monaten.
TZN: Ich kann mir vorstellen, dass sich die ursprüngliche Idee über den beachtlichen Produktionszeitraum hinweg verändert hat und dass sich am Ende manches nicht mehr ändern oder gar nicht erst verwirklichen ließ. Hättest du gern aus heutiger Sicht, wo der Film fertig ist, etwas anders gemacht, wenn du noch mal von vorn anfangen würdest?
Kaiser: Jeder denkt, nachdem der Film fertig ist, dies oder jenes hätte ich anders gemacht und so ist es auch bei mir. Ich hätte mir mehr Zeit bei dem Sound und bei einigen Stop-Motion nehmen sollen. Aber ich muss dazu sagen: Dies ist mein erster Versuch, dies war mein erster Film.
TZN: Das Ende des Films lässt eindeutig Platz für eine Fortsetzung. Sind weitere Folgen geplant?
Kaiser: Ja, das Ende ist offen gelassen und im Film bleiben mit Absicht viele Fragen offen. Es ist ein weiterer Film geplant, aber wann und wie der kommt, seht noch nicht fest.
(hk - 06.06.09)
Weiterführende Links