|
Seitenoptionen
|





|
|
Sebastian Kowald (sk), Peter Tigmann (pt), Raphael Kallensee (rk), Florian Battke (fb) Piller und DS9, "Voyager" & "Der Aufstand" Die Stärken und Schwächen seiner Trek-Jahre TrekNews.com hatte kürzlich die Gelegenheit, mit dem ehemaligen ausführenden Produzenten von "Star Trek", Michael Piller, ein sehr interessantes Interview zu führen. "Star Trek" waren für ihn die aufregendsten Jahre seines Lebens, jedoch spricht er auch von einigen anderen Projekten. Folgend das komplette Interview. TrekNews.com: Was sagen Sie zu den kreativen Entscheidungen Ken Billers, die ja in der siebten Staffel [von "Voyager", Anm. d. Übers.] sehr offensichtlich waren? Ist die Serie besser geworden, ist sie schlechter geworden oder ist sie ähnlich geblieben wie vorher? Michael Piller: Was mich in der siebten Staffel am meisten beeindruckt hat, war die Rückkehr zum Schwerpunkt Charakterentwicklung. Jeder, der mich kennt, weiß, wie wichtig mir das ist. Eine Nominierung für den Humanitas Award wäre dieses Jahr für die Episode "Abstammung" ("Lineage") möglich.
Piller: Ich glaube fest daran, dass wir bei den Grundprinzipien Roddenberrys bleiben sollten, die er von Anfang an festgelegt hat. Ich glaube, diese Prinzipien sind der Grund dafür, dass "Star Trek" so lange überlebt hat, während andere Science-Fiction-Serien verschwunden sind. Gene fühlte immer, dass dies eine Serie über die Erforschung der Situation des Menschen ist. So lange man Geschichten über das Leben, über das Entdecken der Moral und ethische Probleme des Charakters, Metaphern zu sozialen Themen schreibt, erschafft man ein Programm, das auch die Zeiten überdauert. Aber "Star Trek" ist auf einer Kreuzung, gefangen in einem Paradoxon, weil die Zuschauer des Franchise immer älter werden. Es herrscht Druck, mehr jüngere Elemente in die Serien und Filme einzubringen, um ein jüngeres Publikum anzuziehen. Das Paradoxe daran ist, dass Roddenberrys ursprüngliches Konzept so ausgelegt war, dass es für Erwachsene gedacht war. Deshalb steht das Werben junger Zuschauer, was ja für das Überleben der Serie notwendig ist, teilweise im Widerspruch zu Roddenberrys kreativer Vision. TrekNews.com: Was denken Sie, ist Ihr signifikantester Beitrag zum Phänomen "Star Trek" und warum? Piller: Ich bin froh darüber, dass meine Arbeit als Chefautor, die in der dritten Staffel von TNG begonnen hat, dem Franchise zurück zur Kreativität geholfen hat. Als ich Gene Roddenberry zuerst traf, erzählte ich ihm, dass ich ihm helfen könnte, die Charaktere wachsen zu lassen und ich denke, dieses Versprechen konnte ich halten. Ich bin stolz darauf, dass ich junge, neue Autoren wie Ron Moore, René Echevarria und später Brannon Braga, Robert Wolfe und Ken Biller dazu geführt habe, Geschichten zu schreiben, die unsere Charaktere herausgefordert und gestärkt haben. Ich bin natürlich auch sehr stolz auf "Deep Space Nine" und "Voyager", aber es ist egal, über welche Serie wir reden, die Sache, die mich am meisten befriedigt, ist, dass ich TV-Episoden entwickelt und produziert habe, die, wie ich glaube, die Zeiten überdauern werden. TrekNews.com: Was war Ihre größte kreative Herausforderung, die Sie im Bezug auf Patrick Stewart in TNG bewältigen mussten? Piller: Das war vielleicht, ihm immer wieder Material zu geben, das seinem außergewöhnlichen Talent gerecht wurde.
Piller: Ich glaube nicht, dass es einen "Deep Space Nine"-Film geben wird, obwohl es immer möglich ist, dass Charaktere von DS9 in "Star Trek"-Filmen erscheinen werden. Ich habe keine Pläne, über andere Sachen nachzudenken. TrekNews.com: Rick Berman und Brannon Braga entwickeln gerade eine neue "Star Trek"-Serie. Sie haben das schon zwei Mal gemacht, und Sie haben dabei mit Rick Berman und Jeri Taylor zusammengearbeitet. Was erwarten Sie von der nächsten Serie? Haben Berman oder Braga Ihre Meinung eingeholt? Piller: Nein. Ich habe von keinen Details über die Serie gehört. Ich würde es unter diesen Umständen nicht erwarten, dass Rick Berman oder Brannon Braga mich über meine Meinung befragen würden. TrekNews.com: Wo und wie würden Sie das Erbe von "Star Trek" bewahren? Piller: Wie ich schon zuvor gesagt habe - ich würde bei jeder Entscheidung, die ich treffen würde, Roddenberrys Stimme Gehör schenken. TrekNews.com: Wenn Sie die letzten drei "Star Trek"-Serien vergleichen, war DS9 ziemlich anders, was die Storys angeht. Ab der vierten oder fünften Staffel begannen die Handlungsbögen sich zu formen und zu entwickeln, die Plots wurden nahtlos zusammengefügt. Dies ist ein großer Unterschied zu vorherigen Staffeln und zu den anderen Serien. Die einzige andere Serie, die auch so ist, wäre höchstens noch "Babylon 5". Wurden die Arbeiten zu DS9 in irgendeiner Weise von "Babylon 5" beeinflusst? Michael Piller: Ich habe nie "Babylon 5" gesehen, deshalb kann ich zu der Serie keinen Kommentar abgeben. Die Handlungsbögen kamen durch Ira Behr, er hat den Posten des ausführenden Produzenten übernommen, nachdem ich das Tagesgeschäft verlassen hatte. Ich denke, er tat einen außergewöhnlichen Job, indem er die Serie frisch und interessant hielt. Ich hatte öfter Probleme, weil die Serie nur ein geringes Potenzial hatte, neue Zuschauer anzuziehen. Ich kann mir vorstellen, dass richtige Fans diese Art des Erzählens bevorzugen, aber ich glaube, dass es sehr kritisch ist, eine Serie mit fortlaufendem Handlungsbogen für ein breites Publikum interessant zu halten. TrekNews.com: Wie kam es, dass während der Zeit, in der TNG und DS9 beziehungsweise DS9 und "Voyager" ausgestrahlt wurden, kein vollständiges Crossover zwischen den Serien stattfand? Ein richtiges Crossover hätte richtig gut werden können, man hätte zeigen können, dass beide Serien Teil desselben Universums sind und nicht nur beide "Star Trek" heißen, weil es bequemer ist. Im Moment wird nur eine Serie ausgestrahlt und die Möglichkeit zu einem Crossover gibt es kaum noch. Es ist wirklich schade, dass die Möglichkeit nicht ausgenutzt wurde. Was war der Grund dafür, dass man nie den Versuch unternommen hat? Piller: Um ehrlich zu sein, haben wir nie wirklich über ein zweiteiliges Crossover geredet und ich bin sicher, dass der Grund dafür war, dass wir nie sicher sein konnten, dass die unterschiedlichen Serien auf denselben Sendern laufen, deshalb wäre es unmöglich gewesen, Wiederholungen zu koordinieren. TrekNews.com: In einem idealen Universum, was halten Sie für die beste Anzahl und Zusammensetzung von Autoren für eine Serie wie DS9 oder "Voyager"?
TrekNews.com: Gibt es eine Chance, dass Ihr humorvoller Western mit Richard Dean Anderson und dem Meister der Verwandlung, John de Lancie (Q), wieder aufersteht? Piller: Ich wünschte, ich könnte da optimistischer sein, aber seit den enttäuschenden Verkaufszahlen von "Wild Wild West" halte ich es für sehr unwahrscheinlich. Die Serie hatte niemals eine Chance, ihr Publikum zu finden, da sie von der früheren UPN-Leitung so schnell abgesetzt wurde. Mike Greenberg, Richard Dean Anderson, Bill Dial und ich haben von Zeit zu Zeit darüber gesprochen, einen Film zu drehen, der einige Jahre später spielt und "Legend" nach New York zu bringen, wo Bartok arm und vergessen lebt (so wie Nikola Tesla in seinen späten Lebensjahren), und mit Teddy Roosevelt ein Abenteuer nach San Juan Hill zu unternehmen, aber ich denke, es bräuchte ein Wunder, um "Legend" wiederzubeleben. TrekNews.com: Es gibt im Internet viel Negatives gegenüber "Voyager". Manchmal fühlt man sich als Fan komisch. Halten Sie die Kritik, die der Serie fehlende Kontinuität vorwirft, für berechtigt? Piller: Darauf möchte ich mit einem Rückblick in meine Jugend antworten. Während meine Kollegen Rock'n'Roll-, Beatles- oder Beach-Boys-Fans waren, verehrte ich Frank Sinatra. Was er in den 50ern mit Capitol Records machte, war einfach bemerkenswert. Aber ich erinnere mich genau, wie enttäuscht ich war, als er in den 60ern die Plattenfirma wechselte. Die Arrangements klangen anders. Nun, 40 Jahre danach, hüte ich diese Alben aus den 60ern wie einen Schatz. Ich glaube, man kann als Künstler nicht wachsen, wenn man immer das gleiche tut. Während ich also die 50er-Jahre-Alben immer noch liebe, habe ich auch die späteren schätzen gelernt, wie es mir damals nicht möglich war. Manchmal erkennt die sofortige Analyse einfach nicht die gesamte kreative Anstrengung. TrekNews.com: Ab und an scheint es in der Serie Fehler in der Kontinuität zu geben. Welche Methode wird angewendet, um die Geschichten und Charakterentwicklungen über die Staffeln zu überwachen? Gibt es eine riesige Informationsdatenbank, die ständig aktualisiert wird oder gibt es einen anderen Weg? Piller: Die Schreiber von "Star Trek" haben viele Quellen zur Verfügung, wenn sie Geschichten schreiben. Mit Rick Berman, Brannon Braga und Ken Biller, die schon seit Jahren dabei sind und die Serien leiten, kann ich ehrlich gesagt kaum signifikante Probleme in der Kontinuität sehen. Wir haben auch Menschen wie Mike und Denise Okuda, oder Rick Sternbach, die die "Star Trek"-Enzyklopädien geschrieben haben. Sie sind nur einen Anruf entfernt und können bei der Kontinuität weiterhelfen. Die Autoren bekommen häufig kleine Notizen von ihnen, in denen vor gewissen Entwicklungen als inkonsistent mit anderen Episoden gewarnt wird. TrekNews.com: Für welche der beiden Trek-Serien, bei denen Sie mitgearbeitet haben, möchten Sie im Gedächtnis bleiben? Piller: Ich werde mich nicht in "Sophies Entscheidung" einbeziehen lassen, danke. Ich würde lieber im Gedächtnis bleiben für die talentierten Autoren, die ich ins Team gebracht habe. Und egal zu welcher Serie sie gehören, für die Episoden, die Menschen berührten, aufklärten und zum Nachdenken brachten.
Piller: Im Moment habe ich einfach keine Zeit, eine Folge für die neue Serie zu schreiben. TrekNews.com: Ich fand "In den Händen der Borg" ("Best of Both Worlds, Part 1") sehr gut. Die beste Stunde Fernsehen überhaupt. Und ich wollte immer fragen: Ganz ehrlich, wünschen Sie sich, dass sie Riker Picard hätten töten lassen können, nur um die Serie in eine ganz neue Richtung zu lenken? Piller: Um Kants Leitsatz zu folgen, dass man seiner Pflicht folgen soll und nicht seinen Gefühlen? Die interessanteste Antwort könnte sein, dass das am Ende der dritten Staffel kam, als das Studio in schwierigen Verhandlungen mit Patrick Stewart stand und uns bat, den ersten "Star Trek"-Cliffhanger zu erstellen, der es ihnen - wenn nötig - erlauben würde, Picard um die Ecke zu bringen. So entstand diese Folge. Als die Folge gesendet wurde, gab es keine Frage mehr, ob Patrick wiederkommen würde. Ihn zu verlieren, wäre der größte Fehler in der Geschichte von "Star Trek" gewesen. Er brachte mehr Autorität, Glaubwürdigkeit und Eloquenz in die Serie als jeder andere Schauspieler. TrekNews.com: Wenn Sie irgendeinen Charakter neu schreiben und im Detail erforschen könnten, wer würde es sein, und warum? Piller: Ich glaube, wir sind Neelix nie gerecht geworden. Ursprünglich wollten wir Kes und Neelix als außerirdisches Paar benutzen, welches einen neuen Blickwinkel auf die Menschheit mitbringt. Außerdem hofften wir, dass es eine komische Beziehung zwischen Tuvok und Neelix geben könnte, aber auch darum haben wir uns nie gekümmert. Ich bedaure, dass wir die Fähigkeit eines guten Schauspielers in dieser Rolle nicht ausgeschöpft haben. Wir hatten auch mit Dax auf DS9 viele Probleme. Ich denke dass Ira Behr die Ehre gebührt, ihr eine Stimme zu geben. TrekNews.com: Wenn Sie die vollständige Kontrolle über "Series V" hätten, welchen Inhalt hätte die Serie dann? Piller: Ich habe die Kontrolle nicht und werde sie auch nicht haben. TrekNews.com: Was sagen Sie zur Entwicklung von "Deep Space Nine"; war die Serie, als sie nach sieben Jahren zu Ende gegangen ist, besser oder schlechter, als das, was Sie sich bei der Entwicklung der Serie vorgestellt haben und gibt es irgendwas, was Sie anders gemacht hätten? Piller: Ich denke, DS9 wird als eine einzigartige Leistung in die Geschichte der Science-Fiction und von "Star Trek" eingehen. Ira Behr und das ganze restliche bemerkenswerte Team, seien es die Autoren oder die Leute von der Produktion der Serie, sie alle verdienen große Anerkennung und sie können immer sehr stolz auf ihre Arbeit sein.
Piller: Da gab es sicherlich ein paar Streiche. Ich erinnere mich daran, dass das Team eine junge Frau engagiert hat, die als Autorin bei uns erscheinen sollte, dann haben wir Joe Menosky [einen Trek-Drehbuchautor] unter einem Vorwand mit ihr alleine gelassen. Sie fing dann an sich auszuziehen, um Joe so zu überzeugen, ihr entsetzliches Drehbuch zu kaufen. Zu seiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass Joe die Situation natürlich nicht ausgenutzt hat. TrekNews.com: Nach sieben Jahren "Voyager" - was denken Sie, hat am wenigsten funktioniert und worauf hätten die Autoren mehr eingehen sollen? Piller: Ich bin eher ein großer Fan von Geschichten, bei denen es um Moral und ethische Dilemmas geht, als einer von Action-Thrillern. Das ist meine subjektive Einstellung und es ist die Richtung, in die ich meine Arbeit mache und deshalb hätte ich gerne mehr solcher Geschichten gesehen. TrekNews.com: Was ist ihr schönster Moment bei "Star Trek: Voyager" gewesen? Piller: Ich denke, meine schönsten Momente waren immer dann, wenn ich in einen Raum gegangen bin, mit den anderen Autoren zusammengesessen habe und wir dann für eine Geschichte, die bis dahin noch nicht gut gelaufen ist, unser Bestes gegeben haben, um was Besonders daraus zu machen. Es ist schön zu sehen, wie sich die Geschichte zu einer Episode entwickelt, auf die wir dann alle stolz sein können. TrekNews.com: Wurden jemals irgendwelche kreativen Dinge im "Star Trek"-Universum gemacht, von denen Sie selbst gedacht hätten, dass Sie besser nicht getan werden sollten? Piller: Ich habe zwei kreative Entscheidungen kritisiert; beide haben sich aber sehr geähnelt. Ich war unglücklich darüber, dass sie sich entschlossen hatten, Data in "Star Trek: Treffen der Generationen" Emotionen zu geben, auch wenn es gut mit dem restlichen Kontext des Films zusammenpasste. Ich dachte - und das denke ich auch heute noch, dass die Begrenzungen eines Charakters genau die Dinge sind, die ihn definieren. Ja, das Publikum sehnte sich zwar nach dem Moment, in dem Data Emotionen bekommt, aber ich hätte diese Sehnsucht auch weiter aufrecht erhalten. Ich hatte Angst vor dem "Rhoda-Effekt" als ich von Datas Emotionen hörte. Für diejenigen, die nicht alt genug sind, um sich noch an Rhoda zu erinnern: Rhoda war eine sehr bekannte Fernsehserie, welche aus der "Mary Tyler Moore Show" entstanden war. Sie war immer unter den Top 10 der Ratings. Rhodas großes Problem in der Serie waren Männer, und ihr Freund in der Serie war ein Typ namens Joe. Das Publikum wollte die ganze Zeit über, dass die beiden zusammenkommen. Und schlussendlich schafften sie das auch. Die Episode, in der Joe und Rhoda geheiratet haben, hatte das höchste Rating des Jahrzehnts. Nach dieser Episode sind die Ratings in den Keller gefallen - die Spannung war genommen. Alles, was die Zuschauer wollten, hatten sie von den Autoren bekommen. Sie brauchten uns nicht mehr länger. Ich habe befürchtet, das Gleiche würde mit Data passieren, wenn sein Traum, Emotionen zu bekommen, wahr wird. Das Gleiche habe ich auch befürchtet, als sie dem Doktor der Voyager seinen mobilen Emitter gegeben haben. Die einzigartigen Bedingungen eines Hologramms waren seine Beschränkungen. Als sie ihm den mobilen Emitter gegeben haben, wurde er zu einer Person wie jede andere auch. Ich denke, die Holodecks haben sich in den letzten fünf Jahren zu weit entwickelt, und dass deswegen die Hologramme schon zu menschlich geworden sind.
Piller: Seit ich Paramount vor einem Jahr verlassen habe, haben mein Sohn Shawn und ich, Piller² eröffnet, eine Firma, welche qualitativ hochwertige Fernsehprojekte machen will und das in allen Genres - aber wir haben natürlich ein sehr großes Interesse an Science-Fiction. In der letzten Season machten wir einen Pilotfilm namens "Day One" für das WB Network. Er basierte auf der britischen Miniserie "The Last Train", welche mit großer Begeisterung vom Publikum aufgenommen wurde, inklusive des Test-Publikums. Es ist eine meiner größten Enttäuschungen, dass WB sich dazu entschlossen hat, die Serie nicht zu machen. Ich denke, sie hätte das Potenzial gehabt, "Star Trek" auf der Erde zu sein. Wir haben sehr viele Projekte in der Entwicklung. Dabei ist auch eine Komödie über Geister, in der Tradition von Noël Cowards "Fröhliche Geister", welche ein Autor namens Scott Fifer für WB entwickelt hat. Shawn und ich arbeiten an einem Piloten für UPN, der auf Stephen Kings "Dead Zone - Das Attentat" basiert. Als Firma sieht sich Piller² dazu berufen, neue Talente zu entdecken, um ihnen die Türen ins Business zu öffnen. Vermisse ich "Star Trek"? Ich habe sicherlich ein bittersüßes Gefühl, wenn ich daran denke, dass die Widmungsplakette auf dem nächste "Star Trek"-Schiff nicht meinen Namen beinhalten wird, den es seit der Enterprise-D auf jeder Schiffsbrücke gab, aber ich hatte einfach wirklich das Gefühl, dass ich mich dem Wettbewerb wieder hingeben musste, um meine Flügel auch auf andere Arten von Storys ausweiten zu können. Die Jahre bei "Star Trek" waren sicherlich die aufregendsten in meinem Leben (bis jetzt). Deshalb bin ich sicher, dass ich einen Teil vermissen werde. Und ich werde auch die ganzen täglichen Beziehungen zu Rick Berman und all den anderen wunderbar talentierten Leuten vermissen, mit denen ich das Vergnügen hatte zusammenarbeiten zu dürfen, wer würde das nicht? TrekNews.com: Es gibt eine Menge Gerüchte im Internet, dass Sie den ersten Entwurf des Drehbuches für "Star Trek: Der Aufstand" veröffentlich haben. Sind diese Gerüchte wahr, und wenn dem so ist, soll es irgendeine Unzufriedenheit ausdrücken, die Sie vielleicht mit dem endgültigen Produkt hatten? Michael Piller: Lasst mich das klarstellen, und zwar richtig. Mit der Genehmigung der Viacom-Lizenzabteilung schrieb ich ein Buch während ich "Star Trek: Der Aufstand" geschrieben habe, welches als Handbuch für Drehbuchautoren gedacht war. Meine Absicht war, den Leser durch den vollständigen Prozess der Entwicklung des Films zu führen, beginnend mit der Idee und zeigend, wie Wechsel, Probleme, Meinungen, Studioanfragen und finanzielle Erwägungen das fertige Produkt beeinflussen. Und, im Wesentlichen, um zu sehen, ob der Leser die gleichen Entscheidungen treffen würde, die Rick und ich trafen, als wir das Drehbuch entwickelten.
Aber habe ich Entscheidungen im Nachhinein kritisiert, die ich im Film getroffen habe? Sicher. Ich begann mit einer Vision von Jean-Luc Picard, allein auf einem Berghang stehend, ein Phasergewehr haltend, ein schwaches und hilfloses Volk verteidigend gegen zwei der stärksten Mächte der Galaxie. Ein wahrhaft mystischer Held gegen unmögliche Chancen. Das ist nicht so geworden, wie es beabsichtigt war. Ja, vielleicht ein kleines bisschen mehr von der Bodenaction entlang des Weges die geschnitten wurde, hätte eventuell geholfen - die Angriffe kommen nur von drei Son'a-Shuttles und den Drohnen - aber das ist nicht wirklich am Herz der Sache, wenn ich jetzt darauf zurückschaue. Der wahre Bösewicht im Film ist die Führung der Föderation, aber wie geschrieben, ihre Verbrechen sind meist philosophischer Natur. Das lässt die Son'a, welche ich in Dialogen als "kleine Verbrecher" beschrieb, als die vollständige Bedrohung erscheinen. Ich denke, der Film hätte vielleicht mehr Tragweite bekommen, wenn ich Sternenflotten-Truppen genauso wie Son'a gegen Picard und seine Crew ausgespielt hätte. Das Zweite im Nachhinein zu kritisierende: während des (Nach-)Bearbeitungsprozesses verloren wir das Meiste von Picards persönlicher Reise. Ich wünschte, ich hätte mit einer typischeren Handlung für Picard begonnen - einer, die den Wegfall von einer Szene oder zweien überstanden hätte. Aber eine Reise zum Jungbrunnen verdient eine tiefgreifendere Auseinandersetzung des Helden mit sich selbst, und wir haben dies nicht wirklich geschafft. Das ist eine verpasste Chance, eine die mich sehr ärgert. Ich fahre damit fort, zurückzudenken, wie sich das Drehbuch vielleicht verändert hätte, wenn wir einen verblassten Picard vorgefunden hätten, müde von zwei Jahren Krieg, zuerst mit den Borg und jetzt mit dem Dominion, der viele Mitglieder seiner Mannschaft verloren hat, kämpfend um die Ideale der Föderation zu schützen. Jetzt entdeckt er, dass seine eigenen Vorgesetzten dabei sind, diese Ideale zu opfern, um den Ba'ku ihren Planeten zu stehlen. In diesem Szenario hätte die friedliche Welt für einen direkten Kontrast zu Picards dunklen Jahren des Krieges gesorgt.
Ich denke, dass meine Arbeit für immer "unfertig" sein wird in meinen Gedanken, trotzdem gibt es immer noch eine Menge, was ich als zufriedenstellend empfinde in "Star Trek: Der Aufstand". Ich wollte einen Film schreiben, der aufrichtend und optimistisch ist in der Tradition Roddenberrys. Ich wollte die intellektuelle, moralische Führerschaft erforschen, die - wie ich finde - Picard von anderen Helden unterscheidet. Ich wollte zeigen, wie diese Crew eine Familie ist, die sich liebt und einander unterstützt. Und ich wollte, dass die Enterprise endlich wieder fremde neue Welten erforscht. "Star Trek: Der Aufstand" erreicht diese Ziele. Ist das ein guter Film? Das kommt auf dich an. Ob dein Daumen nach oben oder unten zeigt, ich weiß, dass ich mein ganzes Können in das Drehbuch eingebracht habe. Ein Autor kann nicht mehr von sich selbst erwarten. In der sechsten Klasse sind Artie Paulson und ich Freitagabend immer lange aufgeblieben, um "Twilight Zone" zu schauen. Wir haben es nie verpasst. Ich begann damit, kleine Storys von "Twilight Zone" zu schauen. Ich wollte einfach, dass andere Leute fühlen, auf die Art, wie Rod Sterling meine Gefühle berührte. Ich mache es immer noch. Es war eine Serie mit einem kleinen Budget, gefilmt in Schwarzweiß und mit minimalen Spezialeffekten, aber es bleibt ein Maßstab für gutes Schreiben für mich, denn jede Folge erzählte uns ein kleines bisschen, wie wir sind und wie wir sein könnten. Ich habe versucht, das in jedes "Star Trek"-Drehbuch hineinzubringen, an dem ich gearbeitet habe und ich denke, das war es, was Gene Roddenberry von mir wollte. Ich versuchte es auch in "Star Trek: Der Aufstand" zu tun. Eine der ersten Reaktionen auf den Film kam von einem anonymen Fan, der einen langen und nachdenklichen Brief auf eine Website stellte, der viele Pros und Contras enthielt, bevor er mit der dieser Zeile schloss: "...diesen Film verließ ich mit einem schönen warmen Gefühl im Bauch." Ich frage mich, ob sie versteht, wie wichtig das für den Typen ist, der in meinem Stuhl sitzt. Ein Kommentar wie der ... das ist es, was all die schlaflosen Nächte lohnend macht! Deshalb bin ich Autor geworden. (sk, pt, rk, fb - 10.07.09 - Quelle: TrekNews.com) Weiterführende Links
|
|
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht. Für Anfragen betreffend Artikel- oder Newsübernahme wenden Sie sich bitte an den Redaktionsleiter. |
|
© TrekZone Network, 1999-2012 |
|

