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Stephan Mark (sm)22.10.00

Ron Moore sagt Tschüs

Der Produzent und Autor verlässt "Voyager" und "Star Trek"

Ronald D. Moore berichtet in einem Post im Forum von Fandom.com von seinem letzten Arbeitstag bei "Star Trek". Er reißt an, warum er geht, entkräftet Gerüchte um sein Ausscheiden und gibt eine letzte Anekdote preis.

Goodnight and Goodbye

Dienstag, 8. Juli 1999

Ja, Leute, es ist wahr. Ich habe "Voyager" und "Star Trek" verlassen. Ich weiß, es gibt viele Spekulationen über das Wie und Warum meines Abganges, aber ich möchte nicht zu sehr in Details gehen, was da passiert ist. (dreckige Wäsche und all das). Was ich sagen will, ist, dass ich begriff, dass es Zeit war, weiterzugehen und dass ich mehr aus Kummer als aus Zorn ging. Ich bin nicht wütend auf das, was passiert ist und wünsche allen Leuten bei "Voyager" und "Star Trek" nur das Beste.

Nach nur kurzer Zeit bei "Voyager" verlässt Ron Moore "Star Trek"
Ich möchte noch einige andere Gerüchte klarstellen, die über mich im Internet verbreitet wurden: Ich verließ "Voyager" nicht, weil die von mir allein geschriebene Folge "Überlebensinstinkt" ("Survival Instinct") negative Reaktionen erhalten hat. Tatsache ist, dass die Folge bei allen gut aufgenommen wurde und nur ein bisschen umgeschrieben wurde. Das Gleiche gilt für "Die Barke der Toten" ("Barge of the Dead"), für die ich nur einen Teil der Story beigesteuert hatte, geschrieben wurde sie von Bryan Fuller. Ich wollte diese beiden Punkte klären, weil ich denke, dass "schlechte Reaktionen" als Grund für das Verlassen einer Serie, sehr unprofessionell wären.

Ich war ziemlich lang dabei und hatte mehr als genug miese Kritiken und verworfene Storyentwürfe einstecken müssen. Das war nicht etwas gewesen, was mich aus der Bahn geworfen hätte, auch wenn es passiert wäre (was überhaupt nicht wahr ist).

Alles, was ich euch sagen kann, ist, dass ich gefühlt habe, dass ich gehen wollte und dass es keine leichte Entscheidung war. Ich will es dabei belassen.

So hat mein persönlicher Trek also ein Ende gefunden, lasst mich sagen, dass es ein Superritt war. Ich habe mein erstes professionelles "Star Trek"-Drehbuch genau nächste Woche vor zehn Jahren eingereicht und es ist eine großartige Erfahrung gewesen. Ich habe oft gesagt, wie viel mir diese Serie im Laufe der Jahre bedeutet hat und darum will euch nicht wieder mit nostalgischen Erinnerungen langweilen. Lass mich nur sagen, dass meine überwältigenden Gefühle voll von Dankbarkeit waren, als ich die Serie verließ. Dankbarkeit dafür, dass ich die Gelegenheit hatte, ein Teil von etwas zu sein, welches eine nicht wegzudenke Rolle in meiner Kindheit gespielt hat, dafür, dass ich einen kleinen Teil zur amerikanischen Kultur beitragen konnte, für den Respekt, den man erhält, wenn man Teil einer solch erfolgreichen Serie ist, dafür, dass ich eine großartige Ausbildung in dieser Branche erhielt und auch dafür, dass ich so viele, viele Freundschaften schließen konnte.

Und Dankbarkeit für euch - die Fans, die so loyal und leidenschaftlich seit Jahren dabei sind und deren Großzügigkeit und Rücksicht ich heute noch erstaunlich finde. Vor nicht mal einer Viertelstunde habe ich ein Päckchen bekommen, ein Album, voll mit Danksagungen und Erinnerungsstücken, zusammengestellt von einigen besonders fleißigen Usern dieses Webboards. Zu sagen, dass mich das berührt hat, wäre eine Untertreibung. Die Tatsache, dass es gerade jetzt gekommen ist, nachdem all das hier passiert ist, bedeutet mir sehr viel und ich werde es wie einen Schatz hüten - für immer.

Klingonisches Bat'leth
Eine letzte Anekdote: Mein letzter Tag bei "Star Trek" war ein Donnerstag, der 1. Juli, und ich verbrachte den größten Teil des Tages damit, auf dem Gelände herumzuspazieren, um verschiedensten Mitgliedern des Stabs auf Wiedersehen zu sagen, mit einigen hatte ich ein Jahrzehnt zusammengearbeitet. Ich fühlte mich ziemlich melancholisch und war erleichtert, als es vorbei war. Dann nahm mich Bryan [Fuller] zur Seite und meinte, dass mein Geburtstagsgeschenk noch heute dran wäre. Zuerst wollte ich lieber gehen und das verschieben, doch dann gab ich nach und kaum war ich in meinem Büro, kam Bryan mit einem Päckchen hinter seinem Rücken versteckt.

Es war ein Bat'leth, eine klingonische Waffe aus Metall und scharf wie die Hölle, hergestellt von unserem Requisitenteam. Es sah so echt aus, als würde es direkt von Kronos kommen. Ich war berührt und musste lachen, und erst auf meinem Heimweg begriff ich, was Bryan mir da wirklich gegeben hatte: ein symbolisches Ende für meine eigene "Star Trek"-Geschichte. Versteht ihr? Ich kam an meinem ersten Tag vor zehn Jahren mit einem Drehbuch unter meinem Arm ins Studio und letzte Woche trug ich dieses Bat'leth unter meinem Arm, als ich wieder ging. Und ich glaube, dass eine gewisse Poesie dahintersteckt, dass ich mit diesem Schwert unter dem Arm, nach diesem langen, mühsamen Weg, trotzdem mit hocherhobenen Kopf und intakter Ehre gehen konnte. Danke, Bryan.

Das war's - jetzt bin auch nur noch ein Fan. Was ich eigentlich seit dem Anfang war und auch sein werde bis ich dann ins Sto'Vo'Kor gelange (das doch verdammt nochmal lieber existieren soll, nach all der Zeit, die ich damit verbracht habe, darüber zu sprechen).

Gebt acht auf euch und ich wünsche euch alles Gute auf euren "persönlichen Treks"
Ronald D.Moore.

(sm - 05.06.09 - Quelle: Fandom.com)

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