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Sebastian Kowald (sk)22.05.09

Barney Burman

Maskenbildner

Barney Burman gewann für die Masken im Film einen Oscar. Spocks Ohren stammen genauso aus seiner Werkstatt wie die Aliens in Bars und Raumschiffen.

Der neue "Star Trek"-Film zeigt einige coole, innovative Außerirdische. J.J. Abrams wollte den Film so real wie möglich halten und hat versucht, die Computereffekte auf ein Minimum zu reduzieren. Stattdessen bevorzugt er traditionelle Techniken. Die Masken, die diese "Star Trek"-Außerirdischen zum Leben erwecken, wurden von Barney Burman entworfen. Er ist künstlerischer Leiter und führenden Maskenbildner der im San Fernando Valley ansässigen Maskenbildnerwerkstatt Proteus Make-up FX.

Barney Burman
Barney Burman ist Maskenbildner in dritter Generation. Er ist der Sohn des Oscar-nominierten Maskenbildners Tom Burman, der als Erster den Begriff "Spezialeffekt-Maske" geprägt hat, und der erste Maskenbildner, der ein Studio außerhalb der großen Filmstudios eröffnet hat (zusammen mit seinem Partner John Chambers, dem Designer von Mr. Spocks vulkanischen Ohren für die Classic-Serie).

Burman begann im Alter von 14 Jahren bei seinem Vater zu arbeiten, aber zuerst hat er keine Karriere in diese Richtung verfolgt. Er wollte sich lediglich in der Werkstatt seines Vaters etwas dazuverdienen, um seine Ausbildung zum Schauspieler zu finanzieren. Unter anderem konnte man Burman 1995 als Straßenräuber in der Folge 3.11 "Der Weihnachtsvirus" ("Home Is Where the Hurt Is") der Serie "Superman - Die Abenteuer von Lois & Clark" sehen. Diesen Karriereweg verließ er aber schließlich nach gut einem Jahrzehnt. Es sieht so aus, als ob er zu guter Letzt in der Welt der Make-up-Effekte doch seine Berufung gefunden hat.

Burman hat an über 80 verschiedenen Film- und Fernsehprojekten gearbeitet, seit er in die Make-up-Effekte-Industrie gekommen ist. Sein erster Job war sogar im Maskenbildnerteam von "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock" im Jahre 1984. In einer am Ende geschnittenen Filmszene in der Kneipe in San Francisco wäre auch er als Außerirdischer zu sehen gewesen. Außerdem hat er im Maskenbildnerteam von Ed French an "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" mitgearbeitet.

Nach "Star Trek III" war Burman Teil des Make-up-Teams bei Horrorfilmen wie "House - Das Horrorhaus" (1986), "Slaughterhouse" (1987), "Fright Night II - Mein Nachbar, der Vampir" (1988) und "Leben am Abgrund - Life on the Edge" (1989). 1990 war er für die Masken in Peter Jacksons B-Movie "Braindead" verantwortlich, in dem er auch einen Kurzauftritt hatte. Auch an den Filmen "Die Klasse von 1999" (1990), "Höllische Spiele" (1992) und "Body Snatchers - Angriff der Körperfresser" (1993) arbeitete Burman als Maskenbildner mit.

Eine von Burmans Kreationen für "Star Trek XI": Keenser
Burmans großer Durchbruch in der Branche kam mit dem Film "Powder" im Jahr 1995, da er durch dieses Projekt in die Maskenbildner-Gewerkschaft gekommen ist. Es folgten Aufträge für Masken bei Folgen von "Akte X - Die unheimlichen Fälle des FBI", "Buffy - Im Bann der Dämonen", "Angel - Jäger der Finsternis" und später bei "Medium - Nichts bleibt verborgen". Er zeichnet seitdem für Filme wie "Galaxy Quest - Planlos durchs Weltall" (1999), "Der Grinch" (2000), "Planet der Affen" und "Pearl Harbor" (beide 2001) verantwortlich. 2002 folgten Aufträge bei "Men in Black II", "Austin Powers in Goldständer" und "Jackass: The Movie". Ein Jahr später arbeitete er unter anderem an "Matrix Reloaded", "Fluch der Karibik" und "Master und Commander - Bis ans Ende der Welt".

Im Jahre 2004 hat er zusammen mit seinem Kollegen Steve Prouty die Firma Proteus Make-up FX gegründet. Die Masken der Filme "Dawn of the Dead" (2004), "Constantine" (2005), "Kings of Rock - Tenacious D" (2006) und "Die Eisprinzen" (2007) stammen von seiner Firma.

Burman hat erstmals mit J.J. Abrams zusammengearbeitet, als Proteus 2006 für "Mission: Impossible III" engagiert wurde. Nach diesem und dem HBO-Film "Anatomy of Hope" (2009) ist "Star Trek" das dritte Projekt, bei dem er mit Abrams zusammenarbeitet. Zu Burmans jüngsten Arbeiten gehören die Maske für Tom Cruise bei der Actionkomödie "Tropic Thunder" und im Film "Operation Walküre". Zusammen mit seinen Kollegen Mindy Hall und Joel Harlow gewann Burman im März 2010 in der Kategorie "Make up" den ersten Oscar für einen "Star Trek"-Film überhaupt. Das Team gewann zudem einen Saturn Award.

(sk - 13.04.10)

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