Marvin Luchs (ml)
29.06.02
Geschichten über das Menschsein
Was Michael Piller von Roddenberry lernte
Michael Piller stellte sich vor kurzem auf der offiziellen "Star Trek"-Homepage den Fragen der Fans und sprach dabei von seiner Zeit bei "Star Trek", aber auch ausführlich über seine neue Serie "Dead Zone". Wir haben für Sie die interessantesten Fragen übersetzt.
Frage: Wie viel Einfluss hat Stephen King auf Ihre neue Serie "Dead Zone", die ja auf einer Story von ihm basiert?
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Michael Piller produziert jetzt die Serie "Dead Zone" |
Michael Piller: Der einzige Einfluss seitens Stephen King auf diese Version von "Dead Zone" ist
der Roman selbst. Wir sind sehr glücklich, diese großartige Vorlage für die Serie zu haben, die er uns mit dem Buch gegeben hat, und wir werden das Originalmaterial mit größter Vorsicht behandeln.
Frage: Die Besetzung von "Dead Zone" umfasst auch zwei ehemalige "Star Trek"-Schauspieler - Nicole deBoer und David Ogden Stiers. Besteht die Möglichkeit, dass noch mehr "Star Trek"-Talente in der Serie zu sehen sein werden?
Piller: Ich hoffe es. Wir gucken bei jeder Gastrolle auf eine lange Liste von Schauspielern und suchen jemanden, der der Richtige für den Part sein könnte und ich würde mich sicherlich freuen, wieder mit einigen Besetzungsmitgliedern der großen "Star Trek"-Serien zusammenarbeiten zu können.
Frage: Was glauben Sie, wird "Star Trek"-Fans an "Dead Zone" am besten gefallen?
Piller: Nun, als Erstes möchte ich allen "Star Trek"-Fans danken, die bereits zu uns gekommen sind, um einen Blick darauf zu werfen, denn ich denke wirklich, dass wir ohne sie niemals diese rekordbrechenden Einschaltquoten in den beiden bisherigen Ausstrahlungen bekommen hätten. Ich hoffe, dass die "Star Trek"-Fans die ehrgeizigen und ausgewachsenen, intelligenten und auch provokativen Geschichten mögen, die wir über das psychische Phänomen zu erzählen versuchen, und natürlich haben wir auch coole Special Effects.
Frage: Wenn Sie an der Stelle von Johnny Smith stehen würden (nach sechs Jahren aus dem Koma erwachen und feststellen, dass man psychische Kräfte besitzt), wie würden Sie reagieren?
Piller: Genau damit verdiene ich mir meinen Unterhalt! Ich meine das ehrlich. Jedes Mal, wenn ich vor meinem Textprogramm sitze, versetze ich mich in Johnnys Lage und alles, was ihr ihn tun seht, ist eigentlich das, was Michael Piller oder einer der anderen Autoren an seiner Stelle tun würde.
Frage: Wird "Dead Zone" dort enden, wo auch der Roman von Stephen King aufhört?
Piller: Ich weiß nicht, wie "Dead Zone" ausgeht, denn ich hoffe, dass sie nicht vor sieben oder acht Jahren Laufzeit enden wird. Ich kann euch verraten, dass wir den Politiker Greg Stillson Anfang September einführen werden.
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Nicole deBoer, Ezri aus DS9, ist auch bei "Dead Zone" wieder Teil der Besetzung |
Frage: Bei welcher "Star Trek"-Serie hat die Arbeit am meisten Spaß gemacht?
Piller: Das ist schwer zu sagen, denn jede hatte ihre Vorteile. Aber ich würde sagen, dass der Sommer nach der dritten Staffel von "The Next Generation" der denkwürdigste war, als wir uns auf die vierte Staffel vorbereiteten und als wir noch so aufgeregt über die Idee von "Angriffsziel Erde" ("Best of Both Worlds, Part 2") waren.
Frage: Wie haben Sie Ihr erstes Drehbuch eingeschickt? Oder anders gefragt - wie sind Sie in das Autorengeschäft gekommen?
Piller: Ich arbeitete bei CBS Television in Hollywood bei der Zensur und sah das Schreiben von Drehbüchern als einen Weg, meine Karriere weiterzubringen. Ich nutzte die Möglichkeit, bei CBS eine Menge Leute aus dem Business zu treffen. Leute, die meine Skripte lesen wollten und mich dann hoffentlich irgendwann als Autor einstellen würden. Es dauerte drei oder vier Jahre, bevor ich wirklich mit dem professionellen Schreiben von qualitativen Drehbüchern anfing, aber schließlich gaben mir die Produzenten von "Simon & Simon" und "Cagney & Lacey" einen ersten Autorenvertrag und ich verließ CBS.
Frage: Wie fingen Sie bei "Star Trek" an?
Piller: Ich schrieb als freier Autor die Episode "Die Macht der Naniten" ("Evolution") für "The Next Generation". Sie wurde in einer Zeit, in der Gene viele Probleme mit dem Autorenstab von "The Next Generation" hatte, mit großem Enthusiasmus angenommen. Sie brauchten einen neuen Mann, der das Team leitete und fragten mich. In gewisser Weise war ich sicherlich ein Science-Fiction-Fan, da ich in meiner Jugend schon die Originalfolgen von "Twilight Zone" mochte. Nun wisst ihr also, wie alt ich bin...
Frage: Wie ist es, wenn man von "Star Trek" zu etwas anderem wechselt? Es schien so, als hätten Sie ein besseres, intuitiveres Verständnis für Genes Vision als jeder andere; hatte das irgendeine Auswirkung auf die Arbeit danach?
Piller: Danke. Die Dinge, die ich von Gene lernte, hatten Einfluss auf alles, was ich seitdem getan habe. Besonders habe ich gelernt, dass es immer wichtig ist, ein menschliches Thema zu erforschen und das habe ich bisher in jeder Folge fürs Fernsehen getan, die ich geschrieben oder produziert habe.
Frage: Ist das, abgesehen von der Zusammenarbeit bei einigen Drehbüchern für "The Next Generation" und "Voyager", Ihre erste Zusammenarbeit mit Ihrem Sohn Shawn, und macht es Spaß, mit ihm zu arbeiten?
Piller: Shawn und ich schrieben und produzierten letztes Jahr den Pilotfilm "Day One" für WB, aber das hier ist tatsächlich die erste Serie, die wir zusammen auf den Bildschirm gebracht haben. Wir haben eine großartige Zeit zusammen.
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 Auf den Borg-Zweiteiler "In den Händen der Borg"/"Angriffsziel Erde" ist Michael Piller besonders stolz |
Frage: Sie begannen ja als Journalist; haben Sie sich jemals erträumt, dass Sie so weit kommen?
Piller: Ehrlich gesagt: ja. Aber es war ein Traum - nicht wirklich etwas, was ich für wahrscheinlich gehalten hätte. Ich mochte dieses Business schon immer und wuchs auch in einer Entertainment-orientierten Familie auf (meine Mutter war die Komponistin, die den "New York Mets"-Song geschrieben hat), aber ich habe sicherlich einen großen Bogen gemacht.
Frage: Welche Trek-Episoden, an denen Sie mitgearbeitet haben, mögen Sie am liebsten? Und was halten Sie für Ihre beste Alleinarbeit?
Piller: Als Autor würde ich sagen "Angriffsziel Erde" und "In den Händen der Borg" ("Best of Both Worlds"). Ich habe aber auch eine besondere Zuneigung für "Eine hoffnungslose Romanze" ("The Perfect Mate"). Und als Produzent denke ich, dass "Das zweite Leben" ("The Inner Light") die Leistung war, auf die ich wirklich stolz sein kann.
Frage: Ein Vorteil am Schreiben ist, dass man es überall machen kann. Wo fallen Ihnen die besten Ideen ein?
Piller: Ich stehe meistens schon um vier Uhr morgens auf, gehe in unsere Bude und arbeite ungefähr bis zehn Uhr. Danach kann ich den ganzen Tag damit verbringen, andere wichtige Dinge zu tun, wie zum Beispiel an Meetings teilnehmen. Aber man hört nie auf mit dem Schreiben. Meine besten Ideen kriege ich oft, wenn ich mitten in der Nacht aufwache oder unter der Dusche stehe.
Das ganze Interview finden Sie bei StarTrek.com.
(ml - 10.07.09 - Quelle: StarTrek.com)
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