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Stefan Hildebrand (sh)06.11.01

Berman über "Enterprise" & "Nemesis"

Der Produzent verteidigt die aktuellen Trek-Produktionen

In einem Interview mit Ian Cullen vom "Starlog Magazine" sprach "Enterprise"-Produzent Rick Berman über den Entstehungsprozess der neusten "Star Trek"-Inkarnation und kam später auch noch auf den neuen Kinofilm zu sprechen.

Rick Berman und Brannon Braga mussten sich in den letzten Jahren mit einer Menge Beschwerden der Fans darüber auseinandersetzen, wie sich "Star Trek" entwickelt hat. Doch noch nie in der Geschichte irgendeiner Fernsehsendung machten die Fans dabei ihrem Ärger so lautstark Luft.

"Enterprise"-Serienschöpfer Berman und Braga
In einem kürzlich von Ian Spelling im Auftrag des "Starlog Magazine" geführten Interview sagte Berman, dass er in seiner bisherigen Zeit bei Paramount mit vielen Autoren und Produzenten gearbeitet hat und dass er, wie viele wissen, vom "Großen Vogel der Galaxis", Gene Roddenberry, persönlich zu dessen Nachfolger erkoren wurde. Berman sagt, dass er die Arbeit an "Enterprise" mit seinem Partner Brannon Braga als eine sich durchaus lohnende Erfahrung ansieht.

"Ich wollte schon immer eine Serie mit ihm entwickeln und 'Enterprise' sollte es sein, wie sich herausstellte", sagt Berman. "Gemeinsam haben wir die verschiedenen Stadien der Serie durchlaufen: Wir schrieben ein Konzept und das Studio schrieb seine Anmerkungen dazu, dann schrieben wir eine 30-seitige Story und sie schrieben wieder ihre Anmerkungen dazu."

Berman berichtet weiter von dem ganzen Hin und Her und erzählt, wie Braga und er zusammenarbeiteten, als sie letztlich die Zustimmung des Studios hatten. "Wir saßen gemeinsam in einem Raum an einem Computer mit großem TV-Monitor und arbeiteten einfach zusammen. Die Pilotfolge zusammen zu schreiben, war so eine tolle Erfahrung, dass wir es bei drei der ersten vier Episoden genauso gemacht haben."

Obwohl "Enterprise" noch recht jung ist, ist sie schon ins Kreuzfeuer der Internet-Kritiker geraten und hat gemischte Reaktionen von Seiten der stets wachsamen Fan-Gemeinde erhalten. Berman und Braga haben während der letzten Wochen schon ausführlich Stellung bezogen. Daher meint ein Großteil des harten Kerns der "Star Trek"-Fans, dass es an der Zeit für frischen Wind ist.

"Wir werden so oft gelobt und geächtet", sagt Berman. "Michael Piller wurde gelobt und geächtet. Alles, was ich tun kann, ist hoffen, dass die Arbeit für sich selbst spricht. Michael und ich haben 'Deep Space Nine' geschaffen, und ich habe zusammen mit Michael und Jeri Taylor 'Voyager' entwickelt. Es war eine wirklich einmalige Crew. Sie waren viel mehr in den Pilotfilm integriert. Es ist schwer, es deutlich zu machen, aber ich bin noch nicht bereit, den Job an den Nagel zu hängen."

Rick Berman (rechts) mit "Nemesis"-Regisseur Stuart Baird
Und tatsächlich, Berman hat in der letzten Zeit aktiv an mehreren "Star Trek"-verwandten Projekten mitgearbeitet, allen voran der nächste "Star Trek"-Kinofilm "Nemesis", durch den in letzter Zeit ein großes Interesse von Seiten der "Star Trek"-Fanbasis geweckt wurde. Berman sagt, er hoffe, dass "Enterprise" nicht nur die jetzigen "Star Trek"-Fans glücklich macht, sondern auch jene älteren, die sich aus Gründen der Ernüchterung durch "Voyager" oder anderen Trek-Verkörperungen von der Serie abgewandt haben.

Obwohl schon viele Fans meinten, es wäre an der Zeit, dass Berman frischen Wind in die Kinofilme bringt, hat Berman die Forderungen der Fans nicht ignoriert, sondern einen neuen Autor und Regisseur für "Nemesis" engagiert.

"Stuart Baird ist jemand, den ich ausführlich kennengelernt habe", sagt Berman. "Die meisten Erfahrungen hat er in der Film-Nachbearbeitung gesammelt. Ich habe den Spaß und die Action in 'Einsame Entscheidung' geradezu geliebt. Er ist jemand, der sich zwar mit 'Star Trek' auskennt aber nicht zu gut; und das ist genau das, was ich wollte. Ich wollte frischen Wind, und ich glaube, dass er ihn bringen wird."

"Das Team und die Autoren, die er verwenden wird, werden großartig für die Thematik des Franchise sein. Mit John Logan, der das Drehbuch schreibt, und Stuart, dem Regisseur, wird 'Star Trek X' etwas ganz Besonderes."

Und mit dem zehnten Film und hunderten von "Star Trek"-Episoden unter seiner Regie, meint Berman, dass er so langsam den Zahn der Zeit an sich nagen spürt. "Oh Gott, ich kann's mir gar nicht vorstellen ... das wären ja schon 21 Jahre!" Er keucht. "Ich weiß mit Sicherheit, dass ich noch mindestens drei Jahre für diese Serie opfern werde. Ob sie dann vier oder fünf oder sechs oder sieben Jahre für mich läuft, werden wir sehen."

(sh - 16.06.09)

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