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Alexandra Rimpler (re), John Duchak (jd)29.01.17

Im Gespräch mit Nicholas Meyer

Der Autor und Regisseur über "Star Trek VI: Das unentdeckte Land"

Zum 25. Jubiläum von "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" hatte TrekMovie die Freude und die Ehre, mit Autor/Regisseur Nicholas Meyer über das Vermächtnis des Filmes zu sprechen , darüber was er an dem Film hätte ändern wollen, die Möglichkeit eines Director's Cut und die Position des Films in der Star Trek Welt.

Das Interview wurde Mitte September 2016 durchgeführt. Als Teil der Vereinbarung mit CBS durften keine Fragen zu "Star Trek: Discovery" gestellt werden.

Rückblick auf Star Trek VI

TrekMovie: Wann haben Sie den Film zuletzt gesehen?

Nicholas Meyer: Ich glaube, innerhalb der letzten fünf Jahre. Meine Erinnerungen daran sind jedenfalls sehr lebendig. Außerdem stimmt es wirklich, dass die Färbung eines Films sehr stark davon abhängt, mit wem man ihn sich angesehen hat. Wenn man einen Film mit Leuten ansieht, die ihn mögen, ist der Film phantastisch. Wenn man einen Film, zum Beispiel eine Komödie, mit nur drei Leuten ansieht, ist er vielleicht plötzlich nicht mehr komisch. Ich hatte das Glück, "Das unentdeckte Land" mit einer Gruppe von Zuschauern anzusehen und einmal erinnere ich mich, dass die Air Force ihn zeigte und ich ihn mit einer ganzen Gruppe von Piloten anschaute. Da war er der Hammer.

TrekMovie: War das eine gemeinnützige Veranstaltung?

Meyer: Ich weiß es nicht mehr. Das ist bestimmt schon zehn Jahre her. Ich denke, innerhalb des "Star Trek" Kontext, darin, was Sie das "Franchise" nennen, ist "Das unentdeckte Land" ein seltsamer Film. Ohne Zweifel ist es der mutigste und der realistischste Film mit den reellsten Wurzeln. Das denke ich jedenfalls darüber. Er wurde inspiriert von den Schlagzeilen und von einer sich ändernden Welt, mit der wir Schritt halten wollten. In einigen Fällen haben wir nicht nur Schritt gehalten, sondern sind voraus gelaufen und in anderen Fällen, wie die Zeit gezeigt hat, waren wir im Rückstand. Wir hatten mit Dingen unrecht. Wir hatten absolut Recht mit der Sowjet-Geschichte als der frühere Chef der Sowjetunion (Michail) Gorbatschow entführt wurde und niemand wusste ob er tot war oder lebte, während wir gerade im Schneideraum waren. Im Film hatten wir ihn bereits getötet. So gesehen haben wir diese Sache vorausgesehen und waren weit voraus. Aber wenn man bedenkt, was danach passierte, die Vorstellung, dass wir alle für eine bessere Welt bestimmt waren als sie es damals war, das was Francis Fukuyama als "Ende der Geschichte" bezeichnete, und dass die Leute, die das verhindern wollten – Konspirateure – eigentlich nur Angsthasen waren. Wie Kirk sagt: "Menschen können sehr große Angst vor Veränderungen haben." Aber die Veränderungen, die kamen, waren viel schrecklicher als es vorher war, in dieser Beziehung hatte der Film also Unrecht. Es gibt noch mehr solcher Dinge… Ich finde, die Gedankenverschmelzung ist so ähnlich wie Waterboarding und ich sehe es mir nicht gern an.

TrekMovie: Ich erinnere mich, dass dies immer als eine "erotische" Szene kommentiert wurde.

Meyer: Keine Ahnung, wie es beschrieben wurde. Wenn man es sich ansieht… Ist sie in Not? Ist dies eine fortgeschrittene Form der Befragung? Die beiden Dinge schließen sich übrigens nicht aus. Es ist erotisch aber er versucht auch, Informationen aus ihr heraus zu pressen.

Das unentdeckte Land – Nach dem kalten Krieg auf der Erde und im Weltraum

TrekMovie: Wenn Sie sagen, dass die Welt jetzt nicht besser ist, stimme ich ihnen voll und ganz zu. Manchmal schienen die Dinge mit der alten Sowjetunion einfacher zu sein als die verschiedenen Bedrohungen, mit denen wir es jetzt zu tun haben.

Meyer: Ja, man hatte die Illusion, dass es eine Möglichkeit gab, die einzelnen Spieler zu kontrollieren, und damit meine ich, dass wir die guten Spieler und die schlechten Spieler hatten, nicht im Bezug auf ihre Darstellungskunst, sondern…

TrekMovie: Wie legitime Akteure und Aggressoren. Ich denke, dieses Jubiläum ist deshalb so interessant, weil "Star Trek VI" als er 1991 heraus kam, etwa die Mitte des 50sten Jubiläums markiert. Rückblickend auf den Film selbst, gibt es Dinge, die Sie gern ändern würden?

Meyer: Nun, ich bin nicht sicher, wie ich diese Frage beantworten soll, vielleicht habe ich sie auch schon beantwortet. Um es mit Hillary Clintons berühmter Formulierung zu sagen: "Hätte ich gewusst, was ich jetzt weiß", hätte ich vielleicht die Gedankenverschmelzung anders gemacht. Ich hätte dafür eine andere Lösung gefunden. Vielleicht sollte ich noch hinzufügen, dass der Künstler, in diesem Falle ich, nicht die Antwort auf ein Buch mit mathematischen Formeln ist. Ich kann auch nur spekulieren und ich habe keine Vollmacht. Ich habe keine definierten Rechte. Der Autor verliert die Eigentumsrechte an seinem Werk wenn es beendet und umgesetzt ist. Daher muss alles, was ich jetzt sage einfach nur als eine andere Möglichkeit angesehen werden und nicht als die einzige oder die einzig wahre. Wenn ich mir den Film ansehe und Kirk sagen höre: "Menschen können große Angst vor Veränderungen haben" ist da in meinen Augen eine implizite Selbstgefälligkeit in dieser Empfindung. Wir waren so sicher, dass alles ein Bett voller Rosen sein würde. Wenn wir zurück blicken, ist der Film ein interessantes Artefakt der Zeit und der Umstände seiner Entstehung.

Kunst und Hollywood

Meyer: Jede Kunst ist zwangsläufig ein Produkt der Zeit, in der sie erschaffen wurde. Wenn ich Ihnen vier Filme zeigen würde, die 1776 spielen und der erste davon wäre 1923 entstanden, der zweite 1947 und der dritte 1972 und so weiter, dann wüssten Sie auf etwa fünf Jahre genau geschätzt, von wann diese Filme sind.

TrekMovie: Stimmt. Es ist als wenn man sich das Original von "Manchurian Candidate" ansieht und dagegen das schreckliche Remake mit Denzel Washington…

Meyer: Für mich gibt es nur einen "Manchurian Candidate", genau wie es nur einen "Robin Hood" gibt. Es gibt keine anderen. Die sehe ich mir nicht an.

TrekMovie: Ja, ich habe das Gefühl, dass Hollywood es mit den Remakes wirklich übertrieben hat. Und der Verlust an originalem Inhalt ist wirklich ärgerlich.

Meyer: Nun, wenn sie sich Filme wie Zahnpastatuben vorstellen, dann wäre es doch einfacher, ein Produkt vorzustellen, das Crest heißt und das die Leute kennen… dann kann man sagen, das neue, verbesstert Crest, Crest 2, Crest 3, Crest 4. Es dreht sich immer alles um den Einstieg. Möchten Sie mit einer neuen Zahnpasta namens Max starten und Ihr Glück versuchen? Wenn es 150 Millionen Dollar kostet, eine neue Tube Zahnpasta heraus zu bringen, ist man vielleicht doch versucht, es mit Crest 3 zu versuchen. Es ist der Tod des Studio-Systems, sei es wie es ist, und das heißt, dass wir alle kleinere, unabhängigere Filme machen – woran ich gerade jetzt auch bin.

Kunst wächst aus Einschränkungen

TrekMovie: Stimmt. Das sind meiner Meinung nach auch oft im Großen und Ganzen die besseren Filme. Sie sind echter. Sie werden mit kleineren Budgets gemacht. Und sie können diesen unabhängigen Studios mehr Erfolg bringen wenn sie durchstarten, weil sie mit weniger Budget gemacht wurden. Das heißt nicht, dass sie eine halbe Milliarde Doller machen aber vielleicht so viel wie "Star Trek II", dessen Budget auch nicht hoch war. Wenn man das berücksichtigt, gab es etliche Zeiten, in der Vergangenheit in der Kunst wirklich aus dem Mangel heraus entstanden ist. Egal ob Mangel an Zeit oder Geld. Können Sie irgendwelche Gelegenheiten während der Produktion von "Das unentdeckte Land" benennen, wo der Film wirklich durch den Mangel an Zeit oder Geld gewachsen ist.

Meyer: Dieser Film fand seinen Weg auf die Leinwand unter sehr schwierigen Umständen. Jeder bei diesem Film, egal ob es um Gehälter ging oder um Ressourcen, musste Einschnitte in Kauf nehmen, damit der Film gemacht werden konnte. Die Ausstatter hatten einige Flops hinnehmen müssen, daher zogen sie die Gürtel straff an. Ich glaube, dass es öfter vorkam, dass man hätte sagen wollen: "lasst uns zu den Carlsbad Caverns nach New Mexico fliegen und die Minenszene mit Kirk und Pille auf Rura Penthe drehen." Aber man sagte stattdessen: "Gehen wir zum Bronson Canyon." Dann gab es noch diese initiale Szene mit dem Sternenflotten-Meeting, in dem Spock die Generäle darüber informiert, dass die Klingonen Frieden schließen wollen. Ich frage mich ob es aufgefallen ist, dass er Raum keine Wände hatte.

TrekMovie: Stimmt. Das ist in einer Kirche aufgenommen worden, wenn ich mich nicht irre. Stimmt das?

Meyer: Ja, so in der Art. Wir hatten einen Haufen Vorhänge. Und wissen Sie, Bronson Canyon wird für alles verwendet und für mich wirkte das ziemlich spooky als wir fertig waren. Manchmal ging es auch nach hinten los. Ich erinnere mich noch als die Bosse… Ich wollte zum Beispiel, dass die Hosen der Offiziere Taschen hatten, damit die Schauspieler etwas mit ihren Händen tun konnten.

Star Trek VI eine Zorn des Khan Behandlung geben

TrekMovie: Ich erinnere mich, dass sie im Kommentar des Director's Cut von "Star Trek II" darüber gesprochen haben und ich war vollkommen platt, wie viel Geld das eine Produktion vielleicht kosten kann. Aber das wissen Sie besser als ich.

Meyer: Was mir aufgefallen ist, wenn ich mit Leuten zu tun haben, die Dinge bezahlen müssen ist, dass sie verschwenderisch im Großen aber sparsam im Kleinen sind. Mein Partner, Steve Jaffe, der "Das unentdeckte Land" produziert hat, produzierte auch "K19 – Der Witwenmacher" für Kathryn Bigelow. Als sie den Film machten, suchte Steve nach einem U-Boot. Er suchte online: Russische U-Boote, die zum Verkauf angeboten wurden. Schließlich fand es eines zu einem sehr günstigen Preis. Er ging zu demjenigen, der den Film finanzierte und sagte: "Hier, wir können das so machen." und der antwortete: "Oh, nein, nein, nein." Das Ende vom Lied war, dass sie etwas taten, was exorbitant viel teurer war. Ich denke wir Kreativen sind nicht immer verantwortungsvollsten Menschen unter der Sonne aber ich finde es faszinierend und es ist sehr wichtig für mich, verschiedene Wege zu finden, die nach Rom führen. Dass man es schafft, auch mit Einschränkungen klar zu kommen. Der Film, der mich wirklich inspiriert hat und mich diese Lektion gelehrt hat, war "Henry V" von Lawrence Olivier, der in der Mitte des zweiten Weltkriegs gedreht wurde. Er kostete nur dreifuffzig aber er sah aus als hätte er eine Zillion Dollar gekostet. Sie entschieden sich, das "Buch der Stunden" des Duke de Berry als Inspiration zu nehmen und diese Sets alle zweidimensional, mittelalterlich und ohne Perspektive zu machen. Sie sind alle sehr flach. Und dann wird der Film mehr und mehr real, man gerät tiefer und tiefer hinein wie von unsichtbaren Mächten getrieben. Der Kampf von Agincourt ist eine vollwertige Schlacht und die zweite Hälfte des Films ist einfach wunderbar.

Die ungefilmte "Sammlung"

TrekMovie: Ich weiß, dass Sie ein guter Freund von Denny Martin Flinn waren. Mein Beileid zu Ihrem Verlust.

Meyer: Ein schlimmer, schlimmer Verlust. Was für ein Kerl!

TrekMovie: Er ging auf jeden Fall vor seiner Zeit. Ich kann nur schwerlich darüber reden weil ich ihn nicht kannte, aber ich würde gern über seinen Film und seine Erfahrungen als Filmemacher und Geschichtenerzähler reden.

Meyer: Er war ein unterschätztes Talent mit zu wenig Möglichkeiten. Aber er war so unendlich gesegnet und begabt.

TrekMovie: Ich lese gerade ein neu erschienenes Buch, es ist eine zweiteilige Geschichte von Star Trek und in dem Kapitel über "Star Trek VI" geht es auch darum, wie es dazu kam, dass Sie Flinn mit in die Produktion einbezogen. Sie sagten, er müsse ihr Autorenkollege werden und ich denke das war als er seine Diagnose bekommen hatte und Sie gaben sich alle Mühe, damit es so durchgeführt würde. Jedenfalls steht es so da.

Meyer: Ich habe das Buch nicht gelesen, aber so erinnere ich mich daran. Er hat seine Diagnose bekommen und hatte diese Behandlungen und ich bewunderte ihn so sehr als Autor und als ein Mann, der Ideen hat, daher war es nicht um ihm einen Gefallen zu tun. Vielleicht habe ich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen indem ich ihm einen Grund gab, jeden Morgen aufzustehen aber verdammt, sein Beitrag zu diesem Drehbuch ist enorm.

TrekMovie: Es gibt viele Zitate von ihm in diesem Buch und es wird klar, welch wichtige Rolle er in dem Film spielt. Eine Sache daran interessiert mich besonders und ich denke, es war eher seine Idee, aber er war verantwortlich für diese "Sammlung" der Mannschaft am Anfang des Films, die dazu dienen sollte, die Crew wieder zusammen zu bringen…

Meyer: Es war unsere gemeinsame Idee, aber ich glaube, er war derjenige, der sie geschrieben hat.

TrekMovie: Wenn Sie an den Film von vor 25 Jahren zurück denken, glauben Sie, dass es ihm geholfen oder ihm geschadet hätte, wenn er diesen Anfang gehabt hätte?

Meyer: Das ist so als würden Sie jemand bitten, ein Negativ zu prüfen. Ich habe keine Ahnung, ob es einen besseren Film daraus gemacht hätte oder einen schlechteren. Unbestreitbar hätte es einen anderen Film daraus gemacht. Es hätte eine Ebene hinzugefügt. Aber wissen Sie, manchmal funktionieren Dinge so am Besten wie sie sind. Ich habe Opernaufzeichnungen, die damit angeben, dass sie Material beinhalten, die Guiseppe Verdi oder George Bizet aus der Orignial-Partitur heraus genommen haben und einige Leute sagen, dass diese neu entdeckten Teile weitere Bestandteile des echten Werkes sind. Aber was die Leute nicht bedenken ist, dass derjenige, der das Werk schrieb, das entscheiden sollte und dass sie es vielleicht deshalb weggelassen haben, weil sie damit nicht zufrieden waren. Wissen Sie, nicht immer, aber manchmal wird es aus anderen Gründen heraus geschnitten, wegen des Budgets oder warum auch immer. Aber das Endergebnis mag einfach besser sein als jede einzelne Note, die Verdi geschrieben hat.

Meyer: Es ist als ob man sich den Director's Cut eines Films ansieht. Ich bin nicht sicher, vielleicht mit der möglichen Ausnahme von "Im Zeichen des Bösen" wie er von Walter Murch wiederhergestellt wurde. "Im Zeichen des Bösen ist einfach besser wenn man ihn wieder so macht, wie Wells es wollte. Aber oft ist der Director's Cut länger. Er ist fast immer länger. Das heißt aber nicht, dass er zwingend besser ist.

TrekMovie: Ist das auch bei "Der Zorn des Khan" so?

Meyer: Nun, "Der Zorn des Khan"… Ich glaube, da gibt es nicht viel im Director's Cut. Sie wissen, dass ich viele Szenen verloren habe aber es einen Director's Cut zu nennen…

TrekMovie: Stimmt. Es ist nicht wie beim "Herrn der Ringe", wo fast eine halbe Stunde weggeschnittenes Material hinzu gefügt wurde.

Meyer: Das ist genau mein Punkt. Ich möchte nicht, dass sie es "Director's Cut" nennen weil ich nicht viel verändert habe. Ich habe einige Kämpfe gegen Paramount verloren bevor der Film veröffentlicht wurde und ich dachte, dass der Zusammenhang des Films gestört sein würde. Aber es einen Director's Cut zu nennen ist schon zynisch.

Wird es zusätzliche, wiederhergestellte Szenen in weiteren Veröffentlichungen geben?

TrekMovie: Das bringt mich zu einer einfachen Frage. Ich erinnere mich, dass der Film, als ich ihn zum ersten Mal auf VHS bekam, einige Szenen enthielt, namentlich der Plan für Operation Retrieve, zum Beispiel eine Szene mit Scotty in der Torpedorampe als enthüllt wird, dass es Colonel West ist, der der Attentäter ist. In der letzten Version des Films von 2009 waren diese Szenen alle fort. Die DVD in den frühen 2000ern hatte sie, außerdem wurde der Film zurück in seine Kinofassung von 2:39:1 restauriert. Ich wundere mich über die 2009er Version. Was halten Sie davon?

Meyer: Mann, ich kann mich nicht mehr an die verschiedenen Schnitte erinnern. Ich wette, wenn ich ihn jetzt sehen würde, hätte ich unzählige verschiedene Ideen dazu. Manche Dinge funktionieren besser als andere und einige… wissen Sie… es war immer wichtig für mich, dass die Verschwörer von beiden Seiten der Galaxie kommen, wenn sie so wollen. Dass die Klingonen und die Föderation zusammen arbeiten und der einzige Schnitt, für den ich mich selbst in den Hintern treten könnte weil ich ihn nicht in die Originalversion aufgenommen habe, und wobei mich leider niemand gestoppt hat ist der Moment als Valeris die Verschwörer benennt.

TrekMovie: Ihre Bilder blitzen auf.

Meyer: Genau! So weiß jeder, von wem zur Hölle sie spricht. Das war in meinen Augen wichtig. Ich bin nicht sicher, wie ich jetzt über diese Operation Retrieve Sache denke…

TrekMovie: Ich tendiere dazu, es zu mögen, weil Colonel West als einer der Verräter seinen militärischen Plan vor dem Föderationspräsidenten ausbreitet. Es zeigt, dass wenn die Bedrohung nicht verschwinden sollte, ein Krieg mit den Klingonen möglich ist und genau das gleiche passiert mit Azetbur und ihren Generälen…

Meyer: Also ist das in der 2009er Version enthalten?

TrekMovie: Die Szene mit Azetbur ist es. Sie reden darüber, was vorgeht und darüber, die Föderation rasch anzugreifen, was im Film immer unter der Oberfläche brodelt, ob die Klingonen nur aufgrund ihrer Krise die Föderation angreifen. Auf der Föderationsseite ist das Operation Retrieve Treffen nicht enthalten.

Meyer: Kaum zu glauben!

TrekMovie: Das bringt mich zu der Frage: Sie kamen noch einmal zu "Star Trek II" zurück um einige Szenen hinzuzufügen, die sicherlich den Charakter des Films erweitert hätten und die heraus geschnitten waren. Was würden Sie davon halten, noch einmal daran zu gehen und ihn neu, z.B. in 4K heraus zu bringen - oder etwas in der Art?

Meyer: Klar. Man soll niemals nie sagen. Aber ich denke auch, man sollte immer vorsichtig sein. Ich bin nicht sicher warum, aber ich denke, man sollte vorsichtig sein, immer und immer wieder Dinge neu zu machen und zu überarbeiten, die… nun, ich meine, sie sind doch erfolgreich. Wären sie es nicht, bin ich der Ansicht, kann man die Dinge bis in alle Ewigkeit überarbeiten und versuchen, das Flugzeug zum Abheben zu bringen. Aber wenn sie erfolgreich sind, frage ich mich ob es klug ist, weiter daran herum zu fummeln. Ja, wenn man die Qualität von Bild und Sound verbessern kann, dann schon. Aber wenn man letztlich damit anfängt, ihn umzuschreiben… Ich bin nicht sicher, ob man da nicht die Geschichte umschreibt.

TrekMovie: Das ist ein guter Standpunkt.

Meyer: Stellen Sie sich mal vor, Sie gehen zurück und sehen sich einen Film an in dem Stepin Fetchit seine Augen rollt und sie sagen sich: "Das ist ein recht guter Film, aber er ist sehr heikel und die Afro-Amerikaner werden echt mies behandelt, vielleicht sollten wir das heraus schneiden." Dann machen Sie Unsinn mit der Vergangenheit. Sie zensieren die Ansichten der Leute und ihre Kenntnisse und ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist. Ich glaube, die Gedankenverschmelzung mag Angesichts von Waterboarding unangenehm wirken, aber sie ist nun einmal da.

TrekMovie: Stimmt. Man kann nicht genau dahin zurückgehen und die Szene noch einmal drehen mit all den gleichen Schauspielern. Sie ist wie sie ist.

Meyer: Was ich damit sagen will ist, dass die Versuchung groß ist, zu sagen: "Oh Mann, ich mag die Gefühle nicht, die das verursacht und daher werde ich es ändern und eine Stimme aus dem Off sprechen lassen oder wir werden es einfach nicht zeigen oder ich werde eine andere Lösung finden." Nun, trotzdem spiegelt es die Ansichten und den Glauben daran, was zu der Zeit akzeptabel, rechtschaffend oder was auch immer war. Und ich glaube, das zu ändern birgt kulturelle, psychologische oder emotionale Gefahren.

Meyers andauerndes Vermächtnis in Star Trek

TrekMovie: Das klingt plausibel. Für mich wäre es perfekt, wenn es einfach nur eine Auffrischung wäre mit besserem Sound und besseren Effekten, doch es müsste der gleiche Film sein, den ich aus dem Kino kenne. Doch zu einem anderen Thema. Ich weiß, dass in Ihrem Herzen ein ganz besonderer Platz für Sherlock Holmes reserviert ist. Es gibt viele große Geheimnisse, die von nur einem einzigen Mann erschaffen wurden während Star Treks Entwicklung und Blüte aus vielen kreativen Köpfen entstand. Sie sind bekannt dafür, dass sie sagen, es gäbe so etwas wie eine Weinflasche, die der Rahmen von Star Trek ist.

Meyer: Das stimmt.

TrekMovie: Und man kann einen Rotwein einfüllen oder einen Weißwein oder etwas mit einem anderen Geschmack. Star Trek kann so vieles sein aber es muss immer in diese Weinflasche passen. Wie sehen Sie Ihr Vermächtnis - und ich weiß sehr wohl und bin froh darüber, dass Ihr Einfluss noch nicht vorbei ist – und sein Fortbestehen innerhalb von Star Trek, mal abgesehen von "Das unentdeckte Land", "Zurück in die Gegenwart" und "Der Zorn des Khan". Sie haben es oft einen schönen Ort um nach Hause zurück zu kehren genannt, wenn Ihre anderen Filme vielleicht nicht so gut liefen.

Meyer: Nun, nach "Company Business", der ein echter Flop war, war es eine Erleichterung, zurück zu kommen, obwohl in "Star Trek VI" ein Teil der Themen wiederaufgenommen wurden, denen ich mit dem anderen Film nicht gerecht werden konnte. Beide handelten vom Zusammenbruch der Sowjetunion. Ich bin nicht in der besten Position um das Vermächtnis beurteilen zu können… Allein der Begriff "Vermächtnis" klingt für mich eher unheilvoll, wenn nicht anmaßend. Es erinnert mich irgendwie an einen Austausch, der zwischen dem früheren amerikanischen nationalen Sicherheitsberater Henry Kissinger und dem früheren chinesischen Präsidenten Zhou Enlai stattfand, als der damalige Präsident Richard Nixon nach China ging (das war 1972). Kissinger fragte Zhou "Was denken Sie über die französische Revolution?" und Zhou antwortete: "Es ist noch zu früh um darüber ein Urteil zu fällen."

TrekMovie: Das ist eine brilliante Übereinstimmung. Vielleicht sollten wir in 100 oder 200 Jahren noch einmal darüber sprechen.

Meyer: Es ist eine offene Frage. "Star Trek" hat 50 Jahre lang überdauert und das scheint in einer Kultur in der Dinge kommen und gehen sehr bemerkenswert zu sein. Andy Warhol sagte: "Wir werden alle für 15 Minuten berühmt sein." Inzwischen sind es eher 45 Sekunden. Auf YouTube gibt es immer etwas, das man sich ansieht, das sich zwei Sekunden lang ausbreitet und dann wieder verschwindet. Die Tatsache, dass "Star Trek" schon so lange präsent ist, ist nicht ohne Grund, ohne Bedeutung, ohne Hintergrund. Andererseits, was meinen Platz darin angeht… Was es für mich bedeutet, darüber nachzudenken, scheint a) verfrüht und b) durchaus anmaßend. Ich finde, es steht eher anderen Leuten zu sich selbst oder andere zu fragen oder darüber zu diskutieren, was an den Filmen dran ist, die ich gemacht habe und zu entscheiden, ob sie bedeutsam, gut, hilfreich, schrecklich oder was auch immer sind. Das einzige, was ich sagen kann ist, dass Bryan Fuller, der kluge Kopf der Fernsehserie, viel über "Star Trek VI" spricht. Dies ist ein Film, der für ihn und sein Denken wichtig zu sein scheint. Und natürlich bin ich eitel genug, dass mir das sehr gut gefällt.

TrekMovie: Ich würde sagen, dass Sie und Harve Bennett mit "Star Trek II" das Franchise wirklich gerettet haben, weil wir damals gewissermaßen am Rand der Klippe standen. Wenn der Film nicht gut gelaufen wäre, wäre es das gewesen, aber Sie haben ein wunderbares Drehbuch und einen wunderbaren Film abgeliefert. Also: Bravo!

Meyer: Nun, danke sehr.

TrekMovie: Ich bin ein großer Fan von Bryan Fuller, von seiner Arbeit an Hannibal, daher dachte ich: "Okay, diese Sache ist in den richtigen Händen" als man ihn für die Leitung der neuen Serie vorstellte. Dann verkündeten sie, dass auch Sie daran beteiligt sind und ich dachte: "Okay, diese Sache ist WIRKLICH in den richtigen Händen". Ich kann mit voller Zuversicht behaupten, dass ich glaube, dass es eine gute Serie wird. Ich habe das Gefühl, dass "Star Trek" in den richtigen Händen ist.

Meyer: Drücken Sie uns alle Daumen.

TrekMovie: Das tue ich. Mr. Meyer, vielen, vielen Dank für Ihre Zeit. Ich wünsche Ihnen ganz viel Glück für Discovery und ich kann Ihnen nur mitgeben, dass ich darauf vertraue, dass Sie ihr Bestes geben werden und dass ich mich sehr darauf freue. Passen Sie gut auf sich auf.

Meyer: Ich freue mich auch schon sehr darauf. Danke für Ihre Zeit und machen Sie es gut.

(re, jd - 29.01.17 - Quelle: TrekMovie)


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