Marvin Luchs (ml)
04.08.01
Berman im Communicator-Interview
Im Gespräch mit dem "Enterprise"-Produzenten
In der kommenden Ausgabe des Star Trek Communicator (Ausgabe #134) spricht "Enterprise"-Produzent Rick Berman über die neue "Star Trek"-Serie und ihre Charaktere.
Unsere Kollegen von TrekWeb haben den Text nun vorab schon veröffentlicht.
Da das Interview schon vor einigen Wochen stattfand - zu sehen an Bermans Kommentar, dass man mitten in den Dreharbeiten des Pilotfilms wäre und man sie Anfang Juli beenden würde -, sind die meisten Informationen bereits durch den TV Guide und die vor kurzem durch TrekWeb veröffentlichte "Enterprise"-Bibel bekannt. Berman verwendet auch Zitate aus früheren Interviews wieder in diesem neuen Interview, wie zum Beispiel: Die neue Crew sei wie die "Chuck Yeager's of space travel". Er erwähnt auch, dass sich das Produktionsteam bei einem Besuch eines U-Bootes davon hat inspirieren lassen. Berman hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Serie "dramatisch anders" ist und die Charaktere sollten "gegenwärtiger" sein in Bezug auf ihre Reaktionen auf die Raumfahrt und neue Aliens. Gleiches galt auch für ihre Freizeit-Kleidung, die mehr der heutigen Kleidung gleicht. Dabei erwähnte Berman besonders die mittlerweile bekannten Baseballkappen mit "NX-01" vorne drauf, die man beim "Communicator" nun auch bestellen kann.
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"Enterprise"-Produzenten Berman (links) und Braga |
Auf die Frage der Kontinuität "Enterprise" in Bezug auf die anderen Serien sagte Berman, dass sie sehr sorgfältig darauf achten, dass die "Star Trek"-Geschichte in "Enterprise" nicht umgeschrieben wird. Aber er wies auch wieder darauf hin, dass dies eine sehr komplizierte Angelegenheit sei und zitierte den bereits bekannten Satz, dass heutige "Handys bereits moderner aussehen als der Kommunikator aus TOS". Außerdem erwähnt er noch einmal, dass die Klingonen wie in TNG auftreten werden, jedoch etwas primitiver wirken sollen. Wie in einer der Zeilen des Pilotfilm-Drehbuchs steht, werden die Klingonen immer noch ihre Zähne schärfen, bevor sie in den Kampf ziehen.
Weiter bei dem Thema wurde er gefragt, ob die Autoren das Thema des Klingonen-Make-ups in einer zukünftigen Episoden behandeln werden. Berman gibt jedoch keine klare Antwort: "Wir haben darüber nachgedacht. Ich weiß es nicht. Als die Klingonen in 'Star Trek: Der Film' plötzlich ein völlig anderes Aussehen hatten hat niemand nach eine Erklärung gefragt. Wir haben darüber diskutiert, ob wir vielleicht eine Erklärung bringen."
Rick verrät auch, dass die Crew noch keine Tricorder benutzen wird, nur primitive Handsensoren. Außerdem sagt er, dass es am Anfang der Serie zwar noch keine Phaserbänke geben wird, diese aber schnell im Laufe der Serie entwickelt werden.
Außerdem bestätigt Rick das Gerücht, dass der Charakter T'Pol ursprünglich T'Pau aus der TOS-Episode "Weltraumfieber" ("Pon Farr") stamme und sagt: "Diese Möglichkeit wurde diskutiert, jedoch gab es da auch Probleme und wir entschieden uns letztendlich dagegen."
Berman klärte auch die Verwirrung hinsichtlich des Namens Enterprise und sagt: "Ich denke nicht, dass wir sie die S.S. Enterprise nennen werden. Wahrscheinlich einfach nur die Enterprise." Er spricht weiter von "um die 65 Crewmitglieder", was jedoch im Widerspruch zur Serien-Bibel von letzter Woche steht, in der von 87 Mann die Rede war. Auch im "TV Guide"-Interview wurde von 70 bis 80 Mann gesprochen.
Er gab aber auch noch unbekannte Dinge preis, unter anderem die neuen Autoren von "Enterprise": "Wir bauen im Moment ein Autorenteam auf und haben bereits mehrere Schreiber engagiert. Eine Frau namens Antoinette Stella und ein Kerl namens Fred Dekker sowie zwei Teams. Außerdem haben wir auch Andre Bormanis, der schon seit Jahren für uns arbeitet und nun auch dem Autorenstab beitritt. Wir arbeiten alle ziemlich hart, Brannon und ich schreiben gerade eine weitere Folge und die Autoren für die nächsten drei oder vier Episoden bringen wir im Moment auch zusammen, langsam aber sicher."
[Stella hat unter anderem auch "Melrose Place" mitproduziert und war Produzentin bei "Providence". Dekker schrieb die Story für den Film "House" von 1986, im gleichen Jahr schrieb und führte er Regie bei "Night of the Creeps" und ein Jahr später bei "Monster Squard", welcher von Shane Black geschrieben wurde. Für die HBO-Serie "Takes From the Crypt" schrieb er 1989 die Folge "Only Sin Deep", schrieb 1991 mit an "Ricoshet" und "If Looks Could Kill". Als letztes schrieb er das Drehbuch für "RoboCob 3" 1993 und führte dabei auch die Regie. Bormanis war lange Zeit Wissenschaftlicher Berater bei "Star Trek" und schrieb das Drehbuch für die "Voyager"-Episode "Nightingale" in der siebten Staffel, welche am Freitagabend auf Sat.1 ausgestrahlt wurde.]
Um alles noch einmal zusammenzufassen, betont Berman noch einmal, dass die Show mehr unserer Gegenwart ähneln wird als den vorherigen "Star Trek"-Serien. Er sagt über die Serie, dass sie "sehr viel mehr Charakter" haben wird, will jedoch nicht sagen, dass sie actiongeladener ist als ihre Vorgänger. "Wir werden sicher so viel Action in die Serie bringen, wie es nötig ist." Zu den fehlenden Worten "Star Trek" im Titel sagte Berman, dass "Enterprise" allein schon zeige, dass die Serie zum "Star Trek"-Universum gehöre, sich jedoch gleichzeitig ein wenig distanziert, da es einfach ein anderes "Star Trek" sei.
(ml - 02.12.08)
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