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Sebastian Kowald (sk)03.08.10

Der Enterprise-Designer

Andrew Probert über seine Arbeit an "Star Trek"

Andrew Probert spricht im Interview mit Forgotten Trek über sein Design der Enterprise-D und ihrer Innenräume und enthüllt, warum er "Zehn Vorne" nicht leiden kann.

Designer Andrew Probert
Andrew Proberts erster Kontakt mit "Star Trek" ereignete sich bei "Star Trek: Der Film", in welchem er sich unter dem künstlerischen Leiter Richard Taylor für allerhand Weltraum-Gerätschaft verantwortlich zeigte, darunter auch die Überarbeitung der Enterprise, von welcher das grundlegende Aussehen bereits von Matt Jefferies und Joe Jennings, welche die künstlerischen Leiter von "Star Trek: Phase II" waren, entworfen worden war.

Im Jahre 1987 wurde Probert als Zeichner für "Star Trek: The Next Generation" angestellt. Während der Vorbereitung und der ersten Staffel der Serie arbeitete er an allen Raumschiffen, Sets und Außerirdischen, inklusive der Enterprise-D und ihrer Inneneinrichtung. Seine aktuellste Arbeit für "Star Trek" beinhaltet die Erstellung von konzeptionellen Vorlagen für "Star Trek Online".

Im Juli 2005 hat Forgotten Trek Probert mit einigen Fragen dem Design der Inneneinrichtung der Enterprise betreffend kontaktiert. Er war freundlicherweise bereit, ein paar Einblicke zu gewähren, welche nachfolgend niedergeschrieben sind.

Frage: Ihre erste Aufgabe, nachdem Sie für TNG engagiert wurden, bestand darin, Konzepte für das Design der Brücke zu erstellen. Eine frühe Version des Autorenhandbuchs beschreibt die neue Brücke als eine Kombination von "Instrumenten zur Schiffskontrolle, Sitzungszimmer, Informationsgewinnungsstation und Offiziersmesse. Mit anderen Worten, viele der Dinge, die auch auf der alten Brücke geschehen sind, passieren hier, aber mit weniger Betonung auf die Steuerung des Raumschiffes." Wie zeigt sich dieser neue, weniger mechanische Ansatz in Ihren frühen Entwürfen für die Brücke der Enterprise?

Andrew Probert: Zum einen gab es weniger Überwachungsstationen, und diejenigen, die da waren, wurden in weniger wichtigen Positionen an der Rückseite angeordnet. Gene [Roddenberry] wollte wirklich, dass das Schiff nur von den Steuerungs- und Betriebspositionen aus manövriert wird, mit einem federführenden Brückenoffizier ... also insgesamt nur drei Leute. Wann immer sich eine Krise anbahnte, würden mehr Leute ihre Stationen auf der Rückseite der Brücke beziehen. Sie haben das niemals gezeigt.

Frage: Einige Ihrer vorläufigen Entwürfe beinhalteten Sofas und sogar einen Konferenztisch auf der Brücke. Ging der Trend damals in diese Richtung, oder waren das Ihre Ideen?

Das Äußere der Enterprise-D stammt genauso von Probert...
Probert: Die Sofas waren meine Idee, um mehr von einer Von-Angesicht-zu-Angesicht-Atmosphäre für die Hauptcharaktere zu schaffen. Die Idee mit dem Tisch (welche von den Produzenten kam) habe ich gehasst, weil es einfach nicht logisch war, einen Tisch in die Mitte zu stellen, wo sich alle sammeln würden, um die Situation zu diskutieren.

Frage: Laut dem Buch "Star Trek Design" ("The Art of Star Trek") waren die Bühnenbildausstatter, unter der Leitung von Herman Zimmerman, zögerlich, Wandwinkel und Fensterformen zu benutzen, die mit dem Miniaturmodell der Enterprise-D korrespondiert hätten.

Probert: Mit meiner Unterstützung hat sich Herman [Zimmerman] dieser kleinen Details angenommen.

Frage: War das eine Ihrer größten Sorgen?

Probert: Das ist immer mein erstes Anliegen, die Innenausstattung mit dem Außendesign abzustimmen, oder das Äußere so zu entwerfen, dass es mit dem Inneren harmoniert. [...] Ich hasste "Zehn Vorne", weil es den Maßstab des Schiffes zerstört hat. Außerdem habe ich extra große Fenstergruppen auf dem ganzen Schiff entworfen für genau diesen Zweck ... große Aufenthaltsräume. Trotzdem, wenn sie auf noch einer Lounge in der Nase der Untertassensektion bestanden hätten, hätte es funktioniert, die Fenster so zu lassen, wie sie waren (in dem Maßstab). Oder sie hätten angepasst werden können, ohne darauf anzuspielen, dass der Raum alleine schon halb so hoch ist wie der ganze Rand der Untertassensektion.

...wie ihre Brücke.
Und es gab eine Menge Diskussionen darüber, wie viel Platz die Mannschaft hat ... aber es war Gene [Roddenberrys] Idee, eine von ganz wenigen, die für mich einfach nicht funktioniert hat. Ich habe Gene gesagt, dass die Galaxy-Klasse dafür entworfen war, eine normale Besatzung von 3600 bis 3800 Mann an Bord zu haben, mit einem Maximum von 8000. Gene hat gesagt, dass die Serie sich die Zahl der Hintergrundextras nicht leisten könnte, welche so eine Mannschaftszahl nötig machen würde. Also hat er einfach festgelegt, dass nur 1100 Leute an Bord sind.

Frage: Wir haben uns immer gewundert, warum wir nie andere Lounges außer "Zehn Vorne" gesehen haben.

Probert: Günstigere Produktionskosten. Vergessen Sie die Logik hier.

Frage: War ein Erholungsraum ähnlich dem der Enterprise aus dem Kinofilm jemals geplant für TNG?

Probert: Nur in Bezug auf meine Planung der Außenfenster. Es gab riesige Fenster in dem Modell der Enterprise, sowohl an der Vorderseite von Deck 2 als auch an der Rückseite der Untertassensektion, unter dem Hauptshuttlehangar.

(sk - 03.08.10 - Quelle: Ottens.co.uk)

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