Portal Daily Trek Cast & Crew
Star Trek XI Enterprise
SF-Zone Raumfahrer.net
GameZone Literatur
Trek BBS Quark's Bar Star Trek Rollenspiel
Seitenoptionen



News & StoriesSerien & FilmeScience & FictionMediaCommunity

Facebook Twitter Chat Trek BBS

 
Daily Trek News
SF-Zone News

Peter Tigmann (pt)11.11.00

Chat mit Denise & Michael Okuda

über ihre Arbeit an TNG, DS9 und "Voyager"

Im November 1999 stellten sich Denise und Michael Okuda in einem Chat auf LCARScom.net einigen Fragen. Michael, bekannt für seine Okudagramme (die Computerdisplays), ist der künstlerische Leiter und wissenschaftliche Berater von "Star Trek". Seine Frau Denise fungierte ab und zu als medizinische Beraterin von "Star Trek" und hilft ihrem Mann bei seiner Arbeit.

Frage: Denise, ich weiß, dass eines Ihrer Hobbys tropische Fische sind. Haben also Sie den Fisch, ich glaube ein Rifftigerfisch, aus Picards Bereitschaftsraum ausgewählt? Eine weitere Frage wäre: Welche Software benutzen Sie, um Ihre Computergrafiken zu erstellen? Danke für Ihre Zeit und weiter so!

Denise Okuda: Nein, den Antennen-Feuerfisch hat damals John Dwyer, der TNG-Set-Dekorateur ausgewählt. Und zur zweiten Frage: Wir benutzen Macromedia Director für die meisten unserer Computergrafiken.

Denise Okuda
Frage: Meine Frage betrifft die TNG-Episode "Die Verschwörung", aus der ersten Staffel, darin wird die Sternenflotte von Alien-Parasiten infiltriert. Keine Ihrer Enzyklopädien enthält einen Eintrag über diese Wesen. Ist dies ein Versehen oder ist es etwa Teil der Konspiration? Danke und macht diese tolle Arbeit weiterhin!

Okuda: Wir hatten anfangs einfach nicht den richtigen Namen für sie gefunden und wollten später zu ihnen zurückkehren. Aber dann kam der Zeitpunkt zur Fertigstellung, so ging uns dieses Thema leider verloren. Wir können und wollen die Informationen über die Aliens aber hinzufügen, falls wir irgendwann eine neue Auflage herausgeben, aber es gibt zu diesen Wesen auch leider nicht viel Neues zu sagen.

Frage: Es ist erstaunlich, dass Sie über all die Jahre den Look der "Star Trek"-Computer so konsequent halten konnten. Wie auch immer, denken Sie, es wäre theoretisch möglich, einen Computer mit der LCARS-Benutzeroberfläche zu designen, der auch komfortabel benutzbar wäre? Es ist nämlich nie ganz klar, was die Schauspieler gerade am Machen sind, wenn sie die Knöpfe drücken. Ich habe gesehen, dass man auf vielen Webseiten versucht, das Interface nachzuahmen, auch einige Multimediaprogramme verwenden es, trotzdem wirkt es dort einfach meist nur peinlich.

Michael Okuda: Mit den TNG-Stationen sollte im Hintergrund einer Szene der Eindruck erweckt werden, dass die Arbeit an den Stationen gut organisiert verläuft. Mein Vorteil war natürlich, dass man die Stationen nicht oft genauer gesehen hat, so musste ich mir nur selten die Zeit nehmen, alles bis ins letzte Detail auszutüfteln. Solange es für die Kamera glaubwürdig aussieht, ist es für mich in Ordnung. Das ist auch sehr wichtig so, da es sonst so sein könnte, dass es zehn oder 15 Mal mehr Zeit, Arbeit und Geld kosten würde, wenn wir alle Stationen bis ins kleinste Detail ausarbeiten müssten.

Frage: Meine Frage geht an Mike: Da war eine Szene in "Star Trek V: Am Rande des Universums", als Kirk, Spock und McCoy den Turboschacht hinauf geklettert sind. Die Decknummern begannen bei 1 und endeten bei 70 (glaube ich). Wir wissen aber aus den Nachschlagewerken, dass die 1701-A nicht so viele Decks hat. Meine Frage also: Hatten Sie irgendwann einmal ein Gespräch mit William Shatner, in dem sie ihm gesagt haben, dass die Decknummern falsch waren?

Okuda: Ich habe darüber mit Bill diskutiert, aber er hatte andere Ideen. Bill ist immer offen für Vorschläge, aber er trifft (wie übrigens jeder Regisseur) die letzten Entscheidungen selbst. Ich habe mit seiner Wahl nicht übereingestimmt, aber er traf die letzte Entscheidung und es war mein Job, dies so schnell und effizient wie möglich zu implementieren.

Frage: Was ist die größte Herausforderung dabei, einen frischen Look in die etablierten Einstellungen von "Star Trek" zu bringen?

Der von Okuda geschaffene typische LCARDS-Stil
Okuda: Die begrenzte Zeit, Geld, Techniken und unsere eigene Vorstellungskraft.

Frage: Ich habe gehört, dass Sie kleine lustige Symbole und Texte in ihre Designs einarbeiten, die aber zu klein sind, um im Fernsehen wahrgenommen zu werden. Könnten Sie uns darüber was erzählen?

Okuda: Wir machen solche Dinge ab und zu, um uns und die Crew zu amüsieren aber wir haben nie versucht, sie so groß zu machen, dass die Kamera sie wahrnehmen könnte. Würden wir das tun, würden wir der Serie Schaden zufügen. Die meisten Mitglieder des Cast haben es bemerkt und fanden es witzig.

Frage: Was für eine Art Hintergründe benutzen Sie bei "Voyager"? Die haben keine Scanlinien und die Animationen sind zu gut, um einfache Modelle zu sein.

Okuda: Die meisten Konsolen sind einfache von hinten beleuchtete Grafiken. Die animierten Grafiken werden gewöhnlich in handelsübliche Video- und Computer-Monitore eingefügt, die im Set eingebaut sind. Sie haben schon Scanlinien, aber Marvin Rush, unser Kameramann, filmt es meistens so, dass die niemand sehen kann.

Frage: Ich würde gerne wissen, ob Ihre Arbeit irgendwie vom Bauhaus-Stil inspiriert wurde?

Okuda: Ein wenig Bauhaus und Jugendstil, denke ich schon.

Frage: Was ist das schwierigste, wenn man mit seinem Ehegatten zusammenarbeitet?

Okuda: Es ist schwer, die Arbeit hinter sich zu lassen, wenn man nach Hause geht.

Frage: Wie lange dauert es, eine Konsole für "Star Trek" anzufertigen? Und wie lange machen Sie diesen Job schon?

Michael Okuda
Okuda: Wir haben meistens nicht länger als drei oder vier Tage, um die Grafiken für eine Konsole vorzubereiten. Und das ist noch nicht alles, die Produktionsdesigner, der künstlerische Leiter und die Kulissenbauer müssen alles sehen und die Konstruktionsabteilung muss das Ganze dann noch bauen. Ich bin seit 1986 bei "Star Trek".

Frage: Könnten Sie mir sagen, was mit den Sets von "Star Trek: Deep Space Nine" geschehen ist? Wurden sie zerstört oder werden sie irgendwo aufbewahrt (vielleicht in der Hoffnung auf Wiederverwendung)?

Okuda: Die DS9-Sets wurden zerstört, nachdem DS9 zu Ende gegangen war. Wir bewahren ein paar Teile auf, um sie bei "Voyager" später benutzen zu können.

Frage: Michael, Ihre Schöpfungen sehen immer sehr technisch aber auch kreativ aus, als was sehen Sie sich eher, als Künstler oder Wissenschaftler?

Okuda: Als Designer mit Interesse an Wissenschaft.

Frage: Ein Schiff feuerte seine Phaser (7. Staffel), während es im Warpflug war, so etwas ist doch laut der "Technik der U.S.S. Enterprise" nicht möglich...

Okuda: "Star Trek"-Technik war schon immer etwas flexibel, um den Autoren bestimmte Möglichkeiten zu geben, eine Story zu erzählen. In manchen Fällen ist es uns möglich, eine vernünftige Erklärung abzugeben, in anderen Fällen hoffen wir, dass niemand etwas bemerkt, allerdings bemerken scheinbar einige es doch!

Frage: Welche Episode hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?

Okuda: Eine war bestimmt die Brücke der Original-Enterprise in den Episoden "Besuch von der alten Enterprise" und " Immer die Last mit den Tribbles". Vor allem deshalb, weil wir da richtige Detektivarbeit machen mussten, um die Grafiken wieder herzustellen. Wir hatten dafür keine bestimmten Vorlagen, nur die Videobänder der Episoden.

Frage: Haben Sie jemals darüber nachgedacht, eine Sammlung über die verschiedenen Animationen, die Sie für die Trek-Serien gemacht haben, herauszubringen, um diese dann zu verkaufen? (Möglicherweise als richtiger "Star Trek"-Bildschirmschoner.) Ich bin sicher, eine Menge Leute würden so etwas kaufen.

Okuda: Ich habe dies unseren Freunden bei Simon & Schuster schon vorgeschlagen, aber bis jetzt ist noch nichts erschienen. Simon & Schuster Interactive hat aber einige unserer Bildanimierungsgrafiken in einem CD-ROM-Produkt mit namens "Star Trek: The Captain's Chair" untergebracht. Ist ein genauer Blick auf die verschiedenen Raumschiffbrücken.

(pt - 31.05.09 - Quelle: LCARScom.net)

Weiterführende Links


Nach oben

Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter.

"Star Trek", "Star Trek: The Next Generation", "Star Trek: Deep Space Nine", "Star Trek: Voyager", "Star Trek: Enterprise" und alle verwandten Markennamen sind eingetragene Handelsmarken von Paramount Pictures. Kopierrechtlich geschütztes Material wurde ausschließlich für nichtkommerzielle Zwecke genutzt. Dies gilt auch für alle Materialien, die aus anderen Franchises stammen und im Rahmen der TZN SF-Zone genutzt wurden.

Mitarbeit Kontakt Impressum

© TrekZone Network, 1999-2012