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Nina Ruzicka (ru), Florian Battke (fb), Lin Xiang (lx), Daniela Schmaltz (ds), Alexandra Wenk (aw) "'Voyager' war Betrug am Zuschauer" Ron Moore über mangelnde Wirklichkeit und Charaktere Ron Moore geht hart mit "Voyager" ins Gericht, der Serie, die sich seiner Meinung nach die eigene Prämisse nicht ernst nahm und daher für den Zuschauer uninteressant blieb. Moore kritisiert Verhaltensweisen, unstimmige Charaktere, fehlende Kontinuität, platte Erotik und zu große "Star Trek"-Normalität in einer Ausnahmesituation. Das Original finden Sie auf Fandom.com. Moore wechselte mit der Erwartung zu "Voyager", dort seinen gewohnten Job als Drehbuchautor und ausführender Co-Produzent aufnehmen zu können. Er studierte die Folgen von "Voyager", stellte Fragen und versuchte, sich in die Charaktere der Serie hineinzudenken. Es half ihm jedoch nicht, seine unterschwelligen Zweifel, die er dabei hatte, zu verringern. "Ich kann in meiner Kritik an 'Voyager' nur soweit gehen, wie es mir unter den gegebenen Umständen möglich ist, dass ich nur eine begrenzte Zeit daran mitarbeitete - ich habe allerdings eine Menge Erfahrung mit 'Star Trek'. Ich arbeitete ein paar Monate daran und studierte das Konzept in der Zeit intensiv, versuchte, mich ganz hineinzuversetzen. Wenn man eine Geschichte für eine laufende Serie schreibt, muss man sich sozusagen die Hände schmutzig machen und nachfühlen, wo die Schwächen begraben liegen."
Wer beurteilt, ob "Voyager" funktioniert? Moore antwortet: "Die Zuschauer schalten immer noch ein, wenn die Serie läuft. Die Quoten sind zwar niedrig, aber das sind sie überall in der Fernsehbranche, auf jedem Sender und bei jedem Programm. Solange das Studio der Meinung ist, dass Geld dabei herausspringt und dass es ein Zielpublikum gibt, werden sie mit der Produktion fortfahren. Wenn sie der Ansicht sind, dass es erhebliche Probleme gibt, werden sie etwas ändern. Aber darüber hinaus sollte sich jeder von uns seine eigene Meinung bilden, was gelungen ist und was daneben gegangen ist. Ich weiß, was mir an der Serie gefällt und was nicht. Es kümmert mich eigentlich wenig, welche Richtung das Franchise einschlägt und wie es läuft. Das hat nichts mit der Sache zu tun. Ich habe bloß das Gefühl, dass die Serie irgendwie aussagearm ist." Eine Lüge dem Publikum gegenüber "Das Publikum wird auf keinem Level mehr richtig angesprochen. Es ist alles sehr gekünstelt. Es wird sehr viel und schön geredet - über schwerwiegende soziale Probleme und wie mit soziologischen Inhalten umgegangen wird und wie wichtig das alles ist. Es geht um die 'Erforschung des Unbekannten' und sonstige hübsche Schlagworte, aber wenn man an der Oberfläche kratzt, findet man nicht wirklich viel darunter. 'Voyager' vertritt keine eindeutige Haltung. Die Serie vermittelt keinen Standpunkt, den ich hervorheben könnte. Sie hat keine richtige Aussage. Ich glaube tatsächlich, das Schiff fliegt einfach so durch die Galaxie. Nicht mal ihre eigenen obersten Prinzipien halten sie hoch, und das ist für mich der größte Schwachpunkt." "Ich habe Brannon das schon vor Jahren gesagt, weil er und ich über die Serie sprachen, als sie gerade aufgebaut wurde. Ich verstehe einfach nicht, warum diese Show nicht mal an sich selbst glaubt. Sehen Sie sich mal die Voraussetzungen der Pilotfolge von 'Voyager' an: Ein Raumschiff jagt eine Bande Terroristen. Beide Schiffe werden auf die andere Seite der Galaxie verschlagen. Die Terroristen sehen sich gezwungen, an Bord der Voyager zu gehen. Dort müssen sie gemeinsam irgendwie miteinander auskommen, während sie sich auf den Heimweg machen, was ungefähr ein Jahrhundert oder so dauern wird. Ich dachte damals: Das ist eine gute Basis! Das ist interessant! Holt sie weg von all den bekannten 'Star Trek'-Aliens, konfrontiert sie mit einer völlig neuen Umgebung, wo alles passieren kann. Das gibt haufenweise Möglichkeiten für Konflikte innerhalb der Crew. Diese Basis hatte wirklich gute Voraussetzungen." "Bevor die Serie gesendet wurde, gab es eine Convention in Pasadena, und [der für szenische Illustration und technische Beratung zuständige Rick] Sternbach sowie [der Art Director und technische Berater Michael] Okuda standen auf der Bühne und beantworteten Fragen des Publikums, das neue Schiff betreffend. Es war alles sehr technisch gehalten, und sie verrieten, dass das Schiff in der Pilotfolge Schwierigkeiten haben würde. Es würde keinen unbegrenzten Energievorrat geben, all die luxuriösen Spielereien der Enterprise würden fehlen. Es würde härter für sie werden, sie wären auf sich allein gestellt, würden notwendige Überlebensmittel durch Handel erwerben müssen." "Das alles ist nicht eingetroffen. Es passiert nie Derartiges, und darum war es eine Lüge dem Publikum gegenüber. Ich denke, die Zuschauer wissen intuitiv, ob etwas glaubhaft ist oder nicht. 'Voyager' ist nicht glaubhaft. Wenn es das wäre, würde das Schiff nicht jede Woche wie aus dem Ei gepellt daherkommen, nach all diesen Schlachten, in die es verwickelt wird. Wie oft wurde die Brücke schon zerstört? Wie viele Shuttles sind schon draufgegangen, und kurz darauf stand schon das nächste bereit? Dieser Beschiss am Publikum verlangt seinen Tribut. Irgendwann nehmen die Zuschauer es nicht mehr ernst, weil sie wissen, dass es so einfach nicht ablaufen würde. Die Besatzung würde sich nie so verhalten." Sinnlosigkeit am Beispiel "Euqinox" Obwohl Moore "Überlebensinstinkt" oder "Die Barke der Toten" nicht angeschaut hat, lacht er und sagt: "Ich habe 'Equinox' gesehen, weil ich damit zu tun hatte. Als wir die Staffel anfingen, war 'Equinox, Teil 1' schon fertig aber sie wussten nicht, was in 'Equinox, Teil 2' passieren sollte, was irgendwie etwas erschreckend ist, aber es war ja nicht das erste Mal. In 'Next Generation' war das einige Male passiert und Michael [Piller] war sogar stolz darauf, dass er 'In den Händen der Borg' ohne eine Idee über die Fortführung beendete."
"Gleichzeitig würde seine Interaktion mit dem Doktor und Seven of Nine seine Menschlichkeit wiederaufleben lassen. Es war dieser schöne, zweiseitige Weg, aber in der Umsetzung ging er verloren. Er hat keinen Zusammenhang. Man weiß nicht, was wirklich passiert. Man hat einige potenziell gute Szenen. Die Szenen zwischen Janeway und Chakotay hatten Feuer in sich und man fühlt, dass sie ein wenig auf die dunkle Seite rutscht. Dann entbindet sie ihn vom Dienst und es gibt diese Kommandokrise zwischen den beiden. Aber am Ende der Folge kommt nur ein Schulterzucken und ein Lächeln und das war's. Ich ging an die Decke. Ich erinnere mich, dass ich an den Rand schrieb, 'Dies ist der totale Verrat an den Zuschauern. Das ist falsch. So kann man eine Folge nicht zu Ende bringen. Wenn man all dies tut, kann man das Ende nicht so gestalten, es ist unfair, unwahr und es würde nicht so passieren.'" "Aber die Sendung ist, was sie ist. Es ging nur noch um die Actionszenen. Brannon ist sehr stolz darauf, dass die Serie actiongeladener als die anderen ist und schneller, und stilistisch etwas gewagter als die anderen 'Star Trek'-Serien. Das ist wunderbar. Ich danke ihm sehr für diese Änderung des Erscheinungsbildes. Als er zu 'Voyager' kam, begann die Serie anders auszusehen, sich anders anzufühlen; sie ist auch stilistisch anders. Sogar die Erzählweise wurde etwas härter. Das ist toll, da 'Star Trek' einen frischen Wind braucht, um lebendig zu bleiben. Aber es kann nicht nur um die Effekte gehen. Es muss auch um etwas gehen. Die Dinge, die Janeway in 'Equinox' tut, funktionieren so nicht, da es um nichts geht. Sie streitet nicht wirklich mit inneren Dämonen. Sie ist nicht wirklich unter einem solchen Leidensdruck, dass man ihre Entscheidungen verstehen könnte. Sie wird nur irgendwie gemein und böse. Sie hat einen schlechten Tag, diese Dinge passieren ständig auf der Brücke und wir schneiden nur noch Aufnahmen von Leuten zusammen, die Phaser nehmen und abfeuern und den Knopf für den roten Alarm drücken." "Es bedeutet überhaupt nichts. Dies ist symbolisch für die Serie. Es gibt viel Potenzial und es passiert viel an der Oberfläche, aber mit welchem Ziel? Was versuchen wir zu tun? Was wollen wir im Publikum bewirken, was wollen wir sagen? Welche Dinge erforschen wir? Warum machen wir diese Folge? Das war meine grundsätzliche Frage. Als ich sagte 'Warum haben wir den ersten Teil gemacht?', fand sich nie eine gute Antwort. Deshalb war es schwer, mit einem Ende für eine Sendung daherzukommen, die gar keinen Anfang hat. Man wirft nur noch Dinge durcheinander. ' Zwei Captains auf verschiedenen Kursen' klingt wenigstens wie eine Folge. Wenigstens hat es etwas. Janeway wird von dieser Erfahrung etwas mitnehmen, aber nicht in unserer Version. Was lernt sie? Ich glaube nicht, dass es sie betroffen hat. Und Chakotay, der soviel Ärger hatte, geht einfach wieder zur Arbeit zurück. Es gibt kein bleibendes Problem mit Janeway, es gibt kein tieferes Thema, das in den Vordergrund tritt." Moore führt diese Idee weiter und meint: "Als wir vor Staffelbeginn über die Geschichten sprachen, dachte ich 'Eine der Folgen sollte sich mit dem Prozess von Janeway befassen. Man sollte die Crew eines Tages über Janeway richten lassen.' Das würde ein großartiges echtes Ereignis im Leben des Schiffes sein, wenn die Crew so etwas tun kann, wenn sie wirklich die Macht haben, ihr das Kommando jeden Moment zu entziehen. Wenn sie wirklich einmal genau ihren Captain betrachten wollten, dann stellt das das ganze Konzept der Serie in Frage, das soziale Gewebe, die Kommandostruktur." Platte Erotik: Warum ist Seven als einzige im Grunde nackt? "Warum verhalten wir uns so? Warum bleiben wir immer noch den Regeln treu? Gelten diese noch für uns? Was helfen uns die Regeln? Was funktioniert nicht? Was sagt es über Janeway aus? Ich dachte, es sei wirklich ein weites Feld. Niemand wollte es ausprobieren. Auf der anderen Seite sagen sie: 'Wir wollen Janeway nicht schwach aussehen lassen.' Sie wollen Janeway nicht dumm dastehen lassen. Aber dann sieht sie schwach und lächerlich aus, aufgrund der Dinge, die wir sie tun lassen. Es ist diese komische, schizophrene Einstellung zum Hauptcharakter. Ich mag Kate Mulgrew. Ich finde sie freundlich, lustig und sehr angenehm. Ich denke, dass sie sie mehr tun lassen sollten, sie nicht in diese Zwangsjacke stecken sollten, das wäre interessanter und dynamischer." Er fährt fort: "Meine eine Folge ist eine Seven-of-Nine-Folge. Ich wollte sie machen, da Seven der am meisten 'voyagerische' Charakter ist. Ich wollte mit beiden Füßen hineinspringen. Ich wollte beim ersten Mal keine Klingonen-Folge machen. Ich wollte mit ihr herumspielen. Ich habe viel Respekt für Jeri Ryan als Schauspielerin. Ich denke, sie macht eine wundervolle Arbeit für eine Rolle, die auch sehr einseitig hätte sein können. In diesen Augen spielt sich viel ab. Es gibt viel, das sie mit einem Blick ausdrücken kann. Trotz allem, dieses Outfit muss verschwinden! Ich kann es nicht anders sagen. Wie kann man sie in dieser Aufmachung eigentlich ernstnehmen? Wenn man eine Zukunft zeigen möchte, in der wir unsere Sexualität offen zeigen, in der es offen zugeht, und in der sich niemand daran stört, wenn man sie so zur Schau stellt, das finde ich toll. Das stimmt stark mit Genes Sicht der Zukunft überein."
"Die Classic-Serie brachte das ständig, aber das war an einem Stück, es passte zu der Zeit und es machte im Kontext Sinn. Uhura konnte im Minirock auf die Brücke kommen und in den Sechzigern dachte niemand, dass das komplett verrückt war. Es war Teil dieser Zeit, als die Serie produziert wurde und die Menschen akzeptierten es. Seven of Nine, was denkt ihr? Es bring mich um und es war immer etwas peinlich, wenn man mit ihr ernste Szenen in einem Raum hat. Man sitzt da und denkt: 'Eigentlich sitzt da eine nackte Frau am Tisch.' Jeder muss so tun, als wäre es normal, aber sonst läuft niemand so rum. Warum kommt Janeway nicht mal in einem Trägertop auf die Brücke? Warum trägt Tom nicht hin und wieder Hot Pants? Die Charaktere handeln nicht so. Außer Seven trägt niemand seine Sexualität offen herum." "Ich gehe sogar noch weiter. Mal angenommen, ihr meint noch immer: Sie ist eine Borg, sie drückt sich anders aus als die anderen in der Crew. Sie durchmischt sie ein wenig, sie hat keine Angst vor ihrer Sexualität, ihrer Wirkung auf andere oder ihrem Aussehen. Warum schläft sie nicht mit der Crew? Warum springt sie nicht mit Chakotay ins Bett oder mit Tom oder sonst jemandem? Wenn schon, denn schon. Sonst ist es nur ein Augenschmaus ohne Inhalt. Es bedeutet nichts. Es ist nur eine Art, sie auf der Brücke herumlaufen zu lassen. Es ist schlecht für Jeri. Sie ist diejenige, die die Fragen über das Kostüm beantworten muss, es verteidigen muss und sagen muss, dass es ihr eigentlich nichts ausmacht. Vielleicht macht es ihr nichts aus, das ist in Ordnung, aber ich denke, es ist schlecht für sie und ihre Rolle, und das ist schade." "Meinem Gefühl nach ist es das primäre Merkmal im Geist der Zuschauer. Ich denke, es ist völlig unnötig. Der Charakter ist gut genug und sie ist eine gute Schauspielerin, man muss es also nicht tun, jedenfalls nicht jede Woche. Selbst wenn es ihre Lieblingsuniform ist, muss sie sie nicht 24 Stunden am Tag tragen. Wenn man sowas macht, dann mit allen. Nehmt alle mit. Es ist eine Gelegenheit, die 'Voyager' nicht ergreifen wird. Warum entwickeln sie nicht ihre eigenen sozialen Regeln? Sie sind weit weg von zu Hause. Sie könnten ihre Gewohnheiten und Kleidungsvorstellungen verändern. Die Leute würden vielleicht hin und wieder barfuß durch die Gänge laufen und das Schiff mehr als eine Art Wohnung betrachten, in der alle gemeinsam leben, und sie würden aufhören, so ernst zu sein. In diesem Kontext würde ihr Outfit nicht so herausstechen, da die Leute ihre Haare individueller tragen würden, sie würden Ohrringe tragen und sich hin und wieder einen Bart wachsen lassen. Sie würden Dinge tun, die sich von der Masse abheben, anstatt nur diese homogenisierte Einheit zu bilden, aus der sie [Jeri] euch anspringt." Die Voyager als Schiff ohne Beziehungen "Was ist mit den Beziehungen, die sich auf so einer langen Reise entwickeln sollten? Glauben die Charaktere wirklich, dass sie erst in 70 Jahren zuhause sind? Sie verhalten sich jedenfalls nicht so. Sie glauben alle, in wenigen Stunden daheim zu sein. Es macht ihnen nichts aus, sonst würde Janeway einmal gesagt haben: 'Realistisch gesehen wird dies ein Generationenschiff. Zeit, Kinder zu haben, denn irgendjemand wird dieses Schiff in 60 Jahren steuern müssen, und ich werde es nicht tun. Es wird auch nicht Chakotay sein, und vermutlich sogar niemand, der gerade auf der Brücke ist. Also, lasst uns Babies machen.' Das wäre wirklich realistisch, aber sie bewegen sich nicht in diese Richtung." "Als wir 'Die Barke der Toten' machten, mit dieser Sache zwischen Tom und B'Elanna, und Tom sich wirklich um sie kümmert, würde sich ein Erlebnis wie das ihre auf die Beziehung auswirken. Ihre Sache mit den Klingonen, ihrer Mutter und ihrer Spiritualität, wie wirkt sich das aus? Etwa so 'Ja, es ist eine Beziehung, aber wir wollen die Sendung nicht über die Beziehung machen. Es ist nicht so interessant und es ist auch nicht wichtig.' Aber 'Star Trek: Voyager' hat Angst davor, dass irgendwelche Charaktere eine dauerhafte Bindung eingehen. 'Nein, nein, nein. Keine Beziehungen zwischen den Charakteren. Wir mögen das nicht. Es hat mit Kes und Neelix nicht geklappt. Und die Sache mit Tom und B'Elanna, na ja, eigentlich ist uns das egal.' Eine komische Einstellung." Moore fügt hinzu: "'Star Trek: Voyager' akzeptiert sich nicht selbst. Sie wollen nicht glauben, dass sie wirklich in dieser Situation in dieser abgelegenen Region der Galaxie sind und dass ihre Zukunft wirklich so aussieht. Sie wollen es nicht annehmen. Sie kämpfen dagegen an. Es gab mehr Folgen, die auf der Erde gespielt haben, auf einer alternativen Erde oder auf einer Erde der Vergangenheit als es in der gesamten Classic-Serie gab, und die spielte sich im Alpha-Quadranten ab. Kirk und seine Mannschaft waren nie auf der Erde des 23. Jahrhunderts, ihrer eigenen Erde. Gene wollte es nicht."
Ein gutes Beispiel dieses Wunsches nach "Star Trek: The Next Generation" war in "Pathfinder" offensichtlich, einer Folge, die TNG so sehr ähnelte, dass Marina Sirtis [Troi] dachte, sie wäre bei ihrer alten Serie. Das hat vielleicht auch den Prozess der Heimreise eingeleitet. Moore meint: "Brannon überlegt ständig, ob sie zurückkommen sollen oder nicht. Darüber haben sie schon lange geredet. Ich sagte folgendes schon vor Jahren: 'Damit gebt ihr die Serie auf. Wenn ihr das Schiff zurückbringt, bevor die Serie vorbei ist, dann habt ihr aufgegeben. Ihr habt euch umgedreht und gesagt 'Es funktioniert nicht, lasst uns zurückgehen und 'Star Trek: The Next Generation' noch mal machen.' Sie kommt nach Hause, zur Erde, es gibt eine Art Zweiteiler, in dem sie auf die Erde kommen und ihre früheren Leben besuchen." "Was passiert am Ende dieser Folge? Alle Charaktere werden sagen 'Ich liebe die Voyager. Es war eine Familie. Ich habe soviel von euch gelernt. Lasst uns zusammen bleiben. Lasst uns auf dem Schiff bleiben.' Alle Leute des Maquis werden der Sternenflotte beitreten. Chakotay wird zweiter Offizier werden wollen. B'Elanna wird den Warpantrieb umarmen. Dann gibt die Sternenflotte ihnen eine Mission und ab geht's. Warum wurde diese Serie gemacht? Es ist eine verschenkte Gelegenheit. Das kotzt mich an. Man macht nicht wirklich Gebrauch von dieser goldenen Möglichkeit, die den Schreibern und Produzenten übergeben wurde." "Man kann mit 'Star Trek' soviel tun. Es hat so einen breiten Blickwinkel. Wenn 'Star Trek: Deep Space Nine' sonst nichts bewiesen hat, dann hat es wenigstens gezeigt, wie weit man die Serie bringen kann, wie weit man es geht. Es kann völlig anders aussehen. Es kann seriell werden, es kann eine Kriegsserie werden, es kann sich um Religion und Politik drehen, es kann interessant sein oder grau. Mann muss 'Star Trek: Voyager' nicht in 'Star Trek: Deep Space Nine' verwandeln, um diese Tatsache zu nutzen. Man muss nur den Mut aufbringen, es zu tun. Sie reden nicht mit mir. Sie haben mehr zu sagen." Das Problem: "Voyager" will wie TNG sein Moore sagt, dass er "Voyagers" größtes Problem erkannt hat, nämlich das Ende der ersten Episode. "Am Ende des Pilotfilms steckten sie die Maquis in diese Sternenflottenuniformen und - bumm - haben wir begonnen, eine große Verschmelzung durchzuführen. Und von dem Zeitpunkt an ist es kein anderes Schiff. Ich wüsste nicht den Unterschied zwischen der Voyager und der Defiant, der Saratoga oder der Enterprise oder jedem beliebigen Schiff, das im Alpha-Quadranten herumfliegt und seinen Sternenflotten-Auftrag durchführt." "Für mich ist es entsetzlich, denn wenn die Voyager nach dieser Reise nach Hause mit dieser Crew zurückkehrt, zu der Zeit, wo sie zur Erde zurückfliegen, sollten sie ihre ganz eigene Kultur haben. Sie sollten sich von den Leuten, die sie verlassen hatten, so unterscheiden, dass die Sternenflotte sie nicht mehr wiedererkennt. Was sind die Dinge, die mit Sicherheit auf einem Schiff, das verschollen ist wie dieses, passieren werden? Würden diese Leute nicht nur mit dem Verbiegen der Sternenflotten-Protokolle starten, sondern auch mit der Nichtbeachtung der Protokolle? Wenn du realistisch denkst, dann bist du auf der Voyager, du bist auf der anderen Seite der Galaxie, alles, was du weißt, ist, dass es ein Jahrhundert dauern wird zurückzukehren, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du nicht zurückkehren wirst, sondern vielleicht deine Kinder oder Enkel. Wirst du wirklich Captain Janeway das Schiff für das nächste Jahrhundert kommandieren lassen?" "Es scheint wahrscheinlich, dass in solch einer Situation das Schiff seine eigene Gesellschaftsform entwickelt. Es würde in einer Art und Weise ablaufen, die anders ist als die militärischen Protokolle, die wir wieder und wieder wiederholen, weil es die einzige Sache ist, die wir kennen. Du hast die Maquis an Bord. Im Allgemeinen werden sie als Leute mit einer Anti-Sternenflotten-Haltung hingestellt. Sie benehmen sich genau wie die Sternenflotten-Menschen, nur mit gewissen abweichenden Merkmalen wie B'Elanna Torres, die gelegentlich eine abfällige Bemerkung über die Sternenflotten-Menschen macht, oder Chakotay, der quasi spirituell wird. Aber im Grunde sind sie nicht anders als jedes beliebige Schiff in der Flotte. Die Episoden, die du Woche für Woche guckst, sind so leicht in 'Next Generation' zu überführen, dass es beinahe eine unbedeutende Sache ist. Es ist Zeitverschwendung. Das soll aber nicht heißen, dass sie keine guten Episoden haben. Es gibt einige gute Episoden in dem Mix und ich habe ein paar gesehen. Die Show kann funktionieren." "Aber das Schiff würde so nicht aussehen", fährt Moore fort. "Es ist nicht wahrheitsgetreu. Bei 'Deep Space Nine' war das das Schlüsselwort. Wir wollten, dass es glaubwürdig ist. Es gab eine Menge von Wahrheiten in 'Deep Space Nine', eine Menge von schwierigen Fragen, die wir versuchten zu beantworten, aber auf einige konnten wir keine Antworten finden. DS9 war ein realer Ort, ein glaubwürdiger Ort; es war ein Ort, wo Dinge auf einer realen Ebene erforscht wurden. Aber 'Voyager' schlug nicht diese Richtung ein. Es wird diese Richtung auch nicht mehr einschlagen. Der Zuschauerschaft dies beizubringen, ist aber eine ganz andere Sache: 'Wir sind so weit von der Heimat entfernt, es hält so lange an und wir wünschten, endlich nach Hause zurückkehren zu können. Es ist hart hier draußen.' Janeway hält ihre Hand über alle Dinge, durch die sie die Crew schickt. Dann geht es um das Holodeck. Du kannst mit jedem über Nahrungsrationen und Energiesparmaßnahmen reden und hast eine echte Küche im Kasino, gehst aber zur selben Zeit aufs Holodeck."
Moore lacht. "Was ist der wirkliche Unterschied zwischen der Voyager und dem Rest der Flotte? Wenn dieses Schiff nach Hause kommt, wird es sich gut einfügen können. Du wirst den Unterschied nicht merken. Sie haben das Schiff in keiner Weise individuell gestaltet. Es hat immer noch den gleichen Stil von kahlem Metall, militärischen Look, das es bereits zu Beginn hatte." "Wenn du auf diesem Schiff eingeschlossen wärst und nach Hause unterwegs wärst, jahrelang, würdest du nicht irgendetwas an die Wände hängen? Würdest du eine Pflanze oder zwei irgendwo in einen Korridor stellen? Würdest du nicht versuchen, es etwas wohnlicher zu machen? Das ist die Aufgabe, die sie, denke ich, die sie wirklich außer Acht gelassen haben. Sie wollen sich eben nicht mit der Realität der Situation befassen, in der das Schiff ist. Sie suchen nach stilistischen Wendungen und Wegen, die Show visuell interessant zu machen, und erhöhen den Action-Quotienten und erhöhen den Sex-Quotienten. Aber das ist nicht das Problem. Wenn du nicht an deine eigene Lage glauben kannst, dann kannst du nicht sicher den nächsten Schritt machen und versuchen, einen Standpunkt gegenüber dem Leben zu haben, gegenüber dem, was es bedeutet, menschlich zu sein: was die Natur des menschlichen Herzens ist, und gut und böse, all die großen Fragen, für die 'Star Trek' bekannt ist, zu versuchen, sich damit herumzuschlagen, mit einem Science-Fiction-Zusammenhang." "Wenn 'Voyager' versucht, in die unendlichen Weiten zu gehen, ist es so vollkommen oberflächlich, dass es nichts bedeutet. Sogar wenn sie versuchen, wirklich etwas zu gewinnen, wird es von der Tatsache unterboten, dass nichts, was es umgibt, real ist, und dass du diese Leute in den Positionen und was sie machen nicht akzeptieren kannst. Kirk und Co. hatten einen Standpunkt. Kirk war ein Mann der Ansichten. Er war ein Mann, der seine eigene Einstellung gegenüber richtig und falsch hatte, wann man eingreifen sollte und wann nicht. Ich denke, er wird dafür respektiert. Menschen, die zu diesem Charakter aufsehen, schauen zu ihm auf, weil er ein Anführer war, der sagte: 'Wir machen das so, und das ist die richtige Art es zu machen.'" "Picard ist eine andere Art von Anführer. Picard war ein rücksichtsvollerer, nachdenklicherer Typ, der sah, dass es etwas mehr Grau in der Welt gab, aber noch einen sehr hohen Sinn für Ethik hatte, so einen hohen Sinn für Ethik, dass ich denke, es band uns ein bisschen zu viel; es band den Charakter etwas zu fest. Sisko war ein Mann, der die Welt in Grauschattierungen sah, der immer in mehrdeutigen Situationen steckte, der immer mit Fragen des Glaubens und der Vernunft, von richtig und falsch kämpfen musste und es in einer interessanten erzwungenen Weise machen musste. Sie waren alle fehlerhafte Charaktere in einer fehlerhaften Station zusammen mit einer fehlerhaften Situation. Es gab ihnen die Erlaubnis, dieses Gebiet zu erforschen." "Ich weiß nicht, von was 'Voyager' handelt. Es scheint nicht zu mir zu sprechen. Ich sehe die Show; ich versuche zu verstehen, was sie zu mir sagt, was es versucht zu erforschen. Aber es scheint nicht die Menschlichkeit zu erforschen. Es hat keinen Standpunkt zum Thema. Es greift zurück auf den 'Star Trek'-Kochteller; es greift zurück auf die Erste Direktive. Die Erste Direktive ist nun zu einem Ausgangspunkt für alle Handlungen in einer Episode geworden, um irgendeinen Standpunkt zu haben." Fehlende Kontinuität verstümmelt die Serie Außerdem stört Moore der Mangel an Kontinuität in der Serie. "Die Kontinuität der Serie ist vollkommen planlos. Es ist planlos bei der Gestaltung. Es ist nicht so, dass sie verzweifelt versuchen, die Kontinuität der Show aufrecht zu erhalten. Sie sorgen sich nicht und sie werden dir einheitlich entschieden erzählen, dass sie sich nicht sorgen. Nun, das ist Missachtung der Kernzuschauerschaft. Der harte Kern der 'Star Trek'-Zuschauer liebt Kontinuität; sie lieben angesammelte Angaben auf diesem Schiff. Sie lieben das Zusammenfügen all der kleinen Teilchen, und Listen zusammenstellen, und Belangloses zu machen. Das ist etwas Dauerhaftes der 'Star Trek'-Kultur des In-Schwung-Bringens. Sie lieben die Tatsache, dass all die Details zusammenpassen und ein Mosaik ergeben und dass das Universum zusammenhält. Wenn es dich einen Scheiß kümmert, erzählst du dem Zuschauer: Stör dich nicht. Belästige dich nicht damit, dieses Zeug wirklich zu lernen, da es nächste Woche nicht mehr von Bedeutung sein wird, alles, was diese Woche geschah." "Die Drehbuchautoren von Voyager bleiben dabei, keine Kontinuität in die Serie einbauen zu wollen, so dass Leute sich die Show auch unregelmäßig anschauen können, zum Beispiel jetzt in fünf Nächten pro Woche in der Syndication", sagt Moore. "Ich habe einfach niemals dieses Argument abgekauft, weil es den Eindruck bei mir erweckt, dass sie einfach die Intelligenz der Zuschauerschaft unterschätzen. Sie sagen einfach, dass die Zuschauerschaft ein Bündel von Idioten ist. Wer wird sich die Show fünf Nächte in der Woche anschauen? Leute, die die Show lieben und vermutlich die, die sich die Show mehr als einmal angeschaut haben. Man muss den Sendestationen verbieten, die Serie in Reihe laufen zu lassen. Es ist eine Ausrede, die plausibel zu klingen scheint, aber es ist im Grunde ein Weg für sie, sich keine Sorgen über die Erhaltung der Kontinuität machen zu müssen, weil es schwierig ist, Kontinuität zu erhalten." "Es ist sehr hart, in Kontinuität zu schreiben wegen der Natur des Fernsehens. Du schreibst voraus und du schreibst im selben Moment, wo du dabei bist, auch die späteren Dinge zu verändern. Es ist wirklich hart, all die Dinge in einer Reihe zu halten, was wir aber in 'Deep Space Nine' vorfinden können. Der Verlauf der letzten zehn Episoden wurde komplett geordnet, was eine schwierige Aufgabe war. Aber es ist die Anstrengung wert, weil dies zur Folge hat, dass die Welt mehr Gültigkeit bekommt. Die Zuschauerschaft kann fühlen, dass es eine Wahrheit gibt. Es ist eine bessere Show und es wird länger standhalten als Resultat. Wenn du wirklich so betroffen bist, dass für dich die Episode diese Woche keinen Sinn machen wird, da du sie vor drei Jahren nicht gesehen hast, dann überlege - warum kann 'Star Trek' nicht so sein wie 'Ally McBeal', 'Practice - Anwälte' oder 'Emergency Room - Die Notaufnahme' - all die super erfolgreichen Shows, die ebenfalls auf Kontinuität bauen. Zeige eine kurze Wiederholung am Anfang der Folge: 'Zuvor bei 'Voyager'' - sogar wenn die Episode zwei Jahre her ist."
Moore fragt: "Wie viele Raumanomalien der Woche kann man wirklich verdauen? Wie viele temporale Anomalien? Als ich die Sendung studiert habe, um mich vorzubereiten für meinen Einstieg in die Serie, schaute ich mir die Episoden an und das Technobabble war ziemlich nervenaufreibend, es untergrub den Geist. Viele Szenen spielten sich ab und ich hatte keine Idee, was los war. Ich schreibe diesen Kram, ich lebe diesen Kram. Ich kenne den Unterschied zwischen den Schilden und den Deflektoren und zwischen den ODN-Leitungen und den Plasmaverteilern. Wenn ich nicht sagen kann, was vorgeht, dann weiß ich, dass die Zuschauer auch nicht wissen, was los ist. Jeder will das gleiche sagen. Von oben herunter will man es zur Sprache bringen und jeder wird sagen, dass ich der größte Gegner des Technobabble bin. Ich hasse Technobabble. Ich bin derjenige, der sagt, dass es weniger Technobabble geben soll. Sie sagen das alle. Keiner von ihnen tut es." "Ich habe immer geglaubt, dass man die Zuschauer nicht beeindrucken muss. Die Zuschauer sitzen nicht da und stehen auf und sagen: 'Verdammt, die kennen sich in der Wissenschaft aus.' Das ist wirklich kaltblütig. Schauen wir mal, wie sie das verstehen. 'Hey Edna! Komm her. Willst du sehen, wie Chakotay das lösen wird? Er ist in diesem Ding mit den Quantumspartikeln, es ist wirklich interessant. Ich weiß nicht, wie er es machen wird, aber er leitet irgendwas um. Oh mein Gott, er hat die Anti-Protonen gefunden!' Wen kümmert das? Niemand schaut sich 'Star Trek' wegen dieser Szenen an. Die Schauspieler hassen diese Szenen; die Regisseure hassen diese Szenen, und die Schreiber hassen diese Szenen. Aber es ist der einfachste Krempel, der einem einfällt. Es ist viel einfacher, sich den Weg aus einer Situation mit Technik zu bahnen als wirklich über einen Ausweg nachzudenken oder es dramatisch zu machen oder die Charakter eine Entscheidung treffen zu lassen oder sie durch eine Krise gehen zu lassen. Es ist viel einfacher, wenn man einen von ihnen vor eine Konsole setzen kann, der dann beginnt, an der Sache zu arbeiten und sich einige Okudagramme ansieht und dann mit der magischen Lösung, die alle Probleme dieser Woche löst, ankommt." Moore begann, an diesen Problemen zu arbeiten, als er bei "Voyager" anfing. Während Notizen in die Entwürfe der Folgen, wie es üblich ist, geschrieben wurden, wurde er ständig von Technobabble 'überfallen'. Er sagt: "Als wir an 'Equinox, Teil 2' arbeiteten, erinnerte ich mich, wie die Drehbuchseiten kamen und ich Notizen machen und die Seiten zurückschicken wollte. Es gab Seiten, bei denen ich keine Idee hatte, was passiert. Es war einfach nur Seite für Seite dasselbe Schema: 'Lege diese Route fest, beschleunige so und so und der Subraum-Dingsbums macht eine andere Sache.' Die Seiten gehen einfach so vorbei und als ich das Drehbuch las, ging ich es durch, um etwas Substanz zu finden. Ich stieß auf taube Ohren." "Um ehrlich zu sein, ich habe mir nicht mal die Zeit genommen, um 'Überlebensinstinkt' oder 'Die Barke der Toten' zu sehen. Ich habe die Folgen, ich schaue sie mir nur nicht an. Sie haben mir die endgültigen Entwürfe der Drehbücher geschickt und ich habe mir das Drehbuch von 'Überlebensinstinkt' angeschaut und ich wusste, dass sie ein wenig zusätzliches Material hinzugefügt haben, nachdem die Folge gedreht war. Die Folge war etwas zu kurz so fügten sie einige Seiten hinzu, was nichts Ungewöhnliches ist. Aber sie fügten die Seiten mit dem ganzen Technobabble in der Krankenstation hinzu! Ich hasse das so sehr. Es ist so sinnlos. Es trägt nichts zu der Dramatik bei." "Ich las mir Bryan [Fullers] letztes Konzept [von 'Die Barke der Toten'] durch und ich gab ihm Anmerkungen und liebte diese. Ich war gespannt, ihm beim Neuschreiben zu helfen, aber es war genau der Punkt, an dem die ganze Sache niederging und ich wegging. In der letzten Woche bei der Serie wartete ich einfach nur auf die gesetzlichen Dinge, vertragliche Dinge hier und da, um kopfüber einen Abgang zu machen. Das Distanzieren hatte begonnen..." "Wofür steht 'Voyager'? Macht was draus!" Ronald D. Moore fragt scharf: "Was erforscht 'Star Trek'? Was sind die Dinge, über die das Publikum zum Nachdenken angeregt werden soll? Was für eine Bedeutung hat es für mich und dich? Und wenn es keine Bedeutung für mich und dich, unsere Leben hat, was ist der Grund? Warum gucke ich mir das an, im Vergleich zu 'Emergency Room'? 'ER' berührt mich auf einem menschlichen Level. Von 'The Next Generation' gibt es Episoden, die sehr wichtig sind, die mich nachdenklich machen, die mich innehalten lassen, die mich als Person berühren. 'Das zweite Leben' ('Inner Light') ist eine fantastische Episode, über die Spannweite eines einzelnen Mannes und die Spannweite einer ganzen Zivilisation und was sie Picard als besonderes erinnerungswürdig mitgeben. Es ist eine schöne, bewegende Episode." "Aber 'Voyager' macht das nicht, sie nehmen diesen Vorteil nicht an. Es ist eine unglaublich große Gelegenheit. Es gibt einem die Möglichkeit, wirklich etwas zu sagen, Dinge mit dem Publikum auszutesten, das Publikum und seine Erwartungen herauszufordern, sie dazu zu bewegen, über ihr Leben und wer sie sind nachzudenken, weil es schön verpackt ist. 'Voyager' ist Science-Fiction. Es ist nicht wirklich existent. Diese Aliens sind nicht bedrohend, sie bedrohen dich nicht. Man kann die Dinge in diesen Zusammenhang stellen, weil sie dem Publikum nicht die gleiche Angst einjagen, als wenn man die Geschichte im normalen Los Angeles stattfinden lassen würde."
"Wir liebten 'Deep Space Nine'. Wir liebten die Serie. Wir liebten alle Charaktere. Es gibt immer Schauspieler, die Probleme machen und es gibt immer Zeiten, in denen Schauspieler und Produzenten sich streiten - 'Du verstehst meine Rolle nicht.' - 'Nein, du verstehst die Rolle nicht, die ich schreibe.' Das ist eine faire Sache. Bei 'Voyager' gibt es Charaktere, die man aufgegeben hat. Das würden sie dir geradeaus ins Gesicht sagen. Ich habe über B'Elanna Fragen gestellt, wer sie ist. Ich sagte: 'Ich habe ein kleines Problem damit, die Episoden anzusehen und zu wissen, wie ich sie behandeln soll, worum es bei ihrem Charakter wirklich geht.' Die Antwort war: 'Wir haben keine Ahnung. Die Vergangenheit ist nicht wichtig. Mach einfach, was du willst.' Wovon redet ihr? Wie könnt ihr eure eigene Serie aufgeben? Wie kann man seine eigenen Charaktere aufgeben? Dort gibt es einen solchen Zynismus über die Serie bei den Leuten, die die Serie machen." "Ich rede nicht nur von den Autoren. Es trifft auch auf die Produzenten zu. Die Handwerksleute und die Künstler am Set, die die Kostüme und die Sets machen, und das Art Departement sowie die Leute, die für die visuellen Effekte zuständig sind, sind unheimlich stolz auf ihre Arbeit und darauf, dass sie Woche für Woche Topqualität liefern. Sie sind wirklich unglaublich. Ich kann das nicht genug betonen. Aber nicht einmal sie glauben an das, was mit den Sets, Kostümen und visuellen Effekten gemacht wird, wie sie benutzt werden. Die Arbeit wird verschwendet, es passiert nichts damit. Es war nicht meine Absicht, das hier in eine 'Voyager'-Niedermach-Sitzung zu verwandeln, aber im Moment ist es das einzige 'Star Trek'. Das ist 'Star Trek'. Wenn du Flaggschiff sein willst, ist es das, worum es gehen wird." Trotzdem hat Moore auch Lob für "Voyager": "'Star Trek: Voyager' sieht fantastisch aus. Es ist eine der bestproduzierten Serien in Fernsehen und ist sicherlich das Sahnehäubchen bezogen auf Science-Fiction. Nichts sieht aus wie ['Voyager'], nichts hört sich annähend so gut an. Die visuellen Effekte sind einfach nur unglaublich. Die Sets sind wundervoll. Die Kostüme sind immer üppig und groß und schön. Man kann sich über schöpferische Entscheidungen streiten, aber technisch gesehen, die Art und Weise, wie die Serie produziert und gesendet wird, ist wundervoll." "Es ist eine große, schöne Serie, die nichts mit dieser Schönheit macht. Das gilt auch für die Schauspieler. Ich habe von Anfang an gesagt, dass die 'Voyager'-Besetzung wohl die beste von allen ist. Man hat eine starke Gruppe von Schauspielern, die die Serie wirklich irgendwohin bringen können. Ich habe die beiden anderen Casts, mit denen ich gearbeitet habe, geliebt, aber ich habe mir den 'Voyager'-Cast angesehen und gedacht: 'Diese Gruppe von Schauspielern mag sich wirklich untereinander und sie werden alle viel Spaß miteinander auf dem Set haben. Sie alle wollen alles ausprobieren, was du ihnen gibst.' In der kurzen Zeit, in der ich mit ihnen gearbeitet habe, habe ich festgestellt, dass sie alles tun würden. Sie arbeiten sehr hart und sind sehr stolz auf ihre Arbeit. Macht was mit ihnen! Das ist eine so verschwendete Möglichkeit. Es ärgert mich, weil es eine Verschwendung von allem ist. Hier ist dieses goldene Monopol, hier ist diese Serie, die den Test der Zeit bestanden hat, und dir sind sieben Jahre gegeben worden, verdammt noch mal." "Im Gegensatz zu anderen Serien hat man sieben Jahre Zeit. Man kann alles sagen, was man will. Man hat ein Stammpublikum, das jede Woche einschaltet. Es ist das Flaggschiff auf UPN. Macht was! Benutzt das!" (ru, fb, lx, ds, aw - 06.06.09) Weiterführende Links
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