Henning Koonert (hk)
03.08.10
Andrew Probert
Production Illustrator & Consulting Senior Illustrator
Andrew Probert gab der Kinofilm- und TNG-Ära von "Star Trek" ihren Look. So designte er neben der Enterprise-D und ihrer Brücke auch die bekannten Schiffe von Romulanern und Ferengi.
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 Film- und TNG-Designer Andrew Probert |
Andrew Probert kam 1946 in
Independence im US-Bundesstaat Missouri zur Welt. Nach seinem Dienst bei der
US Navy begann Probert seine Karriere als Designer mit dem Studium am
Art Center College of Design in
Pasadena, Kalifornien.
Proberts Hollywood-Karriere begann 1978, als er bei "Kampfstern Galactica" unter Vertrag genommen wurde. Für die Serie steuere er das Design der zylonischen Zenturions ebenso bei wie das Äußere eines der Schiffe aus der Flotte, die im Vorspann zu sehen war.
Kurz danach wurde Andrew Probert als Konzeptdesigner und Illustrator für die geplante "Star Trek: Phase II"-Serie engagiert und später, als aus der geplanten Serie ein Kinofilm wurde, in das Team für "Star Trek: Der Film" übernommen. Hier war er für die Weltraumtechnologie der Föderation und der Vulkanier, die im Film gezeigt werden sollte, verantwortlich.
In dieser Funktion überarbeitete der Designer Joe Jennings Konzept für die überholte Enterprise und entwarf einen Teil ihrer Innenräume. Auch für das Aussehen von Raumdock, dem orbitalen Bürokomplex, Reisekapsel und "Work Bee"-Schiffen sowie für das vulkanische Langstreckenshuttle war Probert verantwortlich. Seine Konzeptzeichnungen für die Brücke eines klingonischen Kampfschiffes gaben den Stil für alle weiteren Interieurs klingonischer Schiffe vor.
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 Proberts wohl bekanntestes Design: die Enterprise-D. Auch das Shuttle stammt von ihm. |
"Star Trek" diente dem Künstler in den folgenden Jahren als Sprungbrett für verschiedene Design-Jobs in Film und Fernsehen. Beteiligt war Probert 1983 am Tanzfilm "
Flashdance"; für die Fernsehserie "
Airwolf" kreierte er 1984 Teile des namensgebenden Helikopters. Auch arbeitete er an den Filmen "
Indiana Jones und der Tempel des Todes" sowie "
Das Philadelphia Experiment" mit. Im folgenden Jahr war er am Pilotfilm zur Serie "
Street Hawk" sowie den Filmen "
Die Maske", an der Zeitmaschine in "
Zurück in die Zukunft", an "
Tin Men – Zwei haarsträubende Rivalen" und "
Das Wunder in der 8. Straße" beteiligt.
1986 nahm man Probert erneut für "Star Trek" unter Vertrag. Für die erste Staffel der "Next Generation" füllte er als Senior Illustrator bei TNG die Rolle aus, die Matt Jefferies während der Classic-Serie innehatte: Er entwarft die meisten Schiffe, Sets und Außerirdischen. Dabei hatte man ihn zunächst eigentlich nur mit dem Design für die Brücke der neuen Enterprise beauftragt. Nachdem die Produzenten jedoch zufällig auf einen Entwurf für das Schiffsäußere stießen, den Probert auf gut Glück gezeichnet hatte, wurde ihm auch dieses Design angetragen.
Dazu war Probert maßgeblich an der Erschaffung der Kampfbrücke der Enterprise und weiterer Räumlichkeiten beteiligt. Auch den neuen romulanischen Warbird, das Shuttle des Typs 7, den Ferengi-Marauder und das Aussehen der großohrigen Zwergenspezies selbst entwarf Probert. Im Pilotfilm "Der Mächtige"/"Mission Farpoint" trat Andrew Probert als Statist im postatomaren Gerichtssaal, in dem sich die Enterprise-Crew vor Q verantworten musste, auf.
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 Auch den bedrohlichen neuen Warbird der Romulaner hat Probert erschaffen. |
Dass Probert nach der ersten TNG-Staffel ausschied, lag daran, dass er menschlich nicht mit dem neuen Produzenten
Rick Berman konnte.
Gene Roddenberry habe immer intelligente Anmerkungen zu den Designvorschlägen gemacht, Berman jedoch habe, so Probert, keine Ahnung von Science-Fiction gehabt. Nachdem dessen Rolle im Laufe der ersten Staffel immer größer wurde, verließ Probert frustriert die Serie.
Nach einem kurzen Engagement für den Mehrteiler "Feuersturm und Asche" (1988) kehrte Andrew Probert auch Hollywood den Rücken, weil er keine Lust mehr auf die Lügen, Schleimereien und politischen Spielchen hatte, die, wie er sagt, dazugehören, will man einen Job in der Branche bekommen.
1989 heuerte der Designer für vier Jahre bei Walt Disney Imagineering an und entwarf fortan Achterbahnen und Attraktionen für Vergnügungsparks. Jahre später arbeitete er in der Computerspielindustrie für Spectrum HoloByte und Sega. 2006 brachte ihn diese Arbeit erneut zurück zu "Star Trek", als er für Perpetual Entertainment an Konzepten für das Spiel "Star Trek Online" arbeitete. Das Entwicklerstudio schaffte es jedoch nicht, den Titel auf die Beine zu stellen und gab die Entwicklung an Cryptic ab, die das Massively Multiplayer Online Roleplaying Game schließlich fertigstellten.
Zu Proberts jüngsten Arbeiten gehören Designarbeiten für den Film "Pesticide" (2008), einige Bilder und Buchcover sowie erneut ein Design für "Star Trek": Für die Episode "Kitumba" von James Cawleys Fanproduktion "Phase II" erschuf Probert ein neues klingonisches Kampfschiff. Zudem ist er in der Folge als Commodore Probert in einem Gastauftritt zu sehen.
Designer Andrew Probert
Kinofilme
- Production Illustrator ("Star Trek: Der Film")
The Next Generation
- Consulting Senior Illustrator (Staffel 1)
(hk - 04.08.10)
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