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Martin Emberger (emb) Gene Roddenberry "Star Trek"-Schöpfer Seine Idee zu "Star Trek" machte ihn zum Schöpfer eines Phänomens. Die Classic- und die Zeichentrickserie, den ersten Film und TNG hat er erdacht und produziert. Eugene Wesley Roddenberry, das Genie hinter "Star Trek" und allen seinen Nachfolgern, wurde am 19. August 1921 in El Paso, Texas geboren. Seine Eltern Eugene Edward Roddenberry und Caroline Golemon Roddenberry zogen später nach Los Angeles, wo der Vater als Polizist beim LAPD anfing und der junge Gene mit seinem Bruder Bob und seiner Schwester Doris aufwuchs. Zur Schule gegangen ist der an der Berendo Junior High School und an der Franklin High School.
Nach dem Ende seines Kriegseinsatzes untersuchte Roddenberry für die Air Force Ursachen von Flugzeugunglücken. Er arbeitete von einem Büro in Washington, D.C. aus und studierte nebenbei Literatur an der Columbia University. Nach Kriegsende heuerte er als ziviler Pilot bei der Fluggesellschaft Pan American World Airways an. 1947 überlebte er sein zweites Flugzeugunglück, als eine Maschine mit Roddenberry als Passagier in der Luft Feuer fing und über der syrischen Wüste abstürzte. Der ausgebildete Pilot half bei der abenteuerlichen Rettung der Überlebenden und wurde später für seinen Einsatz ausgezeichnet. 1947 wurde Roddenberry auch zum ersten Mal Vater, als seine Frau die gemeinsame Tochter Darlene zur Welt brachte. 1949 sah Roddenberry zum ersten Mal das Fernsehen, das ihn sofort faszinierte. Er dachte sich, dass in dieser neuen, zukunftsträchtigen Industrie sicher als Autor gutes Geld zu verdienen sei, hängte seinen Pilotenjob an den Nagel und zog zurück nach Los Angeles. In Hollywood angekommen, musste er allerdings feststellen, dass die Industrie noch in den Kinderschuhen steckte und es für unerfahrene Autoren kaum Möglichkeiten gab. Daraufhin trat Roddenberry dem LAPD bei, um den Lebensunterhalt für seine Familie bestreiten zu können. Sieben Jahre lang arbeitete Roddenberry als Polizist. In dieser Zeit wurde er bis zum Sergeant befördert und diente dem Polizeichef der Stadt, W.H. Parker, außerdem als Sprecher und Redenschreiber. Nebenbei schrieb er unter dem Pseudonym Robert Wesley Drehbücher fürs Fernsehen. 1953 wurde Roddenberrys zweite Tochter Dawn geboren. Zu seinen ersten verkauften Skripten zählten sechs Folgen für die Serie "Mr. District Attorney" im Jahr 1954. Zwei Jahre später hatte er als freier Drehbuchautor so weit Tritt gefasst, dass er bei der Polizei kündigte und hauptberuflicher Autor wurde. Seine Drehbücher verkaufte er unter anderem erfolgreich an Serien wie "Highway Patrol", "The Kaiser Aluminium Hour" und "West Point". Sein erstes Science-Fiction-Drehbuch schrieb er 1956 für die Serie "Chevron Hall of Stars". Ein von ihm geschriebener und produzierter Pilotfilm "Police Story" ging nicht in Serie und wurde erst Jahre später ausgestrahlt. Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre schrieb er einzelne Folgen für Krimiserien wie "Kein Fall für FBI" oder "Shannon klärt auf" ebenso wie für Western, unter anderem "Boots and Saddles", "Wrangler" und "Whiplash", und die Krankenhausserie "Dr. Kildare". Bei der Westernserie "Have Gun, Will Travel" leitete Roddenberry später den Autorenstab, die von ihm geschriebene Folge "Helen of Abajinian" wurde mit einem Writers Guild of America Award ausgezeichnet. 1963 schrieb er eine Folge für "Die Leute von der Shiloh Ranch". Im gleichen Jahr erschuf und produzierte er mit "The Lieutenant" für MGM seine erste Serie. Während der Fernsehserie, die nach ihrer ersten Staffel bereits wieder abgesetzt wurde, lernte Roddenberry viele der späteren "Star Trek"-Schauspieler, die dort in Gastrollen auftraten, kennen.
In den ersten zwei Staffeln war Gene Roddenberry intensiv mit der Produktion der Serie befasst. Reibungslos verlief das allerdings nicht immer. Mehrere Autoren und Produzenten berichteten im Nachhinein von Konflikten mit Roddenberry und beschuldigten ihn unter anderem, ihnen ihre Ideen abgeluchst und als die seinen ausgegeben zu haben. Einen Text zur Titelmelodie der Classic-Serie, der nie im Fernsehen zu hören oder zu sehen war, soll Roddenberry nur geschrieben haben, um die Hälfte der Tantiemen für das Musikstück einstreichen zu können. Privat lebte der Produzent ganz im Sinne der Swingin' Sixties. Er hatte zahlreiche außereheliche Affären, unter anderem mit Majel Barrett. Nachdem "Star Trek" nach der zweiten Staffel aufgrund niedriger Zuschauerzahlen beinahe abgesetzt worden wäre und nur durch eine massive Fankampagne eine weitere Staffel erhielt, zog Roddenberry sich von der Überwachung der Serie zurück. Während einer Reise nach Japan heiratete er im Sommer 1969 seine Geliebte Majel Barrett in einer traditionellen Shinto-Zeremonie. Da aber Roddenberrys erste Ehe in den USA erst im Dezember geschieden wurde, konnten sich die beiden erst ein halbes Jahr später rechtskräftig vermählen. Nachdem "Star Trek" abgesetzt worden war, schrieb und produzierte Roddenberry eine Reihe wenig erfolgreicher Filme und Pilotfilme. Der Sexfilm "Eine nach der Anderen" (1971) floppte entgegen Roddenberrys Erwartungen im Kino. Der Pilotfilm "Genesis II" (1973) für CBS drehte sich um eine Erde, die sich von einem dritten Weltkrieg erholen muss, in "Ein Android wird gejagt" schickte Roddenberry für NBC einen Roboter auf die Suche nach seinem Schöpfer, "Planet Earth" aus dem gleichen Jahr war eine Fortsetzung zu "Genesis II" für ABC. 1977 schrieb er das Drehbuch zum Horrorfilm "Spectre" mit.
Die neue Beliebtheit von "Star Trek" führte dazu, dass Paramount, das inzwischen die Desilu-Studios gekauft und so die Rechte an Trek erworben hatte, Gene Roddenberry 1975 mit der Entwicklung einer neuen Serie beauftragte. Die Pläne zu dieser mit "Phase II" betitelten Serie wurden aber schlussendlich fallengelassen und das Konzept zu einem Kinofilm umgeschrieben. "Star Trek: Der Film", produziert von Gene Roddenberry, kam 1979 in die Kinos. Roddenberry machte aus der Geschichte außerdem einen Roman und legte so den Grundstein für einen weiteren ertragreichen Markt für "Star Trek". Finanziell war der Kinofilm erfolgreich, von Kritikern und Publikum wurde er weniger enthusiastisch aufgenommen. Paramount kaufte Gene Roddenberry daraufhin die Rechte für "Star Trek" ab. Bei den übrigen Kinofilmen in den 80er-Jahren band man Roddenberry als Berater ein. Er bekam die Drehbücher vorab und die Tagesaufnahmen zu sehen und durfte seine Anmerkungen dazu einreichen, die neuen Produzenten waren aber nicht dazu verpflichtet, diese umzusetzen. 1986 kam Paramount dann erneut mit einem Vorschlag auf Gene Roddenberry zu, der beim Produzenten auf Interesse stieß. Er sollte für Paramount eine neue "Star Trek"-Serie entwickeln, im Gegenzug würde man ihm in kreativen Entscheidungen freie Hand lassen. Ein mächtiger nationaler Fernsehsender sollte nicht dazwischenfunken, die Serie würde direkt an regionale Sendeanstalten verkauft werden.
Gene Roddenberry war Anhänger des Humanismus, eine Philosophie, die er besonders in den ersten TNG-Staffeln auch in seinen Werken zum Ausdruck bringen wollte. Er war zwar als Baptist erzogen worden, gelangte aber zu der Überzeugung, dass es einen Gott, wie ihn die organisierten Religionsgemeinschaften vermittelten, nicht geben könne. Am 24. Oktober 1991 verstarb Gene Roddenberry nach einem Herzinfarkt in Santa Monica, Kalifornien. Er hinterließ seine Frau Majel, seine drei Kinder und zwei Enkelkinder. In seinem Testament wünschte Roddenberry sich eine Bestattung im Weltraum, dem Ort, der ihn zu Lebzeiten immer so fasziniert hatte. Roddenberry war Mitglied im Vorstand der Autorengewerkschaft WGA und Gouverneur der Academy of Television Arts and Sciences. Er hielt drei Ehrendoktorwürden, in Sprachwissenschaften vom Emerson College, in Literatur vom Union College in Los Angeles und in Wissenschaft vom Clarkson College in New York. Der kurz nach seinem Tod erstmals ausgestrahlte Zweiteiler "Wiedervereinigung?" aus der fünften TNG-Staffel enthielt eine Widmung zum Gedenken an Roddenberry. 1992 nahm die Raumfähre Columbia auf der Mission STS-52 einen Teil seiner Asche mit in den Weltraum. Im April 1997 wurde ein weiterer Teil von Roddenberrys Asche an Bord einer Pegasus-Rakete ins All geschossen, die Kapsel mit den sterblichen Überresten von Roddenberry und 19 weiteren Personen verglühte 2004 in der Erdatmosphäre. 2012 sollen die sterblichen Überreste von Gene Roddenberry und seiner Frau Majel mit dem "Voyager Flight" von Space Services International endgültig und auf Ewig in die Tiefen des Alls gebracht werden. Nach Roddenberrys Tod verwirklichte seine Frau zwei Serienkonzepte, die zu Lebzeiten entworfen, aber nicht erfolgreich verkauft hatte: "Mission Erde - Sie sind unter uns" lief ab 1997 fünf Jahre lang, "Andromeda" kam ab dem Jahr 2000 auf fünf Staffeln. In Anerkennung von Roddenberrys Lebenswerk hat die Internationale Astronomische Union 1994 einen Marskrater nach ihm benannt. Der Asteroid 4659 Roddenberry trägt genauso seinen Namen wie ein Gebäude auf dem Paramount-Gelände. Im Jahr 2002 wurde das Planetarium in seiner Heimatstadt El Paso in Gene Roddenberry Planetarium umbenannt. Im Jahr 2007 hat das Science Fiction Museum in Seattle Gene Roddenberry in seine Science Fiction Hall of Fame aufgenommen. Serienschöpfer Gene Roddenberry
Produzent Gene Roddenberry Classic-Serie
Zeichentrickserie
The Next Generation
Kinofilme
Episoden mit Drehbuch oder Story von Gene Roddenberry Classic-Serie
Kinofilme
The Next Generation
(emb - 11.09.11) Weiterführende Links
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