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Sebastian Kowald (sk)27.12.00

Fuller und das Ende der Reise

Gedanken zu den abschließenden "Voyager"-Staffeln

Bryan Fuller, Co-Produzent und Drehbuchautor bei "Star Trek: Voyager", stand kürzlich in einem "Question and Answer"-Interview des Continuums den Fans ausführlich Rede und Antwort.

Frage: Während des Schreibens für eine Serie, haben Sie da jemals eine Schreibsperre gehabt?

Bryan Fuller: Wenn ich dasitze und eine Szene in Angriff nehme, und mir die Dynamik zwischen den Charakteren und den Handlungsentwurf anschaue, dann versuche ich einen frischen, neuen Weg zu erwägen es zu schreiben, damit es nicht in die Richtung geht von etwas, was wir schon gesehen haben. Da "Star Trek" eine recht formelhafte Serie ist, sehen wir öfters gleiche Typen von Szenen, zum Beispiel die Konferenzraum-Szene, oder die Szene im Vorbereitungsraum wo Chakotay und/oder Tuvok dem Captain Vorschläge für die weiteren Handlungen unterbreiten. Wenn ich mit einer von diesen Szenen konfrontiert werde, dann nehme ich mir einige Zeit, um nach einer neuen Richtung zu schauen, in die ich es lenken könnte, ob es nun eine interessante oder einen humorvolle ist, Hauptsache sie ist unerwartet. Es ist nicht wirklich eine Schreibblockade, aber es zwingt mich zu pausieren.

Frage: Wird die Geschichte um Lieutenant Barclay beendet? Wird er die Voyager-Mannschaft am Ende der Serie treffen?

Reginald Barclay wird wohl zurückkehren
Fuller: Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir Barclay nach "Eingeschleust" ("Inside Man") wiedersehen werden. Als wir das erste Mal darüber diskutiert haben, ihn in die Serie mit einzubeziehen - das war am Anfang der sechsten Staffel - erwogen wir die Möglichkeit, dass er eine wesentliche Rolle bei der Heimkehr der Voyager spielen könnte. Wenn wir uns zusammensetzen und über die letzten Episoden diskutieren und darüber, ob es die Voyager tatsächlich zurück zur Erde schaffen wird, werden wir sicher über Barclays Rolle sprechen, die er dabei haben wird.

Frage: Wie kommt es, dass die Voyager nicht stärker beschädigt ist durch die regelmäßigen Angriffe in den letzten Jahren?

Fuller: Als wir "Ein Jahr Hölle" ("Year of Hell") drehten, während der vierten Staffel, sprachen wir darüber, einen episodenübergreifenden Handlungsbogen zu gestalten, in dem die Voyager sehr stark beschädigt wird. Natürlich, in diesem Szenario hätte die Mannschaft kontinuierlich Reparaturen durchführen müssen. Wir entschlossen uns dazu, in "Ein Jahr Hölle" der Mannschaft keinerlei Kenntnisse über die Ereignisse zu geben, da wir dachten, es könnte langweilig werden, eine Reihe von Episoden zu sehen, in denen das Schiff beschädigt ist. Wenn man in Betracht zieht, dass die Mannschaft blitzartig Shuttles bauen kann, sollte sie sehr gut in der Lage sein, ein beschädigtes Schott zu reparieren und verschiedene gerissene Leitungen ohne allzu große Anstrengungen zu verschließen. Sie sind eine Sternenflottencrew und als solche würden sie das Schiff nicht lange in schlechtem Zustand belassen.

Frage: Was denken Sie war die erfolgreichste Staffel von "Voyager"?

Fuller: Für mich als Zuschauer würde es entweder die vierte oder die fünfte Staffel sein. Die sechste und siebente Staffel waren und sind sehr konstant bei dem Niveau der Geschichten. Aber die vierte und fünfte Staffel hatten, meiner Meinung nach, mehr Höhepunkte, mehr herausragende Episoden. Ich schaue auf diese Staffeln zurück und kann auf mehr persönliche Favoriten hinweisen als in irgendeiner anderen Staffel. Folgen wie "Skorpion" ("Scorpion"), "Ein Jahr Hölle", "Leben nach dem Tod" ("Mortal Coil"), "Die Beute" ("Prey"), "Das Tötungsspiel" ("The Killing Game"), "Der Zeitzeuge" ("Living Witness"), "Drohne" ("Drone"), "Temporale Paradoxie" ("Timeless"), "Verborgene Bilder" ("Latent Image"), "Kontrapunkt" ("Counterpoint"), "Chaoticas Braut" ("Bride of Chaotica"), "Endstation: Vergessenheit" ("Course: Oblivion") und "Liebe inmitten der Sterne" ("Someone to Watch Over Me") zeigen, dass man auf einem sehr hohen Niveau arbeiten kann im Sinne von Charakteren, Drama, Humor und guter altmodischer Science-Fiction.

Frage: Können wir einen folgenübergreifenden Handlungsbogen im späteren Teil der Staffel erwarten, wie es bei DS9 der Fall war?

"Unimatrix Zero" war mehr eine Janeway-Folge als die von jemand anderem
Fuller: Wir werden definitiv keinen zehn Folgen langen Handlungsbogen haben, welcher DS9 beendete. Wir diskutieren gegenwärtig die letzte Etappe der Staffel. Wir haben Storys bis zu den Episoden 20 oder 21, das lässt uns drei oder vier Folgen Zeit, um das zu machen, was wir gerade planen; nämlich ein zweistündiges Serien/Staffelfinale. Wenn es einen Handlungsbogen gibt, dann wird er wahrscheinlich höchstens drei oder vier Episoden umfassen, aber vielleicht auch nur die letzten beiden Stunden dauern. Das soll nicht heißen, dass es keine Möglichkeiten gibt, die in den vorhergehenden Episoden eingebaut worden sind und im Finale realisiert werden, es wird nur nicht so sein wie in "Deep Space Nine".

Frage: Ich bin enttäuscht, dass wir in diesem Jahr bis jetzt so wenig von Kate Mulgrew gesehen haben. Ich würde gerne wissen, ob es einen Grund dafür gibt, dass wir so wenig von Kate gesehen haben?

Fuller: Ich würde argumentieren, dass Janeway, obwohl sie keine vollständige Episode für sich hatte, durchweg präsent war in dieser Staffel. "Unimatrix Zero, Teil 2" war mehr Janeways Episode als diejenige vor irgendjemand anderem, und Sevens Affäre nahm eine zurückgestellte Position ein, im Gegensatz zu den Abenteuern des Captains auf dem Borg-Kubus. Und sicherlich bringt sie ihre Rolle als Captain in den Vordergrund von vielen Folgen. Zum Beispiel in "Unvollkommenheit" ("Imperfection") stand sie vor der Möglichkeit, Seven zu verlieren, von der sie denkt wie von einer Tochter, und in "Fleisch und Blut" ("Flesh and Blood") wurde sie mit den Auswirkungen ihrer Aktivitäten im Delta-Quadranten konfrontiert.

Ich stimme zu, dass man Janeway nicht so oft wie in den vorangegangen Staffeln gesehen hat, aber wir haben einige Episoden in Vorbereitung, in denen sie eine größere Rolle spielen wird. In "Zersplittert" ("Shattered") macht sie eine seltsame Reise durch; ein Leben, was sie noch vor sich hat, und in "Die Leere" ("The Void") entdeckt sie, dass das Überleben ihrer Crew einzig von ihren Fähigkeiten als Captain der Sternenflotte und ihrem Vertrauen in die Grundsätze der Föderation abhängt. Um Ihre Frage direkt zu beantworten, es gibt keinen speziellen Grund dafür, dass wir eher wenig von Kate in dieser Staffel gesehen haben. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir dem Abhilfe schaffen werden im Verlauf der Staffel.

Frage: Gibt es einen Handlungsbogen oder eine Charakterentwicklung, von dem Sie sich gewünscht hätten, ihn näher zu erforschen, aber aus welchem Grunde auch immer nicht in der Lage gewesen waren, es zu tun?

Fuller: Die erste Sache, die mir dazu einfällt ist Kes' Rückkehr in "Voller Wut". Ich war enttäuscht darüber, wie die Folge ausgegangen ist. Kes' Motive waren unklar, die Story war trübe, und der Crew wurde nicht die Möglichkeit gegeben, mit ihr zu interagieren auf eine wirkliche Weise. Das ursprüngliche Konzept dieser Folge war, dass Kes zurückkehren würde und durch die Interaktion mit der Mannschaft würde sie begreifen, dass dies eine ganz andere Frau ist als die, die die Voyager vor drei Jahren verlassen hat. In der Zeit, wo sie weg war, hatte sie eine Art traumatische Erfahrung, als sie sich zur nächsten Phase des Ocampa-Lebenszyklus entwickelte, welcher sie verdarb. Vielleicht ist sie sogar ein bisschen verrückt geworden.

Enttäuscht von "Voller Wut"
Es gab keine Elemente von Zeitreisen in der Originalkonzeption. Was mir an der Story gefiel, war die Chance zu erforschen, wie ein Charakter, der so reizend war, nur so ekelhaft werden konnte. Es ergab einen Sinn für mich, dass es jemand wie Kes war, jemand sehr Naives, der auf diese Arte verdorben worden wäre. Sie war die sprichwörtliche Unschuld, die auf der Straße lebend gefunden worden ist. Was auch immer mit ihr passiert, es bewirkt, dass sie ermattet. Es ergab einen Sinn für mich, dass so jemand wie sie sich wenden und gegen seine "Mutter" stellen könnte, die in diesem Falle Janeway ist, die sie ermutigt hat, all das zu erkunden, was das Leben zu bieten hat - besonders da das Leben, was sie gefunden hat, nicht das ist, welches sie erwartet hat.

Das kam wirklich nicht zum Ausdruck im Drehbuch. Es wurde degradiert zu einer sehr eiligen Szene, die mit der Viidianer-Invasionsszene konkurrierte. Außerdem war Kes' Wendung im fünften Akt nicht glaubhaft für mich. Wenn sie so erzürnt gewesen wäre, dass sie es in Kauf nahm, ihre früheren Freunde zu töten, dann hätte man keinesfalls ihre Meinung ändern können. Ich hätte diese Folge wie folgt beendet - ob nun mit Zeitreiseelementen oder nicht: Kes vereitelt Janeways Pläne, um zu entkommen, nur um dann als gewöhnlicher Verbrecher wiederzukehren. Das hätte eine Menge Spaß gegeben.

Frage: Können Sie uns etwas über die Episode erzählen, an der Sie gegenwärtig arbeiten?

Fuller: Ken Biller und ich sind praktisch fertig mit dem Schreiben des ersten Teils des Februar-Zweiteilers "Arbeiterschaft" ("Workforce"). Ken und Mike Taylor schreiben den zweiten Teil. In der Folge wird die Crew gemeinsam neue Lebensformen erforschen, die als Arbeiter auf einem außerirdischen Planeten eingesetzt werden. Ich kann im Moment nicht mehr über die Handlung sagen, aber wie in jedem guten Science-Fiction-Thriller wird auch in diesem mehr dahinterstecken, als auf den ersten Blick zu sehen ist...

Frage: Wird Harry Kim befördert werden?

Fuller: Nur soviel sei gesagt: Kim wird seine Beförderung bekommen wenn, Captain Janeway es einsieht.

Frage: Ich würde gerne wissen, ob es Pläne für eine Episode im Spiegeluniversum, wie sie damals in DS9 und TOS vorgekommen sind, gibt.

Fuller: Für alle Fans der Spiegeluniversum-Folgen tut es mir Leid, sagen zu müssen, dass derzeit keine Folgen geplant sind. Ich arbeitete in der letzten Staffel an einer Story, die im Grunde nur "Wer tötet die großen Reisenden im Delta-Quadranten?" beinhaltete. Wie man merkt, ähnelt es "Wer tötet die großen Köche in Europa?", wo wir den Mannschaften von verschiedenen alternativen Voyagern folgen würden.

Es gab eine Klingonenmannschaft mit der "Herrscherin Jan'toch" - Captain Janeway mit Klingonenschminke - das war natürlich in einem Universum, wo das klingonische Imperium die Föderation vor 200 Jahren besiegt hatte, eine holographische Mannschaft, die hauptsächlich aus dem unendlich mächtigen Doktor bestand, und mehreren anderen. In jeder dieser Szenarien zerstört eine unbekannte Macht die Voyager und ihre Mannschaft. Am Ende würden Captain Janeway und ihre Schar entdecken, dass eine andere alternative Voyager unter dem Kommando von einem Chakotay, der illoyal ist, dafür verantwortlich war. Er kam aus einem Universum, wo der Maquis die Sternenflottencrew gestürzt hat. Er führte eine persönliche Blutrache gegen Janeway und die Voyager, und er würde nicht aufhören, bis es alles und jeden von ihnen getötet hat.

Es war ein spaßiges Konzept und für eine kurze Zeit sah es so aus, als ob es eine Möglichkeit gewesen wäre, was wir hätten machen können, aber am Ende wurde es nie realisiert.

Frage: Warum kann Kathryn Janeway nicht mal eine anständige Liebesaffäre haben? (Und ich meine mit einem richtigen Mann, nicht ein Hologramm.)

Janeway soll eine echte Romanze bekommen
Fuller: Captain Janeway wird eine Romanze mit einem richtigen, realen "Super"-Mann aus Fleisch und Blut haben, im Februar. Wartet nur ab.

Frage: Wann haben Sie das erste Mal angefangen zu schreiben - sind Sie auf eine Filmschule gegangen, eine Universität, oder haben Sie einfach einen Agenten bekommen?

Fuller: Alles von dem oben und noch mehr. Ich ging auf die USC Filmschule und später verfolgte ich eine Schauspielerkarriere. Ich schrieb und performte Sketche mit "The Groundlings" und "Beachwood Canyon Review", in verschiedenen Produktionen in LA. Während einer dieser Vorführungen traf ich eine Agentin, die gewöhnt war, niemand anderen als Ronald D. Moore von TNG und DS9 zu repräsentieren. Sie schickte mich zu einem "Schreiben für 'Star Trek'"-Seminar, welches von Ron und Brannon Braga geleitet wurde.

Nach dem Seminar schrieb ich ein spezielles Drehbuch für "Deep Space Nine". Als mein Agent es durch die richtigen Kanäle übermittelte, wurde ich eingeladen, ein Konzept für eine Folge zu verfassen und verkaufte die Story von meinem Drehbuch und eine andere Story kurz danach. Ich konzipierte ebenfalls ein Skript zu "Voyager" und Brannon erzählte mir, dass Kes die Serie verlassen würde und es vielleicht mir obliegen würde, ein paar verschiedene Ideen, sie zu töten, zu machen. Eine meiner Ideen war, dass sie sich zu der nächsten Phase des Ocampalebenszyklus weiterentwickeln könnte. Diese Idee schien zu funktionieren.

Ich war ursprünglich angeheuert worden, um "Die Gabe" ("The Gift") zu schreiben, aber es gab terminliche Konflikte mit Jennifer Lien und die Folge musste schleunigst produziert werden. Joe Menosky übernahm die Zügel und machte einen guten Job. Als Trost wurde mir die Aufgabe gegeben, die Story, die einmal "Der schwarze Vogel" ("The Raven") werden würde, zu überarbeiten. Basierend auf der Arbeit und dieser Story wurde mir das Drehbuch gegeben und basierend auf dieser Arbeit wurde ich als Autor engagiert. Das ist die lange und die kurze Version.

Frage: Ich wunderte mich darüber, wie viel Einfluss die Schauspieler auf die Drehbücher gehabt haben in dieser Staffel. Sie erwähnen in Interviews, was sie gerne sehen würden, aber wie viel davon kommt auf den Bildschirm?

Fuller: Wie viel wir in den Drehbüchern sehen von dem, was die Schauspieler gesagt haben, variiert sehr stark. Manchmal ist es gar nichts, manchmal ist es ein kleines bisschen und manchmal ist es einiges. Bob Picardo (der Doktor), Roxann Dawson (Torres), Robbie McNeill (Tom Paris), Garrett Wang (Harry Kim), Tim Russ (Tuvok) und Kate Mulgrew (Janeway) sind alles Leute, mit denen ich lange gesprochen habe, bezüglich ihres Charakters oder eines speziellen Elementes der Story.

Als ich "Die Barke der Toten" ("Barge of the Dead") geschrieben habe, hatten Roxann und ich mehrere Gespräche über B'Elannas Hintergrund und ihren emotionalen Zustand, und viele von Roxanns Vorschlägen flossen in das Drehbuch ein. Ich machte eine ähnliche Erfahrung mit Bob, als ich "Fleisch und Blut" schrieb. Und Kate sagte ziemlich laut ihre Unzufriedenheit darüber, dass Janeway mit einem Hologramm schläft und wir starteten einen gemeinsamen Versuch, um ihre Angelegenheit aus der Welt zu schaffen, obwohl das bis jetzt nicht so richtig funktioniert hat, fürchte ich.

Ich sollte auch noch bemerken, dass Roxann sehr großen Einfluss auf die Folge "Extreme Risiken" ("Extreme Risk") in der fünften Staffel hatte und dass viele Handlungselemente, die nicht mehr in diese Folge integriert werden konnten, in der Folge "Rettungsanker" ("Life Line") (sechste Staffel) einbaut wurden. Auf der anderen Seite haben Roxann und ich ein langes Gespräch gehabt über ein Element der Klingonenfolge "Die Prophezeiung" ("Prophecy", siebte Staffel). Es war ein großartiger Höhepunkt und etwas, was ihr sehr nah ging, aber am Ende gab es keinen Platz dafür in der Story.

In einem kleineren Maßstab werden wir öfters angerufen, um ein paar Zeilen zu ändern oder hinzuzufügen, die einer der Schauspieler gerne haben möchte, und ziemlich oft machen wir solche Änderungen, da sie gute Vorschläge sind. Aber es gibt Zeiten, wo ein Dialogvorschlag ein bisschen zu locker oder uncharakteristisch ist und dann müssen wir nein sagen. Wir missachten bestimmt nicht einen Vorschlag ohne Weiteres und wir tun unser Bestes, um alles zu erwägen, was die Schauspieler zu sagen haben, da sie wesentliche Rollen spielen in dem kreativen Prozess, besonders wenn sie Regie führen bei einer Folge.

Frage: Es gibt nur eine Frage für mich, wenn es um "Star Trek: Voyager" geht: Wird die Voyager eine weitere Begegnung mit Q haben?

Auch Q wird man noch einmal sehen
Fuller: Es gibt die eindeutige Möglichkeit, dass Q zurückkehren wird.

Frage: Auch wenn Sie nicht sagen können, ob die Voyager nach Hause zurückkehren wird oder nicht, was würden Sie wählen?

Fuller: Ich bin gespalten bei dieser Frage. Es gibt einen Teil von mir, der gerne sehen würde, dass die Abenteuer von Captain Janeway und ihrer furchtlosen Mannschaft im Delta-Quadranten fortgesetzt würden, weil sie sich in einer einzigartigen Situation befinden. Es gibt bestimmt noch Geschichten, die nicht gemacht werden könnten, wenn sie nur ein weiteres Schiff in der Flotte wäre. Aber auf der anderen Seite war das eine Serie über einen Captain, der darum gekämpft hat, dass seine Mannschaft wieder nach Hause kommt. Irgendwie scheint es angemessen zu sein, dass sie dieses Ziel erreicht. Aber meine Meinung ist nur eine unter vielen.

Frage: Meine Frage lautet: Ist die siebte Staffel zu schreiben herausfordernder, wenn ja, auf welche Art?

Fuller: Die Aussicht, die letzte Staffel einer Serie zu schreiben, besonders wenn man eben weiß, dass es die letzte Staffel sein wird, ist erschreckend. Du musst die Geschichten von neun unterschiedlichen Charakteren zu Ende bringen und die Reise eines Schiffes. Unter diesem Aspekt ist es eine Herausforderung, da du ja willst, dass die Zuschauer und jeder der Charaktere die Storys und Augenblicke bekommen, die sie verdienen. Und da es die siebente Staffel einer Serie ist, die drei Schwesterserien - zwei mit sieben Staffeln und eine mit drei - gehabt hat, insgesamt über 570 Folgen, ist es eine Herausforderung, etwas zu machen, was nie zuvor gemacht wurde. Aber es ist bestimmt nicht unmöglich.

Frage: Woher bekommen Sie die Inspiration für neue Geschichten?

Fuller: Das variiert. Manchmal ist es ein Bild oder eine Szene, um die ich die Story konstruiere. Ein anderes Mal sehe ich einen Film oder lese ein Buch und frage mich, wie diese Story sich verändern würde, wenn sie in der Welt von "Star Trek" spielen würde, oder wie sich ein bestimmter Charakter in dieser Situation verhalten würde. Manchmal ist es etwas Einfaches wie ein Zeitungsartikel. Aber wenn ich mich auf eine spezielle Quelle meiner Inspirationen festlegen müsste, würde ich sagen, "Twilight Zone" und die Werke von Rod Serling. Ich werde sehr angeregt von der Idee, dass die Realität etwas Greifbares ist, das manipuliert oder verbogen werden kann, dass sie nicht notwendigerweise die weltliche Wissenschaft beschränkt. Das inspiriert mich wirklich.

Frage: Wie lange brauchen Sie, um eine "Voyager"-Episode zu schreiben?

"Voyager"-Autor Bryan Fuller
Fuller: Allgemein gesagt, ein Autor, der eine Idee hat, erstellt einen Umriss der Story, was gewöhnlicherweise ungefähr eine Woche dauert, dann hat er irgendetwas zwischen ein paar Tagen und einer weiteren Woche, um es zu überarbeiten und Anmerkungen zu machen. Von diesem Punkt aus sitzen wir, das Autorenteam, zusammen und diskutieren darüber, was eine weitere Woche dauert.

Wenn die Story einmal unterteilt ist, in das, was ich runtergebrochen nenne, in eine fünfteilige Struktur, braucht der Autor ungefähr zwei Wochen, um einen ersten Entwurf zu schreiben. Dann eine weitere Woche für Anmerkungen des Hauptautors, in diesem Fall Ken Biller. An diesem Punkt verteilen wir das Manuskript und haben ein Vorproduktionstreffen mit all den Abteilungsleitern. Rick Berman verteilt eine weitere Runde von Anmerkungen, und es kommt darauf an, wie umfangreich sie sind, dann eine weitere Woche, um den finalen Entwurf zu fertigen. An diesem Punkt haben wir unser Produktionstreffen und die Folge wird realisiert.

Ich würde sagen, dass dieser Prozess, von der Storyeinführung bis zum finalen Entwurf, ungefähr fünf bis sechs Wochen dauert. Plus oder minus einen Tag oder zwei. Aber das ist die Idealsituation und ich brauche wohl nicht zu sagen, dass wir es auch schon in einem viel kürzeren Zeitraum geschafft haben. Es gab Fälle, bei denen wir zum Produktionstreffen gegangen sind, nur mit einem primitiven Entwurf, und das Drehbuch binnen ein paar Tagen schreiben mussten. Auch als schon alles vorbereitet war und die Dreharbeiten bereits liefen, musste das Skript weiterentwickelt werden.

Ich sollte außerdem noch hinzufügen, dass Joe Menosky die einzigartige Leistung erbrachte, ein komplettes Drehbuch, und zwar das zu "Es geschah in einem Augenblick" ("Blink Of An Eye"), während eines Wochenendes zu schreiben, und er hat unglaubliche Arbeit gemacht.

(sk - 07.06.09)

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