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Sebastian Kowald (sk) Make-up, Oscars & Klingonen Ein Interview mit Oscarpreisträger Barney Burman Der erste Oscar für einen "Star Trek"-Film überhaupt ging im März an Barney Burman und sein Maskenbildnerteam. Mit TrekMovie sprach er über die Arbeit an "Star Trek XI" und Wünsche für das Sequel. Barney Burman ist Maskenbildner in dritter Generation aus einer großen Familie, die schon seit Jahrzehnten im Maskenbildner-Geschäft tätig ist. Er hat schon bei über 80 verschiedenen Film- und Fernsehprojekten mitgewirkt, seit er als Jugendlicher damit angefangen hat. 1984 war sein erster Job in der Maskenbildner-Werkstatt von "Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock" - außerdem hat er bei "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" mitgewirkt. 2004 gründete er zusammen mit seinem Partner Steve Prouty die Firma Proteus Make-up FX. Burman hat zum ersten Mal mit J.J. Abrams gearbeitet, als Proteus für "Mission: Impossible III" engagiert wurde. J.J. Abrams hat ihn zurück zu "Star Trek" gebracht, was in seinem Oscar-Gewinn gipfelte.
Barney Burman: Nun, es hat mir eine Menge Öffentlichkeit eingebracht und ich habe jede Menge Unterstützung und Liebenswürdigkeit von einer großen Menge Leuten erhalten. Es waren ein paar wirklich gute Wochen und ich fühle mich gut. TrekMovie: Sie teilen Ihre Nominierung mit Mindy Hall und Joel Harlow, können Sie uns erklären, wie Sie bei "Star Trek" zusammengearbeitet haben? Burman: Ich habe Joel als meinen Hauptmaskenbildner zuerst ins Team geholt, damit er das Set überwacht, während ich in der Werkstatt entworfen und modelliert habe. Sobald wir mit dem Drehen begannen, hatte ich so viel zu tun in der Werkstatt, dass ich mich dazu entschieden habe, die Romulaner an Joel abzugeben, nahe dran, wo J.J. sie jeden Tag sehen konnte. Also haben wir uns aufgeteilt. Und Mindy hat sich immer um das normale Schminken gekümmert. Also hatten wir drei verschiedene Standorte, aber wir blieben immer in Kontakt miteinander und haben uns gegenseitig geholfen. Wir haben so eng als ein Team zusammengearbeitet wie möglich, obwohl wir eigentlich drei Teams waren.
Burman: Anfangs unterhielten wir uns darüber, mehr auf das Vermischen von Masken und Computereffekten zu setzen, damit wir die Form der Leute ein bisschen verändern können, aber Zeit und Geldrestriktionen verboten dies. Also haben wir diesen Plan ziemlich schnell über den Haufen geworfen. Aber ich war nie überrascht davon, dass J.J. eine große Portion von praktischen Effekten machen wollte, da ich wusste, dass er dieses Zeugs einfach mag. Und er glaubt daran, immer so viel wie möglich vor der Kamera zu haben und das mag ich so an ihm. Ich liebe Filmemacher, die eine Welt erschaffen wollen, in welcher Leute in diesem Moment leben und interagieren können. TrekMovie: Glauben Sie, dass in der Post-"Avatar"-Welt Leute wie J.J., die das Praktische mögen, dabei bleiben werden? Oder wird es Druck geben, mehr Computereffekte zu benutzen? Burman: Ich weiß nicht, ob es Druck ist, aber es wird solche Regisseure geben, die alles in der Nachbearbeitung kontrollieren wollen. Und es wird Leute wie J.J. geben, die so viel wie möglich vor sich sehen möchten, um es dann in der Nachbearbeitung noch verbessern zu können. "Avatar" war natürlich ein Meilenstein und ein wundervoller Film, aber ich denke, er ist immer noch eher die Ausnahme als die Regel. Oder zumindest hoffe ich das.
Burman: Ich habe mit einer ganzen Menge von Leuten gesprochen, die das nicht gewusst haben. Wenn ich beispielsweise Bilder aus meinem Portfolio zeige, sagen die Leute: "Toll, ich wusste gar nicht, dass der Typ wirklich da war." Das ist eine komische Art von Kompliment. Sogar eine unserer Maskenbildnerinnen hat den Fehler gemacht, mir zu sagen, dass sie dachte, wie gut doch die Bewegung des Charakters nach der Nachbearbeitung aussah. TrekMovie: Es gab ein paar computergenerierte Ergänzungen zu einigen der Charaktere, wie zum Beispiel Keensers Augen, richtig? Burman: Für Keenser war es schon immer geplant gewesen, etwas mit dem Computer für die Augen zu machen. Und der Außerirdischen, welche man auf der Kelvin sieht, wurde ein Blinzeln hinzugefügt. Aber sie hatte auch ein paar Gesichtsbewegungen, welche sich die Schauspielerin ausgedacht hat, um den Mund ein bisschen flackern zu lassen, was sehr interessant war. TrekMovie: Welcher Außerirdische war die größte Herausforderung für Sie? Burman: Das ist schwer zu sagen, aber vielleicht der erste in der Bar, weil das auch einer unserer ersten Außerirdischen war. Ich habe es mit Silikon gemacht und deshalb musste ich lernen, wie die Schwerkraft beeinflusst, wie sich das Silikon auf den Schauspieler niederlässt. Es gab einen Außerirdischen, der eine Art von Korallenfisch darstellte, und ich glaube, wir haben ihn nie ganz hinbekommen, wie ich wollte, aber am Ende wurde die Szene ohnehin herausgeschnitten, deswegen ist es egal.
Burman: Ich habe "Deep Space Nine" nie gesehen, also kannte ich den Charakter gar nicht. Ellis hat die Werkstatt geleitet, aber ich weiß gar nicht, ob er irgendwelche Außerirdischen entworfen hat. Wenn es irgendwelche Ähnlichkeiten gibt, dann sind die unbeabsichtigt. Das ist ein Charakter, bei welchem ich mich mit einer Büste und ein bisschen Ton hingesetzt habe und es einfach zusammengefügt habe. So entstand er. TrekMovie: Eine Menge extraterrestrische Charaktere, welche in der Rura-Penthe-Szene waren, wurden herausgeschnitten. Von welchem konnten Sie sich am schwersten trennen? Burman: Eigentlich waren das sogar einige in dieser Szene. Einer von ihnen war ein Charakter, den wir "Vier Quadrate" genannt haben, da er vier Augen hatte. Er ist in den gelöschten Szenen, wo er von den Klingonen gefoltert wird. Die Computerjungs haben die zusätzlichen Augen einfach hinzugefügt und ich war wirklich begeistert von dem Charakter. Es gab einen Gorn und einen Salzvampir und es tat mir auch Leid, sie gehen zu sehen. Es gab auch noch einige Überziehmasken mit Anzügen und Handschuhen. Aber sie waren schön ausgearbeitete Charaktere. TrekMovie: Falls Sie für die Fortsetzung zurückkehren werden, welche Art von "Star Trek"-Herausforderungen würden Sie gerne annehmen?
Ich denke außerdem, dass es Spaß machen würde, verschiedene Arten von Klingonen vorzustellen oder einige Charaktere ... wer auch immer die Außerirdischen sind. Es wäre nett, wenn man eine mehr im Detail ausgearbeitete Rasse präsentieren könnte, damit nicht alle von dem Planeten gleich aussehen. Mit den ganzen Unterschieden, welche wir bei den Menschen haben, würde ich es sehr interessant finden, wenn man solche Unterschiede auch bei einer extraterrestrischen Rasse herausarbeiten könnte. Ob es nun die Klingonen sind oder wer auch immer. TrekMovie: Obwohl sie herausgeschnitten worden sind, haben Sie doch auch Klingonen für "Star Trek" erschaffen, obwohl Sie deren Aussehen mit den ganzen Masken und Helmen doch sehr verschleiert haben. Würden Sie sie also für die Fortsetzung gerne von ihren Masken befreien?
TrekMovie: Sie haben Ihren Vater erwähnt. Ich weiß, dass es eine Menge Emmys und andere Auszeichnungen in der Familie gibt, aber er ist der Einzige mit einer Oscarnominierung. Haben Sie irgendwelche Ratschläge vom Vater bezüglich des Umgangs mit dem Druck erhalten? Burman: Nun, ich fühle mich nicht wirklich unter Druck gesetzt, ich genieße es einfach und das ist auch genau das, was er gesagt hat, als ich mit ihm gesprochen habe. Er sagte, "Genieß es einfach nur." Wie ich fühle, ist alles, was ich kontrollieren kann und ich fühle mich ziemlich gut. Ich habe viel Spaß dabei, diese Zeit zu genießen. Es gibt da noch eine lustige Geschichte. Vor 20 Jahren hatte ich diese wirklich gute Freundin beim Theater und wir haben immer darüber Scherze gemacht, dass derjenige der es zuerst zu den Oscars schafft, den Anderen mitnehmen muss. Viel Zeit ist vergangen, aber wir haben uns neulich über Facebook wiedergetroffen und sie hat eine Familie in New Jersey. Also habe ich sie angerufen und gesagt, "So, willst du immer noch zu den Oscarverleihung gehen?" Ich habe natürlich auch meine Frau mitgenommen, aber noch zwei extra Karten besorgt und deshalb konnte meine gute Freundin von vor 20 Jahren mitkommen und meinen Sohn begleiten. Anscheinend hat das große Wellen in ihrem kleinen Ort geschlagen, sogar der Bürgermeister weiß Bescheid. Ausführliche Interviewübersetzungen wie diese finden Sie jedes Wochenende in unserem Newsletter "TrekZone Weekend". Falls Sie die "TrekZone Weekend" noch nicht abonniert haben, können Sie den Newsletter zusammen mit unserem monatlichen Internet-Magazin "Incoming Message" hier kostenlos bestellen. (sk - 13.04.10 - Quelle: TrekMovie.com) Weiterführende Links
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