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Michael Müller (mm) Michael Piller Serienschöpfer, Produzent & Autor Michael Piller war ab der dritten TNG-Staffel "Star Trek"-Chefautor. Diese Funktion hatte er später auch bei DS9 und "Voyager" inne - zwei Serien, die er miterschuf. Michael Piller, geboren am 30. Mai 1948 in Port Chester im US-Bundesstaat New York, wollte bereits in jungen Jahren Drehbuchautor werden. Nicht verwunderlich, waren doch Vater und Mutter als Drehbuchschreiber respektive Songtexterin im Showgeschäft tätig. Piller studierte an der University of North Carolina at Chapel Hill Radio, Fernsehen und Film.
Ende der 70er-Jahre wechselte Michael Piller vom Journalisten- ins Unterhaltungsfach, ging nach Los Angeles und fing bei CBS als Zensor für die Dokudramen des Senders an. Diesen Job nutzte er, um wichtige Leute in der Industrie kennenzulernen, die bereit waren, von ihm geschriebene Drehbücher zu lesen und vielleicht zu kaufen. Anfang der 80er-Jahre verwirklichte Piller so über Umwege schließlich doch noch seinen Kindheitstraum und verkaufte erste Drehbücher, für "Cagney & Lacey", für "Ein Duke kommt selten allein" und ein weiteres für die Serie "Simon & Simon". Dieses Skript führte zu einer Festanstellung bei der Serie und so wurde Michael Piller zunächst Dramaturg bei "Simon & Simon", später dann auch Autor und Produzent. Nach 1986 verließ er die Detektivserie und stieß in der TV-Saison 1987/88 als Autor und Co-Producer zur Krimireihe "Miami Vice", wo er unter anderem mit Maurice Hurley zusammenarbeitete. 1988/98 schrieb und produzierte Piller dann für die Serien "Probe" und "Jesse aus dem All". Zu Beginn der dritten Staffel von "The Next Generation" stieß der unterdessen 41-jährige Piller auf Einladung von Maurice Hurley als Drehbuchautor zur Serie. Hurley, der in der zweiten Staffel den Autorenstab geleitet hatte, verließ TNG kurz darauf und da Pillers Drehbuch zur Folge "Die Macht der Naniten" ("Evolution") mit großem Enthusiasmus aufgenommen worden war, bat man ihn, die frei gewordene Stelle des Chefautors zu übernehmen. In dieser Position gab Michael Piller wichtige Impulse, die sich über alle modernen Trek-Serien erstrecken. Inhaltlich lenkte er den Fokus der Serie weg vom Außerirdischen oder Raumphänomen der Woche hin zur Entwicklung der Charaktere. Organisatorisch sind Piller zwei Verdienste anzurechnen: Er schaffte es, ein stabiles Autorenteam aufzubauen und etablierte die Praktik, dass freie Autoren ihre Drehbücher zur Serie einschicken konnten. Über diesen Weg kamen mehrere talentierte Autoren, darunter zum Beispiel Ron Moore, zu "Star Trek".
Zusammen mit Rick Berman kreierte er von 1991 an die erste "Star Trek"-Serie, die nicht von Gene Roddenberry entworfen worden war: "Deep Space Nine" feierte 1993 Premiere und zusätzlich zu seinen Pflichten als Executive Producer bei TNG übernahm Piller diese Rolle auch bei der neuen Trek-Serie. In den folgenden zwei Jahren war er zudem auch als Drehbuchautor bei DS9 tätig. Zu seinen Werken gehören beispielsweise "Die Belagerung" und als Co-Autor "Die andere Seite" und "Der Maquis". Das Angebot, neben Ronald D. Moore und Brannon Braga einen konkurrierenden Drehbuchentwurf für den zweiten TNG-Kinofilm zu schreiben, lehnte er ab. Nach der zweiten DS9-Season wurde er zusammen mit Rick Berman und Jeri Taylor von Paramount beauftragt, die vierte "Star Trek"-Serie zu kreieren, "Star Trek: Voyager", für die er fortan arbeitete. Piller überließ daraufhin Ira Steven Behr die Rolle als Chefautor für "Deep Space Nine" und widmete sich als Executive Producer und Chefautor den Abenteuern im Delta-Quadranten. Nach der dritten Season - und nach insgesamt sieben Jahren im Franchise - ließ Piller 1996 "Voyager" und "Star Trek" hinter sich, um eigene Serienkonzepte zu verwirklichen. Die Leitung des Autorenstabs bei "Voyager" übergab er an seine Kollegin Jeri Taylor. Sowohl für "Deep Space Nine" als auch für "Voyager" stand Piller bis zu deren Ende als Creative Consultant bereit und reichte seine Anmerkungen zu den "Star Trek"-Drehbüchern ein. Michael Piller entwarf, noch während er für "Voyager" arbeitete, 1995 die Serie "Legend" für UPN, bei der bald Richard Dean Anderson und John de Lancie (Q) vor der Kamera stehen sollten. Das ungewöhnliche Konzept eines Sci-Fi-Westerns wurde aber bereits nach zwölf Folgen abgesetzt. 1997 kehrte Piller noch einmal zu "Star Trek" zurück, als man ihn mit dem Drehbuch zum nächsten Kinofilm beauftragte. Gemeinsam mit Rick Berman schrieb er "Der Aufstand", der 1998 in die Kinos kam. Ein Jahr später gründete Michael Piller mit seinem Sohn Shawn die Produktionsfirma Piller², deren erstes Projekt ein Pilotfilm namens "Day One" für das WB Network war. Leider ging "Day One" nicht in Serie.
Das Ende beider Serien sollte Michael Piller nicht mehr miterleben. Er erlag am 1. November 2005 in Los Angeles nach langem Kampf mit der Krankheit seinem Kopf-Hals-Krebsleiden. Piller hinterlässt seine Frau Sandra und seine zwei Söhne Shawn und Brent. "Dead Zone" lief erfolgreich über sechs Staffeln und endete 2007. "Wildfire" wurde 2008 nach vier Staffeln eingestellt. Michael Piller war begeisterter Baseball-Fan und sammelte leidenschaftlich Baseballkarten. Dem Vernehmen nach soll seine private Sammlung hunderttausende der Sammelkarten umfasst haben. Die Vorliebe für den Sport arbeitete der Autor in den Charakter des Benjamin Sisko ein, was in der letzten DS9-Staffel gar in eine komplette Baseball-Folge mündete. Michael Piller bleibt bei "Star Trek"-Fans und seinen Kollegen als derjenige in Erinnerung, der nach dem Trek-Schöpfer selbst dessen Vision am ehesten begriff und es vermochte, diese unterhaltsam umzusetzen. Roddenberry habe ihm beigebracht, so sagte Piller stets, dass "Star Trek" im Kern Geschichten darüber erzählen soll, was es heißt, menschlich zu sein. Serienschöpfer Michael Piller
Produzent Michael Piller The Next Generation
Deep Space Nine
Voyager
Episoden mit Drehbuch oder Story von Michael Piller The Next Generation
Kinofilme
Deep Space Nine
Voyager
(mm - 11.07.09) Weiterführende Links
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