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Nina Ruzicka (ru) Wie die Autoren, so die Show Zusammenhalt wie Risse zeigen sich im Endprodukt Ron Moore spricht über die unterschiedlichen Stimmungen am Set von "The Next Generation", "Deep Space Nine" und "Voyager" und die Gründe, warum er "Voyager" verließ. Das Original finden Sie auf Fandom.com. Wir gehen zurück an Moores Anfänge bei "Star Trek", sowohl, um seine persönliche Geschichte zu erfahren als auch etwas über jene Dinge zu hören, die ihn an "Star Trek: Voyager" störten.
"Die dritte Staffel war für alle von uns schwierig, wie mir immer wieder bewusst wird. Michael Piller kam an Bord, es gab Probleme mit den Drehbuchautoren. Gene Roddenberry schaute noch regelmäßig vorbei. Der typische Charakter der Serie war noch nicht wirklich gefunden. Michaels Verdienst war es, ihr eben dieses Profil zu verleihen, den Fokus auf die Mitglieder der Crew zu richten, die auf der Enterprise arbeiteten, und nicht bloß ständig über den Außerirdischen der Woche oder über die Gefahr der Woche zu berichten. Durch diese Charakterisierung erhielt die Serie ihre unverwechselbare Struktur, und das setzte sich schließlich sowohl bei 'Deep Space Nine' fort als auch zu einem Großteil bei den Kinofilmen." "Ich denke, dass Michael in dieser Hinsicht oft vergessen wird. Es wird immer nur davon gesprochen, was Rick für die Serie getan hat, und wohin Rick die Serie führte, nachdem Gene gestorben war, und welches Ricks Erbe sei, und die ganze Gene-kontra-Rick-Angelegenheit, dass er seit Genes Tod vor allem der Hüter des Franchise gewesen sei. In Wirklichkeit war es Michael. Michael kam mit seinem Konzept und meinte: 'So sieht die Serie aus, die wir machen werden!' und lenkte sie in eben diese Richtung. Damit bestätigte er nur das Hauptaugenmerk von 'Star Trek', das immer schon auf die Charaktere gerichtet war. Es ging schon in der Classic-Serie nur um Kirk, Spock und McCoy und wie die diversen Abenteuer diese Figuren und ihre Beziehungen zueinander beeinflussten." "Als Zuschauer neigt man dazu, sich allzu sehr auf die Handlung der Geschichte zu konzentrieren und wie diese Handlung in 'Star Trek' rübergebracht wird. Tatsächlich handelt es sich aber um Geschichten über Menschen, Menschen, die in der Zukunft leben, und dieser Rahmen wird als Gerüst verwendet, um Geschichten über menschliche Erlebnisse zu erzählen. Ich bin der Meinung, dass die Leute die billige Ausstattung der Classic-Serie falsch beurteilen - dass es nur eine Art Kitschfaktor sei, der das ganze wertvoll macht. Ich habe Rick Sätze sagen hören wie: 'Kirk ist der typische Sechziger-Jahre-Held. In einem Arm hielt er eine Braut, in der anderen Hand einen Phaser.' Das entspricht dem gängigen Bild von Captain Kirk und worum es in der Serie ging. Tatsächlich handelte es aber von Kirk als Mann, als Persönlichkeit, als menschliches Wesen, die Erfahrungen, die er in quer durch die Galaxie sammelte und seine Art und Weise, dieses Schiff zu kommandieren." "An diese Inhalte erinnern sich die Leute nicht. Wenn die echten Fans bestimmte Szenen und Dialoge zitieren, die ihnen wichtig sind, warum zum Beispiel 'Ein Parallel-Universum' ('Mirror, Mirror') eine tolle Episode war, oder was 'Griff in die Geschichte' ('City on the Edge of Forever') wirklich aussagen wollte, dann tun sie es in Wahrheit, weil sie sich mit diesen Figuren verbunden fühlen. Fans liefen in Kirk-Uniformen oder mit Spock-Ohren herum, sie schwenkten aber keine Fahnen mit politischen Parolen oder sozialpolitischen Aussagen, welche in der Serie vertreten wurden. Das alles war auch interessant und wichtig, aber worüber sich die Leute wirklich Gedanken machten, waren die Charaktere, die sie jede Woche auf ihrem Bildschirm sahen."
"Bei TNG war einfach ein tolles Arbeitsklima. Es war einfach die Art von Umgebung, wo keine negativen Gedanken in der Luft hingen. Michael hatte eine Atmosphäre geschaffen, in der jeder seine Meinung frei sagen konnte. Man konnte mit dem Boss argumentieren. Ich stimmte mit Mike in vielem überein, sogar bis zu dem Punkt, dass ich selbst der Meinung war, ich sollte eigentlich gefeuert werden, doch dazu kam es nie. Ich zolle ihm hiermit Tribut dafür. Er förderte das Gefühl: 'Wir stecken hier alle mit drin, und es geht nur um die Arbeit. Es geht nur darum, aus der Show das Beste zu machen, das ihr könnt.' Das war immer jedermanns oberstes Prinzip." "Die letzte Staffel von TNG war nicht so spaßig wie die anderen. Wir waren alle schon ziemlich fertig. Ich glaube, die Qualität der Serie litt darunter im letzten Jahr. Zum Teil bin ich dafür mit verantwortlich, da ich den Effekt, den 'Star Trek: Treffen der Generationen' auf die Serie hatte, unterschätzte. Daher endete TNG mit etwas gemischten Gefühlen, wenn ich darauf zurückblicke. Ich bedaure die Art, wie die Serie endete, obwohl die letzte Folge doch recht gut geworden ist. Irgendwie war das wohl eins von diesen netten, kleinen Wundern, die ab und zu geschehen. Man schreibt per Zufall ein gutes Drehbuch und es bleibt im Gedächtnis haften, und so passte schließlich alles zusammen in 'Gestern, Heute, Morgen' ('All Good Things...')." Dann beginnt Moore über DS9 zu sprechen. "'Deep Space Nine' hat das Ganze auf eine andere Ebene gehoben. Wir hielten als Autorenteam so gut zusammen, wir mochten diese Serie so sehr, dass wir in diesem Zimmer sitzen und uns anbrüllen konnten. Hans Beimler und ich kriegten uns in die Wolle, wir schrien uns an und waren richtig aufgebracht. Da saßen wir, debattierten lautstark über einen Handlungsfaden, um kurz darauf zu sagen: 'Und wohin gehen wir später zu Mittag essen?' Wir gingen gemeinsam aus und hatten eine tolle Zeit miteinander." "Als ich zu 'Voyager' stieß, stellte ich plötzlich fest, dass es hier nicht mehr um die Arbeit ging. Es ging nicht mehr darum, die bestmögliche Show zu machen, es ging nur noch um all diese unwesentlichen Dinge. Es ging um die Hierarchie innerhalb der Serie und um diesen eigenartigen Ego-Wettstreit zwischen der Drehbuchautorencrew, den Produzenten und dem Management. Obwohl, 'Wettstreit' trifft es nicht richtig. Die Sache war die, dass sich die Führungsabteilung in ihren Egos von jenen bedroht sah, die für sie arbeiteten. Frei heraus gesagt, [die Drehbuchautoren] Bryan Fuller und Mike Taylor wurden ziemlich mies behandelt, und das kotzte mich an. Die beiden mussten vieles über sich ergehen lassen, aus dem einzigen Grund, dass sich die Typen an der Spitze der Hierarchie gut fühlten. Die Folge war, dass ein enges Zusammenspiel der Drehbuchautoren untereinander vereitelt wurde. Die DS9-Crew hingegen arbeitete sehr eng zusammen."
"Zwischen den Beziehungen untereinander und den Arbeitsbedingungen spannte sich so etwas wie eine Parabel. 'Wir stecken alle mit drin. Lasst uns die Serie irgendwie durchziehen, das allein zählt. Es ist gleichgültig, ob Gene uns gemocht hätte oder nicht, es ist egal, ob Michael heute wütend auf uns ist, wir bringen die Show rüber, also los!' Bei TNG konnten wir das Handwerk erlernen. Wir versuchten alle, unser bestes zu geben, spürten, dass wir besser wurden, und wir sahen, wie die Einschaltquoten nach oben stiegen, wie immer mehr Leute dazustießen, wie es ein eigenes Stückchen amerikanische Kultur wurde, und schließlich wie es sogar die Classic-Serie in der Zuschauergunst bei Weitem überholte." "'Deep Space Nine' stand unter dem Motto: 'Wir sind hier. Lasst uns die bestmögliche Show machen und lasst uns das Konzept so weit ausschöpfen, wie es nur geht!' Ich hörte derweil schon einiges über 'Voyager'. Als ich dann hinüberwechselte, musste ich feststellen, dass das interne Klima auf der persönlichen Ebene nicht sehr gut und der Arbeit abträglich war. Die ganze Umgebung war chaotisch und die Atmosphäre gespannt und überladen mit irgendwelchen Dingen, die absolut nichts mit der Arbeit zu tun hatten. Es wurde ein Job wie jeder andere. Etwas Derartiges hatte ich noch nie erlebt, es war sehr enttäuschend. Ich spreche hier nur von der Arbeitsumgebung, es war einer von den Gründen für meinen Weggang." (ru - 06.06.09 - Quelle: Fandom.com) Weiterführende Links
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