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Henning Koonert (hk)19.01.11

Harve Bennett

Produzent & Drehbuchautor

Der Film- und Fernsehproduzent brachte "Star Trek" mit "Der Zorn des Khan" auf Kino-Erfolgskurs und produzierte danach auch die Filme III bis V.

Harve Bennett Fischman kam am 17. August 1930 als Sohn eines Anwalts und einer Journalistin in Chicago zur Welt. Schon als Kind sammelte er in der Radiosendung "Quiz Kids" erste Erfahrungen im Showbusiness. Während Bennetts Schulzeit verlor das Radio als Unterhaltungsmedium an Popularität - die Zukunft lag bei Film und Fernsehen, meinte der angehende Student und schrieb sich an der renommierten Filmschule der University of California, Los Angeles ein. Nach seinem Abschluss begann Bennett eine Karriere im Produktionsgeschäft, zunächst beim Sender NBC in New York, danach beim Konkurrenten ABC.

Produzent Harve Bennett
Zusammen mit Aaron Spelling entwickelte Bennett dort 1968 seine erste Fernsehserie, "Twen-Police", für die er auch eine Reihe von Drehbüchern lieferte und die er bis 1971 produzierte. Dann wechselte der junge Produzent zum Studio Universal Pictures, wo er in den 70er-Jahren eine Reihe von Fernsehfilmen produzierte. In Deutschland liefen davon unter anderem "Start ins Ungewisse" (1972), "Im letzten Moment" (1973) und "Houston, bitte kommen ..." (1974). 1975 entwickelte er "Der Unsichtbare" fürs Fernsehen und produzierte zwei Folgen, von denen er eine auch schrieb. Im Jahr darauf produzierte er die Serien "Reich & arm" sowie "Gemini Man".

Zu den bekanntesten von Bennett produzierten Serien zählen "Der Sechs-Millionen-Dollar-Man" (1974-78) und dessen Spin-off "Die Sieben-Millionen-Dollar-Frau" (1976-77). Auf diese Erfolgsserien folgten die Westernkomödie "Zwei Ladys im Wilden Westen", eine kurzlebige Serie namens "The American Girls", die Mini-Serie "From Here to Eternity" sowie mit "The Legend of the Golden Gun" erneut ein Western, bevor Bennett ein weiteres Mal das Produktionsstudio wechselte.

1979 heuerte er als Fernsehproduzent bei Screen Gems an, wo er zum Beispiel die Science-Fiction-Serie "Salvage 1" (1979) und den Fernsehfilm "Golda Meir" (1982) produzierte. Während dieser Zeit holte man ihn zu Paramount Pictures, wo die mit "Star Trek: Der Film" unzufriedene Führungsriege nach jemandem suchte, der den nächsten Kinofilm produzieren sollte. Laut Bennett fragte man ihn dort, was er vom ersten Trek-Film hielt, und als er mit "langweilig" antwortete, dann, ob er für weniger Geld einen besseren Film produzieren könne. Bennett war sich sicher und avancierte so zum Ausführenden Produzenten von "Star Trek II".

Bis dahin kannte Robert Bennett "Star Trek" im Grunde überhaupt nicht. Zur Vorbereitung auf seine neue Aufgabe ließ er sich alle 79 Folgen der Classic-Serie zeigen und fand in "Der schlafende Tiger" die Inspiration für eine packende Fortsetzung. Bennett entwickelte daraufhin die Story, die von Drehbuchautor Jack B. Sowards und dem Regisseur des Films, Nicholas Meyer, weiterentwickelt wurde. Das Ergebnis kam bei Fans und Kritikern gleichermaßen hervorragend an, sodass man Bennett auch für den nächsten Film unter Vertrag nahm.

Bennett in "Star Trek V"
"Star Trek III" schrieb er bis 1984 dann selbst, produzierte den Film und lieh darin auch noch einem Flugrekorder seine Stimme. In Unterbrechung seiner "Star Trek"-Tätigkeit produzierte er dann den Fernsehfilm "The Jesse Owens Story", der 1984 ausgestrahlt wurde. Für "Star Trek IV" entwickelte Bennett gemeinsam mit Leonard Nimoy die Story, schrieb mit mehreren Autoren, darunter wieder Nicholas Meyer, das Drehbuch und fungierte ein weiteres Mal als Produzent. Der Film kam 1986 in die Kinos. Bennetts letzte verwirklichte "Star Trek"-Produktion ist der fünfte Kinofilm, für den er auch gemeinsam mit William Shatner die Story entwickelte. In einem Cameo ist der Produzent hier als Stabschef der Sternenflotte zu sehen.

Nachdem die Produktion dieses Streifens bis 1989 weniger glatt verlief als bei den vorherigen und auch der Erfolg bei den Fans und an den Kinokassen geringer ausfiel, wollte Bennett daraufhin neue Wege gehen und legte für einen sechsten Film ein Konzept eines Kinofilms vor, der an der Sternenflottenakademie spielen und die bekannten Charaktere in jungen Jahren zeigen sollte. Als Paramount dies ablehnte, endete Bennetts Zusammenarbeit mit dem Studio.

Später schrieb Bennett noch den Film "Katastrophenflug 232", der mit Charlton Heston verfilmt wurde und 1992 ins Fernsehen kam. Der letzte große Erfolg des Produzenten war die Serie "Time Trax - Zurück in die Zukunft". Diese produzierte er nicht nur, sondern schrieb auch drei Folgen, führte bei einer Regie und trat in einer weiteren auf. Die zwei Staffeln der Serie liefen in den USA 1994 an, in Deutschland wurde die Serie ein Jahr später ausgestrahlt. Bennetts letzte Produktionsarbeit war die Sci-Fi-Zeichentrickserie "Invasion America" aus dem Jahr 1998, nach der er sich in den Ruhestand zurückzog.

(hk - 20.01.11)

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