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Henning Koonert (hk) Wie Kirk nach Deutschland kam Die "Star Trek in Deutschland"-Autoren Thomas Höhl und Mike Hillenbrand im TZN-Interview Das zweite Sachbuch des Autorenduos zum Trek-Franchise widmet sich ganz, der Titel sagt es schon, "Star Trek" in Deutschland. Das TrekZone Network sprach mit Mike Hillenbrand und Thomas Höhl über das Buch, das vor kurzem für den Deutschen Phantastik Preis 2009 nominiert wurde. Nachdem die beiden Autoren und Trek-Fans im Jahr 2006 "Star Trek" und seinen Anhängern mit ihrer gleichsam liebevollen wie aufschlussreichen Nachzeichnung des Franchise-Erfolgs in "Dies sind die Abenteuer..." ein Geschenk zum 40. Geburtstag machten, war es zwei Jahre später Zeit für eine Fortsetzung. Denn für Dinge wie die Synchronisation, den Umgang der deutschen Presse mit "Star Trek" und den facettenreichen Fan-Kult, den Trek auch in Deutschland heraufbeschworen hatte, war in ihrem ersten Buch einfach nicht genug Platz gewesen.
TrekZone Network: Mike, Thomas, ihr habt in diesem Buch so viele Fakten und Infos zusammengetragen. Trotzdem merkt ihr an, dass am Ende der Platz nicht reichte. Was steht also nicht drin im Buch? Oder anders gefragt: Wie hätte ein "Star Trek in Deutschland" ohne Verlagsvorgaben ausgesehen? Thomas Höhl: Ich bin mit dem Buch zufrieden, wie es ist. Und man muss ja sagen: Die Vorgabe war wirklich großzügig. Wir haben deutlich mehr Text abgeliefert als bei "40 Jahre Star Trek", das merkt man nicht nur an der höheren Seitenzahl. Wer beide Bücher nebeneinander legt, der erkennt: Das zweite ist ein bisschen kleiner gedruckt, und der Zeilenabstand ist geringer. Und mehr wäre wohl auch zu viel geworden. Natürlich hätte man zum Beispiel noch zig Beispiele für Übersetzungsfehler bringen können, aber das wäre sicher auch auf Dauer langweilig geworden. Mike Hillenbrand: Wenn uns keine Grenzen gesetzt worden wären, wären wir wahrscheinlich nie fertig geworden. Thomas und ich haben uns recht früh bei der Konzeption darauf verständigt, dass der erste Teil des Buches Priorität haben muss, weil dieses Nachzeichnen der Geschichte von "Star Trek" (Serien und Filme) in Deutschland etwas war und ist, das es außerhalb des Buches einfach nicht gibt. Bei den Büchern haben wir gekürzt (die Comics zum Beispiel), aber vor allem bei der Fan-Geschichte, weil die halt auch sehr speziell ist. Nicht jeder, der sich für "Star Trek" interessiert, interessiert sich auch für die Geschichte des Fandoms. Wobei das meines Erachtens schon sehr zusammenhängt, anders als bei allen anderen Serien, die es so gibt. TZN: Ganz bestimmt. Den Fandom-Teil fand ich persönlich sogar interessanter als den über die Serien und Filme. Aber gut: Wer sich mit dem Fandom noch nie befasst hat, hat natürlich nicht denselben Spaß daran, von Bekannten oder zumindest von bekannten Namen zu lesen. Nun beschäftigt ihr euch ja nicht erst seit gestern mit "Star Trek" und kennt auch das Fandom in Deutschland schon lange. Inwieweit habt ihr beim Schreiben des Buchs noch etwas dazugelernt, oder war es mehr ein Sammeln von Bekanntem? Seid ihr bei den Recherchen auf etwas gestoßen, wo euch vor Schrecken die Kinnlade runtergefallen ist oder ganz im Gegenteil, was euch stark beeindruckt hat?
Was das Beeindrucken angeht: Abgesehen von Thomas' bibliothekarischem Rechercheeifer sind es vor allem die Fans und deren Mitteilungsbedürfnis gewesen, die mich immer wieder beeindrucken. Wir hatten so viel Material, so viele Details erhalten, dass es mich buchstäblich geschmerzt hat, die Schere anzusetzen. Ich habe ja auch schon für den Offiziellen Club und zuvor für das "Offizielle Magazin" und die "Space View" über Fans geschrieben - und Fan-Geschichten interessieren mich auch heute noch brennend. Ich mag einfach Menschen, die nicht nur konsumieren, sondern etwas selbst in die Hand nehmen. Dabei passieren faszinierende Dinge, über die ich gerne etwas erfahre und dies anderen mitteile. Thomas: Ein guter Freund von mir meinte: Ihr habt da ja wirklich mediale Archäologie betrieben. Sich noch einmal geballt vor Augen zu führen, wie in Deutschland selbst der anerkannte Journalismus mit "Star Trek" umging, das war zum Teil schlichtweg unglaublich. Heutzutage läuft ein Film wie "Star Wars" zur Hauptsendezeit. Man wird vergesslich, und dieses Buch erinnert daran, dass dies vor 25 Jahren schlichtweg undenkbar gewesen wäre. Für die Amerikaner war Science-Fiction immer schon völlig normal. Von Radiohörspielen bis hin zu Kino-Großproduktionen. In England gab es "Doctor Who", Douglas Adams, "Mondbasis Alpha 1" und vieles mehr. Bei uns: Nichts! Gar nichts! "Raumpatrouille" mit sieben Folgen, und das war's, bis heute! Science-Fiction war "Amischmarren"! Das hat mir zum Teil wirklich die Schuhe ausgezogen, als ich bei meinen Recherchen gelesen habe, was zum Beispiel in den 1970er-Jahren für ein unqualifizierter Käse in einem so renommierten Magazin wie "Der Spiegel" über Science-Fiction abgelassen wurde. Ich denke, da hat sich viel geändert, und unser Buch erinnert auch daran, welche Pionierarbeit damals das ZDF und später vor allem Sat.1 geleistet haben. TZN: Ihr habt dem Buch den Untertitel "Wie Captain Kirk nach Deutschland kam" gegeben. Wer es bis zum Ende durchgelesen hat, fragt sich, ob "Star Trek, die Fans und die deutsche Presse: Ein Missverständnis" nicht ein ebenso passender Untertitel gewesen wäre. Was meint ihr dazu? Mike: Thomas wird mich wieder töten, weil sein Gedächtnis so viel besser ist als meines, aber ich glaube, ich bin für den Titel nicht verantwortlich. Eventuell für den Haupttitel mit verantwortlich, aber für den Untertitel auf keinen Fall. Thomas hat ganz früh bei der Konzeption irgendeinen Titel mit "Onkel Erwin" vorgeschlagen - aber den fand der Verlag wohl nicht so toll. Wer also auch immer für diesen Titel verantwortlich ist, Thomas oder Verlag, ist auch der bessere Ansprechpartner für diese Frage...
Thomas: Also, an einen Onkel Erwin erinnere ich mich dunkel, der war aber zum Glück bald vom Tisch, weil ihn wahrscheinlich kaum jemand verstanden hätte. In der deutschen Fassung der Classic-Folge "Kennen Sie Tribbles" sagt Kirk auf Deutsch: "Komisch, die senden Notruf Stufe 1, und alles ist friedlich wie bei Onkel Erwin im Garten!" (Im Original kommt der Erwin natürlich nicht vor: "A priority one distress call and it's just absolutely peaceful.") Dieser Synchro-Joke wird meist genannt, wenn man auf die verfälschende Synchro der Classic-Serie zu sprechen kommt, daher war der Onkel Erwin mal irgendwie auch für den Titel im Gespräch. Aber wohl nur sehr, sehr kurz! Ehrlich, ich habe keine Ahnung, wie der Titel zustande kam. Dein Vorschlag passt aber auch nicht ganz. Es geht ja nicht um Presse versus Fans. Es geht darum: Wie wurde in Deutschland mit dem Phänomen "Star Trek" umgegangen. Da geht es um die Übersetzer, um die Sender, um die Journalisten, um die Fans, um die Synchronsprecher... Das Ganze soll sich ja nicht trocken wie eine Medien-Analyse lesen. Der Untertitel "Wie Captain Kirk nach Deutschland kam" vermittelt den Eindruck: Hier wird eine Geschichte erzählt. Und genau das tut dieses Buch. Es erzählt eine Geschichte, die, wie ich finde, sehr spannend und sehr witzig ist.
TZN: Das stimmt natürlich, das Buch beleuchtet viel mehr Facetten als nur Presse und Fans. Trotzdem wird beim Lesen auch deutlich, dass das von der Presse gezeichnete Bild von "Star Trek" und seinen Fans nicht immer dem entspricht, wie viele Trek-Fans es selbst sehen. Dementsprechend ist euer Tonfall häufig, wenn es um die Auseinandersetzung der Medien mit "Star Trek" geht, ziemlich polemisch, und wenn man von Sendungen wie der mit Britta von Lojewski liest, möchte man hinzufügen: zu Recht! Stand das für euch so von vornherein fest oder hat sich das während des Schreibens ergeben? Thomas: (lacht) Meist haben wir einfach nur ganz trocken geschildert, wie es war. Ernsthaft: Viele Texte habe ich meinen Bekanntenkreis gegeben, und ich hatte auch die Lektorin gefragt: zu polemisch? Und alle meinten immer: Nö, lass es so. Mike: Ich finde den Tonfall auch nicht so polemisch. Manchmal schon, da ging es mit dem entsprechenden Autoren halt durch, aber wir wollten einen flotten, keinen rein dokumentarischen Stil. Gerade ich bin manchmal schon ziemlich trocken, wenn es um die Aufarbeitung von Fakten geht. Da kommt Thomas gerade recht, wie man bei den Lesungen auf der FedCon mal wieder gesehen hat. Man glaubt es anfangs vielleicht nicht sofort, aber ich bin hier der deutlich bravere von uns beiden. TZN: Okay, vielleicht bleiben einem dann einfach die polemischen - ihr würdet vielleicht sagen die flotten - Textstellen stärker im Kopf hängen als der Rest. Sie tragen in jedem Fall dazu bei, dass sich das Buch nicht dröge liest, wozu auch ab und an ein Hauch von Ironie beiträgt. Liest man zum Beispiel das Kapitel "Star Trek über Deutschland", fällt auf, dass darin dem Assistenten von William Shatner schon wirklich auffällig herausgehoben gedankt wird. Womit hat er denn die Ehre verdient? Mike: Hm. Wenn ich dir eine Mail sende, die fünf Minuten später von deiner Assistentin abschlägig beantwortet wird, gerate ich ins Grübeln, ob du von der Mail überhaupt inhaltlich Kenntnis erlangt hast. Ich bin so. Voll der Paranoide. Ich finde recht viel an Amerika toll. Aber Heuchelei liegt mir nicht so ... die wird in Hollywood aber halt gerne praktiziert. TZN: Der dritte Teil eures Buches ist dann ausschließlich den "Star Trek"-Romanen gewidmet. Das ist daher auffällig, weil das Thema in eurem Buch-Vorgänger "40 Jahre Star Trek", in dem ihr sonst so gut wie alle Facetten des Phänomens zumindest anreißt, völlig ausgeklammert bleibt. Auch wenn ihr landesspezifische Dinge wie die Übersetzung in den Vordergrund stellt, hätte das Thema nicht besser in das vorherige Buch gepasst? Hattet ihr hier Nachholbedarf? Thomas: Da hatte vor allem Mike Nachholbedarf!
TZN: Vom Inhalt kurz zur Gestaltung. "Star Trek", Deutschland, okay - aber warum ist das Cover eigentlich schwarz-rot-beige? Mike: Ich bin farbenblind, mich darfst du nicht fragen. Ist das kein Gold? Das war übrigens meine Idee. Also nicht das Beige, sondern die Deutschland-Fahne als Buchcover. Seit der WM ist das wieder politisch korrekt, meine ich, und das Zauberwort hier heißt Eye-Catcher. Thomas: (grinst) Nein, ich werde Mike nicht töten, das habe ich ja schon wegen der Antwort oben getan, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dies meine Idee war! Wir hatten so lange über das Buch gesprochen, dass wir tatsächlich glaubten, das Buch käme zur Weltmeisterschaft raus, und die würde Deutschland natürlich gewinnen. Hat beides nicht ganz geklappt ... TZN: Eine letzte Frage zu eurem Werk, bevor wir noch ein wenig über "Star Trek" in Deutschland (das Phänomen, nicht das Buch) sprechen. Habt ihr auch über eine internationale Veröffentlichung der Bücher nachgedacht - Hillenbrand und Höhl auf Englisch? Zumindest "40 Jahre Star Trek" legt den Fokus ja nicht nur auf Deutschland. Thomas: Das wäre eine gute Idee, das müsste aber der Verlag übernehmen. Mike: An uns soll es (wahrscheinlich) nicht liegen. Thomas: (mit riesigem Zaunpfahl in der Hand und winkend) Jetzt wären wir erst einmal froh, wenn auch unser zweites Buch in der Kategorie "Bestes Sekundärwerk" den Deutschen Phantastik Preis erhielte. Auf deutscher-phantastik-preis.de kann man abstimmen.
Thomas: Früher legte man bei der Synchro sehr viel Wert darauf, einen eigenen deutschen Stil zu entwickeln. Dadurch wirkt die deutsche Fassung der Classic-Serie sehr lebendig und stimmig. Die Sprecher waren hervorragend, und die Texte waren fehlerlos. Es gab kein so holperiges Übersetzer-Deutsch, wie man es zum Teil heute oft zu hören kriegt. Da sich allerdings das Humorverständnis wandelt, wirken die Episoden heute leider auf Deutsch viel antiquierter als die viel nüchternere Originalfassung. Mike: Ich find die Synchro im Prinzip gut. Aber da wir nur eine Handvoll etablierter Sprecher haben, ist der stromlinienförmige Eindruck, den synchronisierte Serien hinterlassen, recht hoch. Ich hasse Stromlinienförmigkeit. Aber jeder versteht halt alles ... auf der anderen Seite nimmt man unseren Kindern so die Möglichkeit, auf unterhaltsame Weise Englisch zu lernen. In Holland soll das ja gut funktionieren, habe ich mir sagen lassen - weil da nur Untertitel gezeigt werden. Wenn man eine Originalserie als Kunstwerk ansieht und die Sprache als Teil dieses Kunstwerks definiert, ist Synchronisation aber schon Verfälschung. Ein Beispiel ist die glorreiche BBC-Serie "Life on Mars", die ich liebe - im Original. Obwohl ich nur 60 Prozent wirklich verstehe, weil die so einen grauenhaften Akzent sprechen, der mir völlig verborgen bleibt. Die deutsche (und gekürzte) Version auf Kabel Eins habe ich aber nur eine Folge durchgehalten... TZN: Meint ihr, "Star Trek" wäre in den 70ern überhaupt in Deutschland angekommen, hätte man die Dialoge originalgetreuer übersetzt, wie es heutzutage die Norm ist? Mike: No idea. "What, if"-Fragen sind immer schwer. In Deutschland wurde der Kult durch die Schnoddrigkeit der Dialoge begründet. Das sehe ich als Fakt an - und als großen Unterschied zu Amerika, wo sich der Kult auf Hoffnung und echte SF-Lastigkeit der Folgen bezog. Aber ob er hier auf den gleichen Beinen ebenso stabil gestanden hätte? Wie gesagt: No idea. Thomas: Dem schließe ich mich an. Die englische Serie "Nummer Sechs - The Prisoner" wurde sehr ernsthaft übersetzt. Die Serie ist absoluter Kult. In England und auch in den USA kennt sie jeder. Und bei uns kennt sie kein Mensch, obwohl sie auf dem ZDF sogar im Abendprogramm gelaufen ist. Vielleicht wäre es "Raumschiff Enterprise" ähnlich ergangen!
Thomas: Die deutsche Fassung der Zeichentrickserie war lustloses Geblödel, nichts weiter. Die deutsche Fassung der Classic-Serie hat echte Qualitäten. Aus heutiger Sicht wäre es natürlich besser, man hätte die Folgen ungekürzt und ernsthafter synchronisiert. Wir wollen das aber nicht einfach so verdammen. Daher wird im Buch so viel Text darauf verwendet, zu zeigen, was damals üblich war. Und man erkennt an der deutschen Fassung der Classic-Serie wirklich, dass die Macher damals überzeugt waren, die Serie durch diese Synchro aufzuwerten. Mike: Man muss das als Ganzes sehen. Habe ich eine Drama-Serie, die flapsig synchronisiert wird, erhalte ich ein anderes Ergebnis als bei einer Zeichentrickfilmproduktion, die zudem noch schnoddrig synchronisiert wird. TZN: Nachdem wir den Kinofilm "Star Trek XI" inzwischen gesehen haben: Wie schätzt ihr den Umgang von Presse und Fans mit dem Film ein, im Vergleich zu seinen Vorgängern und den Serien? Thomas: Mit dem neuen Film hat Paramount erfolgreich das Ziel umgesetzt, "Star Trek" in den Bereich der echten Blockbuster zu verlagern. Die Zeiten, in denen die Presse "Star Trek" als Randphänomen belächeln konnte, sind daher vorbei. Wo gibt es in den Medien denn noch kritische Stimmen zu Blockbustern? Man ist doch viel zu sehr von den Werbeaufträgen abhängig. Daher wird die Presse künftig sicher ähnlich nichtssagend positiv über "Star Trek" berichten wie zum Beispiel über "Harry Potter" oder "James Bond". Wie die Alt-Fans künftig mit dem neuen "Star Trek" umgehen, wird sich vor allem mit dem zweiten Film entscheiden. Nach den letzten zwei Berman-Filmen war man diesmal wohl erst einmal froh, dass der neue Film nicht langweilig war. Und das war er nicht, ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt. Zugleich steckte der aktuelle Film ja voller Anspielungen und Bezüge zum bisherigen "Star Trek", bei denen sich die Alt-Fans angesprochen fühlen konnten. Wir werden sehen, ob das im zweiten Film noch möglich und ob es von den Machern überhaupt noch gewollt ist, denn die neue Zeitlinie ist ja nicht dafür geschaffen worden, weiterhin am Alten zu kleben. Wenn dann das Franchise auch noch in die gleiche Richtung geht wie bei den "Transformers"-Filmen, bei denen ja dieselben Autoren das Drehbuch schrieben, wenn es also nur noch darum geht, den Action-Quotienten zu steigern, dann wird sich das sicher auch bei den Fanprodukten und letztlich auch bei den Fans niederschlagen. Denn dann wäre das einfach nicht mehr das "Star Trek", das einst so hochintelligente Leute wie Martin Luther King oder Stephen Hawking zu Fans gemacht hat.
Manch ein alter Fan mochte bestimmte Dinge im neuen Film nicht oder fand den ganzen Film schlecht. Lassen wir die Gemüter abkühlen. Bei Spocks Tod, der Zerstörung der NCC-1701, Picard et cetera war es ja nicht anders. In zwei Jahren sieht es vielleicht schon wieder ganz anders aus. TZN: Zum Abschluss möchten wir euch mit unserer typischen TZN-Frage um einen Ausblick bitten: Wo seht ihr die Menschheit in 100 Jahren? Mike: Oh Mann, Henning! Thomas: In 100 Jahren ist das Neo-"Star-Trek" so erfolgreich geworden, dass zwei von drei Erdbewohnern "Star Trek"-Fans sind. Mike: (lacht) Thomas: Okay, ernsthaft: In 100 Jahren, so denke ich, wird der technische Level nur leicht höher sein als der der Gegenwart. Die Roboter- und Gentechnik könnte für den Alltag eine größere Bedeutung einnehmen, andere große technische Sprünge sehe ich vorerst nicht. Und vielleicht ist das auch ganz gut so, wir hatten in den letzten Jahren genug technische Quantensprünge zu verdauen. Ansonsten dürfte die Menschheit in 100 Jahren hoffentlich ein wenig liberaler, um einige unangenehme Erfahrungen reicher und sicher auch - wohl oder übel - etwas bescheidener geworden sein. Mike: Wenn ich mir Endzeitszenarien von vor 30 Jahren ansehe und sie mit der heutigen Realität vergleiche, dann sind sie ekelerregend prophetisch gewesen. Sogar "Star Trek" mit seinen Hoffnungsszenarien setzte einen dritten Weltkrieg voraus, aus dem die Menschheit wie Phönix aus der Asche hervorkam. Ich will das nicht glauben, dass es zwangsläufig so sein muss. Wenn wir den großen Knall aber vermeiden wollen, müssen wir einen "Change" hinbekommen. Einen "Change of Heart" in jedem von uns. Bei uns selbst angefangen. Können die Menschen das? Die Antwort "Nein" ist mir zu einfach und zu feige. Ich meine: "Yes, we can." Wozu bin ich "Star Trek"-Fan, wenn ich nicht daran glaube, dass wir es schaffen können? Und ich war schon vor Obama ein Fan. Ich hätte also gerne, dass wir in 100 Jahren Moral und Ethik kontinentalübergreifend so definiert haben, dass das Individuum das Wertvollste ist - und dass alle Individuen nach gemeinsamem Wohl und gemeinsamen Werten streben. Tja. Können wir schaffen. TZN: Danke für eure Einschätzungen und vielen Dank für das Gespräch. Wir drücken die Daumen für den Deutschen Phantastik Preis! Der Deutsche Phantastik Preis ist ein Publikumspreis, den Gewinner küren also die Leser selbst. Wer "Star Trek in Deutschland" beim dpp seine Stimme geben möchte, gelangt hier zur Abstimmung. Thomas Höhl hat im März 2009 gemeinsam mit Christian Lukas das "Space View Special: Vampire" veröffentlicht. Es ist für 9,95 Euro unter anderem bei Amazon.de erhältlich. Von Mike Hillenbrand erscheint in diesem Sommer das Buch "TREKminds", das er gemeinsam mit Christian Humberg geschrieben hat. Ihre gemeinsamen Bücher "Star Trek in Deutschland" und "Dies sind die Abenteuer... 40 Jahre Star Trek" sind weiterhin erhältlich. Ausführliche Interviews und Interviewübersetzungen finden Sie jedes Wochenende in unserem Newsletter "TrekZone Weekend". Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen. (hk - 18.08.09) Weiterführende Links
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