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Raphael Kallensee (rk), Daniela Schmaltz (ds) Quo vadis, "Star Trek"? Wie "Star Trek" laut Ron Moore wieder Erfolg haben kann Ronald D. Moore spricht über die Zukunft von "Star Trek" und seine Skepsis der geplanten Prequel-Serie gegenüber. Er stellt sich die Frage, warum es in "Star Trek" keine homosexuellen Charaktere gibt; wir erfahren, warum das Schlimmste, was "Star Trek" widerfahren könnte, gleichzeitig das Beste sei und was Moore von einer Rückkehr Kirks auf die Kinoleinwand hält. Das Original finden Sie auf Fandom.com Was würden sie in einer perfekten Welt machen? Zum aktuellen Zeitpunkt übergeben sie sowas an Rick Berman wegen des Franchise und Berman und Braga als die ausführenden Produzenten. Moore sagt: "Sie sollten eine Pause machen und alles neu überdenken. In meiner perfekten Welt würden sie das Franchise für fünf bis acht Jahre fallenlassen, eine lange Zeit. Sie sollen es wirklich überall sein lassen. Und sie sollen 'Star Trek: Voyager' ihren Weg gehen lassen. Keine anderen Serien anfangen, keine weiteren Filme drehen, es einfach ruhen lassen. Was man erstreben sollte, ist, dass die Leute fragen: 'Wann wollen die mit 'Star Trek' weitermachen? Wann gibt es eine neue Serie? Wann wird es einen neuen Film geben?' Man sollte warten, bis die Leute das fragen, so wie sie es bei 'Star Wars' gemacht haben."
Er fügt hinzu: "Es gab in letzter Zeit zu viel 'Star Trek'. Ich erinnere mich daran, als das Franchise abgehalftert war. Für mich war es der Moment, als Kirk und Picard auf dem Cover des 'Time'-Magazins waren. Ich lief am nächsten Tag ins Büro und sagte, 'Wir sind abgehalftert. Es ist vorbei für eine Weile.' Man erreicht irgendwann diesen kritischen Punkt. Wir waren also auf dem Cover des 'Time' und die ganzen, alten Sachen waren auf der Strecke geblieben. Es ist zu einer Subkultur einer Subkultur geworden, um dieses Phänomen zu beschreiben. Es war Geschichte Amerikas. Kirk und Picard sind große Helden und jeder liebt sie. Das kann man nicht unterstützen, also fiel es herunter." "Etwa in der Zeit, als das Coverbild erschien, war Pause für vier bis fünf Monate bei 'Star Trek: The Next Generation' und 'Treffen der Generationen' hatte Premiere. 'Star Trek: Deep Space Nine' wurde gesendet und 'Star Trek: Voyager' sollte eingeführt werden. Es war einfach zu viel, es gab zu viel 'Star Trek'. Die Öffentlichkeit kann nur eine gewisse Menge vertragen. Auch Hardcore-Fans sehen nur eine gewisse Menge. Wenn es zwei Serien zur gleichen Zeit gibt, wie viele Leute sehen beide Serien Woche für Woche? Die 'Hardcore-Fans' machen es, aber nicht die normalen Zuschauer und 'Star Trek' lebt von den normalen Zuschauern, weil es das von dem Kult-Phänomen wegbringt. Man kann die breite Masse nicht dazu bewegen, zwei Stunden 'Star Trek' jede Woche zu sehen, dann noch einen Kinofilm und Wiederholungen einer alten Serie." "Jetzt", sagt Ron Moore über "Star Trek", "macht man eine neue Serie oder einen neuen Film; die Einstellung ist: Oh, Gott, noch einen? Das ist falsch. Warum sollte man sich vor der öffentlichen Wahrnehmung fürchten? Ich kenne keinen Grund dafür. Es dient nicht einmal Paramounts finanziellen Langzeitzielen, wie ich meine. Wenn das Studio wirklich vorhat, Trek für die nächsten 30 oder 40 Jahre weiterzumachen, sollten sie weiter sehen, als nur auf die Profite im nächsten Jahr. Sie sollten weiter schauen und sagen: 'Wir sollten es für eine Weile ruhen lassen, es ein wenig abklingen lassen und seinen Weg zu einer ganz anderen Fangemeinde finden lassen.'" "In der Syndication werden sich die Leute diese Serien bis in alle Ewigkeit angucken, und bald werden sie sie im Internet ansehen. Irgendwann werden sie dann sagen: 'Verdammt, wann veröffentlichen sie einen neuen 'Star Trek'-Film.' Sie werden eine Briefkampagne starten, und dann wird es Bemühungen für DS9 und auch für 'Voyager' geben. [...] Alles, was sie machen müssen, ist warten und wieder frisch starten, dann die Gelegenheit nutzen und die Serie neu erfinden."
Einmal hatte Moore überlegt, bei Paramount für die neue Trek-Serie zu arbeiten, aber die Dinge entwickelten sich anders. Jetzt guckt er sich Trek zum ersten Mal seit vielen Jahren als Außenstehender an. Moore sagt: "Ich bin nicht dabei, darum weiß ich nicht, wie die Situation zwischen Paramount, Rick und Brannon ist oder wie weit sie von einander entfernt sind oder was es für Vorschläge gibt. Wovor sie keine Angst haben sollten, ist, sich von allem 'Star Trek', das es gibt, zu entfernen. Eine neue Serie sollte nicht in der gleichen Zeit wie TNG spielen. Es sollte keine Verbindungen zu jetzigen Plots geben. Es sollte sich nicht mit Klingonen, Cardassianern oder Romulanern und ihrem jetzigen Stand beschäftigen. Es sollte entweder weiter in die Zukunft oder zurück in die Vergangenheit gehen. "Die 'Star Trek'-Vergangenheit ist herausfordernd, hört sich nach Spaß an und ich habe schon lange daran gedacht, dass es ein interessanter Weg sein könnte. Aber es bringt eine Menge Fallgruben mit sich. Man hat eine sehr komplexe, festgelegte Zukunft. Wenn man in die Vergangenheit zum Beispiel vor Kirk geht, sollte man besser das äußerst strenge Bestreben haben, die Kontinuität, die erschaffen wurde, beizubehalten oder man würde jeden verlieren, wie ich meine." "Da, wenn man bis vor Kirk zurückgeht und anfängt, alles auf den Kopf zu stellen und sich einfach nicht darum kümmert was TNG, DS9 oder 'Voyager' erschufen oder auch die Filme und TOS, sobald man einfach drauflos schreibt, denke ich, hat man alles verloren. Der ganze Kanon würde in sich zusammenbrechen, weil er keine Gültigkeit mehr hätte. Wenn man sich wirklich dorthin wenden sollte, sollte man besser darauf vorbereitet sein, den Mantel von 'Star Trek' anzuziehen und der Hüter der Flamme zu sein." "Ich denke, das ist für Rick und Brannon sehr schwer. Es ist schwer für sie dies zu tun, weil sie TOS nicht mögen. Lasst uns hier keine Worte unter den Tisch fallen lassen. Sie mögen TOS nicht. Sie haben TOS nie gemocht. In der Öffentlichkeit werden sie einen Knicks machen und winken, aber sie mögen es nicht, sie wollen nichts damit zu tun haben. Falls sie vor TOS gehen und etwas machen, sollten sie lieber ihre Einstellung ändern. Sie sollten lieber ein Dreikönigsfest darüber halten, wie sehr sie diese Serie lieben. Es würde alles dorthin führen." Er fährt fort: "Das Problem damit zu sagen: 'Ich denke, die neue Serie sollte so sein..." ist, dass es keine klare Antwort gibt. Es gibt keinen offensichtlichen Schritt [der zu gehen wäre], um die herausragende Stellung von 'Star Trek' beizubehalten. Es ist einzigartig. Die anderen Großen sind nicht vergleichbar."
"'Star Trek' traf die Entscheidung, als sie den ersten Film machten. Man hätte entweder einfach auf die Enterprise zurückgehen können und versuchen können, so zu tun als sei keine Zeit vergangen und man wäre auf einer neuen Mission, oder man konnte den Weg gehen, den sie eingeschlagen haben. Kirk ist Admiral, Zeit ist vergangen und die Charaktere werden älter. Man muss sich damit beschäftigen. Im zweiten Film noch mehr. Das treibt alles an. Das heißt, man bewegt sich nicht zurück. Man wird Kirk und Spock nicht neu besetzen. Wir können nicht einmal darüber nachdenken." "So ist diese Möglichkeit vom Tisch, aber das bedeutet nicht, dass das Gleiche für die anderen Fantasy- und Helden-Sachen gilt. Superman wurde von wie vielen Schauspielern gespielt? Wie viele Schauspieler haben Batman gespielt? Sherlock Holmes, Tarzan, alle die mystischen Charaktere aus der Kultur, die man so kennt, sind von vielen Schauspielern gespielt worden. Die Rollen sind größer als die Schauspieler. Aber hier [bei 'Star Trek'] werden die Schauspieler mit ihren Rollen identifiziert. Es wäre einfach unmöglich, die Leute dazu zu bringen, jemand anderen als Leonard Nimoy als Spock zu akzeptieren. Einfach weil man die gleiche Geschichte nicht wieder und wieder aufwärmen kann, sondern sich weiterentwickeln muss." "Sich weiterzuentwickeln heißt schöpferische Entscheidungen zu treffen, die für das Publikum durchgehend interessant und überraschend sind. Als man DS9 erschuf, war man gezwungen, etwas völlig Neues zumachen. Man konnte nicht auf der Enterprise weitermachen, man musste eine neue Art von Serie erschaffen, man musste es interessant halten. Als es zu 'Voyager' kam, machte man einen Schritt zurück. Man machte eine weitere schiffbasierte Serie im TNG-Format mit einer anderen Prämisse. Davon entfernte man sich allerdings sehr schnell wieder. Es existiert das Gefühl des Stillstehens und es wird einen kreativen Schub brauchen, von dort woanders hin zu gelangen. Vor der Richtung, in die es einen führt, sollte man keine Angst haben. Die Formel muss neu geschaffen werden, weil es eine Formel wird. Mann kann sie nicht in diesen Stühlen auf ihren Raumschiffen sitzen lassen, sie die großen Bildschirme anstarren lassen und sie aus den Sitzen fallen lassen und sagen: 'Man braucht diese Element, weil das 'Star Trek' ist." "Man kann dem Publikum nicht das gleiche wieder und wieder vorsetzen und auf der anderen Seite sagen: 'Aber es ist alles komplett anderes. Es ist 'Star Trek', wie es noch keiner gemacht hat.' Es sind immer noch Typen in Schlafanzügen, die auf Bildschirme starren und in ihren Sesseln sitzen. Es kann mehr sein als das. DS9 hat es bewiesen. Man kann größer sein als das Fernsehen, man kann Dinge machen, die mehr Ambitionen haben, die mutiger sind und die das Medium wirklich weiterbringen. Man braucht neue Ideen. Ich würde nicht mal sagen, dass Rick und Brannon nicht die Leute sind, die diese Ideen haben könnten. Aber ich finde es schwer vorstellbar, dass sie dazu in der Lage sein werden, in dem ganzen Trubel, während sie 'Voyager' machen."
"Wie kommt man dort hin, von da wo 'Voyager' ist? 'Voyager' hat eine zarte Blanke von Paramount bekommen. Das ist eine von den tollen Dingen bei Paramount. Paramount lässt uns in Ruhe. Sie haben uns immer in Ruhe gelassen. Sie haben 'The Next Generation' machen lassen was sie wollten. Gott weiß, sie haben 'Deep Space Nine' machen lassen, was sie wollten. Sie lassen 'Voyager' machen, was sie wollen. Das Studio ist nicht das Problem. Das Studio wird dich alles machen lassen, was du willst, solange sie glauben, dass es gute Qualität und gute Arbeit ist. Man muss sich nur etwas Gutes einfallen lassen. Aber wenn du 'Voyager' als Beispiel für etwas Gutes nimmst und dir sagst: 'Das ist ein gutes Produkt und wir werden etwas noch besseres machen', sprichst du einfach eine andere Sprache als ich." "Ich akzeptiere es nicht als ein gutes Produkt. Es könnte soviel besser sein. Es könnte so viel tiefer gehen. Es könnte eine soviel bessere Serie und eine soviel bessere Repräsentation von Trek und wofür es steht, sein. Es könnte genauso beliebt sein wie die anderen Serien. Es gibt nichts, das 'Voyager' davon abhält, genauso beliebt zu sein wie die anderen Serien, aber man bewegt sich einfach nicht dorthin. Das gibt mir nicht viel Hoffnung, dass die nächste [Serie] beliebt sein wird und es frisches, interessantes Das-muss-ich-sehen-Fernsehen ist. Man will einschalten und seinen Freunden sagen können: 'Hey, du wirst nie erraten, worum es in der nächsten 'Star Trek'-Serie geht! Guter Gott! Es sieht nicht mal wie 'Star Trek' aus. Das solltest du dir angucken.' Das ist es, was man die Leute sagen hören möchte." "Sag mir, warum es bei 'Star Trek' keine homosexuellen Charakter gibt", sagt Moore. "Das ist eine der unangenehmen Fragen, die ich nicht gern gestellt bekomme, denn es gibt keine richtige Antwort dafür. Es gibt keine andere Antwort, als dass die Verantwortlichen keine homosexuellen Charakter haben wollten. Es gibt viele Leute, die homosexuell sind. Laufen sie Hand in Hand? Das wäre lächerlich. Normalerweise laufen sie nicht Hand in Hand, was ein schlechtes Zeichen für unsere Gesellschaft ist, sie können es einfach nicht, ohne sich lächerlich zu machen." "Überlegen wir, was wäre, wenn wir einen homosexuellen Captain hätten. Das würde für 'Star Trek' einiges bedeuten. Es würde für die ganze Science-Fiction etwas bedeuten. Es würde für das Fernsehen eine Bedeutung haben. Warum weist 'Star Trek' hier nicht den Weg, sowohl sozial als auch politisch? Gene sah 'Star Trek' als eine Möglichkeit, soziale Themen zu entdecken, denn die Themen waren alle in Aliens, Weltraumschlachten und so weiter versteckt." "Was ist das Schlimmste, das 'Star Trek' passieren könnte? In bestimmter Hinsicht könnte das Schlimmste auch das Beste sein. Man sollte 'Star Trek' für eine lange Zeit aus dem Programm nehmen und auch keine Filme mehr drehen. Aber es sollte auf jeden Fall irgendwann wiederkommen. Wir würden uns selbst belügen, wenn wir glauben würden, dass Paramount 'Star Trek' in eine Blechbüchse steckt und niemals wieder herausholt. Sie werden es immer verwenden. Es ist Paramounts Baby. Es ist ihr Besitz und sie können damit machen, was sie wollen. Ich weiß, dass hohe Vorstandsmitglieder sowie von Paramount als auch von Viacom 'Star Trek' als eines ihrer Kronjuwelen stark respektieren. [...] Etwas Zeit dazwischen kann wirklich als einziges helfen. 'Star Trek' wird langsam irrelevant. Es ist nicht mehr Gesprächsstoff bei den Leuten." Moore wundert sich auch, warum Paramount sein ganzes "Star Trek"-Material nicht besser nutzt. Er sagt: "Ich habe nie verstanden, warum sie ihr ganzes Material nicht besser ausnutzen. Sie hätten die Filme mit Hintergrundberichten und Szenen veröffentlichen können, die zwar gedreht wurden, aber nicht im Film gezeigt wurden."
Im Moment genießt Moore das Leben zuhause mit seiner Frau und seinem Baby und er arbeitet an eigenen Projekten. "Es war sehr schön, dass mich Leute angerufen haben und mir Projekte angeboten haben. [...] Ich war erschrocken, dass Leute meine Arbeit kannten. Ich war doch bloß ein Autor einer TV-Serie und ich fand es eigenartig, dass Leute wussten, wer der Autor ihrer Serie war." Moore hat später in einem Chat mit Fans gesprochen. Auf die Frage hin, warum er in diesen Interviews über seine frühere Arbeit sprach, antwortete er: "Zuerst sprach ich nur widerwillig über diese ganzen Sachen. Ich fühlte, dass ich mit 'Star Trek' zum Ende kommen und mit anderen Sachen weitermachen sollte. Aber ich hatte das Gefühl von unfertiger Arbeit in mir, deshalb entschloss ich mich nach einigen Monaten, meine Meinung zu sagen. Ich liebe 'Star Trek'. Und um es so zu sagen, ich will, dass es lange lebt und erfolgreich ist." (rk, ds - 06.06.09 - Quelle: Fandom.com) Weiterführende Links
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