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Sebastian Kowald (sk)07.01.12

Rick Bermans 18 "Star Trek"-Jahre

Produzent von "Next Generation" bis "Enterprise"

Im Lauf des Jahres 2011 stellte sich der ehemalige "Star Trek"-Produzent Rick Berman in einem mehrteiligen ausführlichen Interview mit StarTrek.com den Fragen von Redaktion und Fans.

Nach Gene Roddenberry wird niemand mehr mit den Interna von "Star Trek" in Zusammenhang gebracht als Rick Berman. 18 lange Jahre, von 1987 bis 2005, hat Berman dem "Star Trek"-Universum gedient, und die meiste Zeit davon hat er den Laden geschmissen. Er hat die Zügel von "Next Generation" übernommen, als sich Roddenberry, schwer erkrankt, ein paar Jahre vor seinem Tod zurückzog. Berman fuhr fort an "Deep Space Nine", "Voyager", "Enterprise", "Treffen der Generationen", "Der erste Kontakt", "Der Aufstand", "Nemesis" und "Star Trek: The Experience" zu arbeiten, zuerst als stellvertretender Produzent, dann als leitender Produzent und ab und zu hat er sich auch als Autor verdient.

Rick Berman, 18 Jahre "Star Trek"-Chef, zu Beginn seiner Karriere
Berman hat ein bemerkenswert ruhiges Schiff gesteuert, viele Mitglieder des Trek-Teams - seien es Autoren, Produzenten, Trickeffektspezialisten, Maskenbildner, Schauspieler und so weiter - haben ein Jahrzehnt oder mehr dazu beigetragen, und dabei noch großen Erfolg gehabt, sowohl aus künstlerischer als auch aus kommerzieller Perspektive. Und nebenbei hat er "Star Trek" drei Jahrzehnte lang in Gang gehalten.

Aber niemand sitzt in einer solchen Machtposition, ohne dass er Kritiker hätte. Einige Trek-Fans glauben, dass er seine Zeit überschritten hat und dadurch einige Autoren und Produzenten davon abgehalten hat, dem Franchise ihre Note zu geben und damit im Endeffekt die Gans getötet hat, die goldene Eier gelegt hat. Seitdem "Enterprise" 2005 eingestellt wurde, ist Berman quasi untergetaucht und hat nur wenige heißbegehrte Interviews gegeben. Wie dem auch sei, StarTrek.com hat ihn an der Strippe gehabt und ihn über eine Stunde lang zu allen möglichen Themen befragt.

"Star Trek" allgemein

StarTrek.com: Warum gab es keine schwulen Charaktere bei "Next Generation", "Deep Space Nine", "Voyager" oder "Enterprise"? War das Ihre Entscheidung oder die des Studios?

Rick Berman: Es war nicht die Entscheidung des Studios. Ich weiß, dass Gene Roddenberry zu Lebzeiten sehr angetan war von der Idee eines oder mehrerer schwuler Charaktere. Er dachte, dass es die richtige Sache zu tun wäre, aber er hatte nie so die richtige Idee, wie genau er es machen könnte. Wie Michael Piller schon viele Male gesagt hat, die Idee, dass zwei Männer oder Frauen händchenhaltend durch Zehn Vorne spazieren, war nicht der richtige Weg, um mit dieser Sache umzugehen. Also hat Gene am Ende nichts gemacht und als Michael und ich uns mit den Konzepten der Geschichten befassten, dachten wir, dass es besser wäre, mit Konzepten wie Vorurteilen gegenüber Homosexuellen und Themen wie AIDS auf einer metaphorischen Ebene umzugehen, anders als einfach ein menschlicher Schwuler an Bord des Schiffes.

"Ich weiß, dass Gene Roddenberry sehr angetan war von der Idee schwuler Charaktere."

Also haben wir uns ein paar verschiedene Geschichten ausgedacht, die sich mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen befassten, die sich wiederum metaphorisch mit Krankheiten auseinandersetzen, die AIDS sehr ähnlich waren. Aber alles wurde in Alienkostüme verpackt, um die Leute zum Nachdenken anzuregen, anstatt es ihnen auf dem Silbertablett zu servieren, was wir getan hätten, wenn wir einfach nur einen schwulen Charakter an Bord des Schiffes gehabt hätten. Das ist etwas, was Michael und ich diskutiert haben. Auch mit Brannon Braga und Jeri Taylor habe ich es mehrfach diskutiert und am Ende haben wir uns nie dazu entschlossen, einfach einen schwulen Charakter einzuführen. Im Endeffekt haben wir versucht, uns auf einer abstrakten Science-Fiction-Ebene mit der Thematik auseinanderzusetzen.

StarTrek.com: Wurden Sie interviewt oder haben Sie Kommentare abgegeben für bald erscheinende "Star Trek"-DVDs oder Blu-Rays?

Berman: Das habe ich nicht.

StarTrek.com: Welche Nebencharaktere oder Gastcharaktere aus irgendeiner der Serien hätten Sie gerne häufiger eingesetzt?

Berman: Die Figur der Ro Laren. Wir haben diesen Charakter entwickelt, damit wir ihn mit zu "Deep Space Nine" übernehmen können. Wir mochten Michelle Forbes. Ich mag sie immer noch. Ich denke, dass sie eine bemerkenswerte Schauspielerin ist. Sie war großartig als Ro Laren und sie sollte den Charakter spielen, aus dem am Ende Kira wurde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Michelle ein paar große Rollen bekommen und sie entschied sich dazu, sich nicht für eine Fernsehserie zu verpflichten. Also haben wir die Rolle neu besetzt und es wurde ein neuer Charakter daraus.

Einer von Bermans Lieblingsgästen: David Warner, hier als Gul Madred.
Hinsichtlich anderer Schauspieler und Rollen kann ich nur sagen, dass wir viele wundervolle Gaststars hatten. Fionnula Flanagan. Frank Langella. Wir hatten dutzende außergewöhnliche Schauspieler in den Serien, die wir gerne noch einmal engagiert hätten. Ich denke, mein Lieblingsschauspieler in einer kleinen Rolle bei "Next Generation" war Colm Meaney. Ich habe seine schauspielerischen Leistungen geliebt. Er hat im Pilotfilm mitgespielt. Ich weiß nicht, ob er überhaupt etwas gesagt hat, aber er hatte keinen Namen. Er war Steuermann. Colm war jemand, den ich gerne mehr und mehr einbinden wollte und das haben wir dann auch im Laufe von "Next Generation" gemacht und bei "Deep Space Nine" hat er dann voll mitgearbeitet.

Ich hätte es gut gefunden, wenn Ashley Judd mehr gemacht hätte. Der Bursche, der Moriarty gespielt hat, Daniel Davis, war wundervoll. David Warner, was für ein wunderbarer Schauspieler. Der Schauspieler, der Picards Bruder gespielt hat [Jeremy Kemp] ... Das waren alles außergewöhnliche Schauspieler, mit denen wir über die Jahre zusammenarbeiten konnten und es gab viele, für die wir uns Mittel und Wege überlegt haben, um sie zurückzubringen. Bei manchen hat es funktioniert und bei anderen leider nicht.

StarTrek.com: Welche Schauspieler gibt es, die entweder zu Ihrer Zeit berühmt waren oder es jetzt sind und die fast in "Star Trek" aufgetreten wären, aber am Ende aus was für Gründen auch immer es nicht gemacht haben?

Berman: Als wir nach der Borgkönigin aus "Der Erste Kontakt" Ausschau hielten, hatten wir ein paar Treffen mit Isabella Rossellini. Wir hatten Treffen mit Nastassja Kinski. Beide waren an der Rolle interessiert und beide haben am Ende aus dem einen oder anderen Grund abgesagt. Zu einem Zeitpunkt hatten wir die Hoffnung, dass Tom Hanks einen kleinen Gastauftritt in "Der Erste Kontakt" oder "Der Aufstand", ich weiß nicht mehr genau in welchem, haben würde. Aber am Ende hat es nicht geklappt.

Wir hatten Hoffnungen und ich habe das über die Jahre oft diskutiert, einen "Enterprise"-Zweiteiler mit Bill Shatner machen zu können. Er hat eine ganze Idee ausgearbeitet, die wunderbar war. Manny, Brannon und ich trafen uns zweimal mit ihm, aber am Ende hat das mit dem Geld nicht geklappt aus der Sicht des Studios.

"Als wir nach der Borgkönigin aus 'Der Erste Kontakt' Ausschau hielten, hatten wir ein paar Treffen mit Isabella Rossellini."

Als wir die Rolle des Soran besetzt haben, die von Malcolm McDowell in "Treffen der Generationen" gespielt wurde, habe ich einen Anruf von dem Agenten von Marlon Brando bekommen und er hat gesagt, dass dieser Interesse hätte. Das war der größte Nervenkitzel meines Lebens. Aber das Studio wollte nicht das Geld bezahlen, das sich Herr Brando vorgestellt hat. Das andere Extrem war, als wir einen Anruf von Whoopi Goldberg bekamen, die gerade auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war. Gene und ich trafen uns zum Mittag mit ihr. Sie sagte, im Grunde wolle sie Tasha Yar ersetzen, was nicht funktioniert hätte, aber wir sagten: "Wenn Sie bei der Serie als wiederkehrender Charakter mitmachen möchten, würden wir Sie sehr gerne dabei haben." Das war an dem Punkt, wo wir uns schon dazu entschlossen hatten die Bar Zehn Vorne zu kreieren und sie wurde die Barkeeperin. Ihr Charakter ist daraus entstanden. Es war ziemlich erstaunlich, dass eine Oscarpreisträgerin sagt: "Holt mich in eure Serie." Das passiert nicht sehr oft im Fernsehen.

StarTrek.com: Mit dem Wissen, welches Sie heute haben, wenn Sie noch einmal die Möglichkeit hätten, mit "Star Trek" ganz von vorne anzufangen, was würden Sie diesmal anders machen, um das Franchise während Ihrer Amtszeit am Leben zu erhalten?

Rick Berman zusammen mit Regisseur Stuard Baird während der Produktion von "Star Trek: Nemesis"
Berman: Ich denke, wenn ich alles noch einmal machen könnte, würde ich vielleicht den Fans mehr Aufmerksamkeit widmen als ich getan habe. Nicht dass ich die Fans ignoriert hätte, aber ich war sehr, sehr beschäftigt und ich war nicht wirklich jemand von den Leuten, der sich die Zeit genommen hat, um sich anzuhören, was die Fans über Dinge sagen. Ich denke, wenn ich zurückblicken würde an die eine Sache, von der ich mir wünschte, dass ich sie anders gemacht hätte, dann würde das wahrscheinlich diese sein.

StarTrek.com: Von all den Trek-Geschichten, die Sie erschaffen haben, auf welche sind Sie am meisten stolz?

Berman: Ich hatte immer ein gutes Gefühl bezüglich "Die ungleichen Brüder", welche die erste Folge ist, die ich für "Next Generation" geschrieben habe. Ich denke, dass "Aufbruch ins Unbekannte" eine hervorragende Episode ist, die ich mir zusammen mit Brannon ausgedacht und geschrieben habe. Ich denke, dass die finale Episode von "Next Generation" ("Gestern, heute, morgen") etwas ist, das in einer unglaublich kurzen Zeit ausgedacht und geschrieben wurde. Ich war nur am Rande in das Konzept eingebunden. Es war Rons und Brannons Idee und ich denke, was am Ende herausgekommen ist - wenn man bedenkt, dass es eine Doppelfolge war und in solch einer kurzen Zeit erdacht und geschrieben wurde - ist das beste Serienfinale, das wir jemals gemacht haben.

"Wenn ich alles noch einmal machen könnte, würde ich den Fans mehr Aufmerksamkeit widmen."

The Next Generation

StarTrek.com: Wir haben Unmengen von Themen, die zu behandeln sind. Auch wenn wir das in mehrere Teile aufteilen, können wir nicht alles abarbeiten. Also lassen Sie uns über ein paar Aspekte einer jeden Serie und der Filme reden. Für diejenigen, die mehr Ihren Namen kennen als was Sie eigentlich gemacht haben, oder für die, welche gerade erst Trek entdeckt haben, nehmen Sie uns mit zu dem Zeitpunkt, als Sie das erste Mal zu "Next Generation" kamen. Wofür sind Sie ursprünglich eingestellt worden und wie ist es dann weitergegangen?

Berman: Eine Menge Dinge, die ich über mich selber gelesen habe (Gelächter) sind einfach nicht wahr. Eine dieser Sachen ist, dass ich jemand war, der immer nur für große Studios gearbeitet hat. Auf der einen Seite ist das wahr, aber auf der anderen Seite könnte es nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ich war schon 15 Jahre meines Lebens Autor und Produzent. Ich habe in New York eine Kinderserie Namens "The Big Blue Marbel" produziert und dafür einen Emmy gewonnen. Für HBO habe ich eine Serie mit dem Namen "What on Earth" produziert. Als ich nach L.A. gekommen bin, habe ich einen Job bei Warner Brothers angenommen. Ich war da aber weniger als sechs Monate, bevor ich ein Angebot bei Paramount bekam, wo es um die Entwicklung des gegenwärtigen Programms ging. Das war überhaupt nicht mein Spezialgebiet, aber ich hatte ein Baby zu der Zeit und es war ein Job, den ich gemacht habe.

Nach weniger als einem Jahr wurde ich gebeten, dieses neue "Star Trek"-Projekt zu betreuen, welches Gene Roddenberry produzieren würde. In einer unserer ersten Besprechungen hatte ich ein wenig Augenkontakt, es war auch lustig und es sah so aus, als ob Gene mich leiden konnte. Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf und er fragte, ob wir zusammen Mittagessen gehen könnten. Wir aßen zusammen und wir hatten eine Menge interessanter Sachen gemeinsam.

"Gene war von dem Umstand, dass ich noch nicht allzu viel über 'Star Trek' wusste, sehr angetan."

StarTrek.com: Eines der Dinge, die Sie nicht gemeinsam hatten, war "Star Trek" ...

Berman: Ich habe es gegenüber Gene sehr deutlich gemacht, dass ich die Classic-Serie nicht gesehen hatte! Ich hatte einen der Filme gesehen und irgendwann in meiner Studienzeit oder davor hatte ich wahrscheinlich ein paar Folgen Trek geschaut. Aber es war nichts, was ich zu dieser Zeit ernsthaft verfolgt hätte. Ein oder zwei Tage später bekam ich einen Anruf von Genes Vertrautem, Leonard Maizlish, der mir sagte, dass Gene zum Studio gehen wollte, um darum zu bitten, dass ich von meinen Pflichten entbunden werde, damit ich mit ihm zusammen an der neuen Serie arbeiten kann. Ich denke, er hatte zwei Gründe dafür. Zuerst einmal war ich jung im Vergleich zu den anderen Leuten, die zu dieser Zeit an dem Projekt gearbeitet haben. Gene musste mit Bob Justman, Eddie Milkis und Dorothy Fontana klarkommen, alles Leute, die schon mit ihm an der Classic-Serie gearbeitet hatten. Ich war gute 20 Jahre jünger als diese Gruppe.

Noch wichtiger war, dass Gene von dem Umstand, dass ich noch nicht allzu viel über "Star Trek" wusste, sehr angetan war. Er wollte jemanden bei dem Projekt dabei haben, der nicht mit "Star Trek" aufgewachsen war und nicht über die letzten beiden Jahrzehnte darin verliebt war, wie es die meisten Leute waren, die bei der Serie mitmischten. Wir reden von der Zeit, bevor das Drehbuch für den Pilotfilm geschrieben worden war. So begann es also. Ich war stellvertretender ausführender Produzent zusammen mit Bob Justman, und ich wurde von Gene gebeten, mich mit den kreativen Elementen der Serie auseinander zu setzen, wohingegen Bob mehr mit den Produktions- und Budgetfragen beschäftigt war.

StarTrek.com: Lassen Sie uns ein paar kompliziertere Dinge angehen. Roddenberry wurde krank, schraubte sein Engagement zurück und verstarb am Ende. Was waren Ihre Gedanken, als der Staffelstab weitergegeben wurde, bezüglich dem Verfolgen seiner Vision im Kontrast zu dem, was getan werden musste, damit die Serie funktioniert, beziehungsweise Ihrem etwaigen Drang, der Serie Ihren Stempel aufzudrücken?

Berman: Es kam mir nie so vor, als ob ein Staffelstab übergeben worden wäre. Das hört sich im Nachhinein alles großartig an, aber die Dinge sind niemals so klar, wie sich das jetzt anhört. Als die ersten Jahre von "Next Generation" ins Land gingen, hat Bob Justman die Serie verlassen und Maurice Hurley und ich haben weitergemacht. Und dann ist Maurice auch gegangen und ein Bursche namens Michael Wagner wurde angeheuert. Ihn hielt es nur eine sehr kurze Zeit, und dann kam Michael Piller. Gene fand es gut, dass ich mich um das Tagesgeschäft gekümmert habe, was er zuvor zwei Jahre lange gemacht hatte. Er zog sich daraus zurück. Er ist jeden Tag ins Büro gekommen. Er hat mit vielen Leuten korrespondiert. Er und ich redeten viel. Er las ein paar Drehbücher. Aber sein Engagement wurde immer weniger, als die Monate vorübergingen.

"Ich sehe mich nicht - und sah mich auch nie - als einen Visionär, welcher der Serie seine Ideen aufdrücken will."

Dann ist er krank geworden und sein Engagement wurde sehr viel weniger. Zu der Zeit, als er dann verstorben ist, könnte man wahrscheinlich sagen, dass ich den Laden zusammen mit Michael Piller geschmissen habe. Und zu dieser Zeit wurde ich von [dem damaligen Studio-Chef, Anm. d. Red.] Brandon Tartikoff gebeten, eine neue Serie zu entwickeln. Das war etwas, was ich mit Gene diskutiert hatte und er war der Sache gegenüber sehr positiv eingestellt. Aber er war zu der Zeit schon sehr krank, und deswegen war er nicht daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, was es sein würde und worum es gehen würde. Ich denke gerne, dass er Vertrauen in uns beide hatte, Michael und mich. Ich hab Michael dann gebeten, mit mir an dem zusammenzuarbeiten, was später "Deep Space Nine" werden sollte.

Als Gene nun starb, habe ich es nicht in dem Sinne wahrgenommen, dass nun plötzlich eine riesige Verantwortung auf meinen Schultern lasten würde. Ich habe den Job gemacht, den ich schon seit ein paar Jahren gemacht hatte und Gene war gewissermaßen bereits der emeritierte Produzent der Serie. Ich hatte absolut keine Absicht, "Star Trek" meinen Stempel aufzudrücken. Mein Interesse lag darin, weiterhin zu versuchen, mein Bestes zu geben und die besten Leute, die ich kriegen kann anzuheuern, um das mit der Serie "Star Trek: The Next Generation" zu machen, was Gene vorhatte. Es war meine Hoffnung, dass die Richtung, die wir mit "Deep Space Nine" und von da mit den anderen Serien eingeschlagen haben, etwas gewesen ist, von dem er gedacht hätte, dass es die richtige Richtung ist. Ich sehe mich nicht - und sah mich auch nie - als einen Visionär, welcher der Serie seine Ideen aufdrücken will. Ich wollte immer so getreu wie möglich Genes Vision gegenüber sein, und das ist etwas, womit ich immer leben konnte.

Rick Berman
StarTrek.com: Warum wurde Ron Jones, der die Musik für TNG komponiert hat, nach dem Tod von Gene Roddenberry rausgeschmissen?

Berman: Auf mehreren Webseiten, eine davon war Wikipedia, habe ich ein paar sehr unschöne Dinge gelesen, die Ron Jones über mich gesagt hat. Die Quintessenz war immer, dass seine Musik zu gut war und ich kein Interesse hatte an guter Musik. Das ist beleidigend und auch absurd. Die Musik bei "Star Trek" war etwas, das ich zusammen mit Peter Lauritson überwacht habe. Peter war in das Heuern und Feuern von Musikern eingebunden von der ersten Episode "Next Generationen" bis zur letzten Folge von "Enterprise". Ron ist zu unserem Team gestoßen, ich habe vergessen, wann genau das war, und er hat mehrere Episoden bearbeitet. Wir kamen gut miteinander aus. Und irgendwann, weil es auch andere Komponisten gab, die wir ausprobierten und für eine oder dutzende Folgen engagierten, kamen wir zu dem Punkt, wo weder Peter noch ich mit Rons Arbeit zufrieden gewesen sind.

Ich glaube mich zu erinnern, zu dieser Zeit zu jemand gesagt zu haben, dass er die Art von Musikuntermalung macht, welche Aufmerksamkeit auf sich selbst zieht. Das heißt natürlich nicht, so wie manche Leute es interpretiert haben, dass ich niveaulose und langweilige Musik wollte. Was es bedeutet ist, dass die Musikuntermalung dazu da ist, die laufende Szene zu unterstützen. Die Szene ist nicht dazu da, die Musik zu unterstützen. Und Rons Zeug wurde zu groß und ein bisschen überladen. Es war eine Entscheidung, die Peter und ich getroffen haben, dass wir einen anderen Komponisten engagieren würden. Ich denke, Ron war ein sehr guter Komponist. Ich dachte nicht, dass er auf dem gleichen Level wie Dennis McCarthy oder Jay Chattaway war, die wir sehr oft engagiert haben. Aber wir entschieden uns dazu, mit anderen Komponisten weiterzumachen.

Die TNG-Kinofilme

StarTrek.com: Sie haben die vier "Next Generation"-Filme produziert. Wir werden Ihnen die Titel sagen und Sie teilen uns bitte Ihre Gedanken und/oder Erinnerungen über die Konzepte hinter den Filmen, die einzelnen Produktionen und die Endresultate mit. Zuerst kommt "Treffen der Generationen" ...

Berman: Es war ein bisschen naiv von mir und Brannon [Braga] und Ron [Moore] in das Filmgeschäft einzutauchen mit nur sehr wenig Erfahrung darüber, wie es funktioniert. Wir haben uns ein wenig mit [dem potenziellen Regisseur] Leonard Nimoy verkracht. Im Nachhinein gesehen ging es um die prozeduralen Elemente der Frage, inwiefern sich die Entwicklung, das Schreiben, das Produzieren und das Regieführen zwischen einem Spielfilm und einer Fernsehserie unterscheiden. Das Resultat davon war, dass wir David Carson auswählten, um bei "Treffen der Generation" Regie zu führen. Wir haben eine Menge Kritik dafür bekommen, wie wir mit Kirk umgegangen sind. Das fand ich bedauerlich. Soweit es die Fans von "Next Generation" betrifft, war Kirk schon für viele Jahre tot. Es war schließlich ein Jahrhundert später. Wir dachten uns: "Wäre es nicht großartig, wenn wir irgendwie den Staffelstab weitergeben könnten? Irgendwie Kirk und Spock und die anderen einfließen lassen, einen Weg finden, die beiden Generationen quasi zu verheiraten?"

Kirk und Picard vereint in "Treffen der Generationen"
Und daraus wurde die Idee des Nexus geboren und die des Energiebandes, und dass Kirk eigentlich nicht gestorben ist und dass er für ein letztes großes Abenteuer zusammen mit Picard zurückkehrt. Das war unsere Art und Weise, uns vor der Mannschaft der Classic-Serie zu verbeugen und ihnen unseren Respekt entgegenzubringen. Aber es wurde von einer Menge Leute aufgefasst, als ob wir gegen die Gesetze der Serie verstießen, indem wir Kirk töten, wo er doch höchstwahrscheinlich sowieso schon seit Jahrzehnten tot war, zumindest soweit das irgendjemand weiß. Die Szene, die für seinen Tod geschrieben wurde, war irgendwie mitleiderregend und schwach und wir sind am Ende zurückgegangen und haben unser Bestes gegeben, um es dramatischer zu machen. Es war das erste Mal für viele von uns, es hat Geld eingebracht und am Ende war es gar kein so schlechter Film, zumal wenn man den Umstand bedenkt, dass es unser erster Film außerhalb des Fernsehens war.

StarTrek.com: "Der erste Kontakt"...

Berman: Alles, was vielleicht beim ersten Film schiefgelaufen ist, hat beim zweiten geklappt. Es waren zum größten Teil die gleichen Leute dabei. Anstatt David Carson wiederzuholen, heuerten wir Jonathan Frakes an, um Regie zu führen. Es war eine riskante Entscheidung. Er war jemand, der noch nie zuvor bei einem Spielfilm Regie geführt hatte. Er hatte im Grunde vier oder fünf Jahre lange bei Fernsehepisoden Regie geführt, zusammen mit seiner Rolle in "Next Generation". Die Geschichte wurde von den gleichen drei Leuten entwickelt - Ron Moore, Brannon [Braga] und mir, und das Drehbuch wurde von den gleichen beiden Leuten geschrieben [Moore und Braga]. Es hat einfach auf so vielen verschiedenen Ebenen funktioniert. Es war spannend. Es gab eine Menge erinnerungswürdiger Sachen. Leute wie James Cromwell haben ein ganzes Element zu der Geschichte von Trek beigetragen, das ich faszinierend fand. Alice Krige hat einen wunderbaren Job als Borgkönigin gemacht. Es ging zwar um Zeitreisen und die Rettung der Erde, aber es hat funktioniert und eine Menge Geld eingespielt für das Studio, also waren sie sehr glücklich.

StarTrek.com: "Der Aufstand" war nicht so erfolgreich wie die anderen, aber die Stimmen unter den Fans, die sagen, dass er unterbewertet ist und dass er derjenige "Next Generation"-Film war, der am nächsten am Geiste der Serie dran war, werden immer lauter. Ihre Gedanken dazu?

Berman: Ich war in einer interessanten Situation. Ron und Brannon waren sehr mit "Voyager" und "Deep Space Nine" beschäftigt und nicht wirklich daran interessiert, einen weiteren Film zu machen. Ich bin zu Michael Piller gegangen, der zwar schon eine Weile von Trek weg war, aber er war ein enger Freund von mir und hatte schon viele Jahre mit mir zusammen gekämpft. Michael willigte ein, die Geschichte für den nächsten Film zu schreiben. Er entwickelte eine Geschichte, die das Dunkelste war, was ich je gelesen habe. Wenn man es gelesen hatte, wollte man sich eine Pistole besorgen und sich erschießen.

"Michael Piller entwickelte eine Geschichte, die das Dunkelste war, was ich je gelesen habe. Wenn man es gelesen hatte, wollte man sich eine Pistole besorgen und sich erschießen."

Er malte sich etwas aus, so ungefähr wie "Apocalypse Now", beziehungsweise das Buch, auf dem der Film basiert, "Herz der Finsternis". Er wollte eine Geschichte darüber erzählen, wie Picard alles verliert: sein Schiff, seine Mannschaft, seinen Rang bei der Sternenflotte, er verliert einfach alles außer seinem Sinn dafür, was richtig ist und seine Integrität, und am Ende hat er auch nichts mehr außer dieser. Als die Leute vom Studio die Geschichte gelesen haben, hatten sie die gleiche Reaktion wie ich, welche war, dass die Geschichte einfach nichts mit dem zu tun hatte, wie ein "Star Trek"-Film sein sollte, und dass es sehr düster und sehr depressiv war. Das war irgendwie Michaels Art. Er wollte eine zutiefst dramatische und düstere Geschichte erzählen.

Was also passiert ist, war, dass wir angefangen haben, es zu reparieren. Das Drehbuch hatte am Ende Eingaben von Patrick Stewart, vom Studio, von mir und langsam fing die Geschichte an, sich zu verwandeln. Ich denke vielleicht ist es bisschen wie bei dem Sprichwort "Ein Kamel ist ein Pferd, das von einem Ausschuss entworfen wurde". Anstatt die Idee zur Seite zu legen und sich etwas Neues zu überlegen, haben wir die Geschichte genommen und angefangen sie zu ändern und zu verbiegen und sie peppiger zu machen. Ich denke nicht, dass das Drehbuch jemals richtig fertig geworden ist. Jonathan wurde ein weiteres Mal auf den Plan gerufen, um Regie zu führen. Er hat eine sehenswerte Arbeit abgeliefert. Wir konnten F. Murray Abraham gewinnen, der zu dieser Zeit groß im Geschäft war, und einige weitere wunderbare Schauspieler. Aber am Ende konnte der Film nicht ganz in die Fußstapfen von "Der erste Kontakt" treten.

StarTrek.com "Nemesis"...

Berman: "Nemesis" wird mich immer verblüffen. Patrick und Brent kamen eines Tages in mein Büro. Das ist jetzt etwas, worüber ich noch nie wirklich geredet habe ... Der Chef vom Studio hatte versucht, mich davon zu überzeugen, einen Film ohne die "Next Generation"-Mannschaft zu machen. Das Befinden war: "Diese Typen sind alle irgendwie älter geworden. Es ist an der Zeit für ein bisschen neues, frisches Blut." Sie vertraten den Standpunkt, dass ich losgehen sollte, um einen neuen Tom Cruise zu finden. Ich war aus zwei Gründen dagegen. Ein Grund war, dass, als wir diesen Film zu entwickeln anfingen, auch gerade die "Enterprise"-Serie anlief. Also stand das "Star Trek"-Publikum kurz davor, eine ganz neue, junge Crew im Fernsehen vorgestellt zu bekommen. Und für uns gleichzeitig eine ganze Reihe neuer junger Charaktere in einem Film einzuführen, war für mich der blanke Wahnsinn. Der andere Grund war, dass ich der Meinung war, dass nach vier Jahren Abstinenz die Leute Patrick, Brent, Jonathan und die anderen wiedersehen wollten. Ich hätte mich bei einer oder beiden Sachen irren können, aber ich war sehr stark davon überzeugt, dass wir einen weiteren "Next Generation"-Film machen sollten.

"Nemesis"-Autor John Logan
Patrick und Brent kamen eines Tage in mein Büro mit einem jungen Mann namens John Logan, der seitdem ein guter Freund von mir geworden ist. John war ein großartiger Autor. Er hatte die Drehbücher für ein paar gute Filme geschrieben. Er hatte Verträge für weitere große Filme in der Tasche. Brent, Patrick und Logan kamen mit ein paar Ideen an, an welchen wir arbeiteten und sie änderten. Ich dachte, das sei sehr aufregend. Anstatt Leute wie Ron, Brannon oder Michael anzuheuern, Leute, die alle schon seit vielen Jahren mit Trek-Fernsehen in Verbindung standen, hatten wir hier einen frischen, hochgelobten Hollywood-Autor, der auch noch zufällig ein großer Fan von "Next Generation" war. Das Studio kam zu mir und sie ... verlangten nicht, dass ich Stuart Baird [als Regisseur] nehmen sollte, aber sie waren irgendwie doch sehr überzeugend darin, dass ich Stuart Baird beauftragen sollte. Stuart war ein englischer Regisseur. Er hatte zwei gute Filme gemacht. Er war ein Weltklasse-Film-Editor.

Der Gedanke war also: "Das ist großartig. Wir machen einen Film mit einem franchisefremden Regisseur und einem franchisefremden, erstklassigen Autor, einem, der 'Star Trek' wirklich kennt und liebt." Also hatten wir den Autor, der Trek kennt und den Regisseur, der nicht viel über Trek weiß, aber dafür eine Menge über Action. Ein Drehbuch wurde geschrieben, aber es war viel zu lang und wortreich. Es war immer ein bisschen zu shakespearisch. Die ganze Idee eines Picard-Klons ... es ging von Picards Sohn zu einem Picard-Klon, der genauso alt wie Picard ist, wo Patrick beide Charaktere spielen würde. Letztendlich einigte man sich auf den Tom-Hardy-Charakter, der ein Klon von Picard war, aber keiner, der genauso aussah. Es mussten eine Menge angebrachte Zweifel bei der Wahl des Schauspielers überwunden werden. Offensichtlich sah Tom nicht wirklich wie Patrick aus, deshalb war es ein bisschen schwierig zu verkaufen. Aber wir haben sehr hart daran gearbeitet. Es gab ein paar Probleme mit Stuart [Baird] und der Besetzung. Es gab einige Spannungen und ein kleines bisschen Stress während der Produktion. Der Film war viel zu lang und wurde zusammengeschnitten. Es war zu wortreich und wurde deshalb ausgedünnt.

Aber jeder vom Studio bestätigte mir, dass wir einen wirklich guten Film geschaffen hatten. Und niemand kam, um ihn sich anzusehen. Es war nicht mal eine Frage von guten Kritiken. Jeder "Star Trek"-Film lief an und hatte ein riesiges Startwochenende, außer dieser. Warum? Ich verstehe und würdige die Kritik bezüglich der Produktion oder des Drehbuchs. Aber bis zu diesem Tage habe ich Schwierigkeiten zu verstehen, warum er so schlecht angenommen wurde. John ist weitergezogen, um große Filme zu schreiben. Er schreibt den neuen "James Bond"-Film. Er beendet gerade die Produktion von einem weiteren Martin-Scorsese-Film, an dem er mitgearbeitet hat. Aber der Film ist nach hinten losgegangen und es gibt sicherlich eine Menge Platz für Diskussionen nach dem Warum. Es war traurig und verblüffend für mich.

StarTrek.com: Im Allgemeinen, warum denken Sie, sind manche Fans so superkritisch über jedes kleine Detail von "Star Trek"?

Berman: Lassen Sie uns einfach mal auf die Definition des Wortes Fan schauen. Ich denke die große Mehrheit der Fans von "Star Trek" ist nicht überkritisch. Sie sind vielleicht kritisch in Bezug auf gewisse Themen. Aber es gibt eine gewisse Gruppe vom harten Kern, die Probleme mit Dingen haben. Brent Spiner hat mich ein paar Tage besucht und eines der Dinge, die wir diskutiert haben, war der Umstand, dass ich dafür kritisiert worden bin, dass ich seinen Charakter Data umgebracht habe. Die Ironie an der Geschichte ist, dass es eine Bedingung von Brent um bei "Nemesis" mitzumachen war, dass sein Charakter sterben würde. Er hat darauf bestanden. Und da wir wussten, das es höchstwahrscheinlich der letzte "Next Generation"-Film sein würde und da John Logan es eingebaut hat, das Data wiedergeboren würde, zumindest auf eine gewisse Art und Weise, haben wir es am Ende akzeptiert. Dann fingen Leute an, mich dafür zu kritisieren.

Das gleiche gilt für Kirk. Wie wir schon im Interview diskutiert haben, war Kirk, soweit irgendjemand wusste, schon seit hundert Jahren tot, als die Planungen für "Treffen der Generationen" anfingen. Die Idee, dass er in den Nexus eingetaucht war und nicht tot war und wir ihn zurückbringen würden und mit Picard zusammentreffen lassen würden, war etwas, dem das Studio sehr positiv gegenüberstand und auch Bill Shatner fand das gut. Und es war unsere Art und Weise, der Classic-Serie unseren Respekt zu zollen, da es ursprünglich nur ein "Next Generation"-Film werden sollte. Aber wieder wurde ich dafür kritisiert, dass ich Kirk getötet habe. Und dann die ganzen Sachen mit der Kontinuität. Alle Einzelheiten von allen "Star Trek"-Serien seit dem Anfang 1966 bis zur Gegenwart richtig hinzubekommen, so dass es keinerlei Widersprüche gibt, ist sehr, sehr schwierig. Es gab Zeiten, wo wir uns darüber hinweggesetzt haben und viel Kritik dafür einstecken mussten. Am Ende haben wir immer versucht alles richtig zu machen, aber manchmal hat es einfach nicht geklappt.

Deep Space Nine

StarTrek.com: Lassen Sie uns über DS9 reden. Mit einer Raumstation, Geschichten über Krieg, Politik und Religion, einer unbändigen Mannschaft und einem farbigen Kommandanten - in wie weit waren Sie darauf vorbereitet, dass ein Teil der Anhängerschaft sagen würde, dass die Serie nicht mehr wie das "Star Trek" ihrer Väter ist?

"Vater und Sohn vollbringen gute Taten draußen in der Prärie."
Berman: Zu diesem Zeitpunkt war unsere größte Sorge, dass wir etwas Anderes machen wollten. Wir hatten eine Serie, die lief. Wir hatten keine Ahnung, wie lange genau die Serie noch laufen würde, aber wir wussten, dass sie zumindest noch einige Jahre weiterlaufen würde. Wir wollten keine weitere Mannschaft auf einem Raumschiff losschicken, solange die TNG-Crew noch auf der Enterprise umherflog. Michael [Piller] und ich haben viel Zeit damit verbracht, darüber nachzudenken. Eines der Dinge, die Brandon Tartikoff, welcher zu jener Zeit der Chef vom Studio war, vorschlug, war eine Serie, die er als Kind sehr mochte namens "Westlich von Santa Fé". Es geht um einen Vater und seinen Sohn, die draußen in der Prärie gute Taten vollbringen.

Das war eine Zeit, als die Vorstände vom Fernsehen am liebsten sagten, "Lassen Sie uns eine Mischung aus 'Die Partridge Familie' und 'Vater Knows Best' machen." Roddenberry hatte offenbar 20 Jahre vorher über die Idee "Wagon Train im Weltraum" gesprochen und DS9 war "Westlich von Santa Fé" im Weltraum. Ich denke, was Michael und ich am Ende davon übernommen haben, war die Idee von einem Vater und seinem Sohn und wir entschlossen uns dazu, die Geschichte eines Mannes zu erzählen, der kürzlich seine Frau verloren hatte, der sehr verbittert war, und der auf eine weit entfernte Raumstation versetzt wurde, die keine Einrichtung der Föderation war. Als Ergebnis davon konnten wir eine Menge Leute haben, die nicht von der Sternenflotte waren.

Eines der großen Probleme, das Michael und seine Autoren [von TNG] hatten, war, dass Gene daran glaubte, dass es im 24. Jahrhundert keine Konflikte mehr zwischen den Hauptcharakteren geben würde. Die Menschheit würde einen Punkt erreicht haben, an welchem es die Art von menschlichen Konflikten, die es heute gibt, nicht mehr geben würde. Aber die Autoren waren alle der Überzeugung, dass ein Drama sehr stark auf Konflikten basiert, und sie waren darüber sehr frustriert. Und sie waren oft frustriert von Anmerkungen, die sie von Gene bekamen, dass er keine Konflikte zwischen irgendjemand in der Sternenflotte haben wollte und insbesondere nicht zwischen den Hauptcharakteren der Serie. Deshalb haben Michael und ich uns gedacht, dass wenn wir die Serie auf einer bajoranischen Raumstation spielen lassen würden, wir Charaktere wie Odo und Quark und Kira haben könnten, welche nicht nur nicht menschlich sind, sondern auch kein Teil der Föderation und deshalb konnten Konflikte zwischen den Hauptfiguren existieren.

"Das Anheuern eines farbigen Schauspielers war eine Sache, die Michael Piller eine Menge bedeutete."

Die religiösen Elemente, die Sie angesprochen haben, waren nicht Teil unserer ursprünglichen Gedanken. Das waren Dinge, die sich entwickelt haben. Aber die Idee eines Wurmlochs, das zu einem anderen Teil der Galaxis führt, gab uns neues Futter. Soweit es das Anheuern eines farbigen Schauspielers betrifft, der Sisko spielt, war das eine Sache, die Michael Piller eine Menge bedeutete. Meine Einstellung dazu war, dass es großartig sein würde, wenn wir den richtigen Schauspieler finden würden. Aber wenn wir nicht den richtigen Schauspieler finden würden, wäre es nicht unbedingt notwendig, einen farbigen Schauspieler zu engagieren. Aber wir wollten unbedingt einen farbigen Schauspieler finden, der es durchziehen konnte, da es Zeit dafür war. Als wir Avery [Brooks] trafen, als er für die Rolle vorsprach, fühlten wir, dass das ein Slam Dunk war.

StarTrek.com: Was kommt Ihnen heutzutage in den Sinn, wenn Sie an DS9 denken?

Berman: Ich habe viel darüber gelesen, dass es Spannungen zwischen mir und Ira Behr und seiner Schreibmannschaft gab. Ich habe viel darüber gelesen, dass Ira mich getäuscht und ausgetrickst hat und mich dazu brachte, Dinge zu tun, die ich nicht wollte. Ich finde das ein bisschen verletzend, da es im Großen und Ganzen nicht wahr ist. Ira hatte eine sehr spezielle Vorstellung davon, wie er die Serie leiten wollte. Das war, nachdem Michael uns verlassen hatte. Und es gab gewisse Dinge, mit denen ich übereinstimmte. Tatsächlich stimmte ich zum größten Teil den Sachen zu, die er und seine Leute machten. Aber es gab auch bestimmte Dinge, mit denen ich nicht einverstanden war, und da ich einer der beiden Schöpfer der Serie war und noch dazu der ausführende Produzent, fühlte ich, dass ich das Recht hatte, Ira meine Meinung zu sagen. Leider hat es sich im Laufe der Jahre so eingebürgert, dass die Leute denken, dass Ira mich ausgetrickst hat oder dass er mir weißgemacht hatte, er würde X tun nur um dann Y zu machen. Ich war nie ganz so blöd.

"Ich war nie ganz so blöd."

Es gibt Dinge, an die ich mich erinnere, zum Beispiel der Tod von Dax, wo wir nicht einer Meinung waren. Ich war der Meinung, dass nach all den Jahren, die dieser Charakter mit der Serie verbracht hatte, es falsch für sie war, so einen schnellen und sinnlosen Tod zu sterben. Ich wollte etwas, das ein bisschen mehr heroisch ist. Als Nog [Aron Eisenberg] bei einer Explosion seine beiden Beine verlieren sollte, fand ich das ein bisschen zu brutal. Es gab eine Menge Unstimmigkeiten über diese Sache und am Ende kamen wir zu dem bizarren Kompromiss, dass er ein Bein verlieren würde und dann eine Prothese bekommen würde im Gegensatz zum Verlieren beider Beine. Im Nachhinein hört sich das sehr lustig an. Die ganze Idee des Dominion-Krieges, die Idee, dass Ira einen Storybogen haben wollte, der eine Staffel oder länger ist, darüber hatten er und ich eine Menge Meinungsverschiedenheiten. Und all das basierte bloß auf dem Umstand, dass Gene mir ganz klar gesagt hatte, dass er nicht wollte, dass "Star Trek" eine Serie über intergalaktische Kriege und Kriege zwischen Völkern ist. Er wollte nicht, dass es darum geht, dass Menschen Kriege gegen andere Spezies führen.

DS9-Autor Ira Behr
Ich war der Meinung, dass dieser ganze Storybogen über diesen Krieg etwas war, was man in einem halben Dutzend Episoden abhandeln konnte. Ira war anderer Meinung und er hat es vorangetrieben. Es ging länger als ich gehofft hatte, dass es gehen würde, aber es war jetzt keine Situation, in der man sagen würde: "Wow, Ira ist jetzt schon bei der neunten Episode und Rick dachte, dass er nur vier machen würde." Ich meine, ich habe jede Geschichte gelesen. Ich habe jedes Drehbuch gelesen. Ich habe jede Geschichte und jedes Drehbuch mit Ira und wer auch immer der Autor war diskutiert. Ich war mir darüber im Klaren. Ich war nicht unbedingt glücklich darüber, dass es so lange gedauert hat, wie es getan hat. Aber das sind nun mal die Arten von Meinungsverschiedenheiten, die Leute, die an einer Fernsehserie arbeiten, haben.

Ich denke, die Sache, auf die ich am meisten stolz bin, ist die Besetzung. Ich denke, René Auberjonois, [Alexander] Siddig, Armin Shimerman, Nana Visitor, Colm Meaney, Avery Brooks ... waren ein paar der besten Schauspieler, die wir jemals bei "Star Trek" hatten. Es war eine brillante Besetzung. Sie haben zusammengepasst. Es hat Klick gemacht. Die Beziehungen zwischen den Charakteren - wie zum Beispiel Quark und Odo oder O'Brien und Sisko oder Sisko und Jake [Cirroc Lofton] - waren wundervoll und ziemlich einzigartig und stechen als einige der besten von allen "Star Trek"-Serien heraus. Dank Ira und seiner Mannschaft von Autoren war es anders. Es war immer noch "Star Trek", aber es war grundlegend anders als TNG.

Rick Berman mit seinem langjährigen Kollegen Brannon Braga
StarTrek.com: Es gab angeblich eine Rivalität zwischen den Fans von "Star Trek" und "Babylon 5". Wussten Sie davon? War es ihnen egal? Oder war es vielleicht mehr zwischen den Fans der Serien?

Berman: Es war nur eine Sache zwischen den Fans. Es gab eine Zeit, ich weiß nicht genau, ob es Straczynski war oder andere Leute, zu der gesagt wurde, dass er mit einer Idee, welche ähnlich der von "Deep Space Nine" war, an Paramount herangetreten ist und dass diese abgelehnt wurde, und oh - wer hätte das gedacht - ein Jahr später oder so wurde "Deep Space Nine" ausgestrahlt. Die Implikation war also, dass Michael Piller und ich vielleicht die Idee oder Teile davon gestohlen haben. Das hat Michael und mich immer sehr amüsiert, weil es komplett unwahr ist. Wir hatten keinerlei Kenntnis über diesen Herren. Falls er etwas bei Paramount eingereicht hat, haben wir nie davon gehört.

Die Serie "Deep Space Nine" wurde kreiert von Michael, mir und Brandon Tartikoff, welcher zu jener Zeit der Chef von Paramount war, ohne dass wir Straczynski gekannt hätten oder auch nur einen seiner Vorschläge. Als wir also beschuldigt wurden, seine Ideen gestohlen zu haben, fanden wir das ein bisschen traurig, aber gleichzeitig hat es uns auch amüsiert.

Voyager

StarTrek.com: Lassen Sie uns zu "Voyager" übergehen und wohl zur wichtigsten Entwicklung kommen. Jennifer Lien verließ die Serie und Jeri Ryan kam dazu. Einige Leute dachten, dass das eine geniale Idee war, während andere dachten, dass man es sich mit dem Auftauchen eines solch sexy Charakters zu einfach machte. Wenn Sie darauf zurückschauen: War es die richtige Entscheidung?

Berman: Ich denke schon. Dem Studio lag viel daran, einen oder mehrere Charaktere loszuwerden, als die Einschaltquoten zu fallen begannen. Der Charakter, auf den man sich leider festlegte, war Jennifer. Die Idee, eine Ex-Borg an Bord zu holen, welche als Kind von den Borg assimiliert wurde, gab uns eine riesige Menge von Sachen, mit denen wir arbeiten konnten. Jeri stieß dazu und sie war sehr sexy, aber sie war auch eine sehr gute Schauspielerin. Bis heute ist sie eine sehr gute Schauspielerin. Dann sagten wir uns: "Ach was solls!" Es gab Beschwerden, dass die Quoten in den Keller gingen. Wir hatte eine wundervolle Schauspielerin, die zu uns gestoßen war, und wir gingen zu Bob Blackman, unserem Kostümdesigner und sagten: "Schau, was du tun kannst, damit sie fabelhaft aussieht." Und sie sah fabelhaft aus. Ich glaube nicht, dass wir eine Menge Vorteile davon gehabt haben, dass sie so sexy aussah, außer dem Umstand, dass sie ein umwerfendes Outfit trug.

"Dann sagten wir uns: Ach, was solls!"
StarTrek.com: Insgesamt, wie zufrieden waren Sie mit "Voyager"?

Berman: Es war schwierig. Wir hatten gerade TNG beendet und DS9 war im dritten Jahr und sie wollten sofort eine neue Serie, um den Platz von TNG einzunehmen. Wir baten sie, ein paar Jahre zu warten. Sie sagten: "Wir haben gerade alle diese Sendeplätze zur Verfügung. Wir wollen sie nicht verlieren." Ihnen lag sehr viel an einer neuen Serie. Der Umstand, dass TNG, eine schiffsbasierte Serie, auslief und dass wir noch eine Raumstation-basierte Serie am Laufen hatten, bedeutete, dass die offensichtliche Sache die zu tun war, ein neues Schiff zu erschaffen, und das haben wir mit der Voyager auch getan. Wir überlegten uns eine Voraussetzung, die wie ich denke unverbraucht war oder aber auf jeden Fall anders. Wir wollten nicht einfach nur ein neues Schiff haben und es Voyager anstatt von Enterprise nennen und es mit einer Mixtur aus Menschen und Außerirdischen bestücken.

Bei der Erschaffung dieser Serie bat ich Jeri Taylor und Michael [Piller], mich zu unterstützen. Die ganze Idee war, in einen weitentfernten Teil der Galaxie geschleudert zu werden und außerhalb der Reichweite von der Sternenflotte zu sein, weit entfernt von Anweisungen und Regeln zu sein, in gewissem Sinne, und die Notwendigkeit sich mit dem Maquis zusammenzutun, was wir in der Pilotfolge machten. Und dann diese Idee, um jeden Preis zurückzukehren - Fragezeichen, es sollte nicht um jeden Preis sein -, ich denke, das alles erlaubte es uns, jede Menge neue Sachen auszuprobieren und das war wichtig. Wir waren uns alle darüber im Klaren, dass diese Dinge langweilig werden könnten. Eine Menge Autoren waren die gleichen und es gab auch viele neue, aber wir wollten nicht TNG noch einmal machen.

"Dem Studio lag viel daran, einen oder mehrere Charaktere loszuwerden, als die Einschaltquoten zu fallen begannen."

Zu diesem Punkt, gerade als wir "Voyager" kreierten, waren wir auch dabei, "Treffen der Generationen" zu schreiben und zu produzieren und dann zwei Jahre später "Der erste Kontakt". Also haben wir Filme mit der TNG-Mannschaft gemacht, wir hatten DS9 in den letzten drei oder vier Jahren und plötzlich wurden wir noch gebeten, eine neue Serie zu machen, "Voyager". Es gab sogar Gerüchte gegen Ende von "Voyager", dass sie wollten, dass wir eine weitere Serie machen, bevor "Voyager" zu Ende war. Aber ich habe mich geweigert. Ich sagte, frühestens würden wir damit beginnen, nachdem die Voyager zurückgekehrt ist. Ich denke, sie wollten eine ein- oder zweijährige Überlappung.

Außerdem, irgendwo dazwischen wurde ein IMAX-Projekt entwickelt und am Ende konnte sich das Studio nicht mit den IMAX-Leuten einigen. Das war in den frühen Tagen von IMAX. Das war vor der heutigen Zeit, wo die Filme alle in 3D rauskommen. Aber es war ein großartiges Drehbuch und sicherlich etwas, was sehr spannend gewesen wäre zu realisieren. Und gleichzeitig war ich noch damit beschäftigt, die ganze "Experience"-Show in Las Vegas zusammenzustellen. Es war also eine sehr, sehr geschäftige Zeit und es war zwingend erforderlich für alle, ihr Bestes dafür zu geben, damit die Serie nicht langweilig und wiederholend wird. Aber es wurde schwieriger und schwieriger.

StarTrek.com: Wünschen Sie sich, dass "Voyager" und "Enterprise" zuerst in regionalen Sendern ausgestrahlt worden wären, genau wie "Next Generation" und "Deep Space Nine" anstatt auf einem niedrig bewerteten Netzwerk wie UPN?

Berman: Wissen Sie, das ist eine Frage, die ich mir oft stelle. Nach sieben Jahren regionaler Ausstrahlung von "Next Generation" und "Deep Space Nine" hatte sich das Studio dazu entschlossen, das United Paramount Network (UPN) zu gründen und die Vorzeigeserie sollte "Voyager" sein. Es gab keine Diskussion darüber. Alles in allem würde es der regionalen Ausstrahlung sehr ähneln, aber man hätte einen Sender, der dabei helfen würde, Werbung für die Serie zu machen.

Als es an der Zeit war, "Enterprise" zu machen, bekam ich Anrufe von den Chefs von FOX und NBC und beide fragten mich, ob sie die Serie bekommen könnten. Ich ging zu den Leuten von Paramount, ein bisschen aufgeregt, und ihre Haltung war, dass sie es nicht machen könnten, dass sie UPN treu sein müssten, da es schließlich ihr Baby war. Also verblieb "Enterprise" wie auch schon "Voyager" bei UPN. Allerdings gab es bei UPN Änderungen bei den Besitzverhältnissen und bei der Besetzung des Vorstandes. Es entwickelte sich langsam mehr in Richtung eines Teenager- und Frauensenders im Gegensatz zu den Anfängen mit "Voyager". Das Ergebnis davon war, dass es schwierig für uns war, da die Serie auf einem Sender ausgestrahlt wurde, dessen Zuschauer nicht übermäßig an "Star Trek" interessiert waren und das hatte wiederum Auswirkungen auf unsere Einschaltquoten.

Zu welchem Grad es unsere Quoten beeinflusste, weiß ich nicht. Wenn wir die Serie im Regionalmarkt ausgestrahlt hätten, wäre sie dann besser gelaufen? Wäre es besser gelaufen wenn, wir zu FOX oder NBC gegangen wären? Es ist müßig, darüber zu diskutieren und pure Spekulation.

Enterprise & das Ende einer Ära

StarTrek.com: Was war damals Ihre Haltung gegenüber "Enterprise"?

Berman: Ich war zögernd. Ich wurde sehr oft zitiert mit den Worten, dass man zu oft mit dem Krug zum Brunnen gehen kann oder der goldenen Gans zu viele Eier wegnehmen kann, aber die höheren Mächte - die damals am Drücker saßen - haben es mir gegenüber sehr deutlich gemacht, dass wenn ich es nicht tun würde, sie jemand anders damit beauftragen würden. Und da ich noch nie etwas zusammen mit Brannon [Braga] entwickelt hatte, mit dem ich aber schon sehr gut zusammengearbeitet hatte, dachte ich mir, es könnte Spaß machen, zusammen mit ihm eine Serie zu entwickeln und daraus wurde "Enterprise".

StarTrek.com: Das Konzept, an die Anfänge zurückzukehren, klang so vielversprechend, aber die Fans haben "Enterprise" nie so mit offenen Armen empfangen, wie sie es mit den anderen Serien gemacht haben. Angenommen, Sie stimmen mit dieser Aussage überein, warum fühlten sich Trek-Fans nicht auf die gleiche Art und Weise mit "Enterprise" verbunden, wie sie es mit den vorherigen Serien getan haben?

"Es gab einfach zu viel zur selben Zeit. Es war die vierte 'Star Trek'-Serie in einem Jahrzehnt."

Berman: Ich denke, dass alles, was Sie gerade gesagt haben, wahr ist. Ich denke "Enterprise" wurde schon begeistert angenommen, aber von einem viel kleineren Publikum. Sie wurde nicht von vielen Leuten mit offenen Armen empfangen. Es gibt eine Vielzahl von möglichen Gründen dafür, über welche man spekulieren könnte. Ich dachte immer, dass wer auch immer es war, der den Ausdruck "Franchise-Müdigkeit" geprägt hat, Recht hatte, denn davon gab es zweifelsfrei etwas. Es gab einfach zu viel zur selben Zeit. Damals war gerade DS9 ausgelaufen, "Voyager" lief noch, ein dritter TNG-Film kam gerade ins Kino und es gab definitiv das Gefühl, dass wir es vielleicht übertreiben. "Oh mein Gott, schon wieder eine 'Star Trek'-Serie." Es war die vierte "Star Trek"-Serie in einem Jahrzehnt.

Bakula: Zugpferd der neuen Serie
Die Idee mit den Anfängen, fand ich, war eine gute Idee. Nach "Voyager" wären wir definitiv nicht hingegangen und hätten gesagt: "Okay, jetzt ist es Zeit für eine neue Serie. 'Voyager' läuft im Mai aus und im September bekommt ihr eine neue Mannschaft auf einem neuen Schiff im gleichen Jahrhundert". Die Idee zurückzugehen und etwas darüber zu lernen, wie es für die ersten Leute im Weltraum war ... es hörte sich nach einer großartigen Idee an.

Scott Bakula hatte eine gute Beziehung zu Kerry McClugagge, welcher zu dieser Zeit das Studio geleitet hat, und er war der erste große Name, der daran interessiert war, eine Serie mit uns zu machen. Er war ein Schauspieler, den ich in seinen vorhergehenden Rollen sehr gemocht habe. Also dachten wir uns, dass wir etwas zusammenstellen würden, das erneut unverbraucht und einzigartig sein würde mit ein paar wundervollen neuen Schauspielern [um Bakula]. Die Serie hatte auf jeden Fall einen guten Start. Sie hat sehr gute Kritiken bekommen und ein riesiges Publikum gehabt für die ersten sechs Folgen - und dann ging es bergab. Ich könnte dafür die Schuld auf mich nehmen. Ich könnte auch den Drehbüchern die Schuld geben. Ich könnte es auf die Franchise-Müdigkeit schieben. Ich weiß nicht, warum es nicht funktioniert hat.

StarTrek.com: Wir wollen ja nicht auf "Enterprise" herumhacken, aber wir müssen noch mal nach dem Finale fragen. "Dies sind die Abenteuer" war auf jeden Fall das umstrittenste Finale einer Trek-Serie. Einige Fans beschwerten sich darüber, dass es nur eine Stunde lang war, aber das größere Problem war, dass vier Jahre "Enterprise" in eine TNG-Folge gepackt wurden. Waren Sie überrascht von den feindseligen Reaktionen?

Berman: Total. Ich hätte es nie gemacht, wenn ich gewusst hätte, wie die Leute darauf reagieren. Als wir darüber informiert worden sind, dass es unsere letzte Staffel sein würde, hatten wir nicht mehr viel Zeit. Wir wussten, dass es vielleicht die letzte "Star Trek"-Folge für einige Zeit sein würde - und jetzt stehen wir hier sechs Jahre später. Es war also die letzte Episode für eine ziemlich lange Zeit. Es war eine sehr schwierige Entscheidung, wie man es beenden sollte. Das Studio wollte, dass es nur eine einstündige Folge sein sollte. Wir wollten, dass es besonders wird. Wir wollten, dass es etwas wird, woran man sich erinnern würde.

"Ich hätte 'Dies sind die Abenteuer' nie gemacht, wenn ich gewusst hätte, wie die Leute darauf reagieren."

Die Idee, mit der Brannon und ich an den Start gingen - und dafür übernehme ich die volle Verantwortung - hat eine Menge Leute stinksauer gemacht, und das hatten wir auf gar keinen Fall vor. Unser Gedanke war, diese Mannschaft zu nehmen und sie durch die Augen einer zukünftigen Generation zu betrachten, sie durch die Augen derjenigen Leute zu betrachten, welche vor 18 Jahren zuerst mit "Star Trek" in Berührung gekommen waren, also mit Picard und Riker und Data und so weiter; und die Geschichte von Archer und seiner Mannschaft zu sehen von da, wo sie waren zu dem Zeitpunkt, wo schlussendlich die Föderation gegründet würde, in einer Art magischen holographischen Geschichtsstunde.

Es hat sich wie eine großartige Idee angehört. Eine Menge Leute waren wütend darüber. Die Schauspieler, die meisten zumindest, waren sehr unglücklich. Im Rückblick war es eine schlechte Idee. Als wir sie entwickelten, waren wir mit unserem ganzen Herzblut dabei. Wir wollten die größtmögliche Huldigung und Ehrerbietung den Charakteren von "Enterprise" zukommen lassen wie nur irgendwie möglich. Aber weil Jonathan [Frakes] und Marina [Sirtis] die beiden Leute waren, die wir dazugeholt haben - und sie waren die beiden, die zurückschauten -, wurde es wahrgenommen als "sie beenden unsere Serie mit einer TNG-Folge". Ich kann verstehen, warum Leute sich so gefühlt haben. Zu viele Leute fühlten, dass dies der falsche Weg sei. Brannon und ich haben uns schrecklich gefühlt dafür, dass wir so viele Leute enttäuscht haben. Es ging nach hinten los, aber unsere Herzen waren definitiv am richtigen Platz. Es wurde einfach nicht auf eine Art und Weise akzeptiert, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Rick Berman (rechts) und Michael Piller (links) beim Besuch von US-Präsident Ronald Reagan (Mitte)
StarTrek.com: Sie haben gesagt, dass Sie nicht sehr viel über die Classic-Serie wussten, als sie bei "Next Generation" angefangen haben. Zurückblickend, denken Sie, dass das Ihrer Arbeit an "Enterprise" nachteilig war?

Berman: Nun ich kannte die Classic-Serie nicht, als Gene mich eingestellt hat. Ich würde sagen, zu der Zeit, wo wir mit "Enterprise" angefangen haben, hatte ich bestimmt zwei Drittel oder drei Viertel der Episoden gesehen. Außerdem war ich offensichtlicherweise mit allem vertraut, was bei "Next Generation", "Deep Space Nine" und "Voyager" passiert ist. Da wir ein Jahrhundert zurückgegangen sind vor die Zeit der Charaktere aus der Classic-Serie, hatte ich das Gefühl, dass ich genug wusste. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass uns Brannon, der das Autorenteam geleitet hat, Manny Coto, David Rossi und die anderen Autoren und Berater, wir hatten Leute wie die Okudas (Michael und Denise), auf jeden Fall in die richtige Richtung weisen würden, wenn wir Unsinn machten. Also war es keine große Beunruhigung für mich. Wenn wir Mist bauten, wenn Details auf der Strecke blieben, war das unglücklich, aber wir haben unser Bestes gegeben.

StarTrek.com: Was sind einige der Ideen, die Sie noch für "Enterprise" hatten, wenn die Serie nicht abgesetzt worden wäre?

Berman: Wir wollten eigentlich eine Serie entwickeln, bei der es in der siebten Staffel nur logisch gewesen wäre, die Föderation zu gründen. Das war etwas, was Manny Cotto, Brannon Braga und ich nicht explizit gesagt hatten, aber es war immer unser Ziel, das in der sechsten und siebten Staffel zu machen.

StarTrek.com: Wie hätte das Finale der vierten Staffel ausgesehen, wenn Sie nur zur fünften Staffel hätten überleiten müssen, anstatt die Serie zu beenden?

Berman: Wir hatten noch keine Idee. Soweit sind wir nicht gekommen. Wir waren gerade sechs oder sieben Folgen vor Staffelende, als uns die Nachricht ereilte, dass sie die Serie absetzen würden, und wir hatte noch nicht wirklich darüber entschieden, wie das Finale der vierten Staffel aussehen sollte. Es wäre vielleicht ein Cliffhanger geworden oder auch nicht. Aber wir hatten die Entscheidung noch nicht gefällt, als wir hörten, dass der Stecker gezogen worden ist.

StarTrek.com: Eine Menge Leute schätzen die Arbeit, die Sie, Piller und Braga gemacht haben, aber ein Teil der Fanbasis denkt, dass Sie zu lange dabei gewesen sind und/oder dass Sie zu lange gewartet haben, um Ira Behr, Manny Coto und so weiter die Serien leiten zu lassen. Was sagen Sie zu diesem Teil der Fans?

Berman: Das sind eine Menge verschiedener Sachen, die Sie da ansprechen. Soweit es "Deep Space Nine" betrifft, hat Ira die Serie geleitet. Es gab Zeiten, wie wir das bereits besprochen haben, in welchen meine Meinung und meine Mitwirkung bei der Serie es mir erlaubt haben, einige Änderungen vorzunehmen, mit denen Ira und seine Autoren nicht einverstanden waren. Aber das waren sehr wenige und es ist selten vorgekommen. Ira war der Prinz von "Deep Space Nine" vom dritten Jahr an, nachdem Michael sich ausgeklinkt hat.

"Manny Coto hat immer in Übereinstimmung mit Brannon und mir gearbeitet. Manny hat nie die Serie übernommen."

"Enterprise" ... die Autoren wurden von Brannon angeführt. Sicherlich war Manny in den letzten beiden Jahren sehr stark involviert. Brannon und ich haben uns mit der Entwicklung einer anderen Serie beschäftigt und somit hatte Manny für Teile der vierten Staffel größere Freiheiten beim Entwickeln der Handlungsfäden. Aber Manny hat immer in Übereinstimmung mit Brannon und mir gearbeitet. Diese ganze Idee von "Sobald Manny die Serie übernommen hat ...", das ist nie passiert. Manny hat nie die Serie übernommen. Manny hat angefangen, Besprechungen zur Diskussion der Handlung zu leiten, als Brannon und ich mit anderen Dingen beschäftigt waren, aber es gab nichts, bei dem Brannon und ich nicht unseren Beitrag geleistet hätten. Die Leute machen es sich also zu einfach, wenn sie so etwas behaupten.

Zu der Frage, ob wir zu lange an Bord geblieben sind? Das ist möglich. Das ist sogar sehr gut möglich. Ich habe es 18 Jahre lang gemacht, und von diesen 18 Jahren hatten wir sieben Jahre lang zwei Serien parallel auf dem Bildschirm. "Deep Space Nine" war niemals alleine im Fernsehen. Die ersten Jahre waren zusammen mit "Next Generation" und die letzten zusammen mit "Voyager". Sobald "Voyager" auf Sendung ging, haben wir angefangen Filme zu machen, und das sieben Jahre lang. Ich war also stark involviert. Sind wir zu lange dabeigeblieben? Vielleicht.

Es gab auch jede Menge Kritik daran, dass Brannon und ich keinen Respekt für die Classic-Serie gehabt hätten. Das ist totaler Unsinn. Ich weiß nicht, wo das hergekommen ist. Ich wurde auf jeden Fall mit dem Ausspruch zitiert, dass ich zu ihrer Zeit kein Fan der Classic-Serie gewesen bin. Das bedeutet aber nicht, dass ich sie nicht gemocht habe. Es bedeutet nur, dass ich sie nicht geschaut habe. Wie ich schon gesagt habe, war der Umstand, dass ich als Kind nichts mit der Classic-Serie zu tun hatte, eines der Dinge, die Gene und mich erst hat zusammenkommen lassen. Das Gefühl, dass Brannon und/oder ich keinen Respekt vor der Classic-Serie gehabt haben, dass wir uns nicht um die Regeln und Übergänge scherten, dass wir die Classic-Serie verspottet und missachtet hätten, das ist für mich alles sehr schmerzhafter Tratsch und nichts davon ist auf irgendeine Art und Weise wahr.

Bermans Zeit nach "Star Trek"

StarTrek.com: Die meisten Menschen denken, dass Sie die Hallen von Paramount an dem Tag verlassen haben, nachdem das "Enterprise"-Finale gesendet wurde, aber Sie waren eigentlich noch anderthalb Jahre da. Wie seltsam war es für Sie, in Ihr Büro zu kommen und nicht mehr an "Star Trek"-Serien zu arbeiten?

Rick Berman: Ich hatte noch dasselbe Büro. Ich hatte noch dieselben Leute. Und ich habe an anderen Projekten gearbeitet. Offensichtlich hatte ich nicht mehr so viel Stress und es war eine gesunde Übergangszeit für mich persönlich, da ich noch in demselben Büro gesessen habe und dieselben Leute um mich rum hatte. Und ich war auch sogleich wieder viel beschäftigt mit dem Versuch, einige Projekte zu entwickeln, von denen es keine bis auf den Schirm geschafft haben.

StarTrek.com: Was haben Sie nach den anderthalb Jahren gemacht?

Berman: Ich habe geschrieben. Ich arbeite an etwas, das hoffentlich am Ende so etwas wie meine Memoiren über 18 Jahre bei "Star Trek" sein werden. Ich habe mich auch für zwei gemeinnützige Projekte engagiert. Das eine in Zusammenarbeit mit meiner Frau: die inhaftierten Jungendlichen an einer speziellen Schule in Los Angeles im Schreiben von Sachliteratur unterrichten. Das ist sehr erfüllend gewesen und sehr interessant. Außerdem sponsern wir zusammen das Programm. Weiterhin haben wir uns bei einem alten Freund engagiert, welcher eine Organisation leitet, die sich das Denan Project nennt. Dieses begann mit der Errichtung eines Krankenhauses in Äthiopien. Das Krankenhaus bestand zunächst nur aus einer einzelnen Hütte. Dieser Bursche, Dick Young, ist ein Dokumentarfilmer, mit welchem ich früher zusammengearbeitet habe. Er hat eine Stiftung gegründet, um ein Krankenhaus in einer sehr entlegenen Region von Äthiopien aufzubauen, wo es absolut keine medizinische Versorgung gibt. Es hat sich in zehn Jahren von einem einzelnen Raum mit einem Arzt zu einem Krankenhaus mit 38 Angestellten entwickelt. Zehntausende Menschen konnten schon unentgeltlich behandelt werden. Es ist eine fantastische Sache. Ich war zuerst nur ein wenig involviert, aber ich habe mich dann dazu entschlossen, mich mehr zu engagieren.

Wir arbeiten jetzt an einem neuen Krankenhaus in den Bergen oberhalb von Cusco, Peru, auf knapp 4000 Metern Höhe. Wir waren letzten August zur offiziellen Eröffnung dort und es werden schon Patienten behandelt, welche oft eine drei oder vier Tage lange Fußreise auf sich nehmen, um zu dieser medizinischen Einrichtung zu gelangen. Wenn jemand mehr erfahren möchte, es gibt eine Website: www.thedenanproject.com. Wie auch immer, das ist außergewöhnlich erfüllend. Wir arbeiten daran, in ein paar Monaten wieder runter zu fliegen, und es gibt immer wieder etwas Neues zu tun. Ein Krankenwagen muss angeschafft werden und es gilt, eine Fußgängerbrücke über eine Schlucht zu bauen, welche den Fußweg für manche Leute, die versuchen, zu dem Krankenhaus zu gelangen, um zwei Tage verkürzen wird.

StarTrek.com: Sie haben erwähnt, dass Sie an Ihren Memoiren über 18 Jahre bei "Star Trek" schreiben. Wie weit sind Sie damit und wie eingehend werden Sie sich mit Ihren Erfahrungen befassen?

Berman: Es wird schonungslos sein! Nein, ich mache nur Spaß! Es ist mein Versuch, die Erinnerungen an die letzten 18 Jahre zu kommunizieren - Beziehungen, Anekdoten, einige sehr skurrile Leute, einige wundervolle Leute, und ich kämpfe auch mit der Idee, dass Memoiren wiedergeben, an was man sich erinnern kann, im Gegensatz zu dem, was tatsächlich geschehen ist. Manchmal erinnere ich mich an etwas und dann sitze ich zusammen mit Patrick oder Brent oder Jonathan, um es zu diskutieren, und sie sagen: "Nein, nein, so ist das nicht gewesen. Das war so und so ..." Wenn ich ihre Erinnerungen an ein bestimmtes Ereignis, das an einem bestimmten Tag vor Jahren passiert ist, höre, denke ich mir: "Heilige Schei..., sie haben Recht! Es ist nicht so gewesen, wie ich mich daran erinnere. Es war so, wie du sagst."

Das passiert uns allen. Also versuche ich, so ehrlich wie möglich zu sein in Bezug auf das Erzählen von Geschichten, so gut wie ich mich daran erinnern kann. Es gibt eine Menge Dinge, die noch nicht erzählt worden sind. Es wird nichts Fieses darin geben. Ich habe kein Interesse daran, über irgendjemanden herzuziehen oder irgendwelche Geheimnisse preiszugeben und ich habe kein Interesse daran, etwas in Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter zu machen. Also arbeite ich daran und jedes Jahr kommen ein paar Seiten dazu. Hoffentlich wird es irgendwann zu einem Buch gemacht, das sehr spaßig zu lesen sein wird für Leute, die an dieser Zeit interessiert sind.

StarTrek.com: Für viele Jahren hatten Sie eine Büste von Roddenberry mit einer Augenbinde drum auf Ihrem Schreibtisch bei Paramount stehen. Wo ist die Büste jetzt und hat sie immer noch die Augenbinde um?

Berman: Ich schaue sie an, während wir uns unterhalten. Sie steht in meinem Büro zu Hause und hat die gleiche Augenbinde um. Ich glaube, der Mann, welcher die Büste gemacht hat, hat zwei Exemplare davon angefertigt. Er hat eines mir gegeben und das andere Gene. Eines Tages, als ich in einer Besprechung mit ein paar Autoren war, hat jemand - ich habe vergessen, wer es genau war - ein Stück Stoff genommen, das wie ein Band aussah und um etwas gewickelt war, und es um Genes Augen gebunden, so nach dem Motto "Gott verbiete, dass er hört, was sich in diesem Raum abspielt". Es war ein Scherz, aber es ist seit diesem Tage um seine Augen gebunden.

StarTrek.com: Planen Sie in näherer Zukunft sich wieder dem Schreiben und Produzieren zuzuwenden? Oder wird das erst mal hinten angestellt?

Berman: Ich würde sagen, das wird erst mal hinten angestellt. Ich bin in letzter Zeit viel gereist. Ich habe zusammen mit meiner Frau an dem Unterrichtsprojekt gearbeitet und ich bin wie gesagt beim Denan Project engagiert. Weiterhin schreibe ich noch an meinen Memoiren. Also bin ich nicht wirklich scharf darauf, mich wieder ins Getümmel zu stürzen.

Neo-"Star Trek" & Ausblick in die Zukunft

StarTrek.com: Nun, da einige Zeit vergangen ist, finden Sie, dass ältere Fans zu den Trek-Serien und -Filmen zurückkehren, die Sie produziert haben, und sie in einem neuen Licht betrachten? Und finden Sie, dass neuere Fans, deren Startpunkt J. J. Abrams' Film ist, "Next Generation", "Deep Space Nine", "Voyager" und "Enterprise" entdecken?

Berman wünscht seinem Nachfolger J. J. Abrams alles Gute.
Berman: Ich weiß es nicht. Obwohl ich liebend gerne sagen würde, dass ich die Websites nicht lese, wäre das eine Lüge. Ich finde, dass über den Verlauf der letzten Jahre die Resonanz gegenüber allen vier Serien, bei denen ich mitgearbeitet habe, freundlicher geworden ist. Ich mag den Gedanken, dass wenn Leute sich "Deep Space Nine" und "Voyager" und sogar "Enterprise" noch einmal anschauen, sie anfangen, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Wenn ich anfange, Rückmeldungen zu sehen über diese Serien, die positiver sind, ist das natürlich ein gutes Gefühl.

StarTrek.com: Wenn wir schon von Abrams' Film reden, haben Sie ihn gesehen und was hielten Sie davon?

Berman: Ich denke, es war ein wundervoller Film. Er war sehr, sehr groß. Man muss bedenken, ich habe vier Filme gemacht mit unglaublich begrenztem Budget. Als ich Filme gemacht habe, war die Philosophie: "Wir wissen, dass wir mit einem 'Star Trek'-Film X Dollar einnehmen können, also gib nicht mehr als Y Dollar aus." Es war überraschend für mich zu sehen, wie viel Abrams' Film in Sachen visuelle Effekte und Produktionskosten machen konnte. Ich denke, die Handlung war wundervoll und viele der schauspielerischen Leistungen waren hervorragend. Ich bin nur an einem Punkt angelangt, an welchem diese großen Actionfilme, gefüllt mit computergenerierten Animation von Anfang bis Ende, sich ein wenig dahinziehen. Für mich ist der Film, genau wie "Iron Man" oder irgendein anderer dieser großen, unglaublich teuren Filme mit visuellen Effekten, die mehrere Millionen Dollar wert sind ... es war ein sehr, sehr aufregender Film. Auf die Frage, ob er das Herz von "Star Trek" in sich getragen hat, denke ich, hätte er vielleicht ein bisschen mehr davon haben können. Aber ich habe ihn sehr gemocht.

StarTrek.com: Sie arbeiten nicht länger für Paramount, CBS oder "Star Trek". Aber denken Sie, dass es jemals Filme oder Mehrteiler über die Geschichten und Schicksale von "Next Generation", "Deep Space Nine", "Voyager" oder "Enterprise" geben wird?

Berman: Meine Vermutung ist, dass dies wahrscheinlich nicht passieren wird. Ich bin davon überzeugt, dass J. J. Abrams weitere Filme machen wird mit den Charakteren aus der Classic-Serie, denen er neues Leben eingehaucht hat. Und ich wäre nicht überrascht, wenn er und seine Autoren am Ende irgendwann in eine neue Serie involviert wären. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine neue Serie im Fernsehen geben wird. Aber ich glaube nicht, dass die neue Serie eine Weiterführung oder Zusammenführung von "Next Generation", "Deep Space Nine", "Voyager" oder "Enterprise" sein wird.

StarTrek.com: Falls es irgendwann mal wieder eine weitere Trek-Serie geben wird, worüber wird sie handeln? Was denken Sie?

Berman: Ich weiß es nicht. Ich wünsche ihnen alles Gute. Aber ich habe keine Ahnung. Wir haben drei Serien im 24. Jahrhundert und eine im 22. Jahrhundert gemacht. Meine Vermutung bezüglich was man machen wird ist so gut wie die von jedem Anderen. Werden sie weiter in die Zukunft blicken? Werden sie eine Art von Vorgänger machen? Werden sie in einer alternativen Realität weitermachen, wo es alles gibt, was bisher existierte und man es ein bisschen ändern kann? Ich habe keine Ahnung wo es hinführen wird oder wann, aber ich wünsche ihnen alles Gute.

StarTrek.com: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass man auf Sie zukommen würde, und Sie bitten würde, eine neue Serie zu produzieren oder eine ältere Serie fortzuführen, hätten Sie Interesse?

Berman: Ich denke nicht. Ich denke meine 18 Jahre bei "Star Trek" hatten ihre Höhen und definitiv ihre Tiefen. Aber ich denke, es ist Zeit für neue Leute an Bord zu kommen und frischen Wind in die Sache zu bringen, was auch immer kommen mag.

StarTrek.com: Und die letzte Fanfrage lautet ... Wer ist Keyser Söze?

Berman: Genau!

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(sk - 09.01.12 - Quelle: StarTrek.com)

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