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Sebastian Kowald (sk), Henning Koonert (hk)13.05.10

Rick Sternbach

Senior Illustrator & Designer

Rick Sternbach hat mit seinen Entwürfen für Schiffe, Räume und Equipment das Aussehen von "Star Trek: Der Film", TNG, DS9 und "Voyager" mit geprägt.

Richard Michael Sternbach stammt aus Connecticut, wo er am 6. Juli 1951 in der Stadt Bridgeport zur Welt kam. 1969 schrieb er sich an der University of Connecticut für ein Kunststudium ein, wechselte aber später die Fachrichtung und studierte Meeresbiologie. Dennoch suchte er nach dem Studium ein künstlerisches Betätigungsfeld und fand Arbeit als Zeichner für Bücher und Zeitschriften. Seine erste Titelzeichnung fand im Oktober 1973 auf dem "Analog"-Magazin Veröffentlichung.

Rick Sternbach
1976 unterstützte er die Gründung der Association of Science Fiction & Fantasy Artists, die Sci-Fi- und Fantasy-Künstlern Rechtsberatung bei Verträgen und Copyrights anbietet. 1977 zog Sternbach nach Kalifornien, um sich nach einem Job in der Film- und Fernsehindustrie umzusehen. Dazu inspiriert wurde er von Ralph McQuarries Entscheidung, der seine Karriere in der Raumfahrtindustrie zugunsten eines Vertrags für George Lucas' "Star Wars" aufgab.

Es folgten erste Aufträge für Disney und PBS, bevor Sternbach das Engagement bekam, das einen Großteil seines Lebens bestimmen würde: Im April 1978 hat Rick Sternbach seine Arbeit bei "Star Trek: Der Film" begonnen. Als Grafiker entwarf Sternbach, in Zusammenarbeit mit Mike Minor, das Layout von Bedienelementen und die Beschilderung des Raumschiffsets. Er war auch an der Gestaltung der Wurmlochsequenz und der Ausarbeitung von V'ger beteiligt, für die er bei NASA und JPL recherchierte.

Von 1977 bis 1980 arbeitete Sternbach als Assistent des künstlerischen Leiters und als Visualeffekt-Künstler bei der Serie "Cosmos: A Personal Voyage", die von dem bekannten Astronom und Autor Carl Sagan produziert wurde. Zweimal gewann er während dieser Zeit den Hugo Award. Für seine Arbeit an der Folge "The Shores of the Cosmic Ocean" wurde Sternbach in der Fernsehsaison 1980-81 mit einem Emmy ausgezeichnet.

Das V'ger-Design aus dem ersten Kinofilm von Rick Sternbach
Mit dem JPL arbeitete der Effektkünstler auch für die filmische Darstellung des Jupiter-Vorbeiflugs der Sonde Voyager zusammen, für die er an den Galileischen Monden arbeitete. Für die Raumfahrt setzte Sternbach sich auch außerhalb seines eigentlichen Betätigungsfeldes ein, als er 1981 mit vier anderen Künstlern die International Association of Astronomical Artists aus der Taufe hob, um die künstlerische Darstellung des Alls zu fördern. Für den Film "Starfight" bereitete Sternbach 1983 visuelle Effekte und computergenerierte Weltraumszenen vor.

Fast ein Jahrzehnt nach seinem ersten Trek-Engagement holte man ihn, zusammen mit Andrew Probert, um Entwürfe für die neue Serie "Star Trek: The Next Generation" anzufertigen. Der Künstler hörte übers Autoradio, dass eine neue Trek-Serie in Planung sei und hielt daraufhin an der nächsten Tankstelle, um seine Bewerbung in Gene Roddenberrys Büro zu hinterlegen.

Die Vor'Cha-Klasse von Rick Sternbach
Sternbach half maßgeblich dabei, das Aussehen des 24. Jahrhunderts zu definieren. Ab der zweiten TNG-Staffel fungierte er als führender Grafiker. Er entwarf fast alle Requisiten und Raumschiffe, welche die Markenzeichen von "Star Trek" im 24. Jahrhundert wurden, denn nach TNG wurde er auch für "Deep Space Nine" und "Voyager" verpflichtet. Einige seiner Entwürfe: das Bild aus Picards Bereitschaftsraum, das PADD sowie Tricorder und Kommunikatoren der Sternenflotte und von vielen bekannten Völkern wie Klingonen, Romulanern, Cardassianern, Bajoranern oder Kazon. Zu Sternbachs zahlreichen Raumschiffentwürfen zählen die cardassianische Galor-Klasse, die Raumstation Deep Space Nine (zusammen mit Herman Zimmerman), die klingonischen Vor'Cha- und Negh'Var-Klassen, die Runabouts, die Voyager, die Nova-Klasse, der Delta Flyer sowie die Prometheus.

Gemeinsam mit Michael Okuda, der ebenfalls ein reges Interesse an der realen Raumfahrt hatte, wuchs Rick Sternbach in die Rolle des technischen Beraters für die Trek-Autoren. Die beiden lieferten Notizen zu wissenschaftlichen Sachverhalten und ihre treffenden Erklärungen wissenschaftlicher Phänomene und Beobachtungen fanden manches Mal den Weg ins Drehbuch. Teil ihrer Arbeit war auch, ein technisches Begleitbuch zu den Serien zusammenzustellen, das den Drehbuchautoren ausgehändigt wurde, um sie mit den Begebenheiten der Zukunftstechnologie vertraut zu machen.

Neben seiner Arbeit für die "Star Trek"-Episoden und -Filme trug Sternbach dazu bei, die Erklärungen für die gezeigte Technologie auch einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Zusammen mit Michael Okuda schrieb er "Star Trek - Die Technik der U.S.S. Enterprise", ein bahnbrechendes Werk für "Star Trek"-Fans, welche an der Technik der Serie interessiert sind. Er zeichnete und veröffentlichte außerdem die Baupläne der U.S.S. Enterprise 1701-D und ein entsprechendes technisches Handbuch zu "Deep Space Nine".

Die romulanische Senatskammer in "Nemesis"
Nach der siebten Staffel von "Voyager" wurde Sternbach nicht mehr für "Enterprise" engagiert, da die Produzenten entschieden, dass sie ein anderes Aussehen für die Vorläuferserie haben wollten. Allerdings kehrte er im Jahre 2002 zurück, um die Bedienelemente und die Beschilderung von "Star Trek: Nemesis" zu entwerfen. Neben den Bedienoberflächen der Enterprise-E und der romulanischen Warbirds entwarf Sternbach auch in großen Teilen die romulanische Senatskammer. Nicht nur die Wandbehänge stammen von ihm, sondern auch der über der Kammer schwebende Adler sowie die in den Fußboden eingelassene Sternenkarte, die das romulanische Reich und das Föderationsgebiet, voneinander getrennt durch die Neutrale Zone, abbildet.

Gleichzeitig zu "Nemesis" wurde Sternbach für Steven Soderberghs Film "Solaris" verpflichtet, für den er unter anderem die Steuerelemente der Prometheus-Station sowie des Cockpits der Athena 7 entwarf.

Nach seinem formellen Ausscheiden bei "Star Trek" schrieb Sternbach regelmäßig Kolumnen für das "Star Trek Magazine". Die für J.J. Abrams' "Star Trek"-Film neu entworfene Enterprise sah er kritisch, da die Proportionen der einzelnen Schiffsteile zueinander seiner Ansicht nach wenig Sinn ergaben. Die Enterprise-Neufassung kommentierte er mit den Worten: "Vielleicht wussten die Designer nicht so genau, wie die einzelnen Teile der Hardware funktionieren."

Designer Rick Sternbach

Kinofilme

  • Illustrator ("Star Trek: Der Film", "Star Trek V: Am Rande des Universums")
  • Scenic Artist ("Star Trek: Nemesis")

The Next Generation

  • Illustrator (Staffel 1)
  • Senior Illustrator (Staffeln 2 bis 7)

Deep Space Nine

  • Senior Illustrator (Staffeln 1 bis 5)

Voyager

  • Senior Illustrator (Staffeln 1 bis 4)

Wissenschaftlicher Berater Rick Sternbach

The Next Generation

  • Technischer Beratr (Staffeln 3 bis 7)

Deep Space Nine

  • Technischer Berater (Staffeln 1 bis 5)

Voyager

  • Technischer Berater (Staffeln 1 bis 4)

(sk, hk - 03.08.10)

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