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Arne Voigtmann (av)07.12.02

Blut, Schweiß, Tränen & Gags

Michael Okudas Arbeit an "Star Trek" in eigenen Worten

Joe Nazarro hat Michael Okuda getroffen und ihm für Ausgabe 99 von "Star Trek Monthly" einige Fragen zu seiner bisher 16-jährigen "Star Trek"-Karriere gestellt. Wir haben für Sie die Zusammenfassung von SciFi Pulse übersetzt.

Oft werden die Leute, die in Serien wie "Star Trek" hinter den Kulissen arbeiten, einfach übersehen. Im Falle des Scenic Art Supervisor und technischen Beraters Michael Okuda ist das bisher weniger ein Problem gewesen. Okuda ist seit 16 Jahren der Hauptverantwortliche für alle kleinen Details bei "Star Trek" und hat an allen vier modernen "Star Trek"-Serien mitgewirkt - ebenso wie in den vier "Next Generation"-Filmen. "Ich habe zwei große Verantwortungsbereiche", erklärt Okuda, der im Jahre 1986 als Scenic Artist zu "The Next Generation" gestoßen ist. "Der wichtigste ist die gesamte Verantwortlichkeit für die grafischen Aspekte in den Serien; die Kontrolltafeln, Alien-Schriften, Einrichtungsdetails, Logos ... solche Dinge."

Michael Okuda
Okuda und sein Team haben eine hohe Glaubwürdigkeit in die Serie gebracht, und ein Teil seines "Star Trek"-Vermächtnisses waren die Kontrolltafeln in "The Next Generation", DS9 und "Voyager". Die Designs dieser Kontrollen sind unter den Fans schon lange als Okudagramme bekannt. Trotzdem sind alle Serien unterschiedlich, das heißt also, Okuda und sein Team müssen als gut geölter Gesamtapparat zusammenarbeiten. "Die Natur von Fernsehproduktionen ist nun mal, dass alles im Rahmen eines sehr engen Produktionsplanes geschehen muss", erklärt Okuda, "was im Grunde genommen unmöglich zu schaffen ist. Eine Möglichkeit, es doch zu schaffen, ist, dass man die Aufgaben in kleine spezielle Bereiche aufteilt und jeder Abteilung ganz konkrete Aufgaben stellt, sodass Fragen wie 'Sind Sie dafür verantwortlich oder bin ich es?' minimiert werden."

Während sich Leute wie Richard James oder Herman Zimmerman auf das Aussehen der außerirdischen Kulturen konzentrieren, arbeiten Okuda und sein Team an der Inneneinrichtung der Raumschiffe. "Wir arbeiten dann auf Basis der grundlegenden Kulissenentwürfe und schauen, wenn da zum Beispiel eine Kontrolltafel ist, wie sie am besten ins Set passt und wie sie überhaupt aussehen muss. Wir müssen auch bedenken, wie viel man davon sehen wird, was wir von dieser Kultur schon geschaffen haben und wie wichtig [die Kontrolltafel] im Skript ist."

Im Laufe der Zeit ist Okuda zur Legende bei den Fans geworden, die mit Adleraugen diverse versteckte Insiderwitze in seinen Designs entdeckt haben - von optischen Täuschungen bis hin zu Namen seiner Kollegen. "Wenn man in irgendeiner Schauspielbranche lebt, versucht man immer zu beachten, was genau der Zuschauer alles sehen kann, ob der Zuschauer nun auf eine Theaterbühne schaut, vor dem Fernseher sitzt oder im Kino, wo die Bildauflösung ein wenig höher ist."

Auch für außerirdische Schriften ist Okudas Team verantwortlich
"Schon von Anfang an haben wir bei 'The Next Generation' versucht, die Initialen der Leute auf irgendwelche Knöpfe zu packen, denn man konnte [im Fernsehen] zwar sehen, dass dort Text war, aber niemals erkennen, was dort stand - also haben wir uns damit einen kleinen Spaß erlaubt. Wir versuchen immer, an die Auflösung des Fernsehbildes zu denken. Wir machen diese Gags im Grunde genommen für uns selbst, aber niemals so, dass der Zuschauer es auch lesen könnte."

Ein weiterer Aufgabenbereich von Okuda fällt unter das Thema Kontinuität. "Mein zweiter Verantwortungsbereich ist der des technischen Beraters, zusammen mit Rick Sternbach", fügt Okuda hinzu. "Wir gehen die Drehbücher und Storyübersichten durch und machen Vorschläge zur Verbesserung von wissenschaftlichen und technischen Details."

Okudas Team von Set-Dekorateuren und Technikern bekommt nicht annähernd die Anerkennung, die es eigentlich verdient. "Im Rahmen des Zeitplans vollbringen sie fantastische Leistungen", meint Okuda, ohne zu zögern. "Das Erfreuliche am Interesse der Fans an dem, was wir hinter den Kameras vollbringen, ist, dass die Zuschauer dadurch zu schätzen lernen, wie viel Blut, Schweiß und Tränen in die Abenteuer fließen, die sie sich jede Woche anschauen."

(av - 31.05.09 - Quelle: SciFiPulse.net)

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